Gewichtsmanagement

Was sind GLP-1-Medikamente?

GLP-1-Medikamente haben die Behandlung von Übergewicht und Adipositas stark verändert – doch wie funktionieren sie eigentlich? Erfahren Sie, wie sie Appetit und Sättigung beeinflussen, welche Wirkstoffe es gibt und für wen eine Behandlung infrage kommen kann.

Henrik Aulbach, Deutscher Medizintexter

Autor Henrik Aulbach

Geprüft von Dr.med. Walter Brinker

Veröffentlicht am:

Zuletzt aktualisiert:

Suchleiste mit dem Begriff „GLP-1“ und darunter ladende Suchergebnisse auf hellem Hintergrund.

Was GLP-1-Medikamente sind und woher der Name stammt

GLP-1-Medikamente sind eine Wirkstoffgruppe, die medizinisch als GLP-1-Rezeptoragonisten oder kurz GLP-1-Agonisten bezeichnet wird. GLP-1-Medikamente wurden ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt, weil sie gezielt in den Stoffwechsel eingreifen und den Blutzucker regulieren [1]. Inzwischen werden GLP-1-Medikamente auch beim medizinischen Gewichtsmanagement eingesetzt. Das ist dann der Fall, wenn eine Gewichtsreduktion aus gesundheitlichen Gründen nötig ist und eine Umstellung von Ernährung, Bewegung und Lebensstil allein nicht ausreicht. In der Praxis werden GLP-1-Medikamente in der Regel bei einem BMI von 30 oder höher verschrieben oder bei Übergewicht ab BMI 27 mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen [3]. 

Der Name der Wirkstoffgruppe verweist auf ihre Wirkung. GLP-1 steht für Glucagon-like Peptide-1. Das ist ein körpereigenes Hormon aus dem Verdauungstrakt, welches an der hormonellen Steuerung von Hunger und Sättigung beteiligt ist. GLP-1-Medikamente binden an GLP-1-Rezeptoren im Körper und lösen dort dieselben Signale aus wie das Hormon selbst [1]. 

Was das Hormon GLP-1 im Körper bewirkt

GLP-1 wird im Darm ausgeschüttet, wenn Nahrung aufgenommen wird. Es zählt damit zu den sogenannten Inkretinhormonen, die den Körper nach einer Mahlzeit auf die Verdauung einstellen. Dabei entfaltet es seine Wirkung an mehreren Stellen gleichzeitig [1].

Der erste Ansatzpunkt ist die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. GLP-1 regt die Insulinausschüttung an, wenn der Blutzuckerspiegel tatsächlich erhöht ist. Gleichzeitig hemmt es die Ausschüttung von Glucagon, dem Gegenspieler des Insulins. Auf diese Weise senken GLP-1-Medikamente den Blutzuckerspiegel bei Typ-2-Diabetes, ohne das Risiko einer Unterzuckerung stark zu erhöhen [1]. Das spielt für die Sicherheit der Therapie eine wesentliche Rolle.

Der zweite Ansatzpunkt betrifft den Magen. GLP-1 verlangsamt die Magenentleerung. Dadurch bleibt die Nahrung länger im Magen, das Sättigungsgefühl setzt früher ein und hält auch länger an. Parallel dazu wirkt das Hormon auf die Regionen im Gehirn, die Appetit und Hungergefühl steuern. Zusammengefasst gilt: GLP-1-Medikamente reduzieren den Appetit und verlangsamen die Magenentleerung. Beides zusammen führt dazu, dass Patienten unter GLP-1-basierten Medikamenten weniger Kalorien aufnehmen. Der Gewichtsverlust entsteht also über eine veränderte Steuerung von Hunger und Sättigung [1].

Das Besondere an GLP-1-Medikamenten ist ihre lange Wirkdauer. Das körpereigene Hormon wird innerhalb weniger Minuten wieder abgebaut. Die Wirkstoffe in GLP-1-Medikamenten sind so verändert, dass sie viel langsamer abgebaut werden und dadurch stunden- oder tagelang im System verbleiben können [1]. 

Zudem zeigen Studien, dass GLP-1-Medikamente positive Effekte auf das Herz haben können. Bei bestimmten Patientengruppen konnten GLP-1-Medikamente das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse senken [1]. 

