Das beste Potenzmittel: So finden Sie das richtige Präparat

Ein Mann hält eine Handvoll Tabletten in seinen HändenMehr als jeder dritte Mann über 40 kennt das Problem: Die Erektion funktioniert nicht so wie gewünscht. Potenzmittel können hier helfen, doch die Auswahl ist groß. Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil, jeder dieser Wirkstoffe hat seine eigenen Stärken. Es gibt also kein universelles, bestes Potenzmittel.

Welches Potenzmittel wirkt wirklich am besten?

Das beste Potenzmittel gibt es nicht. Stattdessen gibt es das beste Medikament für Ihre individuelle Situation. Alle zugelassenen Präparate gegen erektile Dysfunktion basieren auf PDE-5-Hemmern, einer Gruppe von Wirkstoffen, die nachweislich funktionieren. [1]

Der Unterschied liegt in der Wirkdauer, dem Wirkeintritt und der Verträglichkeit. Was für Ihren Nachbarn ideal ist, kann bei Ihnen zu starken Nebenwirkungen führen oder schlicht nicht ausreichend wirken.

Die gängigen Wirkstoffe im Überblick

Vier PDE-5-Hemmer dominieren den Markt als Potenzmittel gegen erektile Dysfunktion erster Wahl. Genau diese vier Arzneimittel mit einem soliden klinischen Hintergrund bilden die Rangliste „Beste Potenzpille”:


Alle vier Potenzmittel verbessern die Durchblutung im Penis und ermöglichen so eine Erektion bei sexueller Erregung. Der Mechanismus ist bei allen gleich: Sie hemmen das Enzym Phosphodiesterase-5, das normalerweise dafür sorgt, dass Blut die Schwellkörper verlässt. Als Folge wird mehr Blut in den Penis geleitet, wodurch die physische Grundlage für eine stabile Erektion geschaffen wird.

Hier liegt ein häufiges Missverständnis: Potenzmittel lösen keine automatische Erektion aus. Ihre größte Einschränkung ist die Notwendigkeit sexueller Stimulation, ohne die nichts passiert. Die Tabletten schaffen lediglich die körperlichen Voraussetzungen dafür, dass eine Erektion möglich wird. Sie sind keine Lusttabletten und wirken nicht aphrodisierend. Sexuelle Lust und Erregung müssen vorhanden sein, damit die Medikamente ihre Wirkung entfalten können.

Die Entwicklung dieser Potenzmittel hat vielen Männern mit erektiler Dysfunktion geholfen. Vor der Zulassung von Viagra im Jahr 1998 gab es kaum wirksame Potenzmittel. Betroffene mit Erektionsstörungen hatten nur wenige Optionen: Penispumpen, Injektionen direkt in den Penis oder chirurgische Eingriffe. Die PDE-5-Hemmer haben die Behandlung von erektiler Dysfunktion revolutioniert.

Stärken und Unterschiede der wichtigsten Präparate

Sildenafil (Viagra) gilt als Klassiker unter den Potenzmitteln. Die Wirkung setzt nach 30 bis 60 Minuten ein und hält etwa vier bis fünf Stunden an. Für viele Männer reicht diese Zeitspanne völlig aus. Der Vorteil: Die Wirkdauer ist überschaubar, was manche als angenehm empfinden. Sie können planen, wann Sie das Medikament nehmen, und wissen genau, wie lange es wirkt. Sildenafil war das erste zugelassene Potenzmittel und hat sich über Jahrzehnte bewährt. Millionen Männer weltweit haben Erfahrungen damit gesammelt. Die Datenlage zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen ist bei Sildenafil besonders umfangreich.

Tadalafil (Cialis) unterscheidet sich durch seine deutlich längere Wirkdauer von bis zu 36 Stunden. [2] Das gibt Männern mehr Spontaneität, da sie nicht direkt vor dem Sex an die Einnahme denken müssen. Manche Ärzte/Ärztinnen empfehlen Tadalafil auch zur täglichen Verwendung in niedriger Dosierung (5 mg), besonders für Männer, die häufiger sexuell aktiv sein möchten.

