Wegovy zählt zu den bekanntesten Abnehmspritzen. Es enthält den Wirkstoff Semaglutid, einen GLP-1-Rezeptoragonisten. Das Medikament wird einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt und kann einen Gewichtsverlust begünstigen [1].
Trotz seiner potenziellen Wirksamkeit suchen viele Patientinnen und Patienten nach Alternativen, etwa wegen Nebenwirkungen, Lieferengpässen, den Kosten oder der individuell unterschiedlichen Verträglichkeit. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen sowohl medikamentöse als auch nichtmedikamentöse Alternativen zu Wegovy und zeigen, worauf es in der Schweiz ankommt.
Warum suchen Menschen nach Alternativen zu Wegovy?
Die Wirkung von Wegovy basiert auf dem Wirkstoff Semaglutid, der zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten gehört. Diese Medikamente aktivieren den GLP-1-Rezeptor und entfalten dadurch ähnliche Wirkungen wie das körpereigene Hormon GLP-1. Sie fördern das Sättigungsgefühl und verbessern die Blutzuckerregulation. Dadurch essen viele Patienten weniger und der Körper baut über die Zeit Gewicht ab. Ursprünglich wurde Semaglutid zur Behandlung von Typ-2-Diabetes unter dem Namen Ozempic entwickelt. Später wurde es in höherer Dosierung als Wegovy zur Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Adipositas zugelassen [1].
Obwohl die Abnehmspritze Wegovy bei vielen wirksam ist, passt sie nicht zu jedem. Die häufigsten Gründe, warum Patienten nach Wegovy-Alternativen suchen, sind:
- Verfügbarkeit in der Schweiz: Immer wieder kommt es zu Lieferengpässen, sodass Wegovy zeitweise nur eingeschränkt oder gar nicht erhältlich ist.
- Kosten: Die Behandlung ist vergleichsweise teuer und wird nur unter strengen Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen [5].
- Nebenwirkungen: GLP-1-Agonisten können unter anderem Übelkeit, Verdauungsbeschwerden und Erbrechen auslösen [1].
- Individuelle Verträglichkeit: Nicht jeder Körper reagiert gleich. Manche erzielen mit Wegovy gar keinen oder nur einen geringen Gewichtsverlust.
Welche Arten von Wegovy-Alternativen gibt es?
Wer eine Alternative zu Wegovy sucht, hat grundsätzlich zwei Wege: Andere Medikamente oder nichtmedikamentöse Ansätze. Welche Option infrage kommt, hängt von der individuellen Situation ab und wird im Arztgespräch ermittelt.
GLP-1-basierte Medikamente (ähnlicher Wirkmechanismus)
Es gibt zahlreiche Wegovy-Alternativen, die ähnlich wie Semaglutid am GLP-1-Rezeptor ansetzen. Diese Wirkstoffe aktivieren ebenfalls den GLP-1-Rezeptor und entfalten dadurch ähnliche Wirkungen wie das natürliche GLP-1. Dadurch verstärken sie das Sättigungsgefühl und können die Magenentleerung verlangsamen [1]. Zu den wichtigsten alternativen Medikamenten gehören:
- Ozempic (Semaglutid): Enthält denselben Wirkstoff wie Wegovy, jedoch in der Regel niedriger dosiert. Ozempic ist offiziell nur für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. Eine Anwendung zur reinen Gewichtsabnahme erfolgt off-label. In Studien bei Menschen mit Typ-2-Diabetes führte Ozempic durchschnittlichen zu einem Gewichtsverlust von etwa 5 bis 6 Prozent. Die mit Wegovy erzielte Gewichtsabnahme fällt in Studien zur Adipositas im Durchschnitt höher aus.
- Saxenda (Liraglutid): Ebenfalls ein GLP-1-Agonist, allerdings mit täglicher statt wöchentlicher Injektion und einer im Schnitt etwas geringeren Gewichtsreduktion [3].
- Mounjaro (Tirzepatid): Ein neuerer Wirkstoff, der nicht nur auf den GLP-1-Rezeptor wirkt, sondern zusätzlich auf den GIP-Rezeptor im Körper. In klinischen Studien erzielte Tirzepatid im Durchschnitt größere Gewichtsverluste als Semaglutid. Der duale Wirkmechanismus könnte hierzu beitragen [2].
