Mounjaro ist eine bekannte Abnehmspritze auf Basis des Wirkstoffs Tirzepatid. Er wurde am 2. November 2022 von Swissmedic zunächst für Typ-2-Diabetes zugelassen; die Indikationserweiterung für die Gewichtsabnahme erfolgte am 9. Juli 2024 [1]. Als erster und bisher einziger dualer GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist wirkt Tirzepatid gleichzeitig auf beide Rezeptortypen und erzielt damit einen stärkeren gewichtsreduzierenden Effekt als reine GLP-1-Agonisten.
Klinische Studien zeigen, dass die durchschnittliche Gewichtsabnahme bei maximaler Dosierung (15 mg Mounjaro) bei Patienten ohne Diabetes mellitus Typ 2 bei 22,5 % (SURMOUNT-1) und bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 bei 15,7 % (SURMOUNT-2) betrug. [2, 3]
Trotzdem ist Mounjaro nicht für jeden die beste Wahl. Manche vertragen den Wirkstoff schlechter, andere bevorzugen aus persönlichen Gründen oder aufgrund von Verfügbarkeit eine andere Behandlung.
Dieser Beitrag zeigt Patientinnen und Patienten, welche Alternativen es zu Mounjaro gibt: Von anderen Abnehmspritzen hin zu Medikamenten in Tablettenform und natürlichen Alternativen. Damit Sie informiert ins Arztgespräch gehen können.
Welche Alternativen gibt es zu Mounjaro?
Mounjaro gehört zur Gruppe der Inkretin-Mimetika. Im Unterschied zu reinen GLP-1-Rezeptoragonisten wie Wegovy oder Saxenda wirkt der enthaltene Wirkstoff Tirzepatid dual: Er aktiviert sowohl den GLP-1- als auch den GIP-Rezeptor.
Die ersten GLP-1-Rezeptoragonisten wurden in den 1990er Jahren entwickelt, um Typ-2-Diabetes zu behandeln; Exenatid gilt als erster von der FDA zugelassener Vertreter (2005). Mittlerweile umfasst die Wirkstoffgruppe moderne Medikamente zum Abnehmen mit deutlich verbesserter Wirksamkeit und längerer Wirkdauer.
Die wichtigsten Alternativen zu Mounjaro sind andere Inkretin-Mimetika und klassische Antidiabetika. Neben Spritzen wie Wegovy, Ozempic oder Saxenda gibt es auch klassische Tabletten wie Orlistat, die über einen anderen Mechanismus wirken. Zudem gibt es natürliche Wege, eine Gewichtsreduktion zu erzielen.
Welche Option im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von individuellen Faktoren ab und wird individuell vom Arzt bestimmt.
Vergleichstabelle der wichtigsten Mounjaro Alternativen
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Medikament |
Wirkstoff |
Typ |
Hauptfokus |
Besonderheit |
|
Wegovy |
Semaglutid |
Injektion |
Gewichtsabnahme |
hohe GLP-1-Dosierung |
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Ozempic |
Semaglutid |
Injektion |
Gewichtsverlust & Blutzucker |
niedriger dosiert |
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Saxenda |
Liraglutid |
Injektion |
Gewichtsmanagement |
tägliche Injektion |
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Orlistat |
Orlistat |
Tabletten |
Fettaufnahme reduzieren |
kein GLP-1-Medikament |
Wegovy als Alternative zu Mounjaro
Wegovy ist ein Medikament zur Behandlung von Adipositas und Übergewicht. Es stimuliert das Sättigungszentrum im Gehirn. Der enthaltene Wirkstoff Semaglutid ist ein moderner GLP-1-Rezeptoragonist, der 2017 zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen wurde und zudem signifikante Vorteile bei der Gewichtsreduktion zeigt [5].
