Was sind Wegovy-Tabletten?
Wegovy-Tabletten sind ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Gewichtsregulierung bei Erwachsenen. Sie enthalten denselben Wirkstoff wie die bekannte Abnehmspritze: Semaglutid. Der Unterschied liegt in der Darreichungsform. Statt einer wöchentlichen Injektion nehmen Sie einmal täglich eine Tablette ein.
Die Behandlung wird ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung eingesetzt. Ob Wegovy-Tabletten für Sie geeignet sind, hängt von individuellen Faktoren wie Ihrem BMI und Ihrem gesundheitlichen Zustand ab [1].
Die orale Form wurde vor allem entwickelt, um die Nadel zu umgehen. Für viele Menschen ist die Injektion eine echte Hemmschwelle. Mit einer Pille abnehmen zu können, macht die Therapie für viele Patienten besser zugänglich. Hinzu kommen praktische Gründe: Die Tablette braucht keine Kühlung, lässt sich auf Reisen unkompliziert mitführen und erfordert kein Injektionsgerät.
Bislang wurden GLP-1-Rezeptoragonisten zur Gewichtskontrolle nur als wöchentliche Spritze verabreicht. Die neue Abnehmpille von Novo Nordisk wird stattdessen einmal täglich geschluckt und ist somit das erste GLP-1-basierte Abnehmmedikament, welches nicht gespritzt werden muss.
Was unterscheidet Wegovy-Tabletten von der Abnehmspritze?
Beide Präparate enthalten denselben Wirkstoff und wirken über denselben Mechanismus. Die Unterschiede liegen in der Anwendung und können daher im Alltag spürbar werden. Wer Semaglutid-Tabletten zum Abnehmen einnimmt, macht das einmal täglich nach festen Regeln, während die Spritze einmal pro Woche unabhängig von den Mahlzeiten gesetzt wird.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Dosis. Die Abnehmtablette wird in der Erhaltungsdosis von 25 mg täglich eingenommen, während die Spritze mit 2,4 mg einmal pro Woche auskommt. Der Grund liegt in der Aufnahme im Körper: Von der Tablette gelangt nur ein kleiner Teil des Wirkstoffs ins Blut, während dieser Anteil bei der Spritze viel höher ist.
Damit die Einnahme der Tabletten zuverlässig funktioniert, müssen sie nüchtern mit maximal 120 ml Wasser und mit mindestens 30 Minuten Abstand zur ersten Mahlzeit eingenommen werden. Bei der Injektion spielt der Zeitpunkt dagegen keine Rolle.
Zudem wird die Tablettenform bei Raumtemperatur aufbewahrt, während die Spritze vor dem Anbruch im Kühlschrank gelagert werden muss.
Die folgende Tabelle fasst die Unterschiede kompakt zusammen [1, 6]:
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Eigenschaft |
Wegovy Tabletten |
Wegovy Spritze |
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Anwendung |
Einmal täglich schlucken |
Einmal wöchentlich injizieren |
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Erhaltungsdosis |
25 mg |
2,4 mg |
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Einnahme |
Nüchtern, max. 120 ml Wasser, 30 Minuten Abstand zur Mahlzeit |
Unabhängig von Mahlzeit und Tageszeit |
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Aufbewahrung |
Originalverpackung als Schutz vor Feuchtigkeit und Licht |
Vor Anbruch im Kühlschrank |
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Hilfsmittel |
Keines nötig |
Fertigpen |
Wie funktionieren Wegovy-Tabletten?
Der Wirkstoff Semaglutid ahmt das körpereigene Hormon GLP-1 nach. Es wird nach jeder Mahlzeit im Darm ausgeschüttet und signalisiert dem Gehirn, dass Nahrung aufgenommen wurde. Auf diesem Weg beeinflusst GLP-1 das Hunger- und Sättigungsgefühl. Semaglutid bindet an dieselben Rezeptoren im Gehirn und verstärkt die Signale deutlich. Gleichzeitig verlangsamt es die Entleerung des Magens, sodass Nahrung länger verbleibt. Spürbar wird das durch ein früher einsetzendes Sättigungsgefühl und als nachlassender Appetit zwischen den Mahlzeiten. Viele Patienten beschreiben zudem, dass ständige Gedanken ans Essen zurückgehen, was viele als deutliche Erleichterung bei der Gewichtsreduktion empfinden [1].
