Sexualität

Sildenafil Dosierung: Empfehlungen und Sicherheit

Die richtige Sildenafil-Dosierung hängt unter anderem von Ihrem Gesundheitszustand, der Wirkung und der Verträglichkeit ab. Erfahren Sie, welche Dosierungen verfügbar sind und wie Sie Sildenafil sicher anwenden.

Olena Goriacheva, Medical Content Strategist bei Apomeds

Verfasser Olena Goriacheva

Geprüft von Dr.med. Andrés Eduardo Maldonado Rincón

Erscheinungsdatum:

Letzte Änderung:

Verschiedene blaue Tabletten auf dem Tisch neben dem Wasserglas

Sildenafil ist einer der bekanntesten Wirkstoffe zur Behandlung von Erektionsstörungen und der Wirkstoff hinter dem Originalmedikament Viagra. Als PDE-5-Hemmer verbessert er bei sexueller Erregung die Durchblutung des Penis und erleichtert so eine Erektion. Damit das zuverlässig und sicher gelingt, ist die richtige Dosis entscheidend.

Die passende Dosis ist von Mann zu Mann unterschiedlich. Die meisten beginnen mit einer Dosierung von 50 mg, doch je nach individueller Situation kann die richtige Dosis niedriger oder höher liegen [1].

Dieser Beitrag richtet sich an Männer in der Schweiz, die Sildenafil einnehmen oder eine Behandlung mit Sildenafil in Erwägung ziehen. Sie erfahren, welche Dosierungen es gibt, mit welcher Dosis Patienten häufig starten und wann eine Dosisanpassung in Absprache mit dem behandelnden Arzt sinnvoll ist.

Welche Sildenafil-Dosierungen gibt es?

Sildenafil ist in drei Wirkstärken erhältlich: 25 mg, 50 mg und 100 mg. Alle drei enthalten denselben Wirkstoff und unterscheiden sich nur in der Wirkstoffmenge pro Tablette [1]. Diese Übersicht zeigt, wofür die einzelnen Dosierungen stehen und wie sie sich typischerweise zueinander verhalten. Welche dieser Dosierungen im Einzelfall infrage kommt, bestimmt der behandelnde Arzt.

25 mg, 50 mg und 100 mg im Vergleich

Die drei Dosierungen ermöglichen eine individuell angepasste Behandlung bei erektiler Dysfunktion. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Wirkstoffmenge; abgesehen davon ist der enthaltene Wirkstoff in allen drei Dosierung identisch. Die verschiedenen Dosierungen ermöglichen eine genauere Anpassung an Wirksamkeit, Verträglichkeit und Begleiterkrankungen:

  • 25 mg Sildenafil ist die niedrigste Dosierung. Sie wird insbesondere dann gewählt, wenn ein niedrig dosierter Einstieg medizinisch sinnvoll ist, etwa bei Vorerkrankungen.
  • 50 mg Sildenafil ist die mittlere Wirkstärke und für die meisten Männer die gängige Dosis.
  • 100 mg Sildenafil ist die höchste zugelassene Einzeldosis. Mehr als 100 mg pro Tag sollten nicht eingenommen werden.

Diese drei Wirkstärken entsprechen dabei den Viagra-Dosierungen des Originalpräparats.

Wichtig: Eine höhere Sildenafil-Dosierung bedeutet nicht automatisch eine bessere Wirksamkeit. Stattdessen erhöht sich das Risiko für Nebenwirkungen. Daher sollten Patienten niemals mehr als die ärztlich verordnete Dosierung einnehmen [1].

Mit welcher Dosis sollten Sie beginnen?

Der Einstieg in eine Sildenafil-Therapie erfolgt in der Regel mit einer mittleren Dosis, die anschliessend je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit angepasst werden kann. Es können allerdings auch Faktoren vorliegen, welche die niedrigste Dosis von 25 mg zum Einstieg in die Therapie erforderlich machen. Dazu gehören insbesondere Vorerkrankungen und die Einnahme anderer Medikamente.

Die folgende Übersicht zeigt, mit welcher Dosis die meisten Männer beginnen und wann ein vorsichtiger Einstieg nötig ist. Welche Dosierung im Einzelfall angewendet wird, legt immer der behandelnde Arzt fest.