Über alle GLP-1-basierten Medikamente hinweg zeigt sich: Die Mehrheit der Behandelten spricht auf die Therapie an. In den Zulassungsstudien zu Semaglutid und Tirzepatid erreichten rund neun von zehn Teilnehmenden mindestens 5 Prozent Gewichtsverlust.
Andere verschreibungspflichtige Adipositas-Medikamente
Nicht jede Alternative zur Gewichtsabnahme muss ein GLP-1-Agonist sein. Ein etablierter Wirkstoff mit einem anderen Ansatz ist Orlistat, ein sogenannter Fettblocker. Er wird als Tablette eingenommen und hemmt die Aufnahme eines Teils des Nahrungsfetts im Darm. Dadurch wirkt er, indem er direkt die Kalorienaufnahme durch Nahrungsfett reduziert, anstatt wie Abnehmspritzen systemisch über das Sättigungsgefühl zu wirken [4]. Die zu erwartende Gewichtsabnahme fällt zwar geringer aus, dafür entfällt die Injektion. Für manche Patienten ist diese orale Behandlung eine passende Option, insbesondere wenn Spritzen nicht infrage kommen.
Nicht-medikamentöse Optionen
Medikamente zur Gewichtsreduktion sind immer nur ein Baustein. Die Grundlage jeder erfolgreichen Gewichtsabnahme sind Lebensstilmassnahmen wie eine angepasste Ernährung oder mehr Bewegung. Eine Therapie mit einer Abnehmspritze wie Wegovy muss von solchen Lebensstilmassnahmen begleitet werden. Zu den typischsten Lebensstilmassnahmen zum Abnehmen gehören:
- Ernährungsumstellung: Eine dauerhafte, moderat kalorienreduzierte Ernährung ist die Basis. Sie lässt sich mit oder ohne begleitende Medikation umsetzen.
- Bewegung & Lifestyle: Regelmässige körperliche Aktivität unterstützt die Gewichtsabnahme und kann dabei helfen, das erreichte Gewicht zu halten.
- Verhaltenstherapie: Professionell begleitete Verhaltensänderungen setzen an Essgewohnheiten, Auslösern und Alltagsmustern an. Sie erhöhen die Chance, dass die Erfolge langfristig bestehen bleiben.
Vergleich der wichtigsten Wegovy-Alternativen
|
Medikament / Option |
Wirkweise |
Besonderheit |
|
Wegovy |
GLP-1-Agonist |
Einmal wöchentlich, starke Gewichtsreduktion |
|
Ozempic |
GLP-1-Agonist |
Ursprünglich für Diabetes, Off-Label bei Gewicht |
|
Saxenda |
GLP-1-Agonist |
Tägliche Injektion |
|
Orlistat |
Fettaufnahme-Hemmer |
Oral, weniger systemische Wirkung |
|
Mounjaro |
GIP- / GLP-1-Agonist |
Einmal wöchentlich, dual wirksam, stärkste Gewichtsreduktion |
Verschreibungspflicht und Zugang in der Schweiz

Die meisten Wegovy-Alternativen sind verschreibungspflichtig und dürfen nur nach ärztlicher Abklärung angewendet werden. Das gilt für alle GLP-1-Abnehmspritzen wie Ozempic, Saxenda und Mounjaro ebenso wie für Wegovy selbst. Der Grund liegt im Wirkmechanismus und im Sicherheitsprofil dieser Medikamente: Sie greifen in den Stoffwechsel und hormonelle Prozesse ein. Daher sind sie nicht für jede Person geeignet [1, 2].
Eine Sonderstellung nimmt Orlistat ein: Der Fettblocker ist in der niedrigeren Dosierung von 60 mg in der Schweiz rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Voraussetzung ist lediglich ein Beratungsgespräch mit dem Apotheker und ein BMI von mindestens 28. Die stärkere Dosierung von 120 mg bleibt hingegen verschreibungspflichtig [4].
Wer kann die Medikamente verschreiben?
Grundsätzlich können Ärzte in der Schweiz Wegovy und seine Alternativen verschreiben. Wichtig ist, dass die Verschreibung nach einer individuellen ärztlichen Beratung erfolgt.
Unter gewissen Voraussetzungen kann die Behandlung von der obligatorischen Grundversicherung übernommen werden. Mehr dazu können Sie weiter unten im Abschnitt Kosten und Erstattung erfahren [5].