Wie Wegovy beim Abnehmen wirkt
Wegovy enthält den GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid, der die Wirkung des körpereigenen Darmhormons GLP-1 nachahmt. Es dämpft das Hungergefühl, fördert das Sättigungsgefühl und verlangsamt die Magenentleerung. Dadurch essen Betroffene weniger, ohne aktiv auf Kalorien achten zu müssen. [9]
In der zentralen STEP-1-Studie verloren Teilnehmende ohne Typ-2-Diabetes bei der maximalen Dosis von 2,4 mg wöchentlich im Durchschnitt 14,9 Prozent ihres Körpergewichts nach 68 Wochen. Rund zwei Drittel der Teilnehmenden erreichten einen Gewichtsverlust von mindestens 5 Prozent. [5]
Im bisher einzigen direkten Vergleich der beiden Wirkstoffe (SURMOUNT-5) wurde ein mittlerer Gewichtsverlust von 20,2 Prozent unter Tirzepatid (Mounjaro) erzielt, gegenüber 13,8 Prozent unter Semaglutid (Wegovy) – ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Tirzepatid [10]. Wegovy bleibt dennoch klinisch wirksam und ist für viele Patientinnen und Patienten eine gut verträgliche Option mit umfangreicher Langzeitevidenz.
Unterschiede zwischen Wegovy und Mounjaro
Wegovy und Mounjaro unterscheiden sich vor allem im Wirkmechanismus. Während Semaglutid (Wegovy) ausschließlich am GLP-1-Rezeptor wirkt, aktiviert Tirzepatid (Mounjaro) zusätzlich den GIP-Rezeptor [1]. Dieser duale Ansatz auf beiden Rezeptoren erklärt auch die Unterschiede bei Gewichtsverlust und Dosierung, die sich in den oben genannten Studiendaten zeigen.
Die Nebenwirkungen von Mounjaro sind ähnlich wie die von Semaglutid und umfassen Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, wobei Mounjaro möglicherweise mehr Nebenwirkungen aufweist als Semaglutid [1].
Für wen Wegovy am besten passt
Die Wahl der richtigen Behandlung erfolgt immer durch einen Arzt. Grundsätzlich kann sich Wegovy für Menschen eignen, die mit Medikamenten ihr Übergewicht bzw. Adipositas behandeln wollen. Wegovy kann insbesondere dann interessant sein, wenn Tirzepatid (Mounjaro) schlecht vertragen wird.
Ozempic als mögliche Mounjaro Alternative

Ozempic ist in der EU und Schweiz offiziell nur zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen [4]. Da der enthaltene Wirkstoff Semaglutid jedoch auch das Gewicht reduzieren kann, wird das Medikament manchmal off-label zum Abnehmen verschrieben.
Wirkung von Ozempic auf Hunger und Gewicht
Ozempic basiert wie Wegovy auf dem Wirkstoff Semaglutid und wirkt daher über denselben Mechanismus. Es ahmt das körpereigene Hormon GLP-1 nach, verzögert die Magenentleerung und sorgt für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Dadurch sinkt der Appetit, was eine Reduktion der Kalorienaufnahme erleichtern kann [4].
Unterschiede zu Mounjaro
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Ozempic und Mounjaro liegen im Wirkmechanismus und in der Zulassung. Während Mounjaro mit Tirzepatid dual am GLP-1 und am GIP-Rezeptor wirkt, setzt Ozempic mit Semaglutid ausschliesslich am GLP-1-Rezeptor an [1, 4].
Zudem unterscheiden sich beide Medikamente in ihrer Zulassung. Mounjaro ist auch zur Behandlung von Adipositas zugelassen, während Ozempic in der Schweiz und der EU offiziell auf die Behandlung von Diabetes Typ 2 beschränkt bleibt [1, 4].
Für wen Ozempic am besten passt
Ozempic kann für Menschen mit Diabetes Typ 2 interessant sein, insbesondere wenn zusätzlich eine Gewichtsreduktion erwünscht ist. Für Patienten, die eine medikamentöse Einstellung des Blutzuckerspiegels benötigen und obendrein vom appetitreduzierenden Effekt der Spritze profitieren möchten, kann Ozempic eine passende Behandlungsmöglichkeit sein. Ob Ozempic im individuellen Fall sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Arzt.
Saxenda als klassische Alternative
Saxenda ist eine weitere Abnehmspritze und gilt als eine der etablierteren Alternativen zu Mounjaro auf dem Markt. Im Gegensatz zu neueren Wirkstoffen wie Tirzepatid oder Semaglutid basiert Saxenda auf Liraglutid, einem GLP-1-Rezeptoragonisten der ersten Generation [6]. Für Menschen, die bereits Erfahrung mit GLP-1-basierten Therapien gemacht haben oder eine Alternative zu neueren Präparaten in Erwägung ziehen, kann dieses Thema relevant sein.
