Was ist Spedra?
Spedra ist der Handelsname für den Wirkstoff Avanafil. Das in Tablettenform erhältliche Spedra gehört zu den Arzneimitteln gegen erektile Dysfunktion und zur Arzneimittelgruppe der PDE-5-Hemmer. Der Hersteller ist das italienische Pharmaunternehmen Menarini. In der Schweiz ist Spedra ein verschreibungspflichtiges Medikament für Männer.
Wie wirkt Spedra?
Spedra enthält den Wirkstoff Avanafil, der das Enzym PDE-5 hemmt. Dieses Enzym baut normalerweise den Botenstoff cGMP ab. Dieser fördert die Entspannung der Blutgefässe im Penis und steigert dadurch bei sexueller Erregung den Bluteinstrom in den Penis, die Grundlage für eine Erektion. Indem der Wirkstoff Avanafil den Abbau von cGMP verzögert, bleibt der Bluteinstrom in den Schwellkörper länger erhöht, was eine Erektion unterstützen und verlängern kann.
Wichtig dabei: Spedra wirkt ausschliesslich bei bestehender sexueller Erregung. Das Arzneimittel erzeugt also keine Erektion von selbst.
Wirkungseintritt: Wie schnell setzt die Spedra-Wirkung ein?
Avanafil zählt zu den PDE-5-Hemmern mit dem schnellsten Wirkungseintritt. Bei vielen Anwendern setzt die Wirkung schon nach 15 bis 30 Minuten ein. Einige Studien haben bestätigt, dass Avanafil innerhalb von 15 Minuten nach der Einnahme wirkt. [3]
Wirkungsdauer: Wie lange hält die Wirkung von Spedra an?
Nach der Einnahme hält die Wirkung von Spedra in der Regel 4 bis 6 Stunden an [1]. Eine Erektion lässt sich innerhalb dieses Zeitfensters aber nur bei vorheriger sexueller Stimulation erreichen.
Die Spedra-Wirkungsdauer kann individuell leicht variieren, abhängig von Alter, allgemeinem Gesundheitszustand und möglichen Wechselwirkungen. Mehr als eine Tablette pro 24 Stunden sollte in keinem Fall eingenommen werden.
Wie wirksam ist Spedra bei Erektionsstörungen?
Spedra hat sich in klinischen Studien bei Erektionsstörungen als wirksamer als Placebo erwiesen. In der allgemeinen Studienpopulation führten etwa 47 % der Versuche mit 50 mg, 58 % mit 100 mg und 59 % mit 200 mg zu einem erfolgreichen Geschlechtsverkehr, verglichen mit rund 28 % unter Placebo.
Studien deuten darauf hin, dass Avanafil in puncto Wirksamkeit mit Sildenafil vergleichbar ist, dabei aber einen deutlich schnelleren Wirkungseintritt bietet. [5]
Für die Wirkung ist sexuelle Stimulation erforderlich.
In welchen Dosierungen ist das Potenzmittel Spedra erhältlich?
Spedra ist in drei Stärken erhältlich, jeweils im Blister verpackt:
- Spedra 50 mg: niedrigste Dosierung, häufig bei Vorerkrankungen oder empfindlicher Reaktion auf den Wirkstoff.
- Spedra 100 mg: die typische Startdosis für die meisten Männer.
- Spedra 200 mg: Höchstdosis, wenn 100 mg keine ausreichende Wirkung zeigen.
Die passende Spedra-Dosierung legt immer der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin fest, abhängig von Wirksamkeit, Verträglichkeit und bestehenden Vorerkrankungen. Reicht die Startdosis von 100 mg nicht aus und wird sie gut vertragen, kann der Arzt die Dosierung auf 200 mg erhöhen. Bei zu starker Wirkung oder Nebenwirkungen kann eine Reduktion auf 50 mg sinnvoll sein. Zwischen zwei Einnahmen sollten aber immer mindestens 24 Stunden liegen.
Eine Anpassung der Spedra-Dosis kann auch notwendig sein, wenn gleichzeitig bestimmte andere Medikamente eingenommen werden. Dazu zählen sogenannte moderate CYP3A4-Hemmer wie das Antibiotikum Erythromycin, das bei bakteriellen Infektionen wie z. B. Atemwegsinfekten eingesetzt wird, sowie Verapamil, Diltiazem, Fluconazol, Amprenavir, Aprepitant oder Fosamprenavir. In solchen Fällen wird in der Regel eine Einzeldosis von 100 mg Spedra empfohlen, wobei zwischen zwei Anwendungen mindestens 48 Stunden Abstand eingehalten werden sollte [1].
Wie wird Spedra eingenommen?
Die Tablette wird etwa 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen, mit oder ohne Mahlzeit. Eine fettreiche Mahlzeit kann den Wirkungseintritt aber verzögern.
Einnahme mit Nahrung, Alkohol und Getränken
Spedra kann grundsätzlich ohne Probleme unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden. Eine fett- und kalorienreiche Mahlzeit verlangsamt allerdings die Aufnahme des Wirkstoffs und verzögert damit auch den Wirkungseintritt.
Bei Alkohol ist Zurückhaltung angebracht. Alkohol wirkt gefässerweiternd und kann, ähnlich wie Avanafil, den Blutdruck senken. In Kombination steigt das Risiko für Kopfschmerzen, Schwindel und Kreislaufprobleme, gleichzeitig kann die Erektionsfähigkeit trotz Einnahme von Spedra eingeschränkt sein. Wer Spedra also sicher anwenden möchte, verzichtet am besten ganz auf Alkohol oder trinkt höchstens in sehr geringen Mengen.
Ein weiterer Punkt betrifft Grapefruitsaft. Er hemmt dasselbe Enzym, über das Avanafil abgebaut wird, und kann dadurch die Wirkstoffkonzentration im Blut erhöhen. Grapefruitsaft sollte man deshalb 24 Stunden vor Spedra nicht einnehmen.
Können bei gleichzeitiger Einnahme von Spedra Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln auftreten?
Ja, bei zeitgleicher Einnahme von zum Beispiel Nitratpräparaten oder Alphablockern mit Spedra kann es unter Umständen zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Es ist daher wichtig, dem behandelnden Arzt oder der Ärztin vor der Verschreibung eine vollständige Übