Gewichtsmanagement

Saxenda Nebenwirkungen: Häufigkeit, Dauer und wann Sie zum Arzt sollten

Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen können besonders zu Beginn der Behandlung mit Saxenda auftreten. Erfahren Sie, welche Nebenwirkungen häufig sind, wie lange sie typischerweise anhalten und bei welchen Beschwerden Sie ärztlichen Rat einholen sollten.

Henrik Aulbach, Deutscher Medizintexter

Autor Henrik Aulbach

Geprüft von Dr. med. Walter Brinker

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Frau hält einen Injektionspen und wirkt übel, während ein Glas Wasser und eine Medikamentenbox auf dem Küchentisch stehen

Wie Saxenda wirkt und warum Nebenwirkungen auftreten

Saxenda enthält den Wirkstoff Liraglutid. Liraglutid ahmt das Hormon Glucagon-like peptide-1 (GLP-1) nach. Das ist ein körpereigenes Darmhormon, das nach jeder Mahlzeit ausgeschüttet wird und dem Gehirn das Sättigungsgefühl vermittelt.

Daraus ergibt sich die Wirkung von Saxenda beim Abnehmen. Liraglutid reguliert den Appetit und das Sättigungsgefühl, sodass Sie früher satt sind und über den Tag weniger essen. Gleichzeitig verlangsamt der Wirkstoff die Magenentleerung, wodurch die Nahrung länger im Magen bleibt und das Sättigungsgefühl länger anhält.

Und genau dieser zweite Effekt erklärt die meisten Nebenwirkungen. Durch die Effekte auf den Magen können Magen-Darm-Nebenwirkungen eintreten. Ein weiterer Grund liegt in der Dosierung. Ihr Körper muss sich langsam an den Wirkstoff gewöhnen. Daher wird die Anwendung von Saxenda mit einer kleinen Dosis begonnen und schrittweise erhöht. Die Anfangsdosis beträgt 0,6 mg pro Tag. Diese Dosis kann auf maximal 3,0 mg erhöht werden. Typischerweise treten vermehrt Nebenwirkungen zu Beginn der Therapie und bei Dosiserhöhungen auf.

Saxenda wird einmal täglich als Injektion mit einem Fertigpen unter die Haut verabreicht. Zugelassen ist es für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Bei Erwachsenen muss ein Body-Mass-Index ab 30 oder ab 27 vorliegen, wenn zusätzlich gewichtsbedingte Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte vorliegen. Für Jugendliche gelten ein Mindestgewicht von 60 kg und altersangepasste BMI-Grenzwerte für Adipositas [1].

Das Medikament wirkt nicht für sich allein. Die Behandlung mit Saxenda erfordert eine kalorienreduzierte Diät und mehr Bewegung. In der Zulassungsstudie verloren Patienten unter Liraglutid nach 56 Wochen im Mittel rund 8 Prozent ihres Körpergewichts. Die Behandlung sollte nach 12 Wochen auf der Erhaltungsdosis von 3,0 mg überprüft werden. Wer bis dahin weniger als 5 Prozent des Ausgangsgewichts verloren hat, sollte die Therapie laut Fachinformation beenden.

Saxenda Nebenwirkungen im Überblick nach Häufigkeit

Arzneimittelbehörden ordnen bekannte Nebenwirkungen einer festen Häufigkeitskategorie zu, die von „sehr häufig" bis „sehr selten" reicht. Diese Einteilung finden Sie auch in der Packungsbeilage und sie ist die beste verfügbare Orientierung, um Beschwerden einzuordnen.

Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten)

In diese Kategorie fallen fast ausschliesslich Magen-Darm-Beschwerden. Sie sind mit Abstand die typischsten Nebenwirkungen von Saxenda. Dazu gehören:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung

Ebenfalls sehr häufig sind Kopfschmerzen. Sie hängen oft mit der veränderten Ernährung und der geringeren Kalorienzufuhr zusammen und werden häufig nicht allein durch den Wirkstoff ausgelöst.

Diese Beschwerden treten insbesondere zu Anfang der Behandlung und nach Dosissteigerungen auf. In der Regel sind sie leicht bis moderat und klingen mit der Zeit von selbst wieder ab. Eine schleichende Dosiserhöhung hilft, die gastrointestinalen Nebenwirkungen zu reduzieren. Zu diesem Zweck wird die Dosis in langsamen Schritten gesteigert. Wenn Sie eine Stufe schlecht vertragen, kann medizinisches Fachpersonal die Steigerung verlangsamen, statt die Behandlung abzubrechen.