Die Einnahme von Tadalafil Täglich hat einen psychologischen Vorteil: Sie müssen nicht mehr planen oder abwägen, ob heute vielleicht etwas passiert. Der Wirkstoff ist konstant in Ihrem Körper präsent. Für Männer in festen Partnerschaften kann das die Situation entspannen. Kein Partner muss mehr sehen, dass Sie eine Tablette nehmen. Die Spontaneität kehrt zurück.

Das Potenzmittel Vardenafil (Levitra) wirkt ähnlich wie Sildenafil, bei manchen Männern jedoch etwas schneller und zuverlässiger. Die Wirkdauer liegt bei etwa 4 bis 6 Stunden. Vardenafil ist etwas selektiver in seiner Wirkung auf das Phosphodiesterase-5-Enzym, was theoretisch weniger Nebenwirkungen bedeuten könnte. In der Praxis zeigen Studien aber keine dramatischen Unterschiede zwischen den Wirkstoffen.

Avanafil (Spedra) ist das neueste Potenzmittel und punktet mit besonders schnellem Wirkeintritt, manchmal schon nach 15 Minuten. [3] Für Männer, die Wert auf Spontaneität legen, ist das attraktiv. Avanafil wurde so entwickelt, dass es selektiver wirkt als ältere PDE-5-Hemmer. Das Ziel: gleiche Wirksamkeit bei weniger Nebenwirkungen. Die klinische Realität zeigt gemischte Ergebnisse. Manche Männer vertragen Avanafil besser, andere sehen keinen Unterschied.

So wirken die Potenzmittel

Alle PDE-5-Hemmer arbeiten nach demselben Prinzip. Bei sexueller Erregung setzen Nervenzellen im Penis den Botenstoff cGMP frei. Dieser Stoff sorgt dafür, dass sich die Muskulatur in den Schwellkörpern entspannt und mehr Blut einströmen kann. Die Erektion entsteht. Das Enzym Phosphodiesterase-5-Hemmer baut cGMP normalerweise ab. Genau hier greifen die Medikamente ein: Sie blockieren diesen Abbau, sodass cGMP länger wirken kann.

Ohne sexuelle Erregung wird kein cGMP freigesetzt. Die Schwellkörper bleiben dann in ihrem entspannten Zustand. Deshalb führen Potenzmittel nicht zu einer Erektion, wenn Sie nicht erregt sind. Die Mittel gegen Erektionsstörungen verstärken nur einen natürlichen Vorgang, sie lösen ihn nicht aus.

Der Abbau von cGMP durch Phosphodiesterase-5 ist normalerweise sinnvoll. Er verhindert, dass die Erektion zu lange anhält. Bei Männern mit Erektionsstörungen läuft dieser Abbau aber oft zu schnell oder die cGMP-Produktion ist zu gering. PDE-5-Hemmer gleichen das aus.

Wie schnell setzt die Erektion mit Potenzpillen ein?

Der Wirkeintritt variiert je nach Wirkstoff und Person. Viagra und Levitra brauchen in der Regel 30 bis 60 Minuten. Eine fettreiche Mahlzeit kann die Aufnahme des Potenzmittels verzögern. Tadalafil wirkt meist nach 30 bis 45 Minuten, ist aber weniger empfindlich gegenüber Nahrung. Avanafil ist der schnellste, bei manchen Männern schon nach 15 bis 30 Minuten wirksam.

Die Zeitspanne bis zum Wirkeintritt bedeutet: Planen Sie voraus. Nehmen Sie die Tablette nicht erst, wenn Sie bereits im Bett liegen. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, den Wirkstoff aufzunehmen. Manche Männer berichten, dass sie nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme eine bessere Wirkung spüren. Der Körper scheint sich auf das Medikament einzustellen.

Trinken Sie ausreichend Wasser zur Einnahme. Das hilft bei der Aufnahme und kann manche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen reduzieren. Vermeiden Sie gleichzeitig große Mengen Alkohol. Ein Glas Wein ist in Ordnung, doch bei drei oder mehr Gläsern sinkt die Wirksamkeit der Potenzmittel.

