Was PDE-5-Hemmer sind und wie Vardenafil und Sildenafil wirken
PDE-5-Hemmer sind Arzneimittel, die das Enzym Phosphodiesterase-5 blockieren. PDE-5 ist unter anderem in der glatten Muskulatur der Schwellkörper vorhanden und baut dort den Botenstoff cGMP ab, der an der Aufrechterhaltung der Erektion beteiligt ist. Erektile Dysfunktion ist das zentrale Anwendungsgebiet dieser Präparate [1, 2].
Bei sexueller Erregung wird in den Blutgefässen im Penis Stickstoffmonoxid (NO) freigesetzt. NO regt die Bildung des Botenstoffs cGMP an. Ein erhöhter cGMP-Spiegel entspannt die Blutgefässe im Penis, wodurch mehr Blut in die Schwellkörper einströmt und eine Erektion entsteht. Das Enzym PDE-5 baut cGMP anschliessend wieder ab. Dadurch zieht sich die Muskulatur zusammen und die Erektion lässt nach [1, 2].
Genau hier setzen die beiden Wirkstoffe an. Beide hemmen PDE-5 und verlangsamen damit den Abbau von cGMP. Der Botenstoff bleibt länger in höherer Konzentration erhalten, wodurch die Blutgefässe entspannt bleiben und die Durchblutung steigt. Eine Erektion entsteht dadurch leichter und bleibt länger bestehen. Nach der Einnahme von Sildenafil oder Vardenafil setzt dieser Effekt nicht sofort ein: Sie wirken etwa 30 bis 60 Minuten nach Einnahme [1, 2].
Beide Medikamente erfordern sexuelle Stimulation, um ihre Wirkung zu entfalten. Ohne Erregung wird kein NO freigesetzt und ohne NO entsteht kein cGMP. Ohne cGMP können die Wirkstoffe ihre Wirkung nicht entfalten. Die Einnahme allein löst also keine Erektion aus. PDE-5-Hemmer verstärken eine natürliche Reaktion, ersetzen sie aber nicht [1, 2].
Vardenafil und Sildenafil im direkten Vergleich
Hier sind die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Wirkstoffe auf einen Blick [1, 2, 4]:
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Merkmal |
Vardenafil (Levitra) |
Sildenafil (Viagra) |
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Markteinführung |
2003 |
1998 |
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Übliche Dosisstufen |
5, 10, 20 mg |
25, 50, 100 mg |
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Standarddosis |
10 mg |
50 mg |
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Wirkeintritt |
ca. 30 bis 60 Minuten |
ca. 30 bis 60 Minuten |
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Wirkdauer |
ca. 4 bis 5 Stunden |
ca. 4 bis 5 Stunden |
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Einfluss fettreicher Mahlzeiten |
gering bis moderat |
deutlich verzögerter Wirkeintritt |
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Sehstörungen |
selten |
gelegentlich |
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Rezeptstatus Schweiz |
ausnahmslos rezeptpflichtig |
unter Auflagen rezeptfrei möglich |
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Darreichungsformen |
Filmtablette |
Filmtablette |
Vardenafil (Levitra): Eigenschaften und typische Anwendung
Vardenafil kam 2003 unter dem Handelsnamen Levitra auf den Markt und war damit der dritte PDE-5-Hemmer nach Sildenafil. Das Originalpräparat wird in der Schweiz inzwischen nicht mehr vertrieben. Verfügbar sind stattdessen Generika verschiedener Hersteller, die denselben Wirkstoff in denselben Wirkstärken enthalten.
Vardenafil hat einen ähnlichen Wirkmechanismus wie Sildenafil, unterscheidet sich aber in zwei molekularen Eigenschaften [2].
Zum einen hat Vardenafil eine höhere Potenz. Das bedeutet, dass pro Milligramm mehr Enzym gehemmt wird. Daher benötigt Vardenafil eine geringere absolute Dosis für eine vergleichbare Wirksamkeit wie Sildenafil.
Zudem hat Vardenafil eine höhere Selektivität. Das heisst, dass Vardenafil das verwandte Enzym PDE-6 in der Netzhaut weniger hemmt. Aufgrund seiner höheren Selektivität für PDE-5 hemmt Vardenafil PDE-6 weniger stark als Sildenafil; Sehstörungen können daher unter Vardenafil etwas seltener auftreten. [3]. In Studien zeigte sich zudem, dass moderate Mahlzeiten den Wirkeintritt kaum verzögern. Fettreiche Mahlzeiten können aber zu geringen bis moderaten Verzögerungen beim Wirkeintritt führen [2].
Vardenafil kann eine Alternative für Männer sein, die unter Sildenafil Nebenwirkungen erfahren oder mit der Wirkung bzw. Anwendung nicht zufrieden sind. Auch als Erstbehandlung kann es eingesetzt werden.
Sildenafil (Viagra): Eigenschaften und typische Anwendung
Sildenafil ist seit 1998 auf dem Markt und damit der am längsten verfügbare und am besten untersuchte PDE-5-Hemmer. Die empfohlene Anfangsdosis von Sildenafil beträgt 50 mg etwa eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr. Je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit kann der Arzt die Dosis auf 25 mg reduzieren oder auf 100 mg erhöhen [1].
Praktisch relevant für die Wirkung von Sildenafil ist, dass der Wirkstoff empfindlich gegenüber Mahlzeiten reagiert. Eine fettreiche Mahlzeit kann den Wirkungseintritt von Sildenafil verzögern. Sildenafil kann grundsätzlich mit oder ohne Nahrung eingenommen werden, bei einer Einnahme ohne fettreiche Mahlzeit kann die Wirkung jedoch früher einsetzen[1].
Für die meisten Männer ist Sildenafil das typische Einstiegspräparat. Es hat eine breite Datenlage, ist günstig in Form von Generika verfügbar und es besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, es rezeptfrei in der Schweiz zu beziehen [4].
Wirkeintritt und Wirkdauer im Vergleich
Hinsichtlich Wirkeintritt und Wirkdauer unterscheiden sich die beiden Wirkstoffe kaum. Beide wirken nach etwa 30 bis 60 Minuten und sind über einen ähnlichen Zeitraum wirksam [2]. Ein relevanter Unterschied besteht darin, wie stark Mahlzeiten den Wirkeintritt verzögern [1].
Wie schnell wirkt Vardenafil im Vergleich zu Sildenafil?
Beide Wirkstoffe werden im Magen-Darm-Trakt rasch aufgenommen. Bei den meisten Patienten setzt die Wirkung nach 30 bis 60 Minuten ein [1, 2].
Vardenafil wirkt bei einem Teil der Anwender etwas früher, teilweise bereits nach 25 Minuten [2]. Dieser Unterschied ist allerdings gering und im Alltag kaum spürbar.
Planen Sie in beiden Fällen einen zeitlichen Vorlauf von rund 60 Minuten ein. Wie schnell die Wirkung tatsächlich eintritt, hängt von mehreren Faktoren ab. In der Regel bemerken Patienten nach einigen Anwendungen, wann die Wirkung eintritt.
Wie lange hält die Wirkung jeweils an?
Die Wirkungsdauer von Sildenafil und Vardenafil beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Innerhalb dieser Zeit bleibt die Empfänglichkeit bei sexueller Stimulation erhöht. Es kann also leichter sein, bei sexueller Erregung eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten [1, 2].
Einfluss von fettreichen Mahlzeiten, Alkohol und Grapefruitsaft
Eine fettreiche Mahlzeit kann den Wirkungseintritt von Sildenafil spürbar verzögern und senkt zugleich die maximale Wirkstoffkonzentration im Blut, sodass die Wirkung später und schwächer einsetzt. Es wird daher empfohlen, Sildenafil auf nüchternen oder nur leicht gefüllten Magen einzunehmen [1].
Vardenafil reagiert weniger empfindlich. Bei einer moderaten Mahlzeit bleibt der Wirkeintritt praktisch unverändert. Erst bei einer sehr fettreichen Mahlzeit kann sich der Wirkeintritt spürbar verzögern [2].
Alkohol beeinflusst die Aufnahme beider Wirkstoffe nicht wesentlich. Alkohol kann allerdings erektionshemmend wirken und senkt wie PDE-5-Hemmer den Blutdruck [1]. In grösseren Mengen kann Alkohol somit die Wirkung der Therapie aufheben und Nebenwirkungen wie Schwindel verstärken. Leichter Alkoholkonsum wie ein Glas Wein ist in der Regel unproblematisch.
Zudem sollten Sie Grapefruitsaft meiden. Er hemmt das Enzym CYP3A4, über das beide Wirkstoffe in der Leber abgebaut werden. Dadurch kann der Wirkstoffspiegel im Blut steigen, was Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Flush oder Blutdruckabfall wahrscheinlicher macht [1, 2].