Welche GLP-1-Medikamente es gibt und wie sich die Wirkstoffe unterscheiden

 Frau, die sich ein ärztliches Rezept ausstellen lässt  

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die einzelnen GLP-1-basierten Wirkstoffe und ihre Eigenheiten. Alle hier genannten Präparate gehören zur Gruppe der Inkretinmimetika und sind in Deutschland verschreibungspflichtig [1]. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung, sondern sollen einen ersten Überblick verschaffen. 

Semaglutid in Ozempic, Wegovy und Rybelsus

Semaglutid ist der bekannteste Vertreter der GLP-1-Analoga. Semaglutid wurde 2018 in Deutschland zugelassen und hat damit eine der längsten Erfahrungsbasen unter den modernen Wirkstoffen. Semaglutid ist beispielsweise in Ozempic und Wegovy enthalten. Ozempic wird einmal wöchentlich injiziert und ist für die Diabetes-Therapie bei Typ-2-Diabetes zugelassen [1]. Wegovy ist für das Gewichtsmanagement zugelassen. Rybelsus ist eine Tablette gegen Typ-2-Diabetes, die einmal täglich eingenommen wird [4]. Mit der Wegovy-Tablette liegt ebenfalls eine Tablette für orales Semaglutid zur Adipositas-Behandlung vor [3].

Wegovy ist seit 2021 in den USA zur Gewichtsreduktion zugelassen, in der EU folgte die Zulassung 2022 [3]. Zur Wirksamkeit liegen inzwischen umfangreiche Daten vor. In der Studie OASIS 1 führte orales Semaglutid zu einer durchschnittlichen Gewichtsabnahme von 15,1 % [8].

Liraglutid in Victoza und Saxenda

Liraglutid ist der direkte Vorgänger von Semaglutid und ist bereits seit 2009 auf dem deutschen Markt verfügbar. Die Eigenheit liegt in der Anwendung: Liraglutid wird täglich injiziert, nicht wöchentlich [1]. Für manche Menschen ist das ein Nachteil, während andere es als einen Vorteil erleben. 

Victoza enthält den Wirkstoff Liraglutid und ist ausschließlich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen [1]. Saxenda ist zur Gewichtsreduktion zugelassen. Seit dem Patentablauf gibt es mittlerweile auch erste Liraglutid-Generika in Deutschland, die deutlich günstiger als das Originalpräparat sind. Die potenzielle Gewichtsabnahme fällt allerdings geringer aus als bei Semaglutid und Tirzepatid [3, 5, 6].

Dulaglutid in Trulicity

Dulaglutid besitzt keine Zulassung zum Gewichtsmanagement. Das Arzneimittel Trulicity ist zur Behandlung von Patienten ab 10 Jahren mit Typ-2-Diabetes zugelassen, etwa wenn Metformin nicht infrage kommt. Das Medikament wird einmal wöchentlich per Fertigpen als Spritze injiziert [1]. 

Weitere Wirkstoffe wie Exenatid und Lixisenatid

Exenatid und Lixisenatid sind die Pioniere der Wirkstoffgruppe, in der Praxis spielen sie heute aber kaum noch eine Rolle. Exenatid etwa war der erste auf dem Markt erhältliche Vertreter der Inkretinmimetika [1]. Präparate mit Exenatid wurden 2024 eingestellt. Lixisenatid wurde ab 2013 zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. Kurz danach wurde es vom Markt in Deutschland genommen, weil keine Einigung über den Erstattungsbetrag zustande kam. 

Tirzepatid (Mounjaro)

Tirzepatid ist kein reiner GLP-1-Agonist, sondern wirkt über einen dualen Wirkmechanismus auch auf den GIP-Rezeptor. Aus dieser Kombination erklärt sich, dass Tirzepatid in den Zulassungsstudien eine überlegene Wirkung bei der Gewichtsabnahme im Vergleich zu Semaglutid zeigte. 2022 wurde es in der EU zur Diabetes-Therapie zugelassen, 2023 folgte die Zulassung von Mounjaro zum Abnehmen. Tirzepatid wird wie Semaglutid wöchentlich injiziert [6].