Die Standarddosis für die meisten Männer

Für die meisten Männer ist 50 mg Sildenafil die übliche Anfangsdosis. Bei älteren Patienten oder bestimmten Begleiterkrankungen kann der Arzt eine niedrigere Anfangsdosis wählen. Die Dosis reicht meistens aus, um bei sexueller Stimulation eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu ermöglichen. Die Wirkung von Viagra und seinem Wirkstoff Sildenafil unterstützt dabei nur körpereigene Abläufe, ersetzt sie aber nicht.

Sildenafil wird bedarfsorientiert eingenommen, also gezielt vor der geplanten sexuellen Aktivität und nicht dauerhaft. Die Tablette nehmen Sie etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr ein. Für den Wirkungseintritt spielt die Ernährung auch eine Rolle. Eine fettreiche Mahlzeit kann die Aufnahme verzögern und den Effekt später einsetzen lassen.

Die Einnahme von Sildenafil darf höchstens einmal täglich erfolgen. Diese Grenze gilt unabhängig von der Wirkstärke und gehört zu den wichtigsten Punkten, um eine sichere Anwendung zu ermöglichen [1].

Die niedrigere Dosis für ältere Patienten und bei Vorerkrankungen

In bestimmten Situationen kann die niedrigere Anfangsdosis von 25 mg Sildenafil angebracht sein. Dies kann insbesondere bei älteren Patienten sowie bei Männern mit bestimmten Begleiterkrankungn oder weiteren Risikofaktoren sinnvoll sein.

Das liegt an der Pharmakologie des Wirkstoffs. Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion kann Sildenafil langsamer abgebaut werden, wodurch die Wirkstoffkonzentration im Blut höher ausfällt. Auch bei Männern mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck (Hypertonie) prüft der Arzt vor der Verordnung sorgfältig, ob Sildenafil geeignet ist und welche Dosis infrage kommt.

Eine niedrigere Dosis kann zudem die Verträglichkeit verbessern. Treten bei 50 mg Nebenwirkungen auf, kann die Dosis auf 25 mg Sildenafil gesenkt werden. Ziel ist immer, die Dosis zu finden, die zuverlässig wirkt und gleichzeitig gut vertragen wird [1].

Wann wird die Dosis auf 100 mg erhöht?

Ein nachdenklicher Mann mit einer blauen Tablette

Reicht die Standarddosis von 50 mg nicht aus, um eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erzielen, kann der Arzt die Dosis unter Umständen auf 100 mg Sildenafil erhöhen. Diese Höchstdosis ist die stärkste zugelassene Einzeldosis und ist damit die Maximaldosis pro Tag. Mehr als 100 mg täglich dürfen keinesfalls eingenommen werden.

In der Regel wird eine solche Dosisanpassung erst getroffen, wenn sich die 50-mg-Dosis als unwirksam herausstellt und wenn keine anderen Faktoren die Wirkung beeinträchtigen. Sildenafil wirkt nicht bei jedem Mann schon beim ersten Versuch. Häufig wird daher die Standarddosis über mehrere Anläufe hinweg ausprobiert, um sicherzustellen, dass sie nicht wirksam ist.

Zudem prüft der Arzt genau, dass keine anderen Faktoren die Wirkung beeinträchtigen. Dazu zählen unter anderem eine fettreiche Mahlzeit kurz vor der Einnahme, übermäßiger Alkoholkonsum, psychischer Druck sowie ein zu kurzer Abstand zwischen der Sildenafil-Einnahme und der sexuellen Aktivität. Vor einer Dosiserhöhung sollten mögliche Ursachen für eine verminderte Wirksamkeit überpüft und nach Möglichkeit berücksichtigt werden [1, 5].

Solche Dosisanpassungen werden immer ärztlich verordnet und begleitet. Eine eigenständige Anpassung der Dosis ist nicht erlaubt, da das Risiko für Nebenwirkungen zunimmt.

Sildenafil 25 mg in der Schweiz: rezeptfrei mit Beratung

In der Schweiz gilt für Sildenafil eine Besonderheit. Seit 2019 dürfen Apotheken die niedrigste Dosierung von 25 mg Sildenafil in der kleinsten Packungsgrösse von vier Tabletten auch ohne ärztliches Rezept ausgeben. Möglich wurde das durch eine Anpassung der Abgaberegelung, mit der das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Wirkstoff auf die Liste der Arzneimittel gesetzt hat, die Apotheker nach einer persönlichen Beratung direkt abgeben können.