Dosierung von Vardenafil und Sildenafil
Beide Wirkstoffe sind in mehreren Wirkstärken erhältlich, sodass die Dosis an Wirksamkeit und Verträglichkeit angepasst werden kann. Welche Dosierung im Einzelfall geeignet ist, sollte ärztlich festgelegt werden. Die folgenden Angaben dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.
Sildenafil ist in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich. Die übliche Startdosis beträgt 50 mg. Bei guter Wirkung und Verträglichkeit kann der Arzt auf 25 mg reduzieren, bei unzureichender Wirkung auf maximal 100 mg erhöhen. Sildenafil sollte nicht häufiger als einmal täglich eingenommen werden; die maximale empfohlene Dosis beträgt 100 mg einmal täglich [1].
Sildenafil ist unter dem Handelsnamen Revatio zur Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie zugelassen; bei Erwachsenen beträgt die empfohlene Dosis 20 mg dreimal täglich [5]. Dieses Schema lässt sich nicht auf die Anwendung von Sildenafil bei erektiler Dysfunktion übertragen.
Vardenafil ist als Filmtablette in 5 mg, 10 mg und 20 mg erhältlich. Die übliche Startdosis liegt bei 10 mg, wobei auch hier basierend auf Wirksamkeit und Verträglichkeit Dosisanpassungen nach oben und unten stattfinden können. Es ist maximal eine Tablette Vardenafil innerhalb von 24 Stunden vorgesehen, die maximal empfohlene Einzeldosis beträgt 20 mg [2].
Sildenafil sollte etwa eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden [1]. Dasselbe gilt für Vardenafil [2]. Beide Tabletten werden unzerkaut mit Wasser geschluckt.
Nebenwirkungen von Vardenafil und Sildenafil
Die Nebenwirkungen beider Wirkstoffe ähneln sich stark, da sie auf demselben Wirkprinzip beruhen. Die meisten Nebenwirkungen beruhen auf den gefässerweiternden Eigenschaften, treten dosisabhängig auf und klingen mit dem Nachlassen der Wirkung wieder ab [3].
Häufige Nebenwirkungen sind in der Regel unproblematisch und klingen von selbst wieder ab. Seltene, aber ernsthafte Nebenwirkungen erfordern dagegen sofortigen ärztlichen Rat. Bei den unten beschriebenen Warnsignalen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen oder den Notruf wählen.
Häufige Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen von Vardenafil und Sildenafil sind Kopfschmerzen und Gesichtsrötungen (Flush) [3]. Hinzu kommen eine verstopfte Nase, Schwindel und Benommenheit, Magen-Darm-Beschwerden, Rücken- und Muskelschmerzen sowie Sehstörungen wie ein leichter Blaustich oder erhöhte Lichtempfindlichkeit [1, 2]. Diese Beschwerden sind in den meisten Fällen leicht ausgeprägt und vorübergehend. Kehren sie regelmässig wieder oder beeinträchtigen sie Ihren Alltag, sollten Sie ärztlichen Rat aufsuchen.
Seltene, aber ernste Warnsignale (z. B. Priapismus)
Ernste Nebenwirkungen sind selten, erfordern aber sofortiges Handeln. Zögern Sie daher nicht, ärztlichen Rat aufzusuchen oder den Notruf zu wählen, wenn Sie folgende Beschwerden bemerken.
Priapismus kann eine gefährliche Nebenwirkung von Sildenafil und Vardenafil sein. Gemeint ist eine schmerzhafte Erektion, die länger als vier Stunden anhält und nicht von selbst abklingt. Ohne eine Behandlung können dauerhafte Gewebeschäden im Penis entstehen [1, 2]. Priapismus ist daher ein medizinischer Notfall, bei dem Sie umgehend eine Notaufnahme aufsuchen sollten.
Auch das Herz-Kreislauf-System kann betroffen sein. Nach der Einnahme von PDE-5-Hemmern wurden selten schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen berichtet; ein direkter ursächlicher Zusammenhang ist jedoch nicht für alle Ereignisse belegt [2]. Treten während oder nach sexueller Aktivität Brustschmerzen, Atemnot, Herzrasen oder starker Schwindel auf, beenden Sie die Aktivität sofort und wählen Sie den Notruf. Teilen Sie dem Rettungsdienst unbedingt mit, dass Sie einen PDE-5-Hemmer eingenommen haben, da bestimmte Notfallmedikamente wie Nitrate dann nicht gegeben werden dürfen [3].