Wie Saxenda funktioniert
Saxenda enthält den Wirkstoff Liraglutid, einen GLP-1-Rezeptoragonisten der älteren Generation, der täglich injiziert werden muss. Er ahmt die Wirkung des körpereigenen Hormons GLP-1 nach: Es verzögert die Magenentleerung, fördert das Sättigungsgefühl und kann sich positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Aufgrund seiner kürzeren Wirkdauer im Körper muss Liraglutid jedoch täglich gespritzt werden, während neuere Präparate wie Mounjaro nur einmal wöchentlich angewendet werden.
Unterschiede zwischen Saxenda und Mounjaro
Der grösste praktische Unterschied liegt in der Anwendungshäufigkeit: Saxenda muss täglich injiziert werden, Mounjaro nur einmal pro Woche. Auch beim Gewichtsverlust zeigen sich Unterschiede, da Mounjaro als dual wirkender Agonist in Studien tendenziell stärkere Effekte erzielt hat als ältere Generationen der GLP-1-Rezeptoragonisten.
Für wen Saxenda interessant sein kann
Saxenda kann für Menschen interessant sein, die mit Mounjaro oder anderen wöchentlichen Abnehmspritzen schlechte Erfahrungen gemacht haben oder die eine schlechte Verträglichkeit gezeigt haben. Auch andere Therapiepräferenzen können eine Rolle spielen, etwa wenn jemand mit der täglichen Routine besser zurechtkommt als mit einer wöchentlichen Anwendung.
Orale Medikamente statt Abnehmspritzen

Bisher ging es um alternative Abnehmspritzen auf Basis von GLP-1-Rezeptoragonisten. Das sind Wirkstoffe, die als Diabetes-Medikament entwickelt wurden und über hormonelle Signale Appetit und Sättigung beeinflussen. Doch viele Menschen wollen keine Abnehmspritze verwenden.
Eine Alternative sind orale Medikamente, die über einen ganz anderen Mechanismus wirken. Sie setzen in der Verdauung an und reduzieren, wie viel Fett der Körper aus der Nahrung aufnimmt. Solche Substanzen können insbesondere in Kombination mit einer angepassten Ernährung und mehr Bewegung hilfreich sein.
Orlistat
Orlistat hemmt im Darm bestimmte Enzyme, die für die Aufspaltung von Nahrungsfetten zuständig sind. Dadurch wird ein Teil des aufgenommenen Fetts nicht verdaut, sondern unverdaut ausgeschieden. Somit greift Orlistat nicht in den Hormonhaushalt oder das Sättigungsgefühl ein, sondern reduziert direkt die Kalorienaufnahme aus Fett. Im Vergleich zu modernen Abnehmspritzen fällt der Effekt auf die Gewichtsreduktion bei Orlistat in der Regel deutlich geringer aus.
Ein potenzieller Vorteil von Orlistat ist die orale Einnahme als Tablette, was eine Alternative für Menschen ist, die Injektionen vermeiden möchten. Zudem ist Orlistat bereits länger auf dem Markt und dementsprechend gut untersucht. Eine Herausforderung besteht jedoch in den Nebenwirkungen, etwa fettigem Stuhlgang oder Blähungen. Auch ein Risiko für einen Mangel an fettlöslichen Vitaminen besteht [8].
Wann Orlistat eine gute Wahl ist
Orlistat kann für Menschen eine Option sein, die eine Abnehmspritze ablehnen, schlecht vertragen oder schlicht nicht anwenden möchten. Es eignet sich vor allem als Ergänzung zu einer fettreduzierten Ernährung.
Mounjaro ersetzen: Natürliche Alternativen zu Mounjaro
Die Anwendung von Abnehmspritzen wie Mounjaro wird durch Lebensstilmassnahmen begleitet. Dazu gehören insbesondere eine angepasste Ernährung und mehr körperliche Bewegung. Diese natürlichen Abnehmmethoden können für viele Patienten einen natürlichen Mounjaro-Ersatz darstellen. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung kann nachweislich das Körpergewicht positiv beeinflussen. Im Folgenden stellen wir daher einige natürliche Ansätze vor, die das Abnehmen unterstützen können.