Wichtig: Diese Sonderregelung betrifft nur die 25-mg-Dosierung in der kleinsten Packungsgrösse von vier Tabletten. Bei höheren Dosierungen oder grösseren Packungen ist weiterhin ein ärztliches Rezept nötig.

Diese Regelung ist an eine verpflichtende Beratung in der Apotheke geknüpft. Dabei prüft der Apotheker, ob Sildenafil im Einzelfall geeignet und sicher ist [4].

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Was die Beratung in der Apotheke umfasst

Die Beratung in der Apotheke ist eine Voraussetzung für die rezeptfreie Ausgabe von Sildenafil 25 mg. Sie stellt sicher, dass die Einnahme unbedenklich ist. Konkret prüft der Apotheker mehrere Punkte:

  • Vorliegen einer Erektionsstörung: Es wird geklärt, ob überhaupt eine erektile Dysfunktion vorliegt, für die Sildenafil geeignet ist.
  • Risikofaktoren und Vorerkrankungen: Erfragt werden insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Beschwerden, bei denen die Einnahme problematisch sein kann.
  • Andere Medikamente: Der Apotheker klärt, ob Wechselwirkungen bestehen, vor allem die Kombination mit Nitraten, die keinesfalls zusammen mit Sildenafil eingenommen werden dürfen.
  • Korrekte Anwendung: Sie erhalten Hinweise zur richtigen Einnahme, maximalen täglichen Dosis und wann Sildenafil nicht eingenommen werden sollte.

Ergeben sich bei der Beratung in der Apotheke keine Bedenken, dann kann Sildenafil in der Dosierung von 25 mg in der kleinsten Packungsgrösse ohne Rezept abgegeben werden [4].

Was beeinflusst die richtige Dosierung?

Die passende Dosierung von Sildenafil richtet sich nach dem allgemeinen Gesundheitszustand, Begleiterkrankungen und gleichzeitig eingenommenen Medikamenten. Wichtige Einflussfaktoren sind daher bestehende Erkrankungen, Alter, Leber- und Nierenfunktion sowie eingenommene Medikamente. All diese beeinflussen, wie der Körper mit dem Wirkstoff umgeht und wie gut das Potenzmittel Sildenafil vertragen wird.

Die folgenden Abschnitte zeigen, welche körperlichen Voraussetzungen und welche Wechselwirkungen der Arzt berücksichtigt, wenn er die geeignete Dosierung festlegt. Erst nach Klärung dieser Voraussetzungen können Patienten Sildenafil bestellen.

Alter, Nieren- und Leberfunktion

Der Abbau des Wirkstoffs erfolgt überwiegend in der Leber, die Ausscheidung über Nieren und Darm. Ist die Leber- oder Nierenfunktion eingeschränkt, kann der Abbau langsamer verlaufen. Dadurch kann mehr Wirkstoff im Blut verbleiben und die Konzentration kann höher ausfallen, als bei einer Standarddosis zu erwarten wäre.

In solchen Fällen kann bereits eine niedrigere Dosis von 25 mg ausreichen, um das Risiko für Nebenwirkungen zu begrenzen.

Ähnliches gilt für das Alter: Bei älteren Männern sind Abbau und Ausscheidung oft verlangsamt, wodurch der Wirkstoffspiegel höher liegen kann [1].

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Auch andere Medikamente haben Einfluss auf die geeignete Dosierung. Sie können etwa den Abbau des Wirkstoffs beeinflussen oder sich mit dem Wirkmechanismus überschneiden.

Um das zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die Wirkweise. Sildenafil hemmt das Enzym PDE-5, wodurch der cGMP-Spiegel im Gewebe steigt. cGMP ist der Botenstoff, der als sekundärer Vermittler von Stickstoffmonoxid (NO) die Blutgefässe entspannt. Genau hier kann eine gefährliche Wechselwirkung entstehen. Nitrate und Stickstoffmonoxid-Donatoren, die etwa bei Herzerkrankungen eingesetzt werden, verstärken denselben Effekt. In Kombination mit Sildenafil kann daher der Blutdruck lebensgefährlich abfallen, weshalb die Kombination strengstens verboten ist.

