Ab wann spricht man von erektiler Dysfunktion?
Eine Erektion funktioniert nicht jeden Tag gleich. Müdigkeit, Alkohol, Stress oder Aufregung können dazu führen, dass sie einmal schwächer ausfällt. Von einer erektilen Dysfunktion spricht man eher dann, wenn die Schwierigkeiten über mehrere Monate bestehen und bei einem erheblichen Teil der sexuellen Kontakte auftreten. Es geht hier also nicht um einen misslungenen Versuch, sondern um ein wiederkehrendes Muster. Wer eine Erektionsstörung ärztlich behandelnlassen möchte, sollte nicht nur auf die Beschwerden achten. Wichtig ist herauszufinden, was wirklich der Auslöser ist. Eine frühzeitige Abklärung kann verhindern, dass sich aus anfänglichen Problemen ein dauerhafter Kreislauf entwickelt.
Gelegentliche Erektionsprobleme vs. behandlungsbedürftige Störung
Gelegentliche Probleme sind nicht ungewöhnlich. Ein schlechter Tag sagt wenig über die allgemeine Erektionsfähigkeit oder eine erektile Dysfunktion aus. Wichtiger ist, wie sich die Situation über längere Zeit entwickelt. Die wichtigsten Unterschiede lassen sich so zusammenfassen: [8]
|
Gelegentliche Probleme |
Mögliche Störung - erektile Dysfunktion Symptome |
|---|---|
|
seltenes Auftreten |
regelmässige Beschwerden |
|
nach Stress oder Müdigkeit |
auch ohne erkennbaren Auslöser |
|
spontane Erektionen normal |
spontane Erektionen werden seltener |
|
Situation bessert sich wieder |
Probleme und Störungen bleiben bestehen |
|
Sex (Geschlechtsverkehr) sonst problemlos |
Geschlechtsverkehr häufiger schwierig |
Auch eine Phase mit Erektionsproblemen muss deshalb nicht automatisch behandelt werden. Bleiben die Probleme jedoch bestehen oder nehmen sie zu, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Die häufigsten Anzeichen einer Erektionsstörung im Überblick
Symptome einer Erektionsstörung können ganz unterschiedlich aussehen. Bei manchen Männern wird der Penis nicht mehr so hart wie früher. Andere können eine Erektion zwar erreichen, verlieren sie aber während des Geschlechtsverkehrs wieder. Auch ein deutlich höherer Reizbedarf kann auffallen. Zu beachten ist, ob sich solche Veränderungen wiederholen. Die folgenden Symptome zeigen, worauf Männer im Alltag achten können.
Der Penis wird nicht ausreichend hart
Für eine feste Erektion müssen sich die Schwellkörper mit ausreichend Blut füllen. Funktioniert dieser Vorgang nicht richtig, wird der Penis zwar erigiert, bleibt aber zu weich für einen zufriedenstellenden Geschlechtsverkehr. Manche Betroffene bemerken das zunächst nur in bestimmten Situationen. Andere stellen fest, dass die Härte generell nachgelassen hat. Bei der Suche nach einer passenden Therapie können auch zugelassene Medikamente wie Viagra Original eine Rolle spielen, sofern sie ärztlich verordnet wurden.
Die Erektion hält nicht lange genug
Manchmal entsteht die Erektion zunächst problemlos und lässt dann wieder nach. Das kann bereits beim Vorspiel passieren oder erst während des Geschlechtsverkehrs. Ein einmaliges Nachlassen ist noch kein klares Zeichen für eine Erkrankung. Tritt es jedoch regelmässig auf, kann eine Dysfunktion dahinterstecken. Auch die Angst vor einem erneuten Versagen kann das Problem verstärken. [2]
Erektion nur mit starker Stimulation erreichbar
Eine ausreichende Erektion kann mit zunehmendem Alter oder durch bestimmte Medikamente schwieriger werden. Benötigt ein Mann plötzlich deutlich mehr sexuelle Stimulation als früher, sollte die Veränderung beobachtet werden. Eine solche Entwicklung kann mit der Durchblutung, Nerven oder dem Hormonhaushalt zusammenhängen. Auch psychische Faktoren sind möglich. Wichtig ist deshalb, nicht vorschnell von einer rein körperlichen Ursache auszugehen.