Damit dieser Wirkstoff in Tablettenform funktioniert, ist ein Trick nötig. Als Eiweissmolekül wird Semaglutid im Magen normalerweise zerlegt, bevor es ins Blut gelangt. Deshalb enthält die Wegovy-Pille den Hilfsstoff SNAC (Salcaprozat-Natrium). Er senkt in unmittelbarer Umgebung der Tablette den Säuregehalt des Magens. Dadurch schützt er den Wirkstoff vor dem Abbau und verbessert zugleich die Aufnahme über die Magenschleimhaut. Weil dieser Vorgang sehr empfindlich auf Nahrung und Flüssigkeit reagiert, muss die Tablette täglich nüchtern am Morgen eingenommen werden. Wird diese Regel missachtet, gelangt weniger Wirkstoff ins Blut.
Neben dem Appetit beeinflusst Semaglutid auch den Blutzuckerspiegel. Wenn der Blutzucker erhöht ist, regt es die Insulinausschüttung an und dämpft gleichzeitig die Freisetzung von Glucagon. Unter dem Namen Rybelsus wird Semaglutid in niedrigerer Dosierung zur Diabetestherapie eingesetzt. Wegovy-Tabletten sind dagegen ausschliesslich zur Gewichtsregulierung zugelassen [1, 7].
Eine Therapie mit Semaglutid wird immer von Lebensstilmassnahmen wie einer angepassten Ernährung und mehr Bewegung begleitet.
Wegovy-Tabletten zur Gewichtsabnahme: Welche Ergebnisse sind möglich?
Die Wirksamkeit der Wegovy-Tabletten zur Gewichtsabnahme wurde unter anderem in der Phase-3-Studie OASIS 4 untersucht. Darin erhielten 307 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung über 64 Wochen entweder 25 mg orales Semaglutid täglich oder ein Placebo. Die Teilnehmenden der Wirkstoffgruppe verloren im Schnitt rund 14 Prozent ihres Ausgangsgewichts, unter Placebo waren es etwa 2 Prozent. Knapp ein Viertel erreichte sogar eine Gewichtsreduktion von mindestens 20 Prozent [2].
Alle Teilnehmenden wurden zusätzlich zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung angehalten. Die Zahlen zeigen also, was mit der Pille zum Abnehmen als Teil eines Gesamtkonzepts mit begleitenden Lebensstilmassnahmen möglich ist.
Der Gewichtsverlust stellte sich dabei nicht sofort ein. In den ersten Wochen fiel die Gewichtsabnahme geringer aus, da hier die Aufdosierung der Dosis erfolgt. In den folgenden Monaten zeigte sich die Gewichtsreduktion deutlicher, bevor sich die Kurve gegen Ende des ersten Behandlungsjahres abflachte.
Wie viel man im individuellen Fall abnehmen kann, lässt sich daraus nicht ableiten. Mehrere Faktoren beeinflussen die Gewichtsabnahme, weshalb die Streuung in den Studien erheblich war. Typische Faktoren, welche die Gewichtsabnahme beeinflussen, sind [2]:
- Therapietreue
- Ernährungsumstellung
- körperliche Aktivität
- Schlaf
- Begleiterkrankungen
- Begleitmedikation
- individuelle Ansprechrate auf den Wirkstoff
Dosierung und Einnahme
Die Dosierung und Einnahme unterscheiden sich deutlich von der Spritze und bringen einige Besonderheiten mit sich. Wer diese kennt, vermeidet die häufigsten Anwendungsfehler [1, 6].