Ablauf der ärztlichen Abklärung
Vor der Verschreibung muss immer ein Arzt prüfen, ob sich eine Therapie mit Wegovy oder seinen Alternativen im individuellen Fall eignet. Dabei werden unter anderem die folgenden Punkte geprüft:
- Medizinisches Profil: Body-Mass-Index, bestehende Begleiterkrankungen und mögliche Gegenanzeigen werden geprüft. Daraus ergibt sich, ob eine Abnehmspritze überhaupt infrage kommt.
- Aktuelle Medikation: Um Wechselwirkungen auszuschliessen, wird die bestehende Medikation vollständig erfasst.
- Ziele und Erwartungen: Gemeinsam besprechen Sie, was realistisch erreichbar ist und wie die Behandlung mit Lebensstilmassnahmen wie einer angepassten Ernährung und mehr Bewegung kombiniert werden kann.
- Dosierung und Verlauf: Im Arztgespräch wird ein Therapieplan aufgesetzt. In regelmässigen Kontrollen wird dann geprüft, wie gut die Therapie anschlägt. Bei Abnehmspritzen wird die Dosis anfangs meist niedrig angesetzt und dann langsam gesteigert, um den Körper an den Wirkstoff zu gewöhnen und Nebenwirkungen zu reduzieren [1].
Verfügbarkeit in Apotheken und Online-Apotheken
Verschreibungspflichtige Wegovy-Alternativen erhalten Sie mit einem gültigen Rezept sowohl in der Apotheke vor Ort als auch in seriösen Online-Apotheken. Nachdem ein Arzt also die Eignung geprüft und ein Rezept ausgestellt hat, können Sie das Rezept einfach vor Ort oder online einlösen, um Medikamente zum Abnehmen online zu kaufen.
Wie gut wirken die Wegovy-Alternativen?
Um zu beurteilen, wie wirksam die Wegovy-Alternativen sind, schauen wir uns ihre grossen Zulassungsstudien an.
Wie viel Gewicht kann man im Durchschnitt verlieren?
Die durchschnittliche Gewichtsreduktion unterscheidet sich zwischen den einzelnen Optionen deutlich:
- Mounjaro (Tirzepatid): In der SURMOUNT-1-Studie erreichte Tirzepatid nach 72 Wochen im Schnitt rund 20 % Gewichtsverlust, in der höchsten Dosierung sogar bis zu 22,5 % des Körpergewichts. Der Wirkstoff des Herstellers Eli Lilly wirkt als einziger dual, also auf den GLP-1- und GIP-Rezeptor und gilt damit in Studien als die wirksamste Abnehmspritze dieser Gruppe [2].
- Wegovy (Semaglutid): Der Wirkstoff Semaglutid vom Hersteller Novo Nordisk erzielte in der STEP-1-Studie nach 68 Wochen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 14,9 % [1].
- Saxenda (Liraglutid): Der ältere GLP-1-Wirkstoff Liraglutid führte in Studien zu durchschnittlich rund 8 % Gewichtsreduktion. Das ist etwas weniger als die neueren Wirkstoffe [3].
- Orlistat: Der Fettblocker als Tablette kann zusätzlich zu einer Ernährungsumstellung eine Gewichtsabnahme von etwa 3 bis 5 % des Ausgangsgewichts unterstützen. Er blockiert rund 30 % der mit der Nahrung aufgenommenen Fette im Darm und wirkt damit grundsätzlich anders als die GLP-1-Medikamente [4].
Ein wichtiger Unterschied im Wirkprinzip: Alle genannten GLP-1-basierten Medikamente wirken stark dämpfend auf das Hungergefühl und verlangsamen die Magenentleerung. Orlistat greift dagegen nicht in das Hungergefühl ein, sondern reduziert allein die Aufnahme von Fetten. Welche die „beste Abnehmspritze" ist, lässt sich deshalb nicht pauschal sagen. Die höchste durchschnittliche Wirksamkeit zeigt Tirzepatid, die individuell passende Option hängt allerdings von der individuellen Situation ab.
Wie schnell sieht man erste Ergebnisse?
Bei den GLP-1-Medikamenten setzt die Wirkung meist schon in den ersten Wochen ein. Viele Patienten merken, dass sie weniger Hunger haben und fangen an, weniger zu essen. Der spürbare Gewichtsverlust baut sich dann oft über mehrere Monate auf, weil die Dosis zu Beginn gering angesetzt und langsam gesteigert wird. Die grössten Effekte zeigen die Studien nach rund 68 bis 72 Wochen [1, 2]. Orlistat wirkt dagegen unmittelbar mit jeder fetthaltigen Mahlzeit, führt aber insgesamt zu einer geringeren Abnahme [4].
