Sildenafil und Tadalafil im Überblick
Sildenafil und Tadalafil sind beide PDE-5-Hemmer und damit eng verwandte Mittel. Bekannt geworden sind sie durch die Originalpräparate Viagra und Cialis, weshalb derselbe Vergleich häufig auch als Cialis vs. Viagra beschrieben wird. Sie greifen an derselben Stelle im Körper an und sind bei einer Behandlung von Erektionsstörungen wirksam [1, 2]. Direkte Vergleichsstudien zeigen keinen bedeutenden Unterschied in der klinischen Gesamtwirksamkeit. Kleine Unterschiede liegen bei Wirkeintritt, Wirkdauer, Einnahme und Nebenwirkungen können bei der individuellen Wahl eine Rolle spielen.
Sildenafil (Viagra) als Wirkstoff
Sildenafil ist der älteste Vertreter der PDE-5-Hemmer und wurde Ende der 1990er-Jahre unter dem Handelsnamen Viagra bekannt. Der Wirkstoff hemmt das Enzym Phosphodiesterase-5 im Schwellkörper des Penis. Dadurch wird der Botenstoff zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) langsamer abgebaut, die Blutgefässe erweitern sich und die Erektionsfähigkeit verbessert sich. Dabei löst Sildenafil selbst keine Erektion aus. Die Sildenafil-Wirkung tritt nur bei sexueller Erregung ein, da der Wirkstoff lediglich körpereigene Prozesse unterstützt.
Sildenafil wird bei Bedarf eingenommen, üblicherweise 30 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr. Die maximale Konzentration im Blut ist nach etwa einer Stunde erreicht, die Wirkung hält rund vier bis sechs Stunden an. Verfügbar sind Tabletten in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg. Die übliche Startdosis liegt bei 50 mg. Eine Konstanztherapie mit täglicher Einnahme ist bei Sildenafil nicht vorgesehen.
Eine Besonderheit an Sildenafil ist die Empfindlichkeit gegenüber Nahrung. Eine fettreiche Mahlzeit kann die Aufnahme von Sildenafil verzögern und die maximale Wirkstoffkonzentration im Blut verringern.
Tadalafil (Cialis) als Wirkstoff
Tadalafil kam einige Jahre später unter dem Handelsnamen Cialis auf den Markt und wirkt nach demselben Prinzip wie Sildenafil. Auch bei Tadalafil ist sexuelle Erregung eine Voraussetzung für die Wirkung. Das Mittel selbst erhöht nicht die Libido und ruft ohne sexuelle Stimulation keine Erektion hervor [2].
Der wichtigste Unterschied liegt in der Wirkungsdauer. Die maximale Konzentration wird etwa zwei Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit von Tadalafil liegt bei rund 17,5 Stunden. Dadurch kann die Wirkung bis zu 36 Stunden lang andauern. Damit ermöglicht Tadalafil mehr Spontanität und eine lockerere Planung zwischen Einnahme und Geschlechtsverkehr.
Für die Einnahme nach Bedarf werden Tabletten mit den Dosierungen 10 mg und 20 mg verwendet. 10 mg sind dabei die übliche Startdosis. Mahlzeiten beeinflussen, im Gegensatz zu Sildenafil, die Wirkung kaum.
Zusätzlich ermöglicht Tadalafil eine Konstanztherapie. Wer Tadalafil täglich einnehmen möchte, verwendet dafür Tabletten mit 2,5 oder 5 mg Tadalafil, sodass sich ein konstanter Wirkstoffspiegel aufbaut. Dann muss der Geschlechtsverkehr nicht mehr zeitlich auf die Einnahme einer einzelnen Tablette abgestimmt werden. Diese Therapieform eignet sich insbesondere für Patienten mit häufiger sexueller Aktivität.
Tadalafil vs. Sildenafil: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
Nachdem Sie beide Wirkstoffe kennengelernt haben, erhalten Sie hier eine Übersicht mit den wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschieden, kompakt zusammengefasst.