Dosierungen von Wegovy-Tabletten
Wegovy-Tabletten sind in vier Wirkstärken erhältlich: 1,5 mg, 4 mg, 9 mg und 25 mg. Die Behandlung startet mit einer geringen Dosis, die im weiteren Verlauf schrittweise gesteigert wird. In der Regel wird jede Stufe vier Wochen lang beibehalten, bevor die nächsthöhere Wirkstärke folgt [1].
Im Rahmen dieser Aufdosierung soll sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnen. Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden treten vor allem in der Anfangsphase und bei Dosissteigerungen auf. Ein langsamer Einstieg verbessert die Verträglichkeit erheblich. Die stärksten Effekte treten dann in der Regel mit der Erhaltungsdosis auf.
Die Erhaltungsdosis liegt bei 25 mg täglich. Sie wird nach etwa drei Monaten erreicht und anschliessend dauerhaft beibehalten. Wird diese Dosis nicht vertragen, kann der behandelnde Arzt die Aufdosierung verlangsamen oder eine niedrigere Dosis als Erhaltungsdosis verordnen. Diese Entscheidung trifft immer der behandelnde Arzt.
Wie werden Wegovy-Tabletten richtig eingenommen?
Die korrekte Einnahme der Tabletten entscheidet darüber, wie viel Wirkstoff überhaupt im Körper aufgenommen wird. Die folgenden Regeln sind bei der Einnahme von Wegovy-Tabletten einzuhalten:
- Nüchtern am Morgen: Nehmen Sie die Tablette direkt nach dem Aufstehen ein, vor dem Frühstück und vor allen anderen Getränken.
- Maximal 120 ml Wasser: Nehmen Sie die Tablette mit maximal 120 ml Wasser ein. Mehr Flüssigkeit verschlechtert die Aufnahme.
- Mindestens 30 Minuten warten: Damit der Wirkstoff ins Blut aufgenommen werden kann, dürfen Sie erst nach mindestens 30 Minuten essen, trinken oder andere Medikamente einnehmen.
- Unzerkaut schlucken: Die Tablette darf nicht geteilt, zerkaut oder zerkleinert werden.
- Nur eine Tablette täglich: Nehmen Sie unter keinen Umständen mehr als eine Tablette täglich ein.
Am einfachsten lassen sich diese Regeln mithilfe einer festen Routine etablieren.
Was tun bei einer vergessenen Einnahme?
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, lassen Sie diese Dosis einfach aus und nehmen Sie am Folgetag die nächste Tablette wie gewohnt ein. Nehmen Sie keine doppelte Dosis, um die vergessene Dosis auszugleichen. Ein Nachholen im Tagesverlauf ist auch nicht sinnvoll, weil die Nüchternbedingung nicht mehr erfüllt ist. Einzelne vergessene Tabletten sind unproblematisch. Wenn sich das Vergessen häuft, sprechen Sie das beim nächsten Arzttermin an [1].
Wer kann Wegovy-Tabletten anwenden?
Eine Behandlung mit Wegovy ist an klare medizinische Kriterien geknüpft. Die Behandlung zur Gewichtsregulation ist bei Erwachsenen mit Adipositas vorgesehen, also ab einem BMI von 30. Zudem kommt die Behandlung infrage bei Erwachsenen mit Übergewicht ab einem BMI von 27, sofern mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder obstruktive Schlafapnoe vorliegt [1].
Unabhängig vom BMI gelten zwei weitere Kriterien. Die Tabletten sind nur für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen. Die Wegovy-Spritze kann im Gegensatz dazu bereits für Jugendliche ab 12 Jahren mit Adipositas verordnet werden [1, 6].
Wegovy-Tabletten sind verschreibungspflichtig und können in der Schweiz nur mit gültigem ärztlichen Rezept bezogen werden.
Ob sich eine Therapie mit Semaglutid in Ihrem individuellen Fall eignet, bestimmt also Ihr behandelnder Arzt. Er berücksichtigt alle relevanten individuellen Faktoren und kann Therapieempfehlungen aussprechen.