Die folgende Übersicht fasst zusammen, welche Wirkstoffe in welchen Präparaten stecken und wofür sie zugelassen sind [1, 3, 4, 5, 6]:

Wirkstoff

Präparate

Anwendung

Zugelassen für

Semaglutid

Ozempic, Wegovy, Rybelsus, Wegovy Tabletten

1x wöchentlich als Injektion oder 1x täglich als Tablette

Typ-2-Diabetes und Gewichtsmanagement, je nach Präparat

Liraglutid

Victoza, Saxenda, Generika

1x täglich als Injektion

Typ-2-Diabetes und Gewichtsmanagement, je nach Präparat

Dulaglutid

Trulicity

1x wöchentlich als Injektion

ausschließlich Typ-2-Diabetes

Exenatid

Byetta, Bydureon

2x täglich bzw. 1x wöchentlich als Injektion

Typ-2-Diabetes, in Deutschland praktisch nicht mehr verfügbar

Lixisenatid

Lyxumia

1x täglich als Injektion

Typ-2-Diabetes, in Deutschland nicht im Handel

Tirzepatid

Mounjaro

1x wöchentlich als Injektion

Typ-2-Diabetes und Gewichtsmanagement

Welches Präparat im individuellen Fall infrage kommt, entscheidet immer der behandelnde Arzt anhand der Diagnose, Begleiterkrankungen, individueller Verträglichkeit und des allgemeinen gesundheitlichen Zustands.

Wofür GLP-1-Medikamente zugelassen sind

Die Zulassung legt fest, für welche Indikationen (Erkrankungen und Patientengruppen) ein Arzt ein Medikament verordnen darf. Für die Verwendung von GLP-1-Medikamenten sind zwei Indikationen relevant: die Behandlung von Typ-2-Diabetes und das medizinische Gewichtsmanagement [3]. 

Einsatz bei Typ-2-Diabetes

Für die Behandlung von Typ-2-Diabetes sind die meisten Vertreter der Wirkstoffgruppe zugelassen. Dazu gehören Ozempic und Rybelsus mit Semaglutid, Victoza mit Liraglutid, Trulicity mit Dulaglutid sowie Mounjaro mit Tirzepatid [1, 4, 6]. Die Zulassung gilt als Ergänzung zu einer angepassten Ernährung und mehr Bewegung. Verordnet werden die Präparate in der Regel, wenn sich der Blutzucker mit Metformin nicht ausreichend einstellen lässt oder es schlecht vertragen wird. Je nach Präparat kann eine Monotherapie erfolgen oder eine Kombination mit anderen Antidiabetika [2].

Der Grund für diese Zulassung liegt darin, dass GLP-1 im Pankreas die Insulinfreisetzung steigern kann, was allerdings nur bei erhöhtem Blutzucker passiert. Gleichzeitig dämpft es die Glucagon-Ausschüttung und verlangsamt die Magenentleerung. Vor allem nach Mahlzeiten mit vielen Kohlenhydraten können die Blutzuckerspitzen dadurch flacher ausfallen. Da zudem viele Betroffene auch an Übergewicht leiden, bringt die gewichtssenkende Wirkung ebenfalls positive Effekte mit sich [1].

Einsatz beim Gewichtsmanagement und bei Adipositas

Deutlich kleiner ist die Auswahl an Präparaten, die für das Gewichtsmanagement zugelassen sind. Zugelassen sind Wegovy mit Semaglutid, seit Juli 2026 auch die Wegovy-Tablette, die Saxenda-Spritze mit Liraglutid sowie Mounjaro mit Tirzepatid. Die Zulassung ist an klare Voraussetzungen gebunden: einen BMI ab 30 oder einen BMI ab 27 mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Eine Therapie mit GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion soll immer von einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung begleitet werden. Die Medikamente ersetzen diese Maßnahmen nicht, sondern unterstützen sie [3, 5, 6]. 

Der Grund für diese Zulassung liegt darin, dass GLP-1-Medikamente in die Steuerung von Hunger und Sättigung eingreifen [1]. Adipositas gilt heute als chronische Erkrankung, bei welcher der Körper selbst dauerhaft gegen die Gewichtsabnahme arbeitet [9]. An genau dieser Steuerung setzen GLP-1-Medikamente an. 