Sehr selten kommt es zu einem plötzlichen, meist einseitigen Verlust der Sehkraft oder des Hörvermögens. Beenden Sie in diesem Fall die Einnahme sofort und suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe. Dasselbe gilt bei einem schweren Blutdruckabfall, der sich durch starken Schwindel, Ohnmachtsgefühle oder eine tatsächliche Ohnmacht bemerkbar macht [1, 2].
Ebenfalls möglich sind allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen im Gesichts- und Rachenbereich [3]. Auch diese Nebenwirkungen gehören ärztlich abgeklärt.
Wechselwirkungen und Kontraindikationen bei beiden Wirkstoffen
Vardenafil und Sildenafil sind hinsichtlich ihrer potenziellen Wechselwirkungen weitgehend identisch [3]. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, einschliesslich rezeptfreier Präparate und pflanzlicher Mittel.
Absolut unverträglich sind PDE-5-Hemmer mit Nitraten und anderen Stickstoffmonoxid-Donatoren wie Nitroglycerin-Sprays. Beide Substanzgruppen senken den Blutdruck, weshalb die Kombination zu einem lebensgefährlichen Blutdruckabfall führen kann. Dasselbe gilt für Riociguat, das bei pulmonaler Hypertonie eingesetzt wird [1, 2].
Bei Alpha-Blockern gegen Bluthochdruck und Prostatabeschwerden ist die Kombination nicht ausgeschlossen, erfordert aber eine strikte ärztliche Bewertung [1, 2].
Auch Wirkstoffe, welche das Enzymsystem CYP3A4 hemmen, können zu Wechselwirkungen führen. Dazu zählen bestimmte Antimykotika, HIV-Medikamente und gewisse Antibiotika [1, 2].
Welche Wechselwirkungen in Ihrem Fall relevant sind, klären Sie am besten im Arztgespräch anhand Ihrer aktuellen Medikation.
Wer auf Vardenafil oder Sildenafil verzichten sollte
Nicht jeder Mann kann PDE-5-Hemmer einnehmen. In manchen Fällen ist die Anwendung vollständig ausgeschlossen, in anderen darf sie nur unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle stattfinden. Daher müssen Sie vor Therapiebeginn Ihren behandelnden Arzt über alle relevanten Grunderkrankungen und Begleitmedikamente aufklären.
Ausgeschlossen ist die Behandlung bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu zählen ein kürzlich zurückliegender Herzinfarkt oder Schlaganfall, eine instabile Angina pectoris sowie eine schwere Herzschwäche. Auch ein sehr niedriger Blutdruck und ein unbehandelter, schlecht eingestellter Bluthochdruck sprechen gegen die Einnahme [3].
Ebenfalls verzichten sollten Männer, die einmal eine nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION) hatten, also einen plötzlichen Sehverlust durch eine Durchblutungsstörung des Sehnervs. Bei bestimmten erblichen Netzhauterkrankungen ist Vorsicht erforderlich [1].
Bei einer schweren Leberfunktionsstörung ist die Anwendung nicht vorgesehen. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion ist eine Behandlung möglich, häufig aber mit angepasster Startdosis [1, 2].
Sind Vardenafil und Sildenafil in der Schweiz rezeptfrei?
Beide Wirkstoffe sind in der Schweiz grundsätzlich verschreibungspflichtig. Sie erhalten sie also nur mit einem ärztlichen Rezept, das Sie anschliessend in einer Apotheke einlösen. Für Sildenafil gibt es allerdings eine Ausnahme: Seit 2020 dürfen Apotheker Sildenafil unter Umständen ohne Rezept abgeben. Für Vardenafil gilt das nicht [4].
Warum Levitra (Vardenafil) in der Schweiz grundsätzlich rezeptpflichtig ist
Vardenafil ist ausschliesslich auf Rezept erhältlich, dasselbe gilt für ein Levitra Rezept [2]. Vor der Verordnung prüft ein Arzt Ihre gesundheitliche Situation, Beschwerden, Vorerkrankungen und die aktuelle Medikation. Dabei klärt er ab, ob gewisse Gegenanzeigen gegen die Einnahme von Vardenafil sprechen. Wenn eine Behandlung im individuellen Fall sinnvoll ist, wählt er eine passende Dosierung aus.