Welche Wirkstoffe zu welchem Bedarf passen

Ihre Lebenssituation bestimmt, welches Medikament am besten passt. Haben Sie selten Sex, möchten aber flexibel bleiben? Dann könnte Sildenafil oder Vardenafil die richtige Wahl sein. Die Wirkung ist zeitlich begrenzt; Sie nehmen die Tablette nur bei Bedarf. Das spart Geld und reduziert die Belastung für Ihren Körper.

Cialis eignet sich perfekt für Männer, die eine längere Wirkdauer bevorzugen, da es bis zu 36 Stunden wirksam bleibt und somit spontanere sexuelle Aktivität ohne zeitlichen Druck ermöglicht. Sie können dieses Potenzmittel sogar weit im Voraus (bis zu 12 Stunden) einnehmen – seine Wirkungsdauer lässt dies zu.

Leben Sie in einer festen Partnerschaft mit regelmäßigem Sex? Cialis Täglich macht Sie unabhängiger von der konkreten Planung. Sie müssen nicht mehr abwägen, ob "heute vielleicht etwas passiert". Das Potenzmittel ist immer in Ihrem Körper präsent. Das kann psychologisch befreiend wirken.

Legen Sie Wert auf Spontaneität und kurze Vorlaufzeit? Avanafil könnte Ihre erste Wahl sein. Der schnelle Wirkeintritt gibt Ihnen mehr Spielraum. Sie müssen nicht eine Stunde vorher planen. Gerade in neuen Beziehungen oder unvorhergesehenen Situationen ist das ein Vorteil.

Ihr Alter spielt ebenfalls eine Rolle. Jüngere Männer mit gelegentlichen Erektionsproblemen durch Stress oder Versagensangst brauchen oft nur situative Unterstützung. Hier reichen Potenzmittel mit kürzerer Wirkdauer. Ältere Männer mit dauerhaften Erektionsstörungen profitieren möglicherweise von der täglichen Einnahme niedrig dosierter Präparate.


Ein Mann mit Potenzproblemen

Worauf Sie bei Potenzmitteln achten müssen

Die Wirksamkeit von PDE-5-Hemmern ist belegt, doch nicht jedes Präparat passt zu jedem Mann. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle.

Wirkung vs. gewünschte Dauer

Die Wirkdauer ist kein Qualitätsmerkmal. Länger ist nicht automatisch besser. Manche Männer schätzen die 36-Stunden-Wirkung von Tadalafil, andere empfinden sie als zu lang. "Ich hatte Kopfschmerzen über zwei Tage hinweg", berichtet ein 52-jähriger Patient über seine Erfahrung mit Tadalafil. Er wechselte zu Viagra und ist zufrieden.

Die kürzere Wirkdauer von Sildenafil oder Vardenafil kann psychologisch entlastend sein. Sie wissen: Nach fünf Stunden sind die Wirkung und die Erektion vorbei. Bei Nebenwirkungen müssen Sie nicht so lange warten. Das gibt manchen Männern ein besseres Gefühl der Kontrolle über ihren Körper.

Andererseits kann die lange Wirkdauer von Tadalafil den Druck herausnehmen. Sie müssen nicht exakt timen, wann Sie die Tablette nehmen. An einem Wochenende kann das die Beziehung entspannen. Beide Partner wissen: Es ist möglich, ohne dass ständig über das Thema gesprochen werden muss.

Verträglichkeit und mögliche Nebenwirkungen

Alle PDE-5-Hemmer können Nebenwirkungen auslösen. Zu den häufigsten gehören Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen, verstopfte Nase und Verdauungsbeschwerden. Diese Nebenwirkungen sind meist mild und verschwinden nach einigen Stunden. [4]

Die Verträglichkeit variiert zwischen den Wirkstoffen. Reagieren Sie auf Viagra mit starken Kopfschmerzen, kann Cialis besser funktionieren oder umgekehrt. Hier hilft nur Ausprobieren unter ärztlicher Aufsicht.

Seltener, aber ernstzunehmend: Potenzmittel können Sehstörungen auslösen. [5] Kontaktieren Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin, wenn Sie plötzliche Seh- oder Hörverluste bemerken.

Lifestyle-Faktoren und Einnahme-Tipps

Ihre Lebensgewohnheiten beeinflussen die Wirkung.