GLP-1-aktivierende Ernährung
Ein interessanter Ansatz liegt darin, sich GLP-1-aktivierend zu ernähren. GLP-1 ist ein natürliches körpereigenes Hormon, welches an der Steuerung von Appetit und Sättigung beteiligt ist. Gewisse Lebensmittel können helfen, das Sättigungsgefühl zu fördern. Dazu gehören insbesondere:
- Ballaststoffe
- Proteine
- Bitterstoffe
- Gesunde Fette
Dabei sind eine ballaststoff- und proteinreiche Ernährung, regelmässige Bewegung und achtsames Essen zentrale Stellhebel, um den Stoffwechsel ins Gleichgewicht zu bringen.
Bewegung – der natürliche Fettverbrenner
Neben der Ernährung ist körperliche Aktivität der Schlüssel zur nachhaltigen Gewichtsreduktion und sollte eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining sowie alltagsnaher Bewegung sein.
Durch Bewegung erhöht sich der Energieverbrauch und Muskeln werden aufgebaut, was wiederum den Energieverbrauch erhöht. Insbesondere in Kombination mit einer angepassten Ernährung kann das zu einer Gewichtsabnahme beitragen.
Achtsamkeit beim Essen. Kein impulsives Essen.
Zusätzlich können Achtsamkeitsübungen beim Essen helfen, das eigene Hunger- und Sättigungsgefühl besser zu steuern und eine gesunde Beziehung zur Ernährung zu fördern. Wer langsamer isst und bewusster auf Körpersignale achtet, neigt seltener zu impulsivem oder übermässigem Essen. Dazu gehört auch, Ablenkungen wie Fernsehen oder das Smartphone während des Essens zu vermeiden und sich bewusst auf die Mahlzeit zu konzentrieren.
Essen ist ein Bedürfnis, kein Ersatz für Freude.
Hören Sie auf, Essen als Belohnung oder Trost zu sehen. Betrachten Sie es einfach als eine normale körperliche Notwendigkeit. Nahrung dient in erster Linie dazu, den Körper mit Energie und Nährstoffen zu versorgen. Wer Essen stattdessen als Mittel gegen Stress, Langeweile oder schlechte Stimmung nutzt, läuft Gefahr, mehr zu essen, als der Körper benötigt.
Seien Sie beschäftigt und abgelenkt.
Langeweile ist einer der häufigsten Auslöser für unnötiges Essen. Wer sich beschäftigt und abgelenkt fühlt, hat seltener das Bedürfnis, aus reiner Gewohnheit zu essen. Hobbys, soziale Aktivitäten oder kleine Aufgaben im Alltag können helfen, den Fokus von der Nahrung wegzulenken und Heisshungerattacken vorzubeugen.
Welche Mounjaro-Alternative wirkt am stärksten?

Viele Patienten fragen sich: Welches Medikament ist das wirksamste Mittel zum Abnehmen? Beim Vergleich von Mounjaro mit Wegovy, Ozempic und Saxenda zeigen sich in klinischen Studien deutliche Unterschiede beim durchschnittlichen Gewichtsverlust.
Wichtig ist jedoch: Der Vergleich des durchschnittlichen Gewichtsverlusts ist nur ein Aspekt unter vielen. Bei der Therapieentscheidung sind individuelle Faktoren wie Verträglichkeit, Nebenwirkungsprofil, Anwendungshäufigkeit und persönliche Vorerkrankungen genauso relevant. Die Wahl der passenden Medikation sollte daher immer in enger Abstimmung mit einem Arzt erfolgen, insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen.
Vergleich beim durchschnittlichen Gewichtsverlust
Klinische Studien für Mounjaro zeigen, dass 85 bis 91 Prozent der Teilnehmer innerhalb von 72 Wochen einen Gewichtsverlust von mindestens 5 Prozent erreichten – abhängig von der Dosierung. Der mittlere Gewichtsverlust lag bei 15,0 Prozent (5 mg), 19,5 Prozent (10 mg) und 20,9 Prozent (15 mg) des Ausgangsgewichts.
Bei Semaglutid (Wegovy) erreichten rund zwei Drittel der Teilnehmer diesen Schwellenwert. Der mittlere Gewichtsverlust lag bei 14,9 Prozent nach 68 Wochen. [5]
Saxenda mit dem Wirkstoff Liraglutid erzielte in klinischen Studien einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von etwa 8 bis 9 Prozent nach einem Jahr. [11]
Zudem ist der Ausblick in die Zukunft interessant. Retatrutide ist ein Triple-Agonist, der sich zurzeit in Phase-3-Studien befindet. Im Gegensatz zu Mounjaro könnte Retatrutide an drei Rezeptortypen andocken [7].