Wichtig ist in allen Fällen: Die Medikamente entfalten ihre volle Wirkung nur in Kombination mit einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung, da unter diesen Bedingungen ihre Wirksamkeit in den Zulassungsstudien nachgewiesen wurde.
Wie nachhaltig sind die Ergebnisse langfristig?
Studien zeigen deutliche Langzeitergebnisse. Nach dem Absetzen der GLP-1-Wirkstoffe nimmt ein erheblicher Anteil der Betroffenen das verlorene Gewicht wieder zu. Nach dem Absetzen nehmen Appetit und Hunger häufig wieder zu. Zusammen mit anderen biologischen Anpassungen trägt dies dazu bei, dass viele Menschen einen Teil des verlorenen Gewichts wieder zunehmen [1].
Für ein nachhaltiges Ergebnis wird die Therapie daher oft langfristig angesetzt und mit dauerhaften Lebensstilmassnahmen begleitet. Ob und wie lange ein Abnehmmedikament angewendet wird, entscheidet der behandelnde Arzt individuell auf Basis des Therapieerfolgs, der Verträglichkeit und persönlicher Behandlungsziele.
Nebenwirkungen und Risiken

Wie jedes Medikament, können auch Wegovy und seine Alternativen unerwünschte Nebenwirkungen haben. In der Regel beginnt man eine Therapie mit Abnehmspritzen mit einer niedrigen Einstiegsdosis und steigert diese schrittweise, um das Risiko für Nebenwirkungen zu minimieren.
Häufige Nebenwirkungen
Die mit Abstand häufigsten Nebenwirkungen von Wegovy und anderen GLP-1-basierten Medikamenten wie Ozempic sowie dem dualen GIP/GLP-1-Rezeptoragonisten Mounjaro betreffen den Magen-Darm-Trakt. Dazu gehören insbesondere Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Sodbrennen [1, 2].
Diese Beschwerden treten besonders zu Beginn der Behandlung oder bei einer Dosiserhöhung auf. Die Nebenwirkungen lassen oft mit der Zeit nach, wenn sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt. Um die Belastung so gering wie möglich zu halten, wird die Dosis schrittweise über mehrere Wochen gesteigert.
Beim Fettblocker Orlistat sieht das Nebenwirkungsprofil anders aus. Da er die Fettaufnahme im Darm hemmt, kann es hier insbesondere bei einer fettreichen Ernährung zu fettigem Stuhl, Blähungen und plötzlichem Stuhldrang kommen [4].
Sollten die Beschwerden anhalten oder ungewöhnlich stark sein, sollten Sie medizinischen Rat aufsuchen.
Wann Vorsicht geboten ist
Bei bestimmten Beschwerden sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Ob die Behandlung unterbrochen oder beendet werden muss, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt [1]:
- Anhaltende, schwere Bauchschmerzen: Treten plötzlich starke Schmerzen im Oberbauch auf, die bis in den Rücken ausstrahlen, kann das auf eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) hinweisen.
- Schluckbeschwerden oder Knoten im Hals: Bei Heiserkeit, anhaltenden Schluckbeschwerden oder einer Schwellung im Bereich der Schilddrüse ist umgehend ärztlicher Rat notwendig.
- Akutes Herzrasen: Ein spürbar erhöhter Puls oder Herzrasen sollten überwacht und mit einem Arzt besprochen werden.
- Schwere allergische Reaktionen: Schwellungen im Gesicht, an den Lippen oder im Rachen sind medizinische Notfälle.
Welche Wegovy-Alternative ist die richtige?
Es gibt keine Alternative zu Wegovy, die für alle passt. Welches Präparat sich am besten eignet, hängt von mehreren Faktoren ab. Die endgültige Entscheidung trifft dabei immer der behandelnde Arzt gemeinsam mit Ihnen. Zur groben Orientierung lassen sich die Wegovy-Alternativen grob wie folgt einordnen:
- Stärkste Gewichtsreduktion: In den klinischen Studien erzielte Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid die größte durchschnittliche Gewichtsabnahme, gefolgt von Semaglutid [2].