Häufig (bei 1 bis 10 von 100 Behandelten)

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Magen-Darm-Beschwerden wie:

  • Sodbrennen 
  • Magenschleimhautentzündung
  • Blähungen
  • Aufstossen
  • Oberbauchschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • Geschmacksveränderungen

Dazu kommen weitere Nebenwirkungen wie Schwindel oder Schlafstörungen.

Es können zudem Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten, die meist vorübergehend sind. Dazu gehören typischerweise Rötungen, Juckreiz, ein blauer Fleck oder ein Druckgefühl. Ein Wechsel der Einstichstelle bei jeder Injektion beugt dem vor.

Zwei Punkte in dieser Kategorie verdienen besondere Aufmerksamkeit. Gallensteine sind eine mögliche Nebenwirkung von Saxenda, da Gallensteine bei schnellem Gewichtsverlust auftreten können. Anhaltende Schmerzen im rechten Oberbauch gehören daher ärztlich abgeklärt.

Zudem kann Hypoglykämie bei Patienten ohne Diabetes auftreten. Eine Unterzuckerung äussert sich durch Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Heisshunger oder Konzentrationsprobleme. Deutlich höher ist das Risiko für diese Nebenwirkungen, wenn Sie gleichzeitig Diabetesmedikamente einnehmen.

Gelegentlich (bei 1 bis 10 von 1'000 Behandelten)

Akute Pankreatitis wird gelegentlich unter Saxenda berichtet. Diese Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist die klinisch bedeutsamste Nebenwirkung von Saxenda und potenziell lebensbedrohlich. Sie äussert sich durch starke, anhaltende Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen und oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet sind. In diesem Fall müssen Sie die Anwendung sofort stoppen und umgehend ärztliche Hilfe suchen.

Weitere, gelegentliche Nebenwirkungen sind:

  • Gallenblasenentzündung
  • deutlich verzögerte Magenentleerung
  • beschleunigter Puls
  • Nesselsucht
  • Dehydrierung

Selten (bei 1 bis 10 von 10'000 Behandelten)

Allergische Reaktionen können bei der Anwendung von Saxenda auftreten. Leichte Formen wie Hautausschlag sind häufiger. Die schwere Verlaufsform, die Anaphylaxie, ist dagegen eine seltene Nebenwirkung. Schwellungen im Gesicht, Atemnot, ein Anschwellen von Hals und Zunge oder ein plötzlich rasender Puls sind Warnsignale für schwere allergische Reaktionen. Als medizinischer Notfall bedürfen sie umgehend ärztlicher Hilfe.

Selten sind zudem eine eingeschränkte Nierenfunktion und ein akutes Nierenversagen. Beides steht im Zusammenhang mit starker Dehydrierung durch anhaltendes Erbrechen oder Durchfall. Warnzeichen sind eine deutlich verringerte Urinmenge und ungewöhnliche Müdigkeit.

Nebenwirkungen von Saxenda auf einen Blick

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten)

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen

Häufig (bei 1 bis 10 von 100 Behandelten)

Sodbrennen, Gastritis, Oberbauchschmerzen, Blähungen, Aufstossen, Mundtrockenheit, Geschmacksstörungen, Schwindel, Schlafstörungen, Erschöpfung, Hautausschlag, Reaktionen an der Injektionsstelle, Gallensteine, Unterzuckerung, erhöhte Lipase- und Amylase-Werte

Gelegentlich (bei 1 bis 10 von 1'000 Behandelten)

Akute Pankreatitis, Gallenblasenentzündung, verzögerte Magenentleerung, Dehydrierung, beschleunigter Puls, Nesselsucht, Unwohlsein

Selten (bei 1 bis 10 von 10'000 Behandelten)

Anaphylaktische Reaktion, akutes Nierenversagen, eingeschränkte Nierenfunktion

Diese Übersicht ersetzt keine ärztliche Beratung. Welche Nebenwirkungen für Sie persönlich wahrscheinlich sind, hängt auch von Ihrer Vorgeschichte und Ihrer übrigen Medikation ab. Die vollständigen Informationen dazu stehen in der Packungsbeilage. Ihr Arzt oder Apotheker ordnet die Situation für Sie ein.

Wie lange dauern Saxenda-Nebenwirkungen an?