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Merkmal |
Sildenafil (Viagra) |
Tadalafil (Cialis) |
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Wirkstoffklasse |
PDE-5-Hemmer |
PDE-5-Hemmer |
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Übliche Dosierungen bei Bedarf |
25 mg, 50 mg, 100 mg |
10 mg, 20 mg |
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Konstanztherapie (niedrig dosiert) |
Nicht vorgesehen |
2,5 oder 5 mg täglich |
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Wirkungseintritt |
ca. 30 bis 60 Minuten |
ca. 30 bis 60 Minuten |
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Maximale Konzentration im Blut |
nach ca. 1 Stunde |
nach ca. 2 Stunden |
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Halbwertszeit |
ca. 4 Stunden |
ca. 17,5 Stunden |
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Wirkungsdauer |
ca. 4 bis 6 Stunden |
bis zu 36 Stunden („Wochenendpille") |
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Einfluss von Nahrung |
Fettreiche Mahlzeiten können die Wirkung verzögern und abschwächen |
Kaum Einfluss |
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Alkohol |
Grössere Mengen können Nebenwirkungen verstärken und die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen |
Grössere Mengen können Nebenwirkungen verstärken und die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen |
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Häufige Nebenwirkungen |
Kopfschmerzen, Gesichtsrötung (Flush), verstopfte Nase, gelegentlich Sehstörungen |
Kopfschmerzen, Gesichtsrötung (Flush), verstopfte Nase, Rücken- und Muskelschmerzen |
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Weitere Anwendungsgebiete |
Pulmonale arterielle Hypertonie (in anderer Dosierung) |
Gutartige Prostatavergrösserung (BPH) |
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Geeignet für |
Geplante Einnahme vor dem Geschlechtsverkehr |
Spontanität, häufige sexuelle Aktivität, begleitende BPH-Beschwerden |
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Verfügbarkeit |
Als Generikum breit verfügbar, Preise je nach Apotheke unterschiedlich |
Als Generikum breit verfügbar, Preise je nach Apotheke unterschiedlich |
Der Zeitpunkt der maximalen Blutkonzentration entspricht nicht dem Wirkungseintritt. Für eine Erektion genügt bereits eine niedrigere Wirkstoffkonzentration unterhalb des Maximums, weshalb beide Wirkstoffe früher wirken können, als es dieser Wert vermuten lässt.
Wirkeintritt und Wirkdauer: Wie schnell und wie lange wirken Tadalafil und Sildenafil?

Sildenafil setzt etwa 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein. Die maximale Konzentration im Blut ist nach etwa einer Stunde erreicht, die Wirksamkeit kann insgesamt ungefähr vier bis sechs Stunden anhalten. Sildenafil wird deshalb bevorzugt, wenn eine kurze, intensive Wirkung in einem klar planbaren Zeitraum gewünscht ist. Wann der Wirkeintritt genau erfolgt, hängt von individuellen Faktoren ab. Eine fettreiche Mahlzeit kurz vor der Einnahme kann den Wirkungseintritt spürbar verzögern.
Tadalafil wirkt ebenfalls innerhalb von 30 bis 60 Minuten, wobei Mahlzeiten kaum eine Rolle spielen. Durch die Halbwertszeit von rund 17,5 Stunden kann Tadalafil bis zu 36 Stunden nach der Einnahme wirken. Das Präparat ist daher auch als „Wochenendpille" bekannt.
Neben der Bedarfseinnahme von Tadalafil besteht auch die Möglichkeit einer Dauertherapie. Dabei nehmen Sie täglich zur gleichen Zeit eine Tablette mit 2,5 mg oder 5 mg ein, unabhängig davon, ob Geschlechtsverkehr geplant ist. Nach einigen Tagen stellt sich ein weitgehend konstanter Wirkstoffspiegel im Blut ein, sodass die Frage nach dem Wirkungseintritt und der Wirkungsdauer praktisch entfällt. Diese Therapieform eignet sich insbesondere bei häufiger sexueller Aktivität sowie für Männer, die zusätzlich unter einer gutartigen Prostatavergrösserung leiden.