- Ohne Injektionen: Wer keine Injektionen wünscht, findet mit Orlistat eine Alternative als Tablette [4].
Diese Einordnung ersetzt keine Beratung. Sie kann aber helfen, das Gespräch über die richtige Alternative zu Wegovy vorzubereiten.
Auswahl nach medizinischem Profil
Der wichtigste Faktor bei der Wahl einer Wegovy-Alternative ist das individuelle medizinische Profil. Dazu gehören zunächst bestehende Vorerkrankungen. Eine frühere Bauchspeicheldrüsenentzündung, bestimmte Schilddrüsenerkrankungen oder ausgeprägte Magen-Darm-Erkrankungen können bei der Wahl einzelner Wirkstoffe berücksichtigt werden. Auch ein bestehender Typ-2-Diabetes spielt eine Rolle, da er die Auswahl und Dosierung des Medikaments beeinflussen kann.
Ebenso wichtig ist die aktuelle Medikation. GLP-1-Agonisten können die Aufnahme anderer Arzneimittel beeinflussen. Der Arzt prüft deshalb alle eingenommenen Medikamente auf mögliche Wechselwirkungen.
Schliesslich zählt die allgemeine gesundheitliche Situation. Body-Mass-Index, Begleiterkrankungen sowie Faktoren wie eine bestehende oder geplante Schwangerschaft fliessen in die Entscheidung ein. Erst aus diesem Gesamtbild ergibt sich, welche Alternative medizinisch überhaupt infrage kommt [1].
Auswahl nach Lebensstil und Präferenzen
Neben den medizinischen Kriterien spielen auch persönliche Präferenzen und der Alltag eine Rolle. Folgende Fragen können bei der Orientierung helfen:
- Injektion oder Tablette? Orlistat wird als Tablette eingenommen. Wegovy, Ozempic und andere Inkretin-basierte Medikamente wie Mounjaro werden unter die Haut injiziert.
- Wöchentlich oder täglich? Wegovy, Ozempic und Mounjaro werden einmal pro Woche injiziert, Saxenda dagegen täglich. Orlistat wird zu den Mahlzeiten oral als Tablette eingenommen. Je nach Alltag und Routine kann das eine oder andere Schema besser passen.
- Wie sieht der Alltag aus? Häufige Reisen, unregelmässige Tagesabläufe oder die Lagerung des Medikaments können die Wahl beeinflussen. Ungeöffnete Abnehmspritzen müssen in der Regel gekühlt gelagert werden [1].
- Welche Rolle spielen die Kosten? Die Präparate unterscheiden sich deutlich im Preis.
Bedeutung der ärztlichen Beratung
So hilfreich diese erste Einordnung ist: Die endgültige Entscheidung wird gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt getroffen. Gemeinsam mit Ihnen wägt die Expertin oder der Experte alle relevanten Faktoren ab und trifft die Behandlungsentscheidung.
Hinzu kommt: Die Therapie endet nicht mit dem Rezept. Der Arzt legt die Einstiegsdosis fest, begleitet die schrittweise Dosissteigerung und kontrolliert in regelmässigen Abständen, wie gut die Behandlung anschlägt und wie verträglich sie ist. Zeigt ein Präparat nicht die gewünschte Wirkung oder treten zu starke Nebenwirkungen auf, kann er die Therapie anpassen oder auf eine andere Alternative wechseln.
Kosten und Erstattung in der Schweiz

Für viele Patienten spielen die Kosten der Therapie eine zentrale Rolle. Zwischen den einzelnen Präparaten bestehen deutliche Preisunterschiede und nicht jedes Medikament wird von der Krankenkasse übernommen. Seit März 2024 ist die Erstattung von Abnehmspritzen über die obligatorische Grundversicherung grundsätzlich möglich, allerdings nur unter strengen Voraussetzungen. Wer diese nicht erfüllt, trägt die Kosten selbst [5].
Preisunterschiede zwischen den Wegovy-Alternativen
Die monatlichen Kosten unterscheiden sich je nach Präparat erheblich:
- Wegovy: Der Preis ist in der Spezialitätenliste festgelegt und liegt bei rund 177 Franken pro Pen, wobei ein Pen für vier Wochen reicht. Eine Besonderheit in der Schweiz: Der Preis bleibt unabhängig davon gleich, ob die Einstiegsdosis oder die Höchstdosis bezogen wird. Auf das Jahr gerechnet ergeben sich damit Kosten in Höhe von etwas über 2000 Franken.