Verminderte Steifheit oder unvollständige Erektion
Bei einer unvollständigen Erektion nimmt der Penis zwar an Umfang und Länge zu, erreicht aber nicht die gewünschte Festigkeit. Für den Betroffenen kann das besonders belastend sein, wenn dadurch die Sexualität eingeschränkt wird. Eine fehlende Erektion ist dabei nur eine mögliche Ausprägung. Auch eine dauerhaft geringere Steifheit kann auf eine Erektionsstörung hindeuten. Eine genaue Diagnose hilft dabei, die richtige Behandlung auszuwählen.
Körperliche (organische) Anzeichen einer Erektionsstörung
Körperliche Ursachen entwickeln sich in der Regel langsam. Erkrankungen der Gefässe, Nerven oder Hormone können den Mechanismus einer Erektion beeinträchtigen. Auch Diabetes mellitus, Bluthochdruck und bestimmte Medikamente gehören zu den möglichen Auslösern. Interessant ist dabei, ob spontane Erektionen weiterhin auftreten. Veränderungen in diesem Bereich können Hinweise darauf geben, ob eher eine organische Erektionsstörung oder eine psychische Erektionsstörung vorliegt. [8]
Schleichender statt plötzlicher Beginn
Ein langsamer Beginn passt häufiger zu körperlichen Veränderungen. Die Erektion wird vielleicht zunächst nur etwas weniger fest und reicht später immer öfter nicht mehr für den Geschlechtsverkehr aus. Solche Veränderungen können durch Gefässprobleme, Nervenschäden oder einen Hormonmangel entstehen. Auch Übergewicht, Rauchen und Alkohol können die Gefässgesundheit beeinflussen. Ein schleichender Verlauf sollte deshalb ärztlich abgeklärt werden.
Kaum spontane oder morgendliche Erektionen
Spontane Erektionen entstehen unabhängig von einer bewussten sexuellen Situation. Dazu gehören auch Erektionen während des Schlafs. Werden sie deutlich seltener, kann das ein Hinweis auf körperliche Faktoren sein. Besonders auffällig sind folgende Veränderungen:
- weniger spontane Erektionen
- schwächere Morgenerektionen
- geringere Steifheit
- keine nächtlichen Reaktionen
Wenn die morgendliche Erektion ausbleibt, sollte das nicht isoliert bewertet werden. Eine nächtliche Erektion kann zwar Hinweise liefern, ersetzt aber keine Untersuchung.
Erektionsprobleme auch bei der Selbstbefriedigung
Treten Schwierigkeiten auch bei der Selbstbefriedigung auf, spricht das eher dafür, dass nicht nur die konkrete sexuelle Situation eine Rolle spielt. Das kann beispielsweise bei Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden vorkommen. Auch Medikamente und hormonelle Veränderungen können die Reaktion beeinflussen. Eine einzelne Erfahrung reicht allerdings nicht für eine Diagnose aus. Es kommt darauf an, ob das Problem wiederholt auftritt.
Psychische Anzeichen einer Erektionsstörung
Nicht jede Erektionsstörung hat eine körperliche Ursache. Leistungsdruck, Angst oder Konflikte in einer Beziehung können die sexuelle Reaktion deutlich beeinflussen. Häufig beginnt der Kreislauf mit einem einzelnen Misserfolg. Danach entsteht die Sorge, dass es wieder passieren könnte. Diese Erwartung erhöht den Druck und kann die nächste Erektion zusätzlich erschweren. [4]
Plötzliches Auftreten nach belastenden Ereignissen
Ein plötzliches Auftreten kann auf eine psychische Belastung hindeuten. Das gilt besonders dann, wenn zuvor alles problemlos funktioniert hat und weiterhin spontane Erektionen vorhanden sind. Mögliche Auslöser sind:
- starker Leistungsdruck
- Konflikte in der Beziehung
- beruflicher Stress
- Angst vor Versagen
Auch Sorgen um die eigene Sexualität können die Ursache sein. Hält das Problem an, sollten körperliche Ursachen trotzdem ausgeschlossen werden.