Welche Darreichungsformen GLP-1-Medikamente haben

 Frau, die auf ihrem Laptop im Internet surft  

Lange Zeit gab es GLP-1-Medikamente nur als Spritze. Inzwischen gibt es den Wirkstoff Semaglutid auch in Tablettenform. Ursprünglich war die Tablettenform nur für Typ-2-Diabetes zugelassen. Seit Juli 2026 ist sie auch für das Gewichtsmanagement zugelassen [3, 4]. Ein Vergleich der beiden Darreichungsformen (z. B. Wegovy-Tabletten vs. Injektionen) zeigt, worin sie sich unterscheiden und warum die Tablette aus technischer Sicht wesentlich aufwändiger ist, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

GLP-1-Spritzen als gängigste Anwendungsform

Die Injektion per Fertigpen ist nach wie vor die häufigste Anwendungsform. Als Spritze verfügbar sind Ozempic und Wegovy mit Semaglutid, Victoza und Saxenda mit Liraglutid, Trulicity mit Dulaglutid sowie Mounjaro mit Tirzepatid [1, 3, 5, 6].

Wirkstoffe wie Semaglutid, Dulaglutid und Tirzepatid werden einmal wöchentlich injiziert. Liraglutid wird einmal täglich gespritzt [1]. Die Injektion erfolgt subkutan, also in das Unterhautfettgewebe am Bauch, am Oberschenkel oder am Oberarm. Verwendet werden dafür Fertigpens mit sehr feinen Nadeln und Funktionen wie Dosisanzeigen. In der Regel beginnt die Therapie mit einer niedrigen Dosis, die über mehrere Wochen schrittweise gesteigert wird, um die Verträglichkeit zu verbessern [3, 5, 6].

GLP-1-Tabletten zum Abnehmen

Tabletten mit GLP-1-basierten Wirkstoffen gibt es ausschließlich mit Semaglutid. Rybelsus steht seit 2020 zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zur Verfügung [4]. Mit der Wegovy-Tablette wurde 2026 auch eine Variante zum Gewichtsmanagement zugelassen. In beiden Fällen wird die Tablette einmal täglich eingenommen [3]. 

Dabei gibt es einen interessanten Zusammenhang zwischen der Darreichungsform und Dosierung. Die Spritzen sind in der Regel viel geringer dosiert. Die maximale Dosis der Wegovy-Spritze beträgt 2,4 mg Semaglutid, während es bei der Wegovy-Tablette 25 mg sind [3]. Der Grund ist die geringe Wirkstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt. Nur ein kleiner Teil des Wirkstoffs gelangt tatsächlich ins Blut, weil beispielsweise die Magensäure einen Großteil zerstört. Damit überhaupt genug Wirkstoff ankommt, nutzt die Tablette besondere Technologien wie einen Trägerstoff, der den Wirkstoff im Magen vor Abbau schützt und dafür sorgt, dass er leichter über die Magenschleimhaut aufgenommen werden kann [4].

Die Tablette wird daher nüchtern eingenommen, mit höchstens 120 ml Wasser. Erst etwa 30 Minuten später darf getrunken oder gegessen werden [3, 4]. 

Welche Nebenwirkungen bei GLP-1-Rezeptoragonisten auftreten können

Nebenwirkungen sind bei GLP-1-Medikamenten die Regel und nicht die Ausnahme. In der Zulassungsstudie STEP 1 zu Semaglutid berichteten 74,2 % der Probanden über Nebenwirkungen im Verdauungsapparat. Sie traten vor allem zu Beginn der Therapie oder bei Dosissteigerungen auf und verschwanden im weiteren Verlauf von selbst [7].

Der Grund dafür liegt im Wirkprinzip. Die Medikamente greifen gezielt in die Verdauung ein, verlangsamen die Magenentleerung und beeinflussen die hormonelle Steuerung von Hunger und Sättigung. Der Körper muss sich daher zu Anfang der Therapie umstellen und sich an den Wirkstoff gewöhnen. Deshalb wird die Therapie nicht mit der Zieldosis gestartet, sondern über mehrere Wochen schrittweise aufdosiert. Diese Titration soll dem Verdauungstrakt Zeit geben, um sich anzupassen, damit die Verträglichkeit erhöht wird und weniger Nebenwirkungen auftreten [3]. 

Die häufigsten Nebenwirkungen von GLP-1-Medikamenten sind Magen-Darm-Beschwerden. Häufige Nebenwirkungen sind etwa Übelkeit, Durchfall und Erbrechen, Verstopfung, Blähungen, Aufstoßen und ein Völlegefühl nach dem Essen. Auch Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel können auftreten [3].