Eine Frau, die eine gesunde Mahlzeit isst, und ein Mann, der Fast Food isst

Bei den meisten Anwendern dauern die Nebenwirkungen einige Tage bis wenige Wochen an. Dabei folgen die Nebenwirkungen oft dem Verlauf der Dosissteigerung. Die Dosis wird in vier Schritten von je 0,6 mg mit jeweils mindestens einer Woche Abstand erhöht, sodass die Erhaltungsdosis von 3,0 mg in der fünften Woche erreicht wird.

Jede dieser Stufen ist eine neue Belastung für den Verdauungstrakt. Daher zeigen sich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Völlegefühl meist in den ersten Tagen nach einer Dosiserhöhung und klingen mit der Zeit wieder ab. Die nächste Dosissteigerung bringt in der Regel bereits geringere Nebenwirkungen mit sich, da sich der Körper zunehmend an den Wirkstoff gewöhnt.

Der Grossteil der Beschwerden verschwindet, sobald die Erhaltungsdosis eine Weile stabil eingestellt ist. Das muss jedoch nicht für alle Nebenwirkungen gelten. Verstopfung kann auch nach Monaten bestehen, weil die verlangsamte Darmpassage ein dauerhafter Effekt des Wirkstoffs ist. Reaktionen an der Injektionsstelle können zudem über die gesamte Behandlungsdauer auftreten, da Saxenda täglich injiziert wird. Gallensteine entstehen bevorzugt bei rascher Gewichtsabnahme und können deshalb auch im späteren Behandlungsverlauf auftreten. Zudem bleibt auch das Risiko einer Unterzuckerung erhöht, solange Sie parallel Diabetesmedikamente anwenden. Schlafstörungen wurden in den Studien vor allem in den ersten drei Behandlungsmonaten beobachtet.

Bleiben die Beschwerden ungewöhnlich lange unverändert stark, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann Massnahmen veranlassen, um die Nebenwirkungen zu reduzieren. Ein längeres Verweilen auf einer Dosisstufe oder ein dauerhafter Verbleib unterhalb der vollen 3,0 mg sind übliche Wege, um die Verträglichkeit zu verbessern. Wird eine Stufe in zwei aufeinanderfolgenden Wochen nicht gut vertragen, ist laut Fachinformation ein Therapieabbruch zu erwägen.

Was tun bei Saxenda-Nebenwirkungen? So reagieren Sie richtig

Nicht alle Nebenwirkungen erfordern sofortiges Handeln. Bei einem Grossteil der Beschwerden reicht es aus, sie auszusitzen und mit einfachen Massnahmen zu mildern. Bei einigen wenigen dagegen zählt jede Sekunde. Sie müssen in diesen Fällen die Anwendung sofort stoppen und ärztliche Hilfe suchen.

Genau deshalb ist das ärztliche Gespräch zu Beginn der Therapie so wichtig. Dort klären Sie, welche Warnzeichen für Sie persönlich besonders relevant sind. Wer etwa bereits Probleme mit der Gallenblase hatte, Nierenerkrankungen mitbringt oder gleichzeitig Diabetesmedikamente anwendet, muss auf andere Signale achten als jemand ohne Vorerkrankungen.

Wann Abwarten ausreicht

Leichte bis mittelschwere Magen-Darm-Beschwerden in den ersten Wochen sind normal und kein Grund, die Behandlung infrage zu stellen. Dazu gehören Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Aufstossen und ein Völlegefühl nach dem Essen. Ebenso unbedenklich sind in der Regel Kopfschmerzen, Müdigkeit, leichter Schwindel und Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder Juckreiz. Diese Beschwerden dürfen unangenehm sein, solange sie Sie nicht handlungsunfähig machen und sich über die Tage bessern.

Zudem lassen sich diese Nebenwirkungen häufig durch leichte Massnahmen abmildern. Bei Übelkeit helfen kleinere Portionen, langsameres Essen und der Verzicht auf sehr fettige oder stark gewürzte Speisen. Bei Verstopfung sind ausreichend Flüssigkeit, eine ballaststoffreiche Ernährung und Bewegung naheliegende Mittel. Bei Durchfall oder Erbrechen ist regelmässiges Trinken wichtiger als alles andere, weil Flüssigkeitsmangel eine Gefahr darstellt. Zudem sollten Sie bei jeder Injektion die Einstichstelle wechseln.

Abwarten hat allerdings eine Grenze. Wenn Beschwerden nach mehreren Wochen unverändert stark bleiben, wenn Sie kaum noch Nahrung bei sich behalten oder wenn Erbrechen und Durchfall über ein bis zwei Tage anhalten, sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat einholen, da das Risiko für Flüssigkeitsmangel steigt.