Wann sind Wegovy-Tabletten nicht geeignet?
Wegovy-Tabletten dürfen nicht eingenommen werden bei einer Überempfindlichkeit gegen Semaglutid oder gegen einen der sonstigen Bestandteile. Zudem wird in den folgenden Fällen strikt von einer Behandlung mit Wegovy-Tabletten abgeraten:
- Gleichzeitige Behandlung mit anderen Präparaten zum Gewichtsmanagement oder mit einem weiteren GLP-1-Rezeptoragonisten
- Diabetes mellitus Typ 1
- Schwere Nierenfunktionsstörung
- Schwere Leberinsuffizienz
- Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium IV
- Schwerwiegende Gastroparese
- Unkontrollierte oder potenziell instabile diabetische Retinopathie bei Typ-2-Diabetes
Darüber hinaus darf Wegovy in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Wegen der langen Halbwertszeit des Wirkstoffs muss die Behandlung zudem mindestens zwei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft beendet werden. Tritt während der Therapie eine Schwangerschaft ein, wird das Präparat abgesetzt.
In den folgenden Situationen ist eine Behandlung grundsätzlich möglich, erfordert aber eine sorgfältige ärztliche Abwägung und engmaschige Kontrolle [1]:
- Frühere Pankreatitis
- Bestehende diabetische Retinopathie
- Behandlung mit Insulin oder Sulfonylharnstoff
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Leichte bis mittelschwere Leberfunktionsstörung
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Alter ab 85 Jahren
- Geplante Eingriffe mit Vollnarkose oder tiefer Sedierung
Wegovy-Tabletten im Vergleich zu anderen Medikamenten
Neben Wegovy als Tabletten gibt es weitere medikamentöse Ansätze zur Gewichtsreduktion. Die meisten davon werden im Gegensatz zu Wegovy-Tabletten als Spritze angewendet. Die Präparate unterscheiden sich zudem hinsichtlich ihrer Wirkstoffe, Wirkmechanismen und Anwendung.
Alle medikamentösen Ansätze werden von Lebensstilmassnahmen wie einer angepassten Ernährung und mehr Bewegung begleitet. Neben diesen medikamentösen Ansätzen gibt es natürlich auch nicht-medikamentöse Therapieansätze, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen können [1].
Wegovy-Tabletten oder Wegovy-Spritze?
Beide Präparate enthalten Semaglutid und wirken über denselben Mechanismus. Der wesentliche Unterschied liegt daher in der Anwendung und Dosis [1, 6].
Die Tablette wird einmal täglich auf nüchternen Magen eingenommen und hat eine Erhaltungsdosis von bis zu 25 mg. Die Spritze wird einmal wöchentlich unabhängig von den Mahlzeiten gesetzt und hat eine Erhaltungsdosis von bis zu 2,4 mg. Der Grund für die höhere Tablettendosis liegt darin, dass über die Magenschleimhaut nur ein geringer Teil des Wirkstoffs ins Blut gelangt [1, 6].
Ein direkter Vergleich beider Darreichungsformen in einer gemeinsamen Studie existiert bisher nicht. In der Studie STEP UP erreichte die Spritze in der Dosis von 2,4 mg nach 72 Wochen im Mittel 15,6 Prozent Gewichtsreduktion. Eine höhere Dosierung mit 7,2 mg wöchentlich kam auf 18,7 Prozent. Mit der Tablette wurden in der Studie OASIS 4 nach 64 Wochen rund 14 Prozent Gewichtsverlust erreicht [2, 3].
Wegovy-Tabletten vs. Rybelsus
Rybelsus ist ebenfalls ein Arzneimittel in Tablettenform mit dem Wirkstoff Semaglutid. Anders als Wegovy ist Rybelsus in der Schweiz jedoch zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen und nicht zur Gewichtsreduktion.