Typischerweise treten diese Beschwerden vor allem zu Anfang der Therapie oder nach einer Dosissteigerung auf. Sie legen sich zudem häufig im weiteren Behandlungsverlauf wieder [7]. Kleinere Portionen, langsames Essen und der Verzicht auf sehr fettige Speisen können helfen, die Beschwerden zu lindern. Wenn Sie dauerhaft stark belastet sind, sollten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt halten.

Neben den häufigen Beschwerden gibt es Nebenwirkungen, die seltener auftreten, aber ärztlich abgeklärt werden müssen.

Gallensteine sind ebenfalls eine häufige Nebenwirkung. Ihre Entstehung wird durch eine rasche Gewichtsabnahme begünstigt. Anhaltende Schmerzen im Oberbauch, besonders nach fettreichen Mahlzeiten, sind ein Anlass für einen Arztbesuch [3].

Auch eine akute Pankreatitis, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, kann auftreten. Sie tritt gelegentlich auf, gilt dann aber als ein medizinischer Notfall. Warnzeichen, bei denen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen sollten, sind starke, anhaltende Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen und oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden [3].

Aus einer Datengrundlage aus Tierstudien ergibt sich zudem, dass C-Zell-Tumoren der Schilddrüse ein potenzielles Risiko darstellen [3]. Daher müssen dem behandelnden Arzt alle Vorerkrankungen mitgeteilt werden. 

Für wen GLP-1-Medikamente infrage kommen

 ein Injektionsstift auf dem Tisch  

GLP-1-Medikamente sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Vor jeder Verordnung prüft der Arzt, ob eine Erkrankung vorliegt, für die das jeweilige Präparat zugelassen ist. Zudem prüft er, ob Gründe gegen die Therapie sprechen, etwa Vorerkrankungen oder anderweitige Medikamente [3]. Erst wenn die ärztliche Beurteilung positiv ausfällt, können GLP-1-Medikamente verschrieben werden.

Voraussetzungen bei Typ-2-Diabetes

Bei Typ-2-Diabetes kommen GLP-1-Medikamente infrage, wenn der Blutzucker trotz angepasster Ernährung und mehr Bewegung nicht ausreichend eingestellt ist. Meist werden sie mit anderen Antidiabetika wie Metformin kombiniert. Sie können auch als Monotherapie eingesetzt werden, wenn Metformin nicht vertragen wird oder nicht eingesetzt werden darf. Besonders früh werden GLP-1-Agonisten empfohlen für Patienten, die bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben oder ein erhöhtes Risiko dafür aufweisen [2].

Konkret sind folgende Präparate für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen [1, 4, 6]:

  • Ozempic und Rybelsus (Semaglutid)
  • Victoza sowie Liraglutid-Generika
  • Trulicity (Dulaglutid)
  • Mounjaro (Tirzepatid)

Voraussetzungen bei Adipositas oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen

Für das Gewichtsmanagement gelten feste BMI-Grenzen. Erwachsene kommen für eine Therapie infrage, wenn [3, 5, 6]:

  • ein BMI von 30 oder höher vorliegt (Adipositas).
  • ein BMI zwischen 27 und 30 und zusätzlich mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, obstruktive Schlafapnoe oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegen.

Die Behandlung erfolgt dabei immer ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung. Die Wegovy-Spritze und Saxenda sind zusätzlich für Jugendliche ab 12 Jahren mit Adipositas und einem Körpergewicht von mindestens 60 Kilogramm zugelassen. Die Wegovy-Tablette ist ausschließlich für Erwachsene zugelassen [3, 5].

Konkret sind folgende Präparate für das Gewichtsmanagement zugelassen [3, 5, 6]:

  • Wegovy als Spritze oder Tablette (Semaglutid)
  • Saxenda sowie Liraglutid-Generika
  • Mounjaro (Tirzepatid)

Wie man ein GLP-1-Medikament verschrieben bekommt

Die Verschreibung von GLP-1-Medikamenten ist an feste Kriterien geknüpft und folgt einem klaren Ablauf. Im Folgenden erfahren Sie, wie die Verschreibung typischerweise abläuft. 