Wann Sie die Anwendung stoppen und sofort einen Arzt aufsuchen sollten

In zwei Situationen ist eindeutig sofortiger ärztlicher Rat nötig.

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung äussert sich durch starke, anhaltende Schmerzen im Oberbauch, die häufig in den Rücken ausstrahlen und von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Brechen Sie die Anwendung von Saxenda sofort ab und wenden Sie sich umgehend an einen Arzt.

Der Verdacht auf eine schwere allergische Reaktion zeigt sich durch Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder Hals, Atemnot, ein plötzlich rasender Puls oder Kreislaufschwäche. Das ist ein medizinischer Notfall. Rufen Sie sofort den Notruf 144 und warten Sie nicht ab, ob es von selbst besser wird.

Daneben gibt es Beschwerden, bei denen Sie zeitnah, aber nicht unbedingt sofort ärztlichen Rat einholen sollten. Dazu gehören eine deutlich verringerte Urinmenge, ausgeprägte Schwäche oder Verwirrtheit nach anhaltendem Erbrechen oder Durchfall. Das sind Warnzeichen für Flüssigkeitsmangel oder eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion. Auch Anzeichen einer Unterzuckerung wie kalter Schweiss, blasse Haut, Zittern, Herzrasen und Konzentrationsstörungen sollten abgeklärt werden.

Im Zweifel gibt es eine einfache Regel. Wenn eine Beschwerde plötzlich auftritt, ungewöhnlich stark ist oder sich rasch verschlimmert, ist ein Anruf in der Praxis immer die richtige Entscheidung.

Wechselwirkungen von Saxenda mit anderen Medikamenten

Saxenda hat vergleichsweise wenige Wechselwirkungen, weil Liraglutid kaum über die Leberenzyme abgebaut wird. Die relevanten Wechselwirkungen lassen sich daher auf wenige Wirkstoffgruppen eingrenzen. Legen Sie Ihrem Arzt eine vollständige Liste aller Präparate vor, die Sie anwenden, einschliesslich rezeptfreier Mittel und Nahrungsergänzungsmittel. Folgende Medikamente können Wechselwirkungen mit Saxenda hervorrufen:

  • Sulfonylharnstoffe (Glimepirid, Glibenclamid, Gliclazid): Erhöhen zusammen mit Saxenda das Risiko einer Unterzuckerung deutlich. 
  • Insulin: Erhöht ebenfalls in Kombination mit Saxenda das Risiko für Unterzuckerung deutlich.
  • Cumarin-Derivate (Marcumar, Warfarin): Diese Blutverdünner können zu Wechselwirkungen führen.
  • Andere GLP-1-Rezeptoragonisten (Wegovy, Mounjaro): Dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden, da sich die Wirkmechanismen überschneiden und dadurch das Risiko für Nebenwirkungen stark erhöht wird.
  • Andere Abnehmmittel (Orlistat): Eine Kombination ist nicht vorgesehen.
  • Oral eingenommene Medikamente: Die verlangsamte Magenentleerung kann die Aufnahme mancher Wirkstoffe verzögern. 

Wer bei Saxenda besonders vorsichtig sein sollte

Eine Frau, die einen Arzttermin wahrnimmt

Saxenda ist nicht für jeden geeignet. Die Fachinformation unterscheidet zwischen Gegenanzeigen, bei denen das Medikament gar nicht infrage kommt, und Situationen, in denen die Anwendung von Saxenda besonders ärztlich beurteilt werden muss.

Saxenda darf nicht bei Allergie gegen Liraglutid oder einen der sonstigen Bestandteile angewendet werden. Schwangerschaft und Stillzeit werden zudem als Risiko betrachtet. Wer schwanger ist, es werden möchte oder stillt, sollte das Medikament daher nicht anwenden. Tritt während der Behandlung eine Schwangerschaft ein, wird Saxenda abgesetzt.

In den folgenden Fällen wird von einer Anwendung abgeraten:

  • Schwere Herzinsuffizienz
  • Schwere Nierenfunktionsstörung
  • Schwere Leberfunktionsstörung
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Diabetische Gastroparese
  • Alter ab 75 Jahren

Darüber hinaus gibt es Situationen, die eine Behandlung nicht ausschliessen, aber eine besondere ärztliche Abklärung erfordern. Dazu zählen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung in der Vorgeschichte, Typ-1-Diabetes und wenn eine Operation unter Narkose ansteht.