Swissmedic hat Rybelsus erstmals am 24. März 2020 zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. Seit dem 3. Februar 2026 umfasst die Zulassung zusätzlich die Senkung des Risikos schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und einer bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung und/oder chronischen Nierenerkrankung. [7]
Obwohl Wegovy-Tabletten und Rybelsus beide Semaglutid enthalten, unterscheiden sie sich insbesondere hinsichtlich zugelassener Indikation, Dosierung und Behandlungsschema und sind daher nicht ohne Weiteres austauschbar.
Wegovy-Tabletten vs. Ozempic
Ozempic enthält ebenfalls den Wirkstoff Semaglutid. Es wird einmal wöchentlich gespritzt und ist nur zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen, nicht zur Gewichtsregulierung. Für das Gewichtsmanagement stehen in der Schweiz Wegovy und weitere zugelassene Präparate zur Verfügung [8].
Wegovy-Tabletten vs. Mounjaro
Mounjaro enthält mit Tirzepatid einen anderen Wirkstoff. Er wirkt nicht nur am GLP-1-Rezeptor, sondern zusätzlich am GIP-Rezeptor. GIP ist ein weiteres Darmhormon, das den Stoffwechsel und die hormonelle Steuerung von Appetit und Sättigung beeinflusst. Dieser doppelte Wirkansatz unterscheidet Mounjaro grundsätzlich von den reinen GLP-1-basierten Präparaten [4].
Mounjaro wird einmal wöchentlich injiziert und ist in der Schweiz sowohl für die Behandlung von Typ-2-Diabetes als auch zum Gewichtsmanagement zugelassen.
In der direkten Vergleichsstudie SURMOUNT-5 mit 751 Erwachsenen erreichte Tirzepatid nach 72 Wochen eine mittlere Gewichtsreduktion von 20,2 Prozent gegenüber 13,7 Prozent unter Semaglutid 2,4 mg. Die potenziell stärkere Gewichtsabnahme muss allerdings gegen die individuelle Verträglichkeit abgewogen werden [4].
Wegovy-Tabletten vs. Saxenda
Saxenda enthält mit Liraglutid einen älteren GLP-1-Rezeptoragonisten. Er ist in der Schweiz zum Gewichtsmanagement zugelassen und ist wie die Wegovy-Spritze ein injizierbares GLP-1-Präparat [9].
Der wichtigste Unterschied liegt in der Anwendungshäufigkeit. Saxenda muss täglich unter die Haut gespritzt werden, während die Wegovy-Spritze nur einmal wöchentlich angewendet werden muss. Dem liegt zugrunde, dass Liraglutid eine deutlich kürzere Halbwertszeit hat. Zudem fiel die durchschnittliche Gewichtsabnahme unter Liraglutid in Studien geringer aus als unter Semaglutid [1, 9].
Nebenwirkungen von Wegovy-Tabletten
Wie jedes wirksame Medikament können auch Wegovy-Tabletten Nebenwirkungen verursachen. Sie sind bei einer Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten die Regel und nicht die Ausnahme. Magen-Darm-Beschwerden betreffen mehr als 10 Prozent der Anwender. Nebenwirkungen treten dabei vor allem in der Anfangsphase und bei jeder Dosissteigerung auf. Die schrittweise Aufdosierung zu Anfang der Therapie dient daher dem Zweck, die Verträglichkeit zu erhöhen und die Patienten langsam an den Wirkstoff zu gewöhnen.
Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt, zudem können auch allgemeine Beschwerden auftreten. Dazu gehören [1]:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Verstopfung
- Bauchschmerzen
- Oberbauchbeschwerden
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Schwindel
- Geschmacksveränderungen
- Sodbrennen
- Aufstossen
- Blähungen
- Haarausfall
Diese Nebenwirkungen sind in der Regel leicht bis mittelschwer und klingen von selbst ab, sobald sich Ihr Körper an den Wirkstoff gewöhnt hat. Um Übelkeit zu lindern, kann es hilfreich sein, kleinere Mahlzeiten häufiger zu sich zu nehmen, mit dem Essen aufzuhören, sobald Sie sich satt fühlen, und fettige oder frittierte Speisen zu vermeiden. Bei anhaltender Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sollten Sie darauf achten, reichlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Andernfalls kann der Flüssigkeitsverlust zu einer Dehydrierung führen.