- Mounjaro: Das dual wirksame Präparat ist deutlich teurer. Die Kosten liegen je nach Dosierung bei rund 380 bis 500 Franken pro Monat, wobei höhere Dosierungen deutlich teurer sind als die Einstiegsdosen.
- Ozempic: Ist zwar günstiger als Wegovy, aber ausschliesslich für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. Bei einer Off-Label-Anwendung zur Gewichtsreduktion werden die Kosten in der Regel nicht von der Grundversicherung übernommen.
- Orlistat: Der Fettblocker ist die mit Abstand günstigste Option. Die niedrige Dosierung (60 mg) ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und kostet nur einen Bruchteil der GLP-1-Medikamente.
- Saxenda: Saxenda hat ähnliche Kosten wie Wegovy. Allerdings ist Saxenda zur Gewichtsreduktion in der Schweiz trotz bestehender Zulassung aktuell nicht im Handel erhältlich [6].
Gut zu wissen: Semaglutid-Generika sind bislang weder in der Schweiz noch in der EU zugelassen. Günstige „Semaglutid-Angebote" aus dem Internet ohne Rezept stammen häufig aus unseriösen Quellen und können gefälschte oder unsichere, sogar gefährliche Produkte enthalten.
Krankenkassenübernahme
Seit März 2024 ist die Kostenübernahme für Abnehmspritzen über die obligatorische Grundversicherung geregelt. Weil es sich um teure Medikamente handelt, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jedoch strikte Bedingungen festgelegt, die auch als Limitationen bezeichnet werden. Eine Erstattung ist nur möglich, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Medizinische Notwendigkeit: Der Body-Mass-Index liegt bei 35 oder höher. Oder er liegt zwischen 28 und 35 bei gleichzeitig bestehender gewichtsbedingter Begleiterkrankung wie Bluthochdruck, Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes.
- Verschreibung durch Spezialisten: Das Medikament muss von einer Fachperson für Endokrinologie bzw. Diabetologie oder in einem spezialisierten Adipositas-Zentrum verschrieben werden. Rezepte vom Hausarzt werden in der Regel nicht übernommen.
- Begleitprogramm: Die Spritze gilt nur als Ergänzung. Die Patienten müssen nachweisen, dass sie gleichzeitig eine Ernährungsberatung besuchen und sich körperlich mehr bewegen.
Sind die Bedingungen erfüllt, übernimmt die Krankenkasse nach Erreichen der Franchise 90 Prozent der Kosten. Nach weiteren 700 Franken Selbstbehalt werden die Kosten vollständig übernommen. Zudem ist die Erstattung zeitlich begrenzt: Die maximale Therapiedauer beträgt drei Jahre und der Therapieerfolg wird regelmässig überprüft [5].
Fazit
Wer eine Alternative zu Wegovy sucht, hat in der Schweiz mehrere Optionen. Mounjaro als Wegovy-Alternative gilt als die wirksamste Abnehmspritze, Ozempic als niedrig dosierte Off-Label-Variante desselben Wirkstoffs und Orlistat als rezeptfreie Tablette ohne Injektion. Saxenda ist zwar als Abnehmspritze zugelassen, in der Schweiz derzeit jedoch nicht mehr erhältlich und spielt daher in der Praxis kaum noch eine Rolle.
Welches Präparat sich eignet, hängt vom medizinischen Profil, den persönlichen Präferenzen und den Kosten ab. Die Grundversicherung übernimmt die Kosten der Behandlung unter strengen Voraussetzungen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt: Er kann alle Faktoren abwägen und gemeinsam mit Ihnen die passende Alternative zu Wegovy finden.
FAQ
Zum Abschluss beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die Alternativen zu Wegovy in der Schweiz: Kompakt und auf einen Blick.
Welche Alternative wirkt am stärksten?
Die stärkste durchschnittliche Gewichtsreduktion zeigt in den Zulassungsstudien Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid. In der SURMOUNT-1-Studie verloren die Teilnehmenden im Schnitt rund 20 Prozent ihres Körpergewichts, in der höchsten Dosierung bis zu 22,5 Prozent. Das liegt am dualen Wirkprinzip, das neben dem GLP-1- auch den GIP-Rezeptor anspricht [2]. Zum Vergleich: Wegovy erreichte in der STEP-1-Studie durchschnittlich 14,9 Prozent [1]. Die individuelle Wirkung kann jedoch von den Studienwerten abweichen.