Eine zweite Gruppe von Wechselwirkungen betrifft den Abbau in der Leber. Sildenafil wird hauptsächlich über das Enzym CYP3A4 und in geringerem Masse über CYP2C9 verstoffwechselt. Werden gleichzeitig CYP3A4-Inhibitoren eingenommen, verlangsamt sich der Abbau und die Wirkstoffkonzentration steigt. In geringerem Masse können auch CYP2C9-Inhibitoren diesen Effekt aufweisen. Auch blutdrucksenkende Mittel, etwa Alphablocker, können den blutdrucksenkenden Effekt von Sildenafil verstärken und müssen daher ärztlich eingeschätzt werden [1].

Kann man Sildenafil-Tabletten teilen?

Ein Mann, der sich ein ärztliches Rezept ausstellen lässt

Ob sich eine Sildenafil-Tablette teilen lässt, hängt vom jeweiligen Präparat ab. Viele Sildenafil-Filmtabletten besitzen eine Bruchkerbe und sind laut Fachinformation dafür vorgesehen, in gleiche Dosen geteilt zu werden. Einige 100-mg-Tabletten sind sogar viertelbar. Es gibt jedoch auch Präparate ohne Bruchkerbe, die nicht geteilt werden sollten.

Entscheidend ist daher, was in der Packungsbeilage des konkreten Präparats steht. Nur wenn die Tablette ausdrücklich als teilbar ausgewiesen ist, lässt sich durch das Teilen eine gleichmässige Verteilung der Dosis erreichen. Bei einer Tablette ohne Bruchkerbe ist das nicht gewährleistet, die Wirkstoffmenge kann sich ungleichmässig verteilen [1].

Vom Teilen aus Kostengründen ist deshalb abzuraten, etwa um aus einer 100-mg-Tablette zwei Dosen zu je 50 mg zu gewinnen. Sinnvoller und sicherer ist es, von vornherein die passende Wirkstärke zu wählen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Präparat geteilt werden darf, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was tun, wenn die Dosis nicht ausreichend wirkt?

Wenn Sildenafil nicht wie erwartet wirkt, ist der wichtigste Grundsatz: Erhöhen Sie die Dosis nicht eigenmächtig. Ein ausbleibender Effekt liegt häufig an den Umständen der Anwendung selbst, nicht an der Dosis.

Prüfen Sie deshalb zunächst die häufigsten Stolpersteine. Sildenafil wirkt nur bei sexueller Stimulation und benötigt nach der Einnahme etwa 30 bis 60 Minuten, bis es seine Wirkung entfaltet. Eine fettreiche Mahlzeit kann den Wirkungseintritt verzögern, Alkohol kann die Erektionsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen [1]. Auch psychischer Druck oder Stress können dazu führen, dass die Wirkung ausbleibt. Ein einzelner erfolgloser Versuch ist zudem kein Beleg für ein Therapieversagen. Sildenafil wirkt nicht bei jedem Mann schon beim ersten Anlauf zuverlässig, sodass mehrere Versuche unter guten Voraussetzungen sinnvoll sind.

Bleibt der gewünschte Effekt auch dann aus, ist das ärztliche Gespräch der richtige nächste Schritt. Der Arzt kann prüfen, ob eine Dosisanpassung sinnvoll ist. Er klärt zudem, ob eine unbehandelte Grunderkrankung hinter den Beschwerden steht. Eine erektile Dysfunktion kann ein Hinweis auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Diabetes sein [5].

Bleibt die Behandlung trotz Dosisanpassung erfolglos, kann der Arzt andere Behandlungsoptionen für die erektile Dysfunktion empfehlen.

Häufig gestellte Fragen zur Sildenafil-Dosierung

Rund um die richtige Dosierung von Sildenafil tauchen immer wieder ähnliche Fragen auf, etwa zum Vergleich mit anderen Wirkstoffen, zur täglichen Einnahme oder zur Frage, wann eine Dosis wirklich als unwirksam gilt. Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Punkte zusammen und ergänzen die Informationen in diesem Beitrag.

Wie unterscheidet sich die Sildenafil-Dosierung von Tadalafil und Vardenafil?