Für Sie als Patient bedeutet das: Mit Tadalafil müssen Einnahme und Geschlechtsverkehr nicht mehr eng aufeinander abgestimmt werden, was deutlich mehr Spontanität ermöglicht. Diese Spontanität lässt sich bei Bedarf durch die tägliche Konstanztherapie mit niedriger Dosierung erhöhen. Sildenafil verlangt dagegen eine gewisse Planung, bietet dafür aber ein überschaubares Zeitfenster.
Dosierung von Tadalafil und Sildenafil im Vergleich
Sildenafil ist in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich. Die übliche Startdosis liegt bei 50 mg. Eine Dosissenkung auf 25 mg kommt häufig bei bestehenden Vorerkrankungen oder bei einer schlechten Verträglichkeit der 50-mg-Dosierung infrage. Eine Erhöhung auf 100 mg kommt in der Regel infrage, wenn die Startdosis von 50 mg nicht ausreichend gewirkt hat und gut vertragen wurde.
Tadalafil steht zur Einnahme bei Bedarf in den Dosierungen 10 mg und 20 mg zur Verfügung. Die empfohlene Dosis vor dem Geschlechtsverkehr beträgt 10 mg. Für die Konstanztherapie kommen zusätzlich Tabletten mit 2,5 mg und 5 mg zum Einsatz.
Dass Sildenafil höher dosiert wird, bedeutet nicht, dass es stärker wirkt. Die Dosisangaben ergeben sich aus den unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Wirkstoffe im Körper und erlauben keinen Rückschluss auf die Wirksamkeit. In Studien zeigen beide Wirkstoffe vergleichbare Erfolgsraten [3].
Wichtig: Die geeignete Dosierung sollte individuell unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands, anderer Medikamente und der Verträglichkeit festgelegt werden. Er wägt hierfür zahlreiche Faktoren ab, etwa den allgemeinen gesundheitlichen Zustand, bestehende Vorerkrankungen, anderweitige Medikamente und vorherige Therapieerfahrungen. Eine eigenständige Dosisanpassung sollte vermieden werden, da größere Dosierungen das Risiko für Nebenwirkungen erhöhten können.
Einnahme mit Nahrung und Alkohol: Worauf bei Tadalafil und Sildenafil achten?
Hinsichtlich des Einflusses der Nahrung unterscheiden sich beide Wirkstoffe deutlich. Sildenafil wird am besten auf nüchternen Magen oder nach einer leichten Mahlzeit eingenommen. Eine fettreiche Mahlzeit kann die Aufnahme im Magen-Darm-Trakt verzögern, wodurch der Wirkungseintritt verzögert wird und die maximale Konzentration im Blut niedriger ausfallen kann.
Tadalafil ist in dieser Hinsicht unkompliziert. Die Aufnahme wird durch eine Mahlzeit kaum beeinflusst, sodass Sie den Wirkstoff unabhängig vom Essen einnehmen können. Das ist ein weiterer Grund, warum Tadalafil als das flexiblere Präparat gilt.
Bei beiden Wirkstoffes kann ein hoher Alkoholkonsum die Verträglichkeit und die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Moderate Mengen wie ein Glas Wein oder Bier sind in der Regel kein Problem. Grössere Mengen können jedoch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel und einen niedrigen Blutdruck verstärken. Hinzu kommt, dass Alkohol in grösseren Mengen die Erektionsfähigkeit ohnehin beeinträchtigt und die Wirkung des Medikaments dadurch abgeschwächt werden kann. Daher empfiehlt es sich, Alkohol nur in moderaten Mengen oder gar nicht zu konsumieren.
Nebenwirkungen der PDE-5-Hemmer Sildenafil und Tadalafil im Vergleich

Da beide Wirkstoffe zur Klasse der PDE-5-Hemmer gehören, teilen sie den Grossteil ihres Nebenwirkungsprofils. Die häufigsten Beschwerden sind dabei:
- Kopfschmerzen
- Gesichtsrötung (Flush)
- verstopfte Nase
- Schwindel
- Verdauungsbeschwerden
Diese Nebenwirkungen sind in der Regel leicht ausgeprägt und lassen häufig im Verlauf der Therapie nach.