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Medikament |
Wirkstoff |
Durchschnittlicher Gewichtsverlust |
Anteil mit ≥ 5 % Gewichtsverlust |
|
Mounjaro 15 mg [2] |
Tirzepatid |
20,9 % (72 Wochen) |
91 % |
|
Wegovy 2,4 mg [5] |
Semaglutid |
14,9 % (68 Wochen) |
69 % |
|
Saxenda 3 mg [11] |
Liraglutid |
8,0 % (56 Wochen) |
63 % |
Preise und Verfügbarkeit von Mounjaro-Alternativen
Die Preise für Mounjaro und seine Alternativen unterscheiden sich teils deutlich, abhängig von Wirkstoff, Dosierung und Anbieter. In der Schweiz liegt Mounjaro tendenziell im oberen Preissegment, während Wegovy und Saxenda etwas günstiger ausfallen können. Patienten tragen die Kosten für eine Behandlung mit Mounjaro oder seinen Alternativen in der Regel selbst.
Welche Alternative günstiger sein kann
Ein direkter Preisvergleich zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Präparaten.
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Medikament |
Wirkstoff |
Preis pro Monat (ca. in CHF) |
|
Mounjaro 2,5 mg (1 KwikPen + zusätzliche Nadeln) |
Tirzepatid |
ca. 280-360 |
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Wegovy 0,25 mg/1,5 ml (1 Pen für 4-wöchige Behandlung) |
Semaglutid |
ca. 250-350 |
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Saxenda 6 mg/ml (3x3ml Injektionslösung + 100 zusätzliche Nadeln) |
Liraglutid |
ca. 230-300 |
Hinweis: Die Preise beziehen sich auf die jeweilige Anfangsdosis. Die monatlichen Kosten steigen mit der Dosiserhöhung im Therapieverlauf deutlich an — bei Mounjaro 15 mg können die Kosten ca. CHF 400–500 pro Monat erreichen.
Rezeptpflicht in der Schweiz
Mounjaro, Wegovy und Saxenda gehören in der Schweiz zur Abgabekategorie A bzw. B nach dem Heilmittelgesetz. Sie sind verschreibungspflichtig und in Apotheken erhältlich.
Der Bezug kann über verschiedene Wege erfolgen.
Der klassische Weg sieht einen Besuch beim Hausarzt für die Rezeptausstellung vor. Das Rezept kann anschliessend bei einer lokalen Apotheke oder einer zugelassenen Versandapotheke eingelöst werden.
Alternativ können Abnehmspritzen über Online-Plattformen und Telemedizin-Anbieter bezogen werden. Die ärztliche Konsultation findet online statt und das Rezept wird direkt an eine zertifizierte Versandapotheke übermittelt.
In jedem Fall wird durch einen Arzt die medizinische Eignung für eine Behandlung mit Mounjaro oder seinen Alternativen geprüft.
Wann ein Wechsel von Mounjaro sinnvoll sein kann
Mehrere Gründe können dazu führen, dass ein Wechsel von Mounjaro sinnvoll sein kann. Wer mit Mounjaro starke Nebenwirkungen erlebt, keinen ausreichenden Gewichtsverlust feststellt oder aus anderen Gründen unzufrieden mit der Behandlung ist, sollte das dem behandelnden Arzt mitteilen. Dieser kann dann entscheiden, ob eine Anpassung der Dosis, ein Wechsel auf eine Alternative oder eine andere Therapieanpassung sinnvoll ist.
Zu starke Nebenwirkungen
Zu den Risiken von Abnehmspritzen gehören insbesondere zu starke Nebenwirkungen. Wie bei allen Medikamenten kann es auch bei der Anwendung von Mounjaro zu Nebenwirkungen kommen. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen [1]. Treten diese stark auf oder verbessern sich nicht nach einer Eingewöhnungszeit, kann das darauf hinweisen, dass Mounjaro im individuellen Fall nicht gut vertragen wird. Dann kann ein Wechsel auf Alternativen sinnvoll sein.