Alkohol in großen Mengen schwächt die Potenz und kann die Wirkung der Medikamente reduzieren. Ein Glas Wein ist kein Problem, doch bei drei oder vier Gläsern arbeiten die Tabletten gegen Windmühlen. Alkohol erweitert die Blutgefäße, aber auf eine Weise, die eine Erektion erschwert. Er dämpft das Nervensystem und reduziert die sexuelle Reaktionsfähigkeit.

Rauchen verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung, genau das Gegenteil von dem, was Sie erreichen wollen. Männer, die mit dem Rauchen aufhören, berichten häufig von verbesserter Potenz, auch ohne Medikamente. [6] Die verbesserte Erektion ist oft schon nach wenigen Wochen spürbar. Die feinen Blutgefäße im Penis erholen sich relativ schnell, wenn die schädliche Wirkung des Rauchens wegfällt. Die Schwellkörper profitieren von dieser verbesserten Durchblutung.

Regelmäßige Bewegung unterstützt die Wirkung von Potenzmitteln. Sport fördert die Durchblutung und verbessert die allgemeine Gefäßgesundheit. Sie müssen kein Marathonläufer werden, schon 30 Minuten zügiges Gehen pro Tag machen einen Unterschied. [7] Die Verbindung zwischen körperlicher Fitness und sexueller Gesundheit ist wissenschaftlich gut belegt. Übergewicht kann die Wirksamkeit von Potenzmitteln einschränken. Fettgewebe produziert Hormone, die den Testosteronspiegel senken. Ein niedrigerer Testosteronspiegel verschlechtert die Potenz. Gewichtsverlust kann hier helfen, die Wirkung der Potenzmittel zu verbessern. Sie brauchen keine radikale Diät, schon fünf bis zehn Kilogramm weniger können spürbare Effekte auf Ihre Erektion haben.

Stress ist ein weiterer Faktor. Chronischer Stress erhöht das Stresshormon Cortisol, das die Potenz negativ beeinflusst. Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder einfach regelmäßige Pausen können helfen. Potenzmittel funktionieren besser, wenn Sie psychisch entspannt sind.

Die wichtigsten Potenzmittel im Vergleich

Wirkstoff

Wirkeintritt

Wirkdauer

Sildenafil

30-60 Min.

4-6 Std.

Tadalafil

30-60 Min.

bis 36 Std.

Vardenafil

25-60 Min. *

4-6 Std*

Avanafil

15-30 Min.

4-6 Std.

*Obwohl verschiedene Studien ergeben haben, dass Vardenafil bereits nach 10 bis 15 Minuten wirkt.

**In klinischen Studien konnte eine Wirkdauer von 8 bis 12 Stunden für Vardenafil nachgewiesen werden.


Alle vier Wirkstoffe zeigen ähnliche Erfolgsraten. In Studien funktionieren sie bei etwa 60 bis 80 Prozent der Männer mit Erektionsstörungen. [8]

Die Erfolgschancen hängen von der Ursache einer erektilen Dysfunktion ab. Bei psychischen Ursachen wie Stress oder Versagensangst wirken die Präparate oft sehr gut. Bei schweren körperlichen Schäden, etwa nach Prostata-Operationen oder bei fortgeschrittenem Diabetes, kann die Wirksamkeit eingeschränkt sein.

Die Tabelle zeigt die theoretischen Werte. In der Praxis können die Zeiten abweichen. Manche Männer spüren Viagra schon nach 20 Minuten, andere erst nach 90 Minuten. Ihr Stoffwechsel, Ihre Ernährung und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand beeinflussen die Aufnahme. Die angegebenen Zeiten sind Durchschnittswerte aus klinischen Studien.

Ein weiterer Vergleich betrifft die Kosten. Sildenafil und Tadalafil sind als Generika deutlich günstiger als Viagra und Cialis. Die Generika enthalten denselben Wirkstoff und müssen dieselben Qualitätsstandards erfüllen. Der Preisunterschied kann erheblich sein, teilweise zahlen Sie für Generika nur ein Viertel des Markenpreises.