Unterschiede zeigen sich darin, wie häufig die einzelnen Nebenwirkungen auftreten. Unter Tadalafil können Rücken- und Muskelschmerzen auftreten, die in der Regel 12 bis 24 Stunden nach der Einnahme beginnen und meist von selbst wieder abklingen. Unter Sildenafil kommt es dagegen häufiger zu vorübergehenden Sehstörungen, etwa einer erhöhten Lichtempfindlichkeit oder einem leichten Blaustich im Sichtfeld. Beschwerden der oberen Atemwege wie eine verstopfte Nase oder Reizungen im Nasen-Rachen-Raum sind bei beiden Wirkstoffen möglich.
Zudem ergeben sich Unterschiede aus der Wirkungsdauer. Da Tadalafil länger im Körper verbleibt, können Nebenwirkungen auch entsprechend länger anhalten als bei Sildenafil. Wie stark diese Beschwerden im Alltag wahrgenommen werden, erleben Patienten sehr unterschiedlich, wie Tadalafil Erfahrungsberichte zeigen.
Seltene, aber ernsthafte Nebenwirkungen, die eine sofortige ärztliche Abklärung erfordern, sind:
- Schmerzhafte Erektion, die länger als vier Stunden anhält (Priapismus)
- Plötzlicher Hörverlust
- Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge
Suchen Sie bei diesen Nebenwirkungen zu Ihrer Sicherheit umgehend ärztliche Hilfe auf.
Ausführliche Informationen zu allen möglichen Nebenwirkungen entnehmen Sie der Packungsbeilage Ihres Präparats. Zudem besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt vor Beginn der Therapie, welche Nebenwirkungen für Sie individuell relevant sind.
Für wen sind Tadalafil oder Sildenafil nicht geeignet?
Die Wirkstoffe Sildenafil und Tadalafil erweitern beide die Blutgefässe und senken dadurch den Blutdruck. Daraus ergeben sich Situationen, in denen eine Einnahme nicht infrage kommt oder eine besondere ärztliche Abklärung nötig ist. Absolute Gegenanzeigen, bei denen beide Medikamente nicht angewendet werden dürfen, sind:
- Gleichzeitige Einnahme von Nitraten
- Einnahme von Stickstoffmonoxid-Donatoren
- Einnahme von Riociguat
- Herzinfarkt innerhalb der letzten 90 Tage (Tadalafil) bzw. der letzten sechs Monate (Sildenafil)
- Schlaganfall innerhalb der letzten sechs Monate
- Instabile Angina pectoris
- Schwere Herzinsuffizienz
- Schwer eingeschränkte Leberfunktion
- Niedriger Blutdruck
- Vorbestehende nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION)
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
In den folgenden Fällen ist eine Einnahme nicht grundsätzlich ausgeschlossen, erfordert aber eine sorgfältige ärztliche Abwägung:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen
- Einnahme von Alphablockern
- Einnahme von CYP3A4-Hemmern
- Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion
- Anatomische Fehlbildungen des Penis
- Blutungsneigung oder aktives Magengeschwür
- Erblich bedingte degenerative Netzhauterkrankungen
- Vorbestehender Hörverlust
Sildenafil oder Tadalafil kaufen in der Schweiz: Rezeptpflicht und Ausnahmen
Sildenafil und Tadalafil sind beide grundsätzlich verschreibungspflichtig in der Schweiz. Die Verschreibungspflicht trägt unter anderem den möglichen Blutdruckeffekten, Wechselwirkungen und Gegenanzeigen von PDE-5-Hemmern Rechnung. Dadurch weisen sie relevante Nebenwirkungen auf, die eine konkrete Abklärung voraussetzen. Hinzu kommt, dass Erektionsstörungen ein Frühwarnzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein können. Diese Ursachen sollten von einem Arzt abgeklärt werden.
Eine Ausnahme von der Rezeptpflicht besteht für Sildenafil in der geringsten Dosierung von 25 mg und der kleinsten Packungsgrösse von 4 Stück. Diese können nach einer persönlichen Fachberatung in der Apotheke rezeptfrei abgegeben werden [4]. Für Tadalafil gibt es keine vergleichbare Regelung.