Wird eine Dosisstufe schlecht vertragen, kann Ihr Arzt die Aufdosierung verlangsamen und eine Dosis länger beibehalten. Passen Sie die Dosis niemals eigenmächtig an.
Seltener treten Nebenwirkungen auf, die eine rasche ärztliche Abklärung erfordern. Suchen Sie bei den folgenden Warnsignalen umgehend ärztliche Hilfe auf:
- Starke, anhaltende Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen. Sie sind ein Hinweis auf eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
- Schwellungen an Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen sowie Atemnot und Herzrasen. Sie sind Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion, die lebensgefährlich verlaufen kann.
- Plötzliche Sehverschlechterung auf einem Auge. Das ist ein potenzieller Hinweis auf NAION, eine Durchblutungsstörung des Sehnervs.
- Starke Bauchschmerzen mit Erbrechen und aufgeblähtem Bauch. Das sind potenzielle Hinweise auf einen Darmverschluss.
- Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber oder eine Gelbfärbung von Haut und Augen. Das sind Anzeichen einer Gallenblasenerkrankung.
Wechselwirkungen und wichtige Sicherheitshinweise
Wegovy-Tabletten können die Aufnahme anderer oral eingenommener Medikamente beeinflussen, da Semaglutid die Magenentleerung verzögert. Deshalb sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin über alle Medikamente informieren, die Sie regelmässig einnehmen.
Besondere Vorsicht ist unter anderem in folgenden Fällen erforderlich:
- Levothyroxin: Semaglutid kann die Aufnahme von Levothyroxin beeinflussen. Bei gleichzeitiger Behandlung kann eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte erforderlich sein.
- Warfarin und andere Cumarin-Derivate: Zu Beginn der Behandlung mit Semaglutid werden häufigere Kontrollen der Blutgerinnung (INR) empfohlen.
- Insulin und Sulfonylharnstoffe: Bei Menschen mit Diabetes kann die gleichzeitige Anwendung das Risiko für eine Unterzuckerung erhöhen. Eine Anpassung der Diabetesmedikation kann erforderlich sein.
- Andere GLP-1-Rezeptoragonisten: Wegovy sollte nicht zusammen mit anderen GLP-1-Rezeptoragonisten oder anderen Semaglutid-haltigen Arzneimitteln angewendet werden.
Wichtig ist auch der richtige zeitliche Abstand zu anderen Tabletten: Wegovy wird morgens auf nüchternen Magen nach mindestens acht Stunden Fasten eingenommen. Danach sollten Sie mindestens 30 Minuten warten, bevor Sie essen, trinken oder andere orale Medikamente einnehmen.
Besondere Vorsicht ist bei einer früheren Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), diabetischer Retinopathie sowie einer verzögerten Magenentleerung (Gastroparese) erforderlich. Bei schwerer Gastroparese wird Semaglutid nicht empfohlen. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können zudem zu Flüssigkeitsverlust führen, was insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion problematisch sein kann.
Informieren Sie ausserdem das medizinische Fachpersonal vor einer Operation oder einem Eingriff unter Vollnarkose oder tiefer Sedierung, dass Sie Wegovy einnehmen. Aufgrund der verzögerten Magenentleerung kann das Risiko erhöht sein, dass Mageninhalt während der Narkose in die Atemwege gelangt.
Was passiert nach dem Absetzen?
Semaglutid wirkt nur so lange, wie es eingenommen wird. Nach dem Absetzen kehren Appetit und Hungergefühl zurück, weshalb das Gewicht bei einem Grossteil der Patienten wieder ansteigt. Eine Gewichtszunahme nach dem Ende der Behandlung ist also der Regelfall [5].