Wie Sie das richtige Potenzmittel für sich finden

Der Weg zum passenden Präparat führt über Ihren Arzt/Ihre Ärztin. Nur er/sie kann Ihre gesundheitliche Situation beurteilen und Gegenanzeigen ausschließen. Die Untersuchung dauert meist nicht lange. Ihr Arzt/Ihre Ärztin fragt nach Vorerkrankungen, aktuellen Medikamenten und Ihrer sexuellen Gesundheit. Eine körperliche Untersuchung kann hinzukommen, ist aber nicht immer nötig.

Seien Sie ehrlich beim Gespräch. Verschweigen Sie keine Medikamente, auch keine rezeptfreien oder pflanzlichen Produkte. Manche Wechselwirkungen können gefährlich sein. Erzählen Sie von früheren Herzproblemen, Schlaganfällen oder niedrigem Blutdruck. Diese Informationen sind für die Sicherheit bei der Behandlung wichtig.

Auch die Markenwahrnehmung spielt eine Rolle: Generisches Sildenafil hat den Vorteil des niedrigeren Preises, während das bewährte Markenprodukt Viagra psychologische Security vermittelt (was bei solch sensiblen Themen wichtig ist!).

Wann welcher Wirkstoff Sinn macht

Sind Sie neu in der Behandlung von Erektionsstörungen? Viele Ärzte/Ärztinnen beginnen mit Sildenafil. Der Wirkstoff ist gut erforscht, günstig als Generika erhältlich und die Wirkdauer ist überschaubar. Sie bekommen ein Gefühl dafür, wie Ihr Körper auf PDE-Hemmer reagiert. Ein Test mit der niedrigsten Dosierung zeigt, ob Sie das Medikament vertragen. Funktioniert Sildenafil nicht zufriedenstellend, kann Ihr Arzt/Ihre Ärztin die Dosierung anpassen oder einen anderen Wirkstoff verschreiben.

Funktioniert Sildenafil gut, aber die Wirkdauer ist zu kurz? Ein Wechsel zu Tadalafil kann die Lösung sein. Haben Sie mit Nebenwirkungen zu kämpfen? Probieren Sie einen anderen Wirkstoff, die Verträglichkeit unterscheidet sich oft. Mancher Mann verträgt Tadalafil besser als Sildenafil, bei anderen ist es umgekehrt.

Jüngere Männer bevorzugen häufig Avanafil oder Tadalafil. Der schnelle Wirkeintritt oder die lange Wirkungsdauer passen besser zu einem spontanen Lebensstil. Ältere Männer schätzen oft die verlässliche, mittellange Wirkung von Sildenafil. Sie haben weniger Interesse an 36-Stunden-Fenstern und mehr an planbarer Unterstützung.

Nehmen Sie andere Medikamente ein? Das kann die Auswahl einschränken. Tadalafil interagiert anders mit bestimmten Arzneimitteln als Sildenafil. Ihr Arzt/Ihre Ärztin prüft mögliche Wechselwirkungen. Bei manchen Kombinationen ist ein Wirkstoff sicherer als ein anderer.


Ein Mann mit Kopfschmerzen

Sicherheit geht vor

Potenzmittel sind keine Sex-Tabletten für Männer zum sorglosen Experimentieren. Es handelt sich um starke Potenzmittel, die nicht nur die Durchblutung des Penis anregen, sondern auch den gesamten Körper beeinflussen.

Häufige Nebenwirkunge

Die meisten Nebenwirkungen sind harmlos, aber unangenehm. Kopfschmerzen treffen etwa 25 Prozent der Anwender. [9] Sie entstehen durch die erweiterten Blutgefäße, derselbe Mechanismus, der die Erektion ermöglicht. Ein rezeptfreies Schmerzmittel kann helfen. Manche Männer berichten, dass die Kopfschmerzen nach einigen Wochen Anwendung nachlassen. Der Körper gewöhnt sich an die Wirkung.

Gesichtsrötungen und Hitzegefühle betreffen ebenfalls einige Anwender. Auch hier liegt die Ursache in der verbesserten Durchblutung. Die Beschwerden klingen meist nach zwei bis drei Stunden ab. Sie sind kein Grund zur Sorge, können aber sozial unangenehm sein. Manche Männer nehmen die Tablette deshalb lieber abends zu Hause.

