Viagra kaufen? Das sollte beachtet werden!

Was ist beim Viagrakauf zu beachten

Aufkommen von Viagra

Viagra ist eines, wenn nicht das erfolgreichste Medikament aller Zeiten. Bevor die vorteilhaften Wirkungen von PDE5-Hemmern entdeckt wurden, beschränkten sich die Behandlungsoptionen für erektile Dysfunktion (ED) auf Penisimplantate und intrakavernöse Injektionen, die die Männer durch ihre invasive Natur erschreckten. Die zufällige Entdeckung der Auswirkungen von Viagra auf die männliche Erektion eröffnete einen revolutionären Weg zur Behandlung von Erektionsproblemen.

1989 wurde erstmals eine Verbindung, die heute als Sildenafilcitrat bekannt ist, in den Labors von Pfizer als Mittel gegen Angina synthetisiert und getestet. Während die angestrebten klinischen Wirkungen schwach waren, zeigte die Studie die Nebenwirkung des Medikaments auf die Erektion, was darauf hindeutet, dass Sildenafil ein Potenzial zur Behandlung von ED haben könnte. Und so begann die Geschichte der oralen Potenzmittel.

Mittlerweile ist Viagra eines der am weitesten verbreiteten Medikamente, das in Deutschland und einigen anderen EU-Ländern immer noch auf ärztliche Verschreibung in der Apotheke erhältlich ist.

Kann ich Viagra online kaufen?

Viagra kann man sowohl in der Apotheke „um die Ecke“ als auch im Internet kaufen. Vielen Männern ist allerdings schon der Arztbesuch, so wichtig er bei einer erektilen Dysfunktion auch ist, unangenehm genug und sie wollen nicht bei der Apotheke „ums Eck“ vorbeischauen. Daher bevorzugen viele, Viagra online zu kaufen. 

Internetapotheken sind dafür die perfekte Anlaufstelle. Doch wie erkenne ich eine seriöse Internetapotheke?

Unseriöse Internetapotheken gibt es wie Sand am Meer. Um Potenzmittel kaufen zu können, sollte man nur amtlich zugelassene Online-Apotheken nutzen. Der Bundesverband deutscher Versandapotheken (BVDVA) hat eine Checkliste. Eine seriöse Versandapotheke sollte auf dieser Liste jeden Punkt erfüllen und umfasst folgende Aspekte: 

Nur wenn die Versandapotheke alle diese Voraussetzungen erfüllt, sollte dort auch Viagra online gekauft werden.

Ist eine Verschreibung für Viagra unbedingt erforderlich?

Ja, es ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern begründet. Erstens ist Viagra ein verschreibungspflichtiges Medikament, was bedeutet, dass beim Kauf immer ein Rezept vorgelegt werden muss. Zweitens gibt es eine lange Liste von Seiten, die günstig Viagra online anbieten und auch kein Rezept dafür verlangen, diese Seiten sind aber stets höchst unseriös und der Onlinekauf von Viagra kann hier tatsächlich gesundheitsgefährdend sein. Drittens sind Medikamente in Deutschland an strikte Preisvorschriften gebunden. Obwohl kleine Preisunterschiede zwischen Internetapotheken und Präsenzapotheken möglich sind, dürfen diese eine bestimmte Differenz nicht unterschreiten. [1]

Besonders günstiges und rezeptfreies Viagra sollte also niemals im Internet gekauft werden, da beides ein Anzeichen für unseriöse Verkaufsangebote sind.

Wie bekomme ich ein Rezept?

Viagra wird meistens zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion eingesetzt. Es kann allerdings auch zur Behandlung von Lungenhochdruck eingesetzt werden.[4] Das ist allerdings nur in sehr seltenen Fällen der Fall. 

Eine erektile Dysfunktion ist eine Krankheit, die den Alltag und die Lebensqualität eines Mannes und des betroffenen Paares schwer beeinträchtigen kann. Sie kann allerdings auch ein Frühwarnzeichen für schwere Durchblutungsstörungen sein und somit ein Frühwarnzeichen für im schlimmsten Falle sogar einen Herzinfarkt. Ein Arztbesuch ist also dringendst angeraten! 

Eine erektile Dysfunktion wird diagnostiziert, wenn der Mann über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten unfähig ist, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen oder aufrechtzuhalten. Diese wird von einem Urologen diagnostiziert, von diesem wird auch das Viagra Rezept verschrieben. Allerdings häufig erst nach einer ausführlichen interdisziplinären Abklärung.[5]

Obwohl inzwischen feststeht, dass die erektile Dysfunktion häufig körperliche Ursachen hat, wurde früher meist davon ausgegangen, dass sich psychische Ursachen hat. Nach wie vor sind gerade bei jungen Männern psychische Ursachen möglich, so dass im Zweifel eine psychologische Untersuchung und ggf. Behandlung angeraten wird. Nicht selten kommen bei den körperlichen Untersuchungen physische Probleme zum Vorschein, die Anzeichen für spätere andere Erkrankungen sein können. Daher ist es wichtig, so früh wie möglich mit einer erektilen Dysfunktion zum Arzt zu gehen!

Ist dennoch erschwingliches Viagra online erhältlich?