Erektionsstörung nur in bestimmten Situationen oder mit bestimmter Partnerin/bestimmtem Partner
Tritt die Störung nur in einer bestimmten Situation auf, kann die Psyche beteiligt sein. Manche Männer haben bei der Selbstbefriedigung keine Schwierigkeiten, erleben aber beim Sex mit einer Partnerin oder einem Partner Probleme. Auch eine neue Beziehung kann zunächst Unsicherheit auslösen. Solche Unterschiede sind für den Arzt von Bedeutung. Sie können helfen, die verschiedenen Faktoren hinter den Beschwerden besser einzuordnen.
Normale nächtliche Erektionen trotz Problemen beim Sex
Normale nächtliche Erektionen zeigen, dass bestimmte körperliche Voraussetzungen weiterhin funktionieren. Das kann bei der Unterscheidung zwischen psychischen und körperlichen Ursachen hilfreich sein. Es beweist jedoch nicht, dass eine rein psychische Dysfunktion vorliegt. Mischformen sind ebenfalls möglich. Eine ausführliche Anamnese bleibt deshalb unerlässlich.
Nächtliche Erektionen als Hinweis auf die Ursache
Nächtliche Erektionen gehören zum normalen Schlaf. Sie können mehrmals während einer Nacht auftreten, ohne dass der Betroffene davon etwas bemerkt. Bleiben sie über längere Zeit aus, kann das auf körperliche Veränderungen hindeuten. Dabei kommen unter anderem Probleme mit der Blutzufuhr, den Nerven oder dem Hormonhaushalt infrage. Der Arzt kann nach morgendlichen Erektionen fragen und weitere Untersuchungen veranlassen. Medikamente wie Tadalafil oder Cialis können die Erektion unterstützen, behandeln aber nicht automatisch die zugrunde liegende Ursache. [9]
Wenn die Erektionsstörung auf eine andere Erkrankung hinweist
Eine Potenzstörung kann manchmal ein früher Hinweis auf eine andere Erkrankung sein. Besonders die Gesundheit der Gefässe spielt eine wichtige Rolle. Die kleinen Gefässe im Penis können Veränderungen zeigen, bevor grössere Gefässe Beschwerden verursachen. Deshalb sollten neue Potenzprobleme nicht einfach als normale Folge des Alters abgetan werden. Eine medizinische Untersuchung kann klären, ob weitere Risikofaktoren vorliegen. [5]
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gefässverkalkung
Für eine Erektion müssen die Blutgefässe ausreichend weit sein und Blut in die Schwellkörper transportieren. Sind die Arterien verengt oder ihre Funktion beeinträchtigt, kann die Durchblutung nachlassen. Eine Herz-Kreislauferkrankung kann deshalb mit einer Erektionsstörung zusammenhängen. Besonders relevant sind dabei:
|
Risikofaktor |
Möglicher Zusammenhang |
|---|---|
|
Bluthochdruck |
belastet die Gefässe |
|
hoher Blutzucker |
schädigt Gefässe |
|
rauchen |
beeinträchtigt Gefässfunktion |
|
erhöhte Blutfette |
fördern Gefässveränderungen |
|
Übergewicht |
verstärkt mehrere Risikofaktoren |
Auch der Blutdruck sollte bei einer neuen Potenzstörung kontrolliert werden. Eine solche Überprüfung kann für Männer wichtige Hinweise liefern.