Verdauungsprobleme und Sodbrennen kommen besonders bei Tadalafil vor. Ebenso eine verstopfte Nase. Diese Nebenwirkungen sind lästig, aber nicht gefährlich. Ein abschwellendes Nasenspray kann kurzfristig helfen, sollte aber nicht dauerhaft verwendet werden.

Sehstörungen sind selten, aber ernst zu nehmen. Blaustichiges Sehen tritt bei etwa 3 bis 11 Prozent der Anwender auf. Die Wirkung auf die Netzhaut ist normalerweise vorübergehend. Sollten Sie plötzliche Sehverluste bemerken, kontaktieren Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin. Dasselbe gilt für plötzliche Hörverluste. Diese Komplikationen sind extrem selten, aber möglich.

Welche Kombinationen Sie vermeiden sollten

PDE-5-Hemmer und Nitrate sind eine gefährliche Mischung. Nitrate werden bei Herzerkrankungen verschrieben, oft als Spray oder Tabletten gegen Angina pectoris. Die Kombination kann den Blutdruck gefährlich abfallen lassen. [10]

Informieren Sie jeden Arzt/jede Ärztin über Ihre Einnahme von Potenzmitteln. Tragen Sie am besten eine Notiz bei sich, falls Sie in eine Notfallsituation geraten.

Auch manche Blutdruckmedikamente vertragen sich schlecht mit PDE-5-Hemmern. Alphablocker, die bei Prostatavergrößerung eingesetzt werden, können in Kombination mit Potenzmitteln zu Schwindel und Kreislaufproblemen führen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin passt gegebenenfalls die Dosierung an oder wählt ein anderes Präparat. Manchmal hilft ein Abstand von mehreren Stunden zwischen den Medikamenten.

Grapefruitsaft beeinflusst den Abbau mancher Wirkstoffe in der Leber. Das betrifft besonders Tadalafil und Vardenafil. Trinken Sie keinen Grapefruitsaft, wenn Sie diese Medikamente einnehmen. Der Saft kann die Konzentration des Wirkstoffs im Blut erhöhen und damit das Risiko für Nebenwirkungen steigern.

Andere PDE-Hemmer dürfen nicht kombiniert werden. Nehmen Sie nie zwei verschiedene Potenzmittel gleichzeitig. Die Wirkung verstärkt sich nicht, aber die Nebenwirkungen können sich potenzieren. Auch der Abstand zwischen verschiedenen Präparaten muss ausreichend sein. Besprechen Sie einen Wechsel immer mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.

Vorsicht bei unseriösen Online-Shops

Der Kauf von Potenzmitteln ohne Rezept im Internet ist riskant. Etwa 77 % der online ohne Rezept verkauften Potenzmittel sind Fälschungen. [11] Diese Produkte enthalten oft falsche Wirkstoffmengen, Verunreinigungen oder gefährliche Substanzen. Manche enthalten viel zu hohe Dosen, was zu gefährlichen Nebenwirkungen führen kann.

Fehlt das Rezept-Erfordernis, sollten Sie nicht bestellen. Vorsicht auch bei Anbietern "natürlicher" Alternativen, die oft heimlich synthetische Wirkstoffe in unkontrollierter Dosierung beimischen.

Häufige Fragen zu den besten Potenzmitteln

Viele Männer stellen sich ähnliche Fragen zur Auswahl und Anwendung von Potenzmitteln.

Welches Potenzmittel ist wirklich das Beste?

Das hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Für spontanen Sex eignet sich Avanafil gut. Für Spontaneität über einen längeren Zeitraum ist Tadalafil praktisch. Für gelegentliche Anwendung mit überschaubarer Wirkdauer passt Sildenafil. Die besten Potenzmittel für Männer sind die, die zu Ihrem Leben passen. Es gibt keinen universellen Sieger, sondern nur das für Sie passende Präparat. Probieren Sie gegebenenfalls verschiedene Wirkstoffe aus, um herauszufinden, womit Sie am besten zurechtkommen.

Gibt es Potenzmittel ohne Rezept?

In Deutschland sind alle wirksamen Potenzmittel rezeptpflichtig, aus gutem Grund. Ein Arzt/eine Ärztin muss Gegenanzeigen prüfen und Ihre Herzgesundheit beurteilen.