Unabhängig vom Wirkstoff gilt: Wer ein Präparat über eine Versandapotheke beziehen möchte, benötigt in jedem Fall ein gültiges Rezept. Die Ausnahme gilt ausschliesslich für Apotheken vor Ort.
Tadalafil in der Schweiz: durchgehend rezeptpflichtig
Wer Tadalafil in der Schweiz beziehen möchte, benötigt dafür in jedem Fall ein ärztliches Rezept. Das betrifft sowohl das Originalpräparat Cialis als auch sämtliche Generika. Um Tadalafil im Rahmen einer Behandlung von Erektionsstörungen zu beziehen, ist daher in jedem Fall ein ärztliches Rezept nötig.
Vorsicht ist geboten, wenn Tadalafil ohne jede ärztliche Prüfung angeboten wird. Potenzmittel gehören zu den am häufigsten gefälschten Arzneimitteln überhaupt. Bei illegal bezogenen Präparaten sind weder Wirkstoffgehalt noch Reinheit geprüft, was grosse Risiken für Patienten mit sich bringen kann. Wer Cialis online bestellen möchte, sollte auf einen in der Schweiz legal zugelassenen Versandhandel und die erforderliche ärztliche Verschreibung achten.
Sildenafil in der Schweiz: kleine Mengen seit 2019 rezeptfrei in der Apotheke erhältlich
Sildenafil kann in einer Apotheke vor Ort nach einer persönlichen Fachberatung auch ohne Rezept abgegeben werden. Diese Regelung greift allerdings nur in der Dosierung 25 mg und in der kleinsten Packungsgrösse mit vier Tabletten. Voraussetzung ist ein persönliches Beratungsgespräch, in dem Vorerkrankungen, bestehende Medikamente und Risikofaktoren besprochen werden. Diese Ausnahme gilt ausschliesslich für die Abgabe in der Apotheke. Wer Sildenafil oder Viagra online in der Schweiz kaufen möchte, benötigt weiterhin ein ärztliches Rezept.
Können Tadalafil und Sildenafil kombiniert oder gewechselt werden?

Eine gleichzeitige Einnahme von Sildenafil und Tadalafil ist in keinem Fall vorgesehen. Beide Substanzen greifen am selben Enzym an, sodass sich die Nebenwirkungen addieren, ohne dass die Wirkung entsprechend zunimmt. Ein Wechsel zwischen den Wirkstoffen ist dagegen üblich und in vielen Fällen sinnvoll, etwa wenn ein Präparat nicht ausreichend wirkt oder schlecht vertragen wird. Es besteht die Möglichkeit, in Absprache mit dem behandelnden Arzt verschiedene Potenzmittel zu testen, um den passenden Wirkstoff zu finden. Dabei werden die Wirkstoffe allerdings immer nacheinander getestet und niemals kombiniert.
Warum eine gleichzeitige Einnahme beider Wirkstoffe gefährlich ist
Sildenafil und Tadalafil hemmen dasselbe Enzym. Bei einer kombinierten Einnahme könnte die blutdrucksenkende Wirkung und damit Beschwerden wie Schwindel, Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen verstärken. Auch das Risiko für eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus) steigt.
Wirkt Ihr Präparat also nicht wie erwartet, ist die Kombination nie die Lösung. Besprechen Sie stattdessen mit Ihrem Arzt, ob die Einnahme korrekt erfolgt ist, ob eine Dosisanpassung sinnvoll sein könnte oder ob ein Wechsel des Wirkstoffs überhaupt infrage kommt.
Wartezeit bei einem Wirkstoffwechsel
Ein Wechsel zwischen Sildenafil und Tadalafil muss immer ärztlich begleitet werden. Ihr Arzt legt dabei fest, wann und in welcher Dosierung Sie den neuen Wirkstoff einnehmen. Eine allgemeingültige Wartezeit für den Wirkstoffwechsel, die für jeden Patienten passt, gibt es nicht.
Was ist besser – Tadalafil oder Sildenafil?
Es gibt keinen allgemein besseren Wirkstoff. Sildenafil und Tadalafil sind beide ähnlich wirksam bei erektiler Dysfunktion und beide gelten als gut untersucht. Wenn Sie eine Behandlung mit Tadalafil oder Sildenafil in Betracht ziehen, entscheiden Sie daher im Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Option in Ihrem individuellen Fall besser passt.