Alle drei Wirkstoffe gehören zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. Sie unterscheiden sich in ihren Wirkstärken und der Wirkdauer. Während Sildenafil in 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich ist, liegt die übliche Anfangsdosis bei Tadalafil und bei Vardenafil bei 10 mg. Die jeweiligen Höchstdosen betragen 20 mg, gegenüber 100 mg bei Sildenafil.

Diese Milligramm-Angaben lassen sich nicht direkt vergleichen. 20 mg Tadalafil sind zum Beispiel nicht „schwächer" als 100 mg Sildenafil, sondern die Wirkstoffe sind unterschiedlich potent dosiert. Ein weiterer Unterschied liegt in der Wirkdauer: Tadalafil wirkt bis zu 36 Stunden, Sildenafil und Vardenafil eher für vier bis sechs Stunden [1, 2, 3]. Welcher Wirkstoff und welche Dosierung im Einzelfall geeignet sind, entscheidet der behandelnde Arzt.

Verstärkt eine höhere Dosis von Sildenafil die Wirkung?

Nicht zwangsläufig. Wirkt die verordnete Dosis bereits zuverlässig, bringt eine höhere Dosierung keinen zusätzlichen Nutzen, sondern erhöht lediglich das Risiko für Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gesichtsrötung oder Blutdruckabfall. Eine Dosiserhöhung kann nur dann sinnvoll sein, wenn die Dosis trotz korrekter Anwendung über mehrere Versuche hinweg nicht ausreichend wirkt. Diese Entscheidung trifft immer der behandelnde Arzt.

Die Maximaldosis von 100 mg Sildenafil pro Tag darf auf keinen Fall überschritten werden, da das Risiko für Nebenwirkungen massiv ansteigt.

Wie viele Versuche braucht es, bis eine Dosierung als unwirksam gilt?

Ein einzelner erfolgloser Versuch reicht nicht aus, um die Dosis als unwirksam einzustufen. In der Praxis gilt als Faustregel, dass eine Dosis an mehreren verschiedenen Tagen unter günstigen Bedingungen ausprobiert werden sollte. Vor der Beurteilung eines fehlenden Ansprechens sollten mehrere korrekt durchgeführte Einnahmeversuche erfolgen. Die günstigen Bedingungen bedeuten:

  • ausreichende sexuelle Stimulation
  • genügend zeitlicher Abstand zwischen Einnahme und Geschlechtsverkehr
  • keine schwere oder fettreiche Mahlzeit unmittelbar vor der Einnahme
  • möglichst wenig oder gar keinen Alkoholkonsum
  • möglichst wenig Stress und psychische Belastungen 

Erst wenn die Wirkung auch dann wiederholt ausbleibt, sollte gemeinsam mit dem Arzt über eine Dosisanpassung oder eine alternative Therapie gesprochen werden [5].

Ist eine tägliche Einnahme von Sildenafil möglich?

Sildenafil ist bei erektiler Dysfunktion für die bedarfsorientierte Einnahme vorgesehen, also gezielt vor der geplanten sexuellen Aktivität. Für diese bestimmte Indikation ist es also nicht als Dauertherapie vorgesehen. Erlaubt ist die Einnahme an aufeinanderfolgenden Tagen, solange die Grenze von maximal einer Tablette pro Tag eingehalten wird.

Wer eine kontinuierliche Behandlung wünscht, etwa um spontaner zu sein, kann mit dem Arzt über Tadalafil sprechen. Dieser Wirkstoff ist in niedriger Dosierung (2,5 mg oder 5 mg) für die tägliche Einnahme zugelassen und stellt damit eine passende Option für eine Dauertherapie dar [2].

Beeinflusst das Körpergewicht die richtige Sildenafil-Dosierung?

Nein, das Körpergewicht spielt bei der Festlegung der Sildenafil-Dosierung keine direkte Rolle. Anders als bei manchen anderen Arzneimitteln wird die Dosis nicht pro Kilogramm Körpergewicht berechnet, sondern richtet sich nach Wirksamkeit, Verträglichkeit und individuellen Risikofaktoren wie Alter, Nieren- und Leberfunktion sowie Begleitmedikamenten. Relevanter als das Gewicht können daher Begleiterkrankungen sein, die mit Übergewicht einhergehen, etwa Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Faktoren berücksichtigt der Arzt bei der Wahl der richtigen Dosis.

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