Diabetes und Nervenschäden
Diabetes mellitus kann mit der Zeit Blutgefässe und Nerven schädigen. Beides kann die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Ein dauerhaft hoher Blutzucker kann zudem die Signalübertragung zwischen Gehirn und Penis stören. Deshalb gehören Stoffwechselerkrankungen zu den wichtigen möglichen Auslösern. Bei betroffenen Patienten sollte die Behandlung des Diabetes möglichst gut eingestellt sein.
Hormonstörungen wie niedriger Testosteronspiegel
Auch Hormonen kommt bei der sexuellen Funktion eine wichtige Rolle zu. Ein ausgeprägter Testosteronmangel kann mit weniger sexueller Lust und einer schlechteren Erektionsfähigkeit verbunden sein. Ein niedriger Wert bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Testosteron die Ursache ist. Entscheidend sind die Beschwerden und wiederholt gemessene Werte. Bei Verdacht auf einen Testosteronmangel kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein. [6]
Mögliche Behandlungen bei erektiler Dysfunktion
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einem Gefässproblem ist ein anderer Ansatz richtig als bei starkem Leistungsdruck oder einem Hormonmangel. Auch bestehende Erkrankungen und eingenommene Medikamente müssen berücksichtigt werden. Deshalb gibt es nicht die eine Therapie für alle Männer. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Medikamente, mechanische Verfahren und psychologische Unterstützung.
PDE-5-Hemmer
PDE-5-Hemmer gehören zu den wichtigsten Medikamenten bei einer ED. Sie verbessern die Durchblutung im Penis, wenn bereits sexuelle Erregung vorhanden ist. Sie erzeugen also nicht einfach automatisch eine Erektion. Zu den Wirkstoffen gehören:
- Sildenafil: Bekannt aus Viagra.
- Tadalafil: Lange Wirkungsdauer.
- Vardenafil: Ähnliche Wirkweise wie Sildenafil.
- Avanafil: Schneller Wirkungseintritt möglich.
Cialis enthält Tadalafil und gehört damit ebenfalls zu den PDE-5-Hemmern. Levitra enthält Vardenafil, während Spedra den Wirkstoff Avanafil enthält. Diese Medikamente dürfen nicht gemeinsam mit Nitraten oder NO-Donatoren (einschliesslich sogenannter „Poppers“) und nicht mit Riociguat eingenommen werden, da der Blutdruck gefährlich abfallen kann. Weitere Gegenanzeigen sind unter anderem ein kürzlich zurückliegender Herzinfarkt oder Schlaganfall, ein Blutdruck unter 90/50 mmHg sowie eine vorbestehende NAION. [7]
Spritzen und Harnröhren-Anwendung (SKAT und MUSE)
Wenn Tabletten nicht ausreichend wirken, können lokale Verfahren infrage kommen. Bei SKAT wird ein Wirkstoff direkt in den Schwellkörper gespritzt. Dadurch kann eine Erektion auch dann entstehen, wenn PDE-5-Hemmer nicht ausreichend helfen. Bei MUSE wird der Wirkstoff dagegen über die Harnröhre verabreicht. Beide Methoden sollten nur nach ärztlicher Anleitung angewendet werden. [8]
Testosterontherapie bei hormonell bedingter Erektionsstörung
Eine Testosterontherapie kommt nur bei einem nachgewiesenen Mangel infrage. Ein einzelner niedriger Laborwert reicht dafür nicht aus. Der Arzt beurteilt zusätzlich Beschwerden, weitere Blutwerte und mögliche Gegenanzeigen. Eine eigenständige Einnahme von Testosteron ist keine sinnvolle Lösung für allgemeine Potenzprobleme. Die Therapie muss regelmässig kontrolliert werden. [9]
Vakuumpumpe und Penisring als mechanische Behandlungsoption
Eine Vakuumpumpe erzeugt einen Unterdruck und unterstützt dadurch die Füllung der Schwellkörper. Ein Penisring kann anschliessend helfen, das Blut länger im Penis zu halten. Die Methode benötigt keine Medikamente und kann deshalb für bestimmte Patienten interessant sein. Die Anwendung sollte zunächst erklärt und eingeübt werden. Ein Ring darf nicht länger als empfohlen angelegt bleiben.
Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) als neuere, nicht-invasive Methode
Bei der ESWT werden Schallwellen auf bestimmte Bereiche des Penis gerichtet. Die Behandlung soll unter anderem die Gefässfunktion beeinflussen und ist nicht invasiv. Die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig. Ein Cochrane-Review von Ergun et al. (2025) kommt zu dem Schluss, dass die ESWT möglicherweise eine kleine Verbesserung der Erektionsfähigkeit bewirken kann. Die Sicherheit und der klinische Nutzen sind jedoch noch nicht ausreichend belegt, und die Aussagekraft der Evidenz ist gering. Die Methode sollte deshalb nicht als sichere Standardlösung für jede ED dargestellt werden. Vor einer Behandlung sollte zunächst die Ursache der Erektionsstörung geklärt werden.
Penisprothese als operative Lösung bei schwerer erektiler Dysfunktion
Eine Penisprothese kommt meist erst infrage, wenn andere Therapien nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden. Dabei wird ein Implantat operativ eingesetzt. Es ermöglicht später eine gezielt herbeigeführte Erektion. Die Entscheidung ist dauerhaft und sollte deshalb ausführlich besprochen werden. Vardenafil als Alternative kann bei geeigneten Männern zunächst eine medikamentöse Option sein.
Psychologische Beratung und Sexualtherapie bei psychisch bedingter Erektionsstörung
Bei psychischen Auslösern kann eine Sexualtherapie helfen. Im Mittelpunkt stehen häufig Leistungsdruck, Ängste und negative Erwartungen. Auch Konflikte in einer Beziehung können bearbeitet werden. Der Partner oder die Partnerin kann auf Wunsch einbezogen werden. Ziel ist es, den Druck aus der Situation zu nehmen und wieder mehr Sicherheit in der Sexualität zu gewinnen.
Häufige Fragen
Rund um Erektionsstörungen tauchen viele Fragen auf. Was steckt hinter den Beschwerden, wann sollte man zum Arzt und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.
Sind Erektionsstörungen bzw. Impotenz heilbar?
Erektionsstörungen sind häufig behandelbar, wobei die Erfolgsaussichten von der jeweiligen Ursache abhängen. Je nach Auslöser können beispielsweise PDE-5-Hemmer wie Sildenafil oder Tadalafil, Veränderungen des Lebensstils oder die Behandlung einer zugrunde liegenden Erkrankung infrage kommen. Auch psychische Ursachen lassen sich gezielt behandeln, etwa durch eine psychotherapeutische Unterstützung. Eine ärztliche Abklärung hilft dabei, die Ursache einzugrenzen und eine passende Behandlung auszuwählen. Eine vollständige Heilung ist jedoch nicht in jedem Fall möglich und lässt sich nicht pauschal versprechen.
Ist eine verringerte Libido auch ein Symptom von Erektionsstörungen?
Eine geringere Libido ist nicht dasselbe wie eine Erektionsstörung. Bei einer ED besteht häufig weiterhin sexuelle Lust, während die körperliche Reaktion nicht ausreichend funktioniert. Sinkt auch die Lust, können beispielsweise psychische Belastungen oder ein Hormonmangel dahinterstecken. Auch Medikamente können die sexuelle Motivation beeinflussen.
Was verursacht die Erektionsstörung?
Die möglichen Ursachen sind sehr unterschiedlich. Dazu gehören Gefäss- und Nervenerkrankungen, Diabetes, hormonelle Veränderungen, Medikamente und psychische Belastungen. Auch Alkohol, Rauchen und Übergewicht können die Erektionsfähigkeit beeinflussen. Die Untersuchung richtet sich deshalb nach den individuellen Beschwerden und Risikofaktoren.
In welchem Alter lässt die Potenz nach und sind Impotenzsymptome leichter zu erkennen?