Tadalafil kommt häufig dann zum Einsatz, wenn eine längere Wirkdauer erwünscht ist, etwa um mehr Spontanität im Sexleben zu haben oder um die Einnahme und den Geschlechtsverkehr nicht eng aufeinander abstimmen zu müssen. Sildenafil eignet sich, wenn ein klar planbares und überschaubares Zeitfenster bevorzugt wird.
Häufige Fragen
Abschliessend finden Sie hier Antworten auf die Fragen, die bezüglich Tadalafil und Sildenafil häufig gestellt werden.
Ist Tadalafil stärker als Sildenafil?
Nein. Dass Tadalafil in niedrigeren Dosierungen eingenommen wird, bedeutet nicht, dass es stärker wirkt. Der Wirkstoff bindet lediglich fester an das Enzym Phosphodiesterase-5 und erreicht deshalb mit weniger Milligramm einen vergleichbaren Effekt. Der eigentliche Unterschied zwischen beiden Wirkstoffen liegt in der Wirkdauer.
Was ist gesünder – Sildenafil oder Tadalafil?
Keiner der beiden Wirkstoffe gilt als gesünder. Sie gehören beide zur Klasse der PDE-5-Hemmer und teilen den Grossteil ihres Nebenwirkungsprofils. Unterschiede bestehen in der Häufigkeit einzelner Beschwerden. Unter Tadalafil treten etwa Rücken- und Muskelschmerzen häufiger auf, unter Sildenafil vorübergehende Sehstörungen. Welcher Wirkstoff für Sie besser verträglich ist, lässt sich nur mit Ihrem behandelnden Arzt beurteilen.
Kann ich Sildenafil in der Schweiz ohne Rezept kaufen?
Unter gewissen Voraussetzungen ist das möglich. Sildenafil ist grundsätzlich verschreibungspflichtig in der Schweiz. Eine Ausnahme besteht für die geringste Dosierung (25 mg) in der kleinsten Packungsgrösse (4 Tabletten). Diese können nach einer Fachberatung in der Apotheke auch ohne Rezept abgegeben werden.
Wie lange sollte ich zwischen Sildenafil und Tadalafil warten, wenn ich wechsle?
Den zeitlichen Abstand bei einem Wechsel legt Ihr behandelnder Arzt fest. Er kann alle relevanten Faktoren abwägen und basierend darauf Therapieentscheidungen treffen. Der Wechsel sollte so geplant werden, dass sich die Wirkungen der beiden PDE-5-Hemmer nicht überlagern. Wechseln Sie die Präparate nicht eigenständig, da eine zu enge zeitliche Einnahme zu einer verstärkten Wirkung und mehr Nebenwirkungen führen kann.
Übernimmt die Krankenkasse in der Schweiz die Kosten für Tadalafil oder Sildenafil?
Nein. Medikamente zur Behandlung der erektilen Dysfunktion stehen nicht auf der Spezialitätenliste des Bundesamts für Gesundheit und werden von der obligatorischen Grundversicherung nicht vergütet. Die Kosten für das Präparat tragen Sie daher selbst.
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[1] Viatris Pharma GmbH. Fachinformation Viagra (Sildenafil), Filmtabletten. Arzneimittelkompendium der Schweiz. https://compendium.ch/product/63748-viagra-filmtabl-100-mg/mpro
[2] Eli Lilly (Suisse) SA. Fachinformation Cialis (Tadalafil), Filmtabletten. Arzneimittelkompendium der Schweiz. https://compendium.ch/product/1003521-cialis-filmtabl-20-mg/mpro
[3] European Association of Urology. (2026). Management of erectile Dysfunction. In EAU guidelines on sexual and reproductive health. EAU Guidelines Office. https://uroweb.org/guidelines/sexual-and-reproductive-health/chapter/management-of-erectile-dysfunction
[4] Bundesamt für Gesundheit. Erleichterte Abgabe von Arzneimitteln der Liste B. https://www.bag.admin.ch/de/erleichterte-abgabe-von-arzneimitteln-der-liste-b