Ärztliches Rezept als Voraussetzung

Alle GLP-1-Medikamente sind verschreibungspflichtig. Wer GLP-1-basierte Abnehmmittel kaufen möchte, erhält sie nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts in der Apotheke. Das Rezept kann bei einem Termin in der Praxis vor Ort ausgestellt werden oder nach einer ärztlichen Prüfung im Rahmen einer telemedizinischen Behandlung. 

Welche Art von Rezept Sie erhalten, hängt von der Indikation ab. Bei Typ-2-Diabetes übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten und Sie erhalten ein Kassenrezept. Arzneimittel zur Gewichtsreduktion sind dagegen von der Erstattung ausgeschlossen, weshalb sie auf Privatrezept ausgestellt werden und Sie die Kosten selbst tragen. 

Welcher Arzt verschreibt GLP-1-Präparate?

Grundsätzlich darf jeder approbierte Arzt GLP-1-Präparate verschreiben. Eine Beschränkung auf bestimmte Fachrichtungen gibt es nicht. Daher kann jeder Arzt GLP-1-Medikamente verschreiben, sowohl in einer Praxis vor Ort als auch telemedizinisch.

Ablauf bei einer Online-Arztpraxis

Bei einer Online-Arztpraxis, über die Sie beispielsweise Wegovy online erhalten können, läuft die Verschreibung vollständig digital ab. In der Regel sieht der Ablauf wie folgt aus:

  1. Medizinischer Fragebogen: Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus, in dem Sie Angaben zu Ihrer Erkrankung und Ihrer individuellen Situation machen. 
  2. Ärztliche Prüfung: Ein Arzt prüft Ihre Angaben und beurteilt, ob eine Therapie mit GLP-1-Medikamenten für Sie infrage kommt. Bei Unklarheiten meldet er sich bei Ihnen mit Rückfragen.
  3. Rezeptausstellung: Fällt die Prüfung positiv aus, stellt der Arzt ein Rezept aus und übermittelt es an eine zertifizierte Partnerapotheke.
  4. Versand: Die Apotheke verschickt das Medikament direkt an Ihre Wunschadresse.
  5. Folgebehandlung: Für Folgerezepte oder Therapieanpassungen melden Sie sich erneut bei Ihrem Arzt. Dieser stellt dann Rückfragen zu Ihrer Behandlung und kann basierend darauf Therapieanpassungen vornehmen. 

Was nach dem Absetzen von GLP-1-Medikamenten passieren kann

GLP-1-Medikamente sind in der Regel als Langzeittherapie angelegt. Sie beeinflussen die Steuerung von Hunger und Sättigung nur, solange der Wirkstoff im Körper vorhanden ist. Die Gewichtsabnahme besteht daher meist nur während der Behandlung [9]. 

Nach dem Absetzen kehren Appetit und Hungergefühl in der Regel auf das frühere Niveau zurück. Die meisten Patienten nehmen dann wieder zu, was man auch als Jo-Jo-Effekt bezeichnet. Wie stark diese potenzielle Gewichtszunahme ausfällt, ist individuell verschieden [9]. Wer während der Therapie seine Ernährung und sein Bewegungsverhalten dauerhaft umgestellt hat, kann das erreichte Gewicht besser halten.

Setzen Sie GLP-1-Medikamente daher nicht eigenmächtig ab. Besprechen Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt, ob und wie die Therapie beendet oder angepasst werden kann.

Häufige Fragen

Zum Abschluss finden Sie hier Antworten auf die häufigsten Fragen, die rund um GLP-1-Medikamente gestellt werden. 

Ist Ozempic ein GLP-1-Medikament?

Ja. Ozempic enthält den Wirkstoff Semaglutid und gehört damit zu den GLP-1-Rezeptoragonisten. Zugelassen ist Ozempic für die Behandlung von Typ-2-Diabetes [1]. Für das Gewichtsmanagement ist mit Wegovy ein eigenes Präparat mit demselben Wirkstoff zugelassen [3]. 

Wie lange muss man GLP-1-Medikamente nehmen?

Eine feste Behandlungsdauer gibt es nicht. GLP-1-Medikamente sind in der Regel als Langzeittherapie angelegt, da ihre Wirkung nach dem Absetzen nachlässt [9]. Bei Typ-2-Diabetes erfolgt die Behandlung häufig dauerhaft [2]. Beim Gewichtsmanagement prüft ein Arzt regelmäßig, ob die Therapie wirkt, verträglich ist und weiterhin sinnvoll ist [3, 5]. 