Rezeptfreie Potenzmittel aus der Drogerie oder dem Internet enthalten meist Nahrungsergänzungsmittel ohne nachgewiesene Wirkung. Einige enthalten L-Arginin, eine Aminosäure [12] Die Rezeptpflicht schützt Sie vor gefährlichen Wechselwirkungen und gesundheitlichen Risiken.

Gibt es natürliche Alternativen, die wirklich helfen?

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Nahrungsergänzungsmitteln, die angeblich als Erektionshilfen dienen. Natürliche Alternativen zu verschreibungspflichtigen PDE-5-Hemmern sind wissenschaftlich kaum belegt. L-Arginin wird oft genannt, doch die Studien liefern gemischte Ergebnisse. Hohe Dosen (5 Gramm täglich) zeigen in manchen Untersuchungen leichte Effekte.

Die Wirkung ist aber nicht mit zugelassenen Medikamenten zu vergleichen. Sie müssen sehr hohe Mengen nehmen, was Verdauungsprobleme verursachen kann.

Ginseng, Maca und andere Pflanzenextrakte haben keine überzeugenden Belege für ihre Wirksamkeit bei erektiler Dysfunktion. Sie können allenfalls die allgemeine Vitalität fördern. Verlassen Sie sich nicht darauf, wenn Sie echte Erektionsprobleme haben. Manche Studien zeigen minimale Effekte, andere gar keine. [13]

Neben einer gezielten medizinischen Behandlung ist ein gesunder Lebensstil der wichtigste natürliche Faktor bei erektiler Dysfunktion. Bewegung (insbesondere Beckenbodentraining), ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol, kein starkes Rauchen und ausreichender Schlaf unterstützen eine gesunde Durchblutung des Penis und die sexuelle Funktion.

Wie wähle ich die richtige Dosierung?

Die Dosierung legt Ihr Arzt/Ihre Ärztin fest. Für Sildenafil sind 50 mg Standarddosis, die bei Bedarf auf 100 mg erhöht oder auf 25 mg reduziert werden kann. Tadalafil wird meist mit 10 mg begonnen, bei Bedarf 20 mg. Für die tägliche Einnahme reichen 2,5 bis 5 mg Tadalafil. Die niedrigere Dosis minimiert Nebenwirkungen bei konstanter Wirkung.

Beginnen Sie nie mit der höchsten Dosis. Viele Männer kommen damit gut zurecht und erleben weniger Nebenwirkungen. Erhöhen Sie die Dosis nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin. Manchmal braucht es einige Versuche, bis die optimale Dosierung gefunden ist. Geben Sie nicht nach dem ersten Versuch auf.

Sind Generika genauso wirksam wie Markenpräparate?

Ja. Generika enthalten denselben Wirkstoff in derselben Menge wie die Originalpräparate. Sie müssen dieselben Qualitätsstandards erfüllen und ihre Wirksamkeit in Studien nachweisen.

Der Unterschied liegt im Preis: Generika sind deutlich günstiger. Die Entwicklungskosten sind bereits durch das Originalprodukt gedeckt, deshalb können Generika-Hersteller niedrigere Preise anbieten.

Gibt es lustfördernde Medikamente für Männer?

Es gibt derzeit in Deutschland keine zugelassenen Medikamente, die gezielt die sexuelle Lust (Libido) bei Männern steigern. Potenzmittel wie Viagra, Cialis oder Levitra behandeln ausschließlich Erektionsprobleme – sie verbessern die Erektionsfähigkeit, erhöhen aber nicht das sexuelle Verlangen selbst.

Verminderte Libido kann verschiedene Ursachen haben: Testosteronmangel, Stress, Depressionen, Beziehungsprobleme oder Nebenwirkungen anderer Medikamente. Bei nachgewiesenem Testosteronmangel (Hypogonadismus) kann eine Testosteronersatztherapie unter ärztlicher Aufsicht sinnvoll sein und die Libido verbessern.