Die Sonderregel für Sildenafil
Apotheken dürfen Sildenafil in der geringsten Dosierung (25 mg) und kleinsten Packungsgrösse (4 Tabletten) nach einem Beratungsgespräch ohne Rezept abgeben. Dabei prüft der Apotheker, ob gewisse Vorerkrankungen oder Medikamente gegen die Abgabe sprechen. Für höhere Dosierungen oder grössere Packungen ist dagegen ein ärztliches Rezept erforderlich [4].
Diese Möglichkeit eignet sich vor allem, um Sildenafil einmalig auszuprobieren. Für eine dauerhafte Therapie ist sie nicht vorgesehen, da Erektionsstörungen häufig ein Hinweis auf eine Grunderkrankung wie Diabetes oder Bluthochdruck sind, die einer Behandlung bedarf [3].
Was kosten Vardenafil und Sildenafil in der Schweiz?
Die Behandlung einer erektilen Dysfunktion wird in der Schweiz nicht durch die obligatorische Krankenversicherung finanziert. Die Kosten tragen Sie daher in der Regel selbst, unabhängig davon, ob Sie Sildenafil oder Vardenafil erhalten.
Bei Apomeds beginnen die Preise für Sildenafil bei CHF 1.21 pro Tablette. Für Vardenafil beginnen die Preise ab CHF 3.60 pro Tablette. Sildenafil kostet damit über alle Wirkstärken hinweg deutlich weniger als Vardenafil.
Innerhalb eines Wirkstoffs richtet sich der Preis pro Tablette vor allem nach der Packungsgrösse. Grössere Packungen senken den Stückpreis deutlich, während die Wirkstärke nicht so stark ins Gewicht fällt. Da zudem beide Wirkstoffe nicht zur Spezialitätenliste gehören, existiert in der Schweiz kein festgelegter Preis, weshalb die Preise zwischen Apotheken abweichen können.
Sildenafil ist zudem sowohl als das Originalpräparat Viagra als auch in Form von Generika erhältlich. Wenn Sie das Original Viagra online bestellen, zahlen Sie mehr. Das Originalpräparat Levitra wird in der Schweiz nicht mehr vertrieben, weshalb Vardenafil ausschliesslich als Generikum erhältlich ist.
Wo kaufe ich Vardenafil und Sildenafil?
Mit einem gültigen Rezept erhalten Sie beide Wirkstoffe sowohl in einer Apotheke vor Ort als auch über eine zugelassene Online-Apotheke. Bei Online-Plattformen wie Apomeds erfolgt zunächst eine ärztliche Prüfung. Die Abgabe übernimmt anschliessend eine zugelassene Partnerapotheke. Wer Sildenafil in der Schweiz kaufen will, hat damit zwei Wege zur Auswahl. Welchen Weg Sie wählen, ist Ihre Entscheidung und hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab.
Die Möglichkeit, Sildenafil in der geringsten Dosierung und Packungsgrösse nach einer Fachberatung ohne ärztliches Rezept zu beziehen, ist nur bei Apotheken vor Ort möglich [4]. Für Vardenafil gibt es diesen Weg nicht, hier ist immer ein ärztliches Rezept erforderlich. Wer Vardenafil kaufen möchte, benötigt es sowohl in der Apotheke vor Ort als auch online.
Welches Medikament passt zu wem? Entscheidungshilfe
Welcher Wirkstoff im Einzelfall verordnet wird, entscheidet der behandelnde Arzt. Er berücksichtigt dabei Ihre Vorerkrankungen, Ihre aktuelle Medikation, Ihren allgemeinen Gesundheitszustand und Ihre bisherigen Therapieerfahrungen [3]. Die folgenden Punkte zeigen, welche Überlegungen dabei eine Rolle spielen können und worauf Sie im Arztgespräch selbst hinweisen sollten.
Wann Vardenafil die sinnvollere Wahl ist
Vardenafil kommt vor allem dann infrage, wenn eine bestehende Therapie mit Sildenafil nicht zufriedenstellend verläuft. Der häufigste Grund sind Nebenwirkungen wie Sehstörungen. Weil Vardenafil das Enzym PDE-6 in der Netzhaut weniger stark hemmt, treten Blaustich, verschwommenes Sehen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit seltener auf [3].