Ob Saxenda für Sie infrage kommt, klärt sich im ärztlichen Beratungsgespräch. Wer Saxenda kaufen möchte, benötigt daher zuerst eine ärztliche Verschreibung. Nennen Sie dabei jegliche Vorerkrankungen und stellen Sie Ihre medizinische Vorgeschichte vollständig dar.

Alternativen zu Saxenda

Saxenda ist nicht die einzige medikamentöse Option zur Behandlung von Adipositas. In der Schweiz stehen mehrere weitere Wirkstoffe zur Verfügung. Neben weiteren GLP-1-Rezeptoragonisten wie Wegovy gibt es mit Mounjaro einen dualen Wirkstoff, der zusätzlich am GIP-Rezeptor ansetzt. Einen ganz anderen Weg geht Xenical, das als sogenannter Fettblocker die Fettaufnahme im Darm hemmen kann [2, 3, 4].

Alle genannten Präparate sind rezeptpflichtig. Zudem unterscheiden sich Wirkstoffe und die Nebenwirkungen von GLP-1-Spritzen teilweise voneinander. Welches Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet Ihr behandelnder Arzt anhand Ihrer individuellen Situation.

Mounjaro

Mounjaro enthält den Wirkstoff Tirzepatid und wird einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Anders als Saxenda wirkt Tirzepatid an zwei Rezeptoren: GLP-1 und GIP. Wie bei Saxenda wird die Therapie mit einer geringen Einstiegsdosis begonnen. Anschliessend wird die Dosis über mehrere Monate langsam gesteigert, bis eine Erhaltungsdosis erreicht ist [2].

Das Nebenwirkungsprofil ähnelt dem von Saxenda. Auch bei Mounjaro dominieren Magen-Darm-Beschwerden die Nebenwirkungen. Der praktische Unterschied zu Saxenda liegt in der Anwendungshäufigkeit: Während Saxenda täglich injiziert wird, spritzt man sich Mounjaro wöchentlich. Mounjaro ist ebenfalls rezeptpflichtig, weshalb man nur mit einer gültigen Verschreibung Mounjaro kaufen kann.

Wegovy

Wegovy enthält den Wirkstoff Semaglutid und gehört wie Saxenda zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten. Der Wirkmechanismus ist damit derselbe: Der Appetit wird gehemmt, das Sättigungsgefühl setzt früher ein und die Magenentleerung verlangsamt sich. Wegovy wird einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Auch hier startet die Therapie mit einer niedrigen Dosis, die über mehrere Wochen schrittweise bis zur Erhaltungsdosis gesteigert wird [3].

Auch das Nebenwirkungsprofil ähnelt sich stark. Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Erbrechen sind die häufigsten Nebenwirkungen und treten vor allem zu Beginn der Therapie oder bei Dosissteigerungen auf. Erneut ist praktisch relevant, dass Wegovy nur einmal die Woche injiziert wird, statt täglich wie Saxenda.

Xenical

Xenical zum Abnehmen enthält den Wirkstoff Orlistat und funktioniert grundlegend anders als die Abnehmspritzen. Orlistat hemmt die Lipasen im Verdauungstrakt, also Enzyme, die Nahrungsfette aufspalten. Dadurch können bis zu 30 Prozent des mit der Nahrung aufgenommenen Fetts unverdaut den Darm passieren und ausgeschieden werden. Auf Appetit und Sättigungsgefühl hat der Wirkstoff keinen Einfluss. Xenical wird als Kapsel zu jeder fetthaltigen Hauptmahlzeit eingenommen [4].

Dementsprechend fallen die Nebenwirkungen anders aus. Typisch sind fettige oder ölige Stühle, plötzlicher Stuhldrang, Blähungen und eine verringerte Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Je fettreicher die Mahlzeit war, desto ausgeprägter zeigten sich diese Beschwerden. Xenical kann daher für Menschen eine Alternative sein, die keine Injektionen möchten oder GLP-1-Rezeptoragonisten nicht vertragen.

Ozempic

Ozempic enthält denselben Wirkstoff wie Wegovy: Semaglutid. Es wird ebenfalls einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. In der Schweiz ist Ozempic jedoch ausschliesslich zur Behandlung von Erwachsenen mit unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes zugelassen. Eine Zulassung zur Gewichtsregulierung gibt es hier nicht. Wer also Semaglutid zur Gewichtsreduktion einsetzen will, kann ausschliesslich Wegovy als Therapieoption in Betracht ziehen [5].