Erektionsstörungen können in jedem Alter auftreten, werden aber mit zunehmendem Alter häufiger. Ab etwa 50 Jahren berichten Männer häufiger über Probleme, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Potenzprobleme ab diesem Alter normal oder unvermeidbar sind. Auch bei jüngeren Männern können Erkrankungen, Medikamente, Stress oder psychische Belastungen eine Rolle spielen. Treten Erektionsprobleme wiederholt auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, da sie auch auf gesundheitliche Ursachen hinweisen kann.
Ist Viagra (Sildenafil) in der Schweiz rezeptpflichtig?
Ja, Viagra beziehungsweise Sildenafil ist in der Schweiz grundsätzlich rezeptpflichtig. Vor der Einnahme sollte ein Arzt prüfen, ob das Medikament geeignet ist und ob Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bestehen. Wer Sildenafil bestellen möchte, sollte deshalb auf eine seriöse und rechtmässige Bezugsquelle achten. Besonders wichtig ist der Ausschluss gefährlicher Wechselwirkungen, etwa mit nitrathaltigen Arzneimitteln. Eine Ausnahme gibt es seit April 2020: Sildenafil 25 mg kann in der kleinsten Packungsgrösse nach einem persönlichen Fachgespräch direkt in einer Apotheke vor Ort abgegeben werden. Für alle anderen Dosierungen und für den Bezug über eine Online-Plattform ist ein ärztliches Rezept erforderlich.
-
[1] Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie – Neurogene Dysfunktion des unteren Harntrakts beim Erwachsenen. AWMF-Registernummer 030-121, 2025. https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-121l_S1_Diagnostik-Therapie-neurogene-Dysfunktion-unterer-Harntrakt-Erwachsene_2025-12.pdf
[2] Universitätsspital Zürich (USZ), Klinik für Urologie. Erektionsstörung (erektile Impotenz). Zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2026. https://www.usz.ch/krankheit/erektionsstoerung/
[3] Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). Andrologie – ein neues Gebiet der ärztlichen Zusatz-Weiterbildung.Urologenportal, 2005. https://www.urologenportal.de/pressebereich/pressemitteilungen/presse-aktuell/presse-archiv/pressemitteilungen-aus-dem-jahr-2005/pressemitteilung-andrologie-ein-neues-gebiet-der-aerztlichen-zusatz-weiterbildung-14092005.html
[4] Dräger DL. Psychosoziale Interventionen bei erektiler Dysfunktion. Der Urologe. 2015;54:254–256. https://www.urologenportal.de/fileadmin/MDB/redakteure/schmidt/Psychosoziale_Interventionen_bei_erektiler_Dysfunktion.pdf
[5] Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). Erektile Dysfunktion oft erster Hinweis auf weitere Manifestationen einer Atherosklerose. DGU-Forschung, Ausgabe 06/2018. https://www.urologenportal.de/fileadmin/uro-welten/dgu-forschung/pdf/newsletter/2018/Newsletter_DGU-Forschung_18-06.pdf
[6] Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. Altersbedingter Testosteronmangel: Keine „männlichen Wechseljahre“ – aber echte Symptome. 06.06.2025. https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/altersbedingter-testosteronmangel.php
[7] Cialis 10 mg, Filmtabletten. Compendium.ch. Schweizer Arzneimittelinformation. https://compendium.ch/product/1003520-cialis-filmtabl-10-mg
[8] Haensch CA, Hilz M-J, Jost WH, Kaufmann A, Kessler T, Lahrmann H. S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), AWMF-Registernummer 030/112. Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie. 2019;87(4):225–233. https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0747-5892
[9] Universitätsklinik für Urologie, Inselspital Bern. Erektile Dysfunktion. Informationen zu Definition, Ursachen, Diagnose und Behandlung der erektilen Dysfunktion. https://urologie.insel.ch/de/unser-angebot/krankheitsbilder/erektile-dysfunktion