Ein zweiter Punkt betrifft den Einfluss von Mahlzeiten. Wenn sich der Zeitpunkt der Einnahme im Alltag schlecht planen lässt und meist im Zusammenhang mit einer Mahlzeit erfolgt, kann Vardenafil praktischer sein. Moderate Mahlzeiten verzögern den Wirkeintritt kaum [1, 2].
Sprechen Sie Ihren Arzt daher aktiv an, wenn Sie unter Sildenafil Sehstörungen bemerken oder wenn die Wirkung wiederholt später eintrat als erwartet.
Wann Sildenafil die sinnvollere Wahl ist
Für die meisten Männer mit Erektionsstörungen ist Sildenafil der naheliegende Einstieg in die Therapie. Der Wirkstoff ist seit 1998 im Einsatz und gilt als der am besten untersuchte PDE-5-Hemmer. Für Patienten, die zum ersten Mal ein Medikament gegen Erektionsstörungen anwenden, liegt also eine gute und belastbare Datengrundlage vor [1, 3].
Hinzu kommt, dass der Preis pro Tablette bei Sildenafil in der Regel günstiger ist als bei Vardenafil.
Alternativen zu Vardenafil und Sildenafil
Alternativen kommen oft infrage, wenn Vardenafil oder Sildenafil nicht ausreichend wirken oder schlecht vertragen werden. Dann stehen andere PDE-5-Hemmer wie Tadalafil und Avanafil zur Verfügung, die sich vor allem hinsichtlich Wirkeintritt und Wirkdauer unterscheiden [3]. Daneben gibt es nicht-medikamentöse Verfahren, die eingesetzt werden können. Welche Option im Einzelfall sinnvoll ist, wird vom behandelnden Arzt ermittelt.
Andere PDE-5-Hemmer: Tadalafil und Avanafil
Tadalafil ist unter dem Handelsnamen Cialis bekannt. Es zeichnet sich durch eine deutlich längere Wirkdauer von bis zu 36 Stunden aus. Dadurch entfällt die enge zeitliche Planung vor dem Geschlechtsverkehr, was Tadalafil insbesondere für Männer attraktiv macht, die sich mehr Spontaneität wünschen.
Zusätzlich gibt es eine niedrig dosierte Variante zur täglichen Einnahme, bei der ein konstanter Wirkstoffspiegel im Blut aufgebaut wird. Durch diese Konstanztherapie entfällt die Notwendigkeit, die Einnahme zeitlich mit dem Geschlechtsverkehr abzustimmen. Auch Mahlzeiten beeinflussen die Wirkung von Tadalafil kaum. Allerdings können Nebenwirkungen länger anhalten, da die Wirkdauer von Tadalafil länger ist [3].
Avanafil wird unter dem Namen Spedra vertrieben und ist der jüngste Wirkstoff dieser Gruppe. Sein Vorteil liegt im schnellen Wirkeintritt, der bei einem Teil der Anwender bereits nach 15 bis 30 Minuten einsetzt. Die Wirkdauer liegt mit rund 4 bis 5 Stunden im Bereich von Sildenafil und Vardenafil. Spedra (Avanafil) gilt zudem als relativ selektiv, wodurch bestimmte Nebenwirkungen seltener auftreten [3].
Ein eigenständiger Wechsel zwischen Wirkstoffen wird nicht empfohlen. Stattdessen soll ein Wirkstoffwechsel immer unter ärztlicher Beobachtung stattfinden. Verschiedene PDE-5-Hemmer sollten nicht gleichzeitig angewendet werden, da dies das Risiko für Blutdruckabfall und andere Nebenwirkungen erhöhen kann [1, 2].
Nicht-medikamentöse Optionen bei erektiler Dysfunktion
Erektionsstörungen sind häufig ein Symptom einer Grunderkrankung. Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel schädigen die Blutgefässe und beeinträchtigen somit die Erektionsfähigkeit. Die Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen und eine Anpassung des Lebensstils können die Erektionsfähigkeit verbessern. Regelmässige Bewegung, ein Rauchstopp und ein moderater Umgang mit Alkohol wirken sich oftmals positiv aus [3].
Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle. Insbesondere Leistungsdruck, Ängste oder Beziehungskonflikte können Erektionsstörungen auslösen oder verstärken. Hier kann eine Sexual- oder Psychotherapie helfen [3].