Fehlender Gewichtsverlust
Nicht alle Patienten sprechen gleich gut auf Mounjaro an. Bleibt der gewünschte Gewichtsverlust trotz konsequenter Anwendung und begleitenden Lebensstilmassnahmen über einen längeren Zeitraum aus, kann das an der individuellen Reaktion auf den Wirkstoff liegen. Auch hier kann ein Wechsel auf ein anderes Präparat sinnvoll sein.
Häufige Fragen
Viele Patientinnen und Patienten haben konkrete Fragen, bevor sie eine Entscheidung über eine Behandlungsalternative treffen. Die häufigsten davon beantworten wir hier.
Was ist die beste Alternative zu Mounjaro?
Eine pauschal „beste" Alternative zu Mounjaro gibt es nicht. Welche Abnehmspritze am besten passt, hängt von individuellen Faktoren wie Verträglichkeit, Vorerkrankungen und bisherigen Therapieerfahrungen ab. Wegovy gilt aufgrund eines ähnlichen Wirkmechanismus als naheliegende Alternative. Saxenda oder orale Optionen wie Orlistat können für Menschen interessant sein, die eine andere Anwendungsform bevorzugen. Die Therapieentscheidung wird schlussendlich immer gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen.
Gibt es eine rezeptfreie Mounjaro-Alternative?
Nein, wirksame Abnehmspritzen sind in der Schweiz verschreibungspflichtig und daher nicht rezeptfrei erhältlich. Eine Ausnahme bildet Orlistat: In niedriger Dosierung (60 mg) ist es apothekenpflichtig, aber rezeptfrei erhältlich, während die höher dosierte Variante (120 mg) ein Rezept erfordert. Unabhängig davon bleiben natürliche Ansätze über Bewegung, Ernährung und einen angepassten Lebensstil eine sinnvolle Ergänzung, unabhängig von einer medikamentösen Behandlung.
Was wirkt stärker: Wegovy oder Mounjaro?
Aus klinischer Sicht ist keine der verfügbaren Alternativen besser als Mounjaro, wenn es um den durchschnittlichen Gewichtsverlust geht – das zeigt auch der direkte Vergleich in SURMOUNT-5. Ausschlaggebend ist jedoch, welches Präparat im individuellen Fall besser vertragen wird und zur Lebenssituation passt.
Im direkten Vergleich von Mounjaro vs Wegovy zeigen klinische Studien, dass Mounjaro im Schnitt zu einem stärkeren Gewichtsverlust führt. Das liegt am dualen Wirkansatz: Semaglutid (Wegovy) setzt nur an den GLP-1-Rezeptoren an, während Mounjaro zusätzlich die GIP-Rezeptoren aktiviert [1, 3]. Neben der Wirksamkeit spielen allerdings auch individuelle Faktoren eine Rolle und bestimmen, wie gut jemand auf einen bestimmten Wirkstoff anspricht.
Kann man von Mounjaro zu Wegovy wechseln?
Ja, ein Wechsel von Mounjaro zu Wegovy ist grundsätzlich möglich und kommt etwa dann infrage, wenn Mounjaro schlecht vertragen wird oder nicht ausreichend wirkt. Der Wechsel darf jedoch nicht eigenständig durchgeführt werden, sondern nur in enger Abstimmung mit einem behandelnden Arzt.
Welche Alternative hat die wenigsten Nebenwirkungen?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, da die Nebenwirkungen stark von der individuellen Verträglichkeit abhängen. Generell gilt jedoch: Je stärker ein Wirkstoff in den Stoffwechsel eingreift, desto ausgeprägter können die Nebenwirkungen ausfallen.
Wo kann man Alternativen zu Mounjaro kaufen?
Alternativen zu Mounjaro sind in der Schweiz ausschliesslich in Apotheken erhältlich. Der Bezug kann entweder klassisch über einen Besuch bei der Hausarztpraxis mit anschliessendem Besuch in der Apotheke erfolgen. Alternativ kann die ärztliche Konsultation digital durch Online-Plattformen und Telemedizin-Anbieter erfolgen. Mit einem gültigen Rezept können sie sowohl vor Ort als auch digital Mounjaro in der Schweiz kaufen.
Was ist günstiger als Mounjaro?
Im Preisvergleich ist Mounjaro häufig die teuerste Abnehmspritze. Alternativen wie Wegovy oder Saxenda können günstiger verfügbar sein, wobei Saxenda in der Schweiz aktuell nur eingeschränkt verfügbar ist.