Welche Alternative wirkt am schnellsten?
Bei den GLP-1-Medikamenten spüren viele Patienten bereits in den ersten Wochen ein vermindertes Hungergefühl. Der sichtbare Gewichtsverlust baut sich dann über Monate auf, weil die Dosis langsam gesteigert wird. Am unmittelbarsten wirkt Orlistat: Der Fettblocker hemmt die Fettaufnahme ab der ersten Mahlzeit. Die insgesamt erreichbare Gewichtsabnahme fällt mit 3 bis 5 Prozent allerdings deutlich geringer aus als bei den Abnehmspritzen [4].
Welche Alternative hat am wenigsten Nebenwirkungen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Verträglichkeit individuell sehr unterschiedlich ist. Alle GLP-1-Agonisten verursachen vor allem zu Behandlungsbeginn und bei Dosissteigerungen häufig Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Verstopfung. Häufig lassen sie mit der Zeit nach. Orlistat wirkt nicht systemisch, kann aber insbesondere bei fettreicher Ernährung zu fettigem Stuhl und Blähungen führen. Welche Option am besten vertragen wird, zeigt sich oft erst im Behandlungsverlauf.
Welche Alternative ist am günstigsten?
Die günstigste Option ist Orlistat. Der Fettblocker kostet nur einen Bruchteil der GLP-1-Medikamente. Unter den Abnehmspritzen ist Wegovy mit rund 177 Franken pro Vier-Wochen-Pen am günstigsten. Der Preis ist in der Spezialitätenliste fixiert und gilt unabhängig von der Dosierung. Mounjaro liegt je nach Dosis bei rund 380 bis 500 Franken pro Monat [6]. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Grundversicherung die Kosten.
Kann man zwischen den Medikamenten wechseln?
Ja, ein Wechsel ist grundsätzlich möglich, etwa bei unzureichender Wirkung, Unverträglichkeit oder Lieferengpässen. Ein Wechsel muss allerdings immer ärztlich begleitet werden, da Dosierung und Einnahmeschema der Präparate unterschiedlich sind und die Dosis bei neuen Wirkstoffen in der Regel neu eingestellt wird. Wechseln Sie daher nie eigenständig das Präparat, sondern besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrem Arzt [5].
-
[1] Arzneimittelkompendium der Schweiz. (o. J.). Wegovy® Multi FixDose Injektionslösung 2,4 mg (Semaglutid) – Fachinformation. compendium.ch. Abgerufen am 16. Juli 2026, von https://compendium.ch/de/product/1519368-wegovy-multi-fixdose-inj-los-2-4-mg
[2] Arzneimittelkompendium der Schweiz. (o. J.). Mounjaro® Injektionslösung im Fertigpen (Tirzepatid) – Fachinformation. compendium.ch. Abgerufen am 16. Juli 2026, von https://compendium.ch/de/product/1521505-mounjaro-inj-los-5-mg-0-5ml-fertpen
[3] Pi-Sunyer, X., Astrup, A., Fujioka, K., Greenway, F., Halpern, A., Krempf, M., Lau, D. C. W., le Roux, C. W., Violante Ortiz, R., Jensen, C. B., & Wilding, J. P. H. (2015). A randomized, controlled trial of 3.0 mg of liraglutide in weight management. New England Journal of Medicine, 373(1), 11–22. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1411892
[4] Arzneimittelkompendium der Schweiz. (o. J.). Xenical® Kapseln 120 mg (Orlistat) – Fachinformation. compendium.ch. Abgerufen am 16. Juli 2026, von https://compendium.ch/product/65354-xenical-kaps-120-mg/mpro
[5] Bundesamt für Gesundheit (BAG). (2024). Wegovy®, Novo Nordisk Pharma AG: Neuaufnahme in die Spezialitätenliste (SL) per 1. März 2024 [PDF]. https://www.bag.admin.ch/dam/de/sd-web/4UEBFvIzBFFM/wegovy-neuaufnahme-01-03-2024.pdf
[6] Comparis. (2025). Abnehmspritze: Zahlt die Krankenkasse? Abgerufen am 16. Juli 2026, von https://www.comparis.ch/krankenkassen/leistungen/abnehmspritze