Gibt es GLP-1-Pflaster zum Abnehmen?

Nein. In der EU gibt es kein zugelassenes Pflaster mit einem GLP-1-Wirkstoff. 

Sind GLP-1-Medikamente gefährlich?

Werden GLP-1-Medikamente ärztlich verordnet und gemäß Zulassung angewendet, gelten sie als gut untersucht. Häufig treten vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden auf. Seltenere Nebenwirkungen wie Gallensteine oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse müssen dagegen ärztlich abgeklärt werden [3]. Riskant wird es vor allem bei der Anwendung ohne ärztliche Begleitung oder bei Präparaten aus unseriösen Quellen, da Fälschungen im Umlauf sind. 

Wie viele Kilogramm kann man mit GLP-1-Präparaten verlieren?

Das ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von zahlreichen Faktoren wie dem Wirkstoff, der Dosis, der Therapiedauer und dem Ausgangsgewicht ab. In der Zulassungsstudie STEP 1 verloren die Teilnehmenden mit Semaglutid-Spritzen nach 68 Wochen durchschnittlich rund 15 % ihres Körpergewichts [7]. Mit Liraglutid fiel die Abnahme in Studien geringer aus, mit Tirzepatid höher [5, 6]. 

Welches GLP-1-Präparat ist das beste?

Beste Medikamente zur Gewichtsabnahme lassen sich nicht pauschal benennen. Welches Medikament infrage kommt, hängt ganz vom individuellen Fall ab und von Faktoren wie der Erkrankung, Verträglichkeit, Therapieerfahrungen und so weiter. Die Entscheidung trifft immer der behandelnde Arzt gemeinsam mit Ihnen.

  • [1] Drucker, D. J. (2018). Mechanisms of action and therapeutic application of glucagon-like peptide-1. Cell Metabolism, 27(4), 740–756. https://doi.org/10.1016/j.cmet.2018.03.001

    [2] Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung & Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. (2023). Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes – Langfassung (Version 3.0). https://www.leitlinien.de/themen/diabetes

    [3] European Medicines Agency. (2026). Wegovy: EPAR – Product information. 

    [4] European Medicines Agency. (2026). Rybelsus: EPAR – Product information. 

    [5] European Medicines Agency. (2025). Saxenda: EPAR – Product information. 

    [6] European Medicines Agency. (2026). Mounjaro: EPAR – Product information. 

    [7] Wilding, J. P. H., Batterham, R. L., Calanna, S., Davies, M., Van Gaal, L. F., Lingvay, I., McGowan, B. M., Rosenstock, J., Tran, M. T. D., Wadden, T. A., Wharton, S., Yokote, K., Zeuthen, N., & Kushner, R. F. (2021). Once-weekly semaglutide in adults with overweight or obesity. The New England Journal of Medicine, 384(11), 989–1002. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2032183

    [8] Knop, F. K., Aroda, V. R., do Vale, R. D., Holst-Hansen, T., Laursen, P. N., Rosenstock, J., Rubino, D. M., & Garvey, W. T. (2023). Oral semaglutide 50 mg taken once per day in adults with overweight or obesity (OASIS 1): A randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. The Lancet, 402(10403), 705–719. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)01185-6

    [9] Wilding, J. P. H., Batterham, R. L., Davies, M., Van Gaal, L. F., Kandler, K., Konakli, K., Lingvay, I., McGowan, B. M., Oral, T. K., Rosenstock, J., Wadden, T. A., Wharton, S., Yokote, K., & Kushner, R. F. (2022). Weight regain and cardiometabolic effects after withdrawal of semaglutide: The STEP 1 trial extension. Diabetes, Obesity and Metabolism, 24(8), 1553–1564. https://doi.org/10.1111/dom.14725

Ähnliche Themen entdecken

Gesundheitsversorgung, der Sie vertrauen können

  • PayPal
  • Klarna
  • Mastercard
  • Visa
  • Apple Pay
  • Google Pay
  • DHL Express
  • DHL Paket
LegitScript

LegitScript

LegitScript-zertifizierter Online-Gesundheitsdienstleister nach höchsten Standards.

EU-Zertifizierung

EU-Zertifizierung

Partnerapotheken sind registriert und zum Online-Verkauf von Medikamenten zugelassen.

+49-800-2040640 International E-Mail