Können Abnehmspritzen kombiniert werden?
Nein, verschiedene Abnehmspritzen sollten nicht miteinander kombiniert werden. Da viele dieser Medikamente über ähnliche Wirkmechanismen wirken, würde eine Kombination das Risiko für Nebenwirkungen drastisch erhöhen.
Fazit
Mounjaro ist eine Möglichkeit, um medikamentös das Abnehmen zu unterstützen. Zudem gibt es einige Mounjaro-Alternativen wie Wegovy, Ozempic oder Saxenda. Mit Orlistat steht eine orale Alternative zur Verfügung. Zudem können natürliche Ansätze wie eine angepasste Ernährung, mehr Bewegung und ein angepasster Lebensstil helfen.
Im direkten Vergleich ist Mounjaro oft die teuerste Option. Studien zeigen dafür aber auch die höchste Wirksamkeit beim Gewichtsverlust [1]. Das geht allerdings mit einem entsprechenden Nebenwirkungsprofil einher. Welche Alternative daher im individuellen Fall die richtige ist, hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab und wird in Absprache mit dem behandelnden Arzt bestimmt.
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[1] Kurzbericht Arzneimittelzulassung vom 25.10.2024. Mounjaro® (Wirkstoff: Tirzepatid). Indikationserweiterung in der Schweiz: 09.07.2024. Swissmedic. https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/ueber-uns/publikationen/public-summary-swiss-par/public-summary-swiss-par-mounjaro-01.html
[2] Jastreboff AM, Aronne LJ, Ahmad NN, et al. Tirzepatide once weekly for the treatment of obesity. N Engl J Med. 2022;387(3):205–216. doi: 10.1056/NEJMoa2206038.
[3] Garvey WT, Frias JP, Jastreboff AM, et al. Tirzepatide once weekly for the treatment of obesity in people with type 2 diabetes (SURMOUNT-2): a double-blind, randomised, multicentre, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet. 2023;402(10402):613–626. doi: 10.1016/S0140-6736(23)01200-X.
[4] Compendium.ch. (o. D.). Ozempic DualDose Fertpen (2 mg/1.5 ml) - Fachinformation. https://compendium.ch/de/product/1390144-ozempic-dualdose-2-mg-1-5ml-0-25-o-0-5-mg-dosis
[5] Wilding, J. P. H., Batterham, R. L., Calanna, S., Davies, M., Van Gaal, L. F., Lingvay, I., McGowan, B. M., Rosenstock, J., Tran, M. T. D., Wadden, T. A., Wharton, S., Yokote, K., Zeuthen, N., & Kushner, R. F. (2021). Once-weekly semaglutide in adults with overweight or obesity. New England Journal of Medicine, 384(11), 989–1002. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2032183
[6] European Medicines Agency. (o. D.). Saxenda - Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit (Liraglutid). https://www.ema.europa.eu/de/documents/overview/saxenda-epar-summary-public_de.pdf
[7] Jastreboff, A. M., Aronne, L. J., Ahmad, N. N., Wharton, S., Sorrig, R., Stoian, A. P., Halladin, N., Stone, A., Knop, F. K., & le Roux, C. W. (2023). Triple–hormone-receptor agonist retatrutide for obesity – A phase 2 trial. New England Journal of Medicine. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2301972
[8] European Medicines Agency. (o. D.). Xenical - Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit (Orlistat). https://www.ema.europa.eu/de/documents/overview/xenical-epar-summary-public_de.pdf
[9] Moiz A, Levett JY, Filion KB, Peri K, Reynier P, Eisenberg MJ. Long-Term Efficacy and Safety of Once-Weekly Semaglutide for Weight Loss in Patients Without Diabetes: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Am J Cardiol. 2024;222:121-130. doi: 10.1016/j.amjcard.2024.04.041
[10] Aronne LJ, Horn DB, le Roux CW, et al. Tirzepatide as Compared with Semaglutide for the Treatment of Obesity. N Engl J Med. 2025;393(1):26-36. doi: 10.1056/NEJMoa2416394
[11] Pi-Sunyer X, Astrup A, Fujioka K, et al. A randomized, controlled trial of 3.0 mg of liraglutide in weight management. N Engl J Med. 2015;373(1):11–22. doi:10.1056/NEJMoa1411892. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1411892