Der Grund dafür liegt darin, dass Adipositas eine chronische Erkrankung ist, bei der körpereigene Regulationsmechanismen einer dauerhaften Gewichtsabnahme entgegenwirken. Semaglutid greift in die hormonelle Steuerung von Hunger und Sättigungsgefühl ein. Mit dem Absetzen entfällt dieser Eingriff, wodurch sich Hunger und Sättigung wieder auf das Niveau vor der Behandlung verschieben [1, 5].
Daher ist eine Behandlung mit Wegovy langfristig angelegt. Setzen Sie das Präparat also nie eigenmächtig ab. Wenn Sie über ein Ende der Behandlung nachdenken, besprechen Sie das mit Ihrem behandelnden Arzt. Er kann einschätzen, ob ein Absetzen sinnvoll ist, ob stattdessen eine niedrigere Erhaltungsdosis infrage kommt und wie der weitere Verlauf therapeutisch begleitet werden sollte.
Für die Zeit nach der Behandlung gibt es keine Methode, um eine erneute Gewichtszunahme sicher zu verhindern. Den begleitenden Lebensstilmassnahmen kommt jedoch eine besondere Bedeutung zu. Eine angepasste Ernährung und regelmässige Bewegung sind feste Bestandteile einer Therapie mit Wegovy. Sie sollten bereits während der Behandlung etabliert werden.
Wegovy-Tabletten kaufen in der Schweiz
Wegovy-Tabletten sind verschreibungspflichtig und können in der Schweiz nur mit einem gültigen ärztlichen Rezept bezogen werden. Mit einem gültigen Rezept können Sie die Wegovy-Tabletten in einer Apotheke vor Ort beziehen oder über eine zugelassene Versandapotheke versenden lassen.
Wenn Sie noch kein Rezept haben, muss zuerst ein Arzt beurteilen, ob Sie sich für eine Therapie mit Wegovy-Tabletten eignen.
Sind Wegovy-Tabletten rezeptpflichtig?
Ja. Wegovy-Tabletten enthalten den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Semaglutid und sind daher nur mit einem gültigen ärztlichen Rezept erhältlich.
Vor einer Verschreibung wird geprüft, ob die medizinischen Voraussetzungen für eine Behandlung erfüllt sind und ob individuelle Faktoren wie Vorerkrankungen oder Begleitmedikation gegen die Therapie sprechen.
Wie funktioniert die Bestellung mit Online-Rezept?
Rezeptpflichtige Arzneimittel, die in der Schweiz zugelassen sind, können mit einem Online-Rezept bezogen werden. Wer mit einer Verordnung Abnehmmittel online bestellen will, durchläuft dabei einen medizinischen Prüfprozess. Der Ablauf ist bei vielen seriösen Anbietern ähnlich aufgebaut:
- Medizinischer Fragebogen: Sie machen Angaben zu Ihrem Gesundheitszustand, Vorerkrankungen und Ihrer aktuellen Medikation.
- Ärztliche Prüfung: Ein Arzt wertet die Angaben aus und entscheidet, ob eine Behandlung im konkreten Fall medizinisch vertretbar ist. Bei Bedarf werden Rückfragen gestellt oder zusätzliche Unterlagen angefordert.
- Ausstellung des Rezepts: Fällt die ärztliche Beurteilung positiv aus, wird ein Rezept ausgestellt. Ansonsten erhalten Sie eine begründete Ablehnung.
- Abgabe über eine Apotheke: Das Rezept kann bei einer lokalen Apotheke vor Ort eingelöst werden oder digital an eine zugelassene Versandapotheke übermittelt werden, welche das Medikament dann versendet.
Woran erkennt man seriöse Anbieter?
Seriöse Anbieter lassen sich an einigen Merkmalen erkennen, die Sie auch ohne Fachwissen überprüfen können:
- Rezeptpflicht wird eingehalten: Verschreibungspflichtige Arzneimittel sind nur mit einem gültigen Rezept erhältlich. Angebote ohne Rezept sind illegal.