Das geht. Erstens ist es, wie bereits erwähnt, seriösen Onlineapotheken erlaubt, den Kunden kleine Rabatte zu gewähren. Viel wichtiger ist aber zweitens: Viagra ist nicht gleich Viagra. Der Patentschutz auf Viagra ist bereits vor einigen Jahren ausgelaufen, 2013, um genau zu sein. Daher ist es seitdem erlaubt, Viagra auch als Generikum zu verkaufen. Diese Präparate sind meist deutlich günstiger als originales Viagra, erfüllen dabei aber genau die gleichen Sicherheits- und Qualitätsstandards. [2]

Was ist ein Generikum?

Ein Generikum (Plural: Generika) ist ein Medikament, dessen Patentschutz ausgelaufen ist und daher von anderen Firmen als der, die das Medikament ursprünglich erforscht und hergestellt hat, hergestellt und verkauft werden darf. Da diese Zweitfirmen nicht die teuren Entwicklungskosten tragen müssen, sind Generika in der Regel deutlich billiger als die Originalpräparate. Trotzdem sind Generika genauso sicher und wirkungsvoll, wie die Originalpräparate, da sie genau den gleichen Sicherheits- und Qualitätsprüfungen unterzogen werden. 

Viagra Generika enthalten den gleichen Wirkstoff Sildenafil, der auch in Viagra zu finden ist.

Wie wirkt Viagra?

Was ist beim Viagrakauf zu beachten

Wer Viagra kauft oder ein Viagra Generikum kauft, der erhält den Wirkstoff Sildenafil. Dieser gehört zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. PDE-5-Hemmer sind ein Wirkstoffgruppe, die die Produktion eines Enzyms hemmen, das für die Durchblutung im Penis verantwortlich ist. 

Wir erklären das ein bisschen genauer: 

Im Penis befinden sich sogenannte Schwellkörper. Sind diese angespannt fließt nur wenig Blut in den Penis. Um diese zu entspannen, muss ein Stoff produziert werden, das cyclische Guanosinmonophosphat (cGMP). Dieses wird durch das Enzym Phosphodiesterase – 5 (PDE-5) reguliert. Bisher ist eine der effektivsten Behandlungen der erektilen Dysfunktion (ED) die Hemmung des Enzyms PDE-5s. Wenn es weniger produziert wird, entsteht mehr cGMP, das für die Entspannung der Schwellkörper zuständig ist. Auf diese Weise stellen Viagra und Co. sicher, dass auch viele Männer mit ED eine Erektion bekommen können. [3]

Viagra erhöht bei bis zu 87 % der Männer die Fähigkeit, eine Erektion zu bekommen. Um eine Erektion zu erreichen, sollte ein Mann jedoch sexuell stimuliert werden.

Eine typische Viagra-Dosis beginnt bei 25 mg, kann aber unter ärztlicher Aufsicht auf 100 mg erhöht werden, wenn niedrigere Dosen unwirksam sind.

Viagra beginnt nicht sofort zu wirken. Es dauert 30-60 Minuten, um bei der Erektion zu helfen. Die Wirkung von Viagra hält vier bis fünf Stunden an, aber wenn es zu früh eingenommen wird, kann die Wirkung nachlassen, bevor die sexuelle Aktivität beginnt.

Gibt es andere Behandlungen für ED außer Viagra? 

Neben Viagra gibt es noch einige andere PDE-5-Hemmer. Es gibt aber auch Dinge, die Betroffenen selber für sich tun können, ohne gleich Medikamente zu nehmen. Etwa eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, das Vermeiden vom Rauchen und ausreichend Bewegung. Die Einnahmen von „natürlichen Potenzmittel“ ist selten wirksam und kann mitunter auch gefährlich sein. Hiervor ist dringend abzuraten. Lesen Sie hierzu mehr in „Gibt es natürliche Wege, die Potenz zu verbessern?“ 

Quellen

[1] Bundesgesundheitsministerium, „Wie Arzneimittelpreise entstehen und wie man sie senken kann“; https://www.bundesgesundheitsministerium.de/arzneimittelpreise.html 

[2] Deutsche Apothekerzeitung, Kirsten Sucker-Sket, 29.01.2014, „Sildenafil-Generika boomen“; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2014/01/29/sildenafil-generika-boomen 

[3] Apotheken Umschau, Dr. Annika Röcker, 05.01.2022, „Erektionsstörungen: Was Medikamente leisten“; https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/erektionsstoerungen-was-medikamente-leisten-843025.html

[4] Deutsche Apothekerzeitung, DAZ24/05, 12.06.2005, „Sildenafil zur Behandlung des Lungenhochdrucks zugelassen“; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2005/daz-24-2005/uid-14094 

[5] Apothekenumschau, DR. Irmela Manus, 11.11.2019, „Erektile Dysfunktion: Ursachen und Behandlung“; https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-maennlichen-geschlechtsorgane/erektile-dysfunktion-ursachen-und-behandlung-737345.html


Medizinisch geprüft von:

Dr. Marcus Horstmann, geboren in Hannover, studierte Medizin in Berlin und absolvierte anschließend die Facharztausbildung für Urologie und Allgemeinchirurgie. Durch seine Tätigkeit als Abteilungsleiter in verschiedenen Krankenhäusern sammelte er 17 Jahre lang viel Erfahrung. Seine urologisch-chirurgischen Fähigkeiten schließen unter anderem Roboterchirurgie, Begradigung von Penisabweichungen oder die Implantation künstlicher Schließmuskel mit ein.



Aktualisiert am 26.12.2022