Häufige Fragen

Zum Schluss beantworten wir die Fragen, die Patienten am häufigsten zum Abnehmmittel Saxenda stellen.

Ist Saxenda gefährlich?

Saxenda ist ein zugelassenes Arzneimittel. Die Nutzen und Risiken wurden behördlich überprüft. Die meisten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Bereich, fallen leicht bis mittelschwer aus und lassen mit der Zeit nach. Ernste Nebenwirkungen wie Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine schwere allergische Reaktion sind selten, aber möglich. Sie erfordern eine umgehende ärztliche Abklärung, weshalb Sie die frühen Warnzeichen erkennen und schnell handeln sollten. Ob eine Behandlung in Ihrem individuellen Fall vertretbar ist, hängt von individuellen Faktoren wie Ihren Vorerkrankungen und Ihrer übrigen Medikation ab. Das wird im Arztgespräch beurteilt.

Gibt es Langzeitfolgen bei mehrjähriger Saxenda-Anwendung?

Liraglutid wird seit über einem Jahrzehnt eingesetzt. Anfangs wurde es hauptsächlich in der Diabetestherapie verwendet. Studiendaten zur Gewichtsregulierung liegen über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren vor. Neue, bislang unbekannte Risiken haben sich dabei nicht gezeigt. Um die Sicherheit der Therapie langfristig zu gewährleisten, sind regelmässige ärztliche Kontrollen notwendig.

Darf ich während der Saxenda-Behandlung Alkohol trinken?

Eine direkte Wechselwirkung zwischen Liraglutid und Alkohol ist nicht bekannt. Trotzdem gibt es Gründe zur Zurückhaltung beim Alkoholkonsum. Alkohol reizt die Magenschleimhaut und kann daher Magen-Darm-Beschwerden verstärken. Zudem beeinflusst Alkohol den Blutzucker, was insbesondere dann relevant ist, wenn Diabetesmedikamente angewendet werden. Zudem liefert Alkohol viele Kalorien, was dem Therapieziel einer angepassten Ernährung entgegensteht. Besprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt, was in Ihrer individuellen Lage vertretbar ist.

Kann Saxenda die Menstruation oder den Zyklus beeinflussen?

Zyklusveränderungen sind nicht als Nebenwirkung von Saxenda bekannt. Eine deutliche Gewichtsabnahme kann den Hormonhaushalt jedoch verändern und sich somit auf den Zyklus auswirken. Sprechen Sie bei Zyklusveränderungen mit Ihrem Arzt.

Welches Abnehmmittel hat am wenigsten Nebenwirkungen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, weil sich die Nebenwirkungsprofile in ihrer Art unterscheiden und nicht einfach in ihrer Menge. GLP-1-Rezeptoragonisten wie Saxenda und Wegovy verursachen typischerweise Magen-Darm-Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall und Verstopfung. Beim Fettblocker Orlistat stehen fettige Stühle und plötzlicher Stuhldrang im Vordergrund. Hinzu kommt, dass die Verträglichkeit individuell stark variiert. Welches Präparat für Sie am besten ist, klärt Ihr behandelnder Arzt.

Hat Saxenda einen Gewöhnungseffekt?

Hier lohnt es sich zu unterscheiden. Ein Suchtpotenzial besteht nicht, eine körperliche oder psychische Abhängigkeit ist nicht zu erwarten. Eine Gewöhnung findet allerdings im positiven Sinne statt. Ihr Körper passt sich an den Wirkstoff an, weshalb die Magen-Darm-Beschwerden im Verlauf der Therapie häufig nachlassen. Der Körper gewöhnt sich also durch die langsame Dosissteigerung langsam an den Wirkstoff, was die Verträglichkeit fördert.

Kann man Saxenda ohne Rezept kaufen?

Nein. Saxenda ist in der Schweiz verschreibungspflichtig und darf nur nach einer ärztlichen Verordnung abgegeben werden. Das hat medizinische Gründe. Vor der Behandlung müssen Risikofaktoren wie Vorerkrankungen, begleitende Medikamente und die Eignung geprüft werden. Zudem muss die Therapie ärztlich begleitet werden. Angebote, die Saxenda ohne Rezept bewerben, sind unseriös und illegal. Bei solchen Quellen besteht das Risiko von Fälschungen, falscher Dosierung und fehlender Kühlkette.

Wer Abnehmmittel online bestellen möchte, benötigt bei verschreibungspflichtigen Präparaten daher eine ärztliche Konsultation und Verschreibung. Anschliessend kann die Abgabe bzw. der Versand erfolgt [6].

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