- Bewilligung als Versandapotheke: In der Schweiz brauchen Versandapotheken eine Zulassung. Diese Angaben finden Sie bei der jeweiligen Versandapotheke.
- Ärztliche Beurteilung findet statt: Die individuelle Situation wird ärztlich beurteilt, bevor eine Rezeptausstellung stattfindet.
- Nachvollziehbare Angaben zum Präparat: Angaben zum Präparat sind immer vollständig und nachvollziehbar angegeben.
- Erreichbare Ansprechpersonen: Es gibt eine Möglichkeit, Fragen an fachkundige Personen zu richten.
Illegale Anbieter erkennt man häufig an unseriösem Auftreten und nicht ordnungsgemässen Prozessen.
Risiken gefälschter Medikamente
Arzneimittel zur Gewichtsreduktion sind stark nachgefragt, weshalb immer häufiger Fälschungen aufgefunden werden. Das Problem der Fälschungen ist, dass niemand weiss, was tatsächlich enthalten ist. Es kann etwa sein, dass gar kein Wirkstoff oder ein anderer Wirkstoff enthalten ist, was die Sicherheit der Therapie gefährdet. Es können auch falsche Dosierungen enthalten sein oder Verunreinigungen, welche grosse Risiken bergen.
Hinzu kommt, dass bei Fälschungen die ärztliche Begleitung fehlt. Gegenanzeigen werden nicht geprüft, ebenso wie potenzielle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Was kosten Wegovy-Tabletten in der Schweiz?
Die Kosten für Wegovy-Tabletten in der Schweiz können je nach Anbieter, Packungsgrösse und Dosierung variieren. Daher lässt sich nicht vorhersagen, wie teuer Wegovy-Tabletten sind.

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[1] European Medicines Agency. (2026). Wegovy: EPAR - Product information. European Medicines Agency. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/wegovy
[2] Wharton, S., Lingvay, I., Bogdanski, P., et al. (2025). Oral semaglutide at a dose of 25 mg in adults with overweight or obesity. The New England Journal of Medicine, 393, 1077–1087. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2500969
[3] Wharton, S., et al. (2025). Once-weekly semaglutide 7.2 mg in adults with obesity (STEP UP): A randomised, controlled, phase 3b trial. The Lancet Diabetes & Endocrinology. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40961952/
[4] Aronne, L. J., et al. (2025). Tirzepatide as compared with semaglutide for the treatment of obesity. The New England Journal of Medicine. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2416394
[5] Wilding, J. P. H., Batterham, R. L., Davies, M., et al. (2022). Weight regain and cardiometabolic effects after withdrawal of semaglutide: The STEP 1 trial extension. Diabetes, Obesity and Metabolism, 24(8), 1553–1564. https://doi.org/10.1111/dom.14725
[6] Swissmedic. (2026). Wegovy Multi FixDose – Fachinformation. Arzneimittelinformation-Publikationssystem (AIPS). https://www.swissmedicinfo-pro.ch/showText.aspx?textType=FI&lang=DE&authNr=68798&supportMultipleResults=1
[7] Swissmedic. (2026). Rybelsus - Fachinformation. Arzneimittelinformation-Publikationssystem (AIPS). https://www.swissmedicinfo-pro.ch/showText.aspx?textType=FI&lang=DE&authNr=67446&supportMultipleResults=1
[8] Swissmedic. (2026). Ozempic- Fachinformation. Arzneimittelinformation-Publikationssystem (AIPS). https://www.swissmedicinfo-pro.ch/showText.aspx?textType=FI&lang=DE&authNr=66604&supportMultipleResults=1
[9] Swissmedic. (2026). Saxenda- Fachinformation. Arzneimittelinformation-Publikationssystem (AIPS). https://www.swissmedicinfo-pro.ch/showText.aspx?textType=FI&lang=DE&authNr=65899&supportMultipleResults=1