Fazit

Das beste Potenzmittel ist das, das zu Ihnen passt. Alle zugelassenen PDE-5-Hemmer funktionieren ähnlich gut. Ein Gespräch mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin hilft, das richtige Präparat zu finden. Probieren Sie gegebenenfalls verschiedene Wirkstoffe aus, um herauszufinden, womit Sie am besten zurechtkommen.

Erektionsstörungen sind häufiger als viele Männer denken. Sie sind kein Grund für Scham, sondern ein medizinisches Problem mit effektiven Lösungen. Die verfügbaren Potenzmittel haben vielen Männern geholfen, ihre Lebensqualität zurückzugewinnen.

Quellen:

  1. Römer G, Antwerpes F, Reh FR, Dodegge M, Walter F, et al. PDE-5-Hemmer. DocCheck Flexikon. September 19, 2012 (updated August 22, 2024). https://flexikon.doccheck.com/de/PDE-5-Hemmer
  2. Young JM, Feldman RA, Auerbach SM, Kaufman JM, Garcia CS, Shen W, Murphy AM, Beasley CM Jr, Hague JA, Ahuja S. Tadalafil improved erectile function at twenty-four and thirty-six hours after dosing in men with erectile dysfunction: US trial. J Androl. 2005;26(3):310-318. DOI: 10.2164/jandrol.04126
  3. Hellstrom WJG, Kaminetsky J, Belkoff LH, Goldstein I, Tursi JP, Uy J, Peterson CA, Bowden CH, Day WW. Efficacy of avanafil 15 minutes after dosing in men with erectile dysfunction: a randomized, double-blind, placebo controlled study. J Urol. 2015;194(2):485-492. DOI: 10.1016/j.juro.2014.12.101
  4. Lui JL, Shaw NM, Abbasi B, Hakam N, Breyer BN. Adverse reactions of PDE5 inhibitors: an analysis of the World Health Organization pharmacovigilance database. Andrology. 2023;11(7):1408-1417. DOI: 10.1111/andr.13430
  5. Transient loss of vision associated with sildenafil. Niger J Vitreoretinal Dis. 2022;5(1):38-42. doi:10.4103/njvd.njvd_3_22
  6. Pourmand G, Alidaee MR, Rasuli S, Maleki A, Mehrsai A. Do cigarette smokers with erectile dysfunction benefit from stopping?: a prospective study. BJU Int. 2004;94(9):1310-1313. DOI: 10.1111/j.1464-410X.2004.05162.x
  7. Khera M, Bhattacharyya S, Miller LE. Effect of aerobic exercise on erectile function: systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Sex Med. 2023;20(12):1369-1375. DOI: 10.1093/jsxmed/qdad130
  8. Kobayashi K, Hisasue S, Kato R, Shimizu T, Hashimoto K, Yamashita N, Itoh N, Tsukamoto T. Outcome analysis of sildenafil citrate for erectile dysfunction of Japanese patients. Int J Impot Res. 2006;18(3):302-305. DOI: 10.1038/sj.ijir.3901400
  9. Lin GY, Lee JT, Peng GS, Yang FC. Sildenafil can induce the onset of a cluster headache bout. Can Urol Assoc J. 2014;8(5-6):E378-E380. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24940471/
  10. Klein S. Sildenafil - Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen. Gelbe Liste Online. July 7, 2022. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Sildenafil_27420
  11. Campbell N, Clark JP, Stecher VJ, Goldstein I. Internet-ordered viagra (sildenafil citrate) is rarely genuine. J Sex Med. 2012;9(11):2943-2951. DOI: 10.1111/j.1743-6109.2012.02877.x
  12. Menafra D, de Angelis C, Garifalos F, Mazzella M, Galdiero G, Piscopo M, Castoro M, Verde N, Pivonello C, Simeoli C, Auriemma RS, Colao A, Pivonello R. Long-term high-dose L-arginine supplementation in patients with vasculogenic erectile dysfunction: a multicentre, double-blind, randomized, placebo-controlled clinical trial. J Endocrinol Invest. 2022;45(5):941-961. doi: 10.1007/s40618-021-01704-3
  13. McKay D. Nutrients and botanicals for erectile dysfunction: examining the evidence. Altern Med Rev. 2004;9(1):4-16. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15005641/
Verfasser: Tristan Auer
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