Zudem stehen nicht-medikamentöse Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören Vakuumpumpen, die durch Unterdruck Blut in den Schwellkörper ziehen. Anschliessend wird der Rückfluss durch einen Ring minimiert. Zudem kann eine Schwellkörper-Injektionstherapie in Erwägung gezogen werden. Dabei wird ein gefässerweiternder Wirkstoff direkt in den Schwellkörper gespritzt [3]. Sie können diese Behandlungsoptionen mit Ihrem Arzt besprechen.
Häufige Fragen
Zum Schluss finden Sie die Antworten auf Fragen, die im Zusammenhang mit Vardenafil und Sildenafil am häufigsten gestellt werden.
Ist Vardenafil stärker als Sildenafil?
Nein. Vardenafil ist pro Milligramm potenter als Sildenafil. Das bedeutet aber nicht, dass die Wirkung stärker ausfällt. Die zugelassenen Dosierungen der beiden Wirkstoffe sind nicht direkt miteinander vergleichbar. Allein die unterschiedliche Dosierung lässt keinen direkten Rückschluss darauf zu, welcher Wirkstoff stärker wirksam ist. In Studien erreichen beide Wirkstoffe vergleichbare Erfolgsraten [3].
Welches Mittel wirkt schneller und länger?
Beide Wirkstoffe verhalten sich sehr ähnlich. Der Wirkeintritt liegt bei 30 bis 60 Minuten, die Wirkdauer bei etwa 4 bis 5 Stunden [1, 2]. Vardenafil setzt bei einem Teil der Anwender etwas früher ein, teilweise bereits nach 25 Minuten. Dieser Unterschied ist allerdings im Alltag kaum spürbar. Wer einen schnelleren Wirkeintritt bevorzugt, kann Avanafil (Spedra) als Alternative in Betracht ziehen. Für eine längere Wirkdauer kann Tadalafil (Cialis) als Behandlungsoption erwogen werden [3].
Kann ich Vardenafil und Sildenafil kombinieren?
Nein. Die gleichzeitige Einnahme zweier PDE-5-Hemmer ist nicht zulässig. Beide Wirkstoffe senken den Blutdruck. In Kombination steigt daher das Risiko für Nebenwirkungen wie Schwindel, Ohnmacht und Kreislaufprobleme deutlich, ohne dass die Erektionsfähigkeit davon profitiert [1, 2]. Sprechen Sie einen Wechsel immer mit Ihrem Arzt ab.
Sind Levitra und Viagra in der Schweiz ohne Rezept erhältlich?
Nein, die Präparate Levitra und Viagra sind beide verschreibungspflichtig. Es gibt lediglich eine Ausnahme für Sildenafil in der geringsten Dosierung (25 mg) und kleinsten Packungsgrösse (4 Tabletten). Diese Variante kann nach einer persönlichen Fachberatung in der Apotheke auch ohne Rezept abgegeben werden [4]. Einen ausführlichen Vergleich der beiden Originalpräparate finden Sie in unserem Beitrag Levitra oder Viagra.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten in der Schweiz?
In der Regel nicht. Die obligatorische Grundversicherung vergütet Medikamente zur Behandlung der erektilen Dysfunktion nicht. Die Kosten tragen Sie also selbst. Auch Zusatzversicherungen erstatten die Kosten für Potenzmittel meist nicht. Ausnahmen sind lediglich in Einzelfällen möglich.
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[1] Viatris Pharma GmbH. (2025). Viagra Filmtabletten: Fachinformation. Compendium.ch. https://compendium.ch/product/63748-viagra-filmtabl-100-mg
[2] Mepha Pharma AG. (2025). Vardenafil-Mepha Filmtabletten: Fachinformation. Compendium.ch. https://compendium.ch/product/1395489-vardenafil-mepha-filmtabl-5-mg
[3] Salonia, A., Boeri, L., Capogrosso, P., Corona, G., Minhas, S., & Verze, P. (2025). EAU guidelines on sexual and reproductive health: Management of erectile dysfunction. European Association of Urology. https://uroweb.org/guidelines/sexual-and-reproductive-health/chapter/management-of-erectile-dysfunction
[4] Bundesamt für Gesundheit. (2025). Erleichterte Abgabe von Arzneimitteln der Liste B. https://www.bag.admin.ch/de/erleichterte-abgabe-von-arzneimitteln-der-liste-b
[5] Viatris Pharma GmbH. (2025). Revatio Filmtabletten: Fachinformation. Compendium.ch. https://compendium.ch/product/1057400-revatio-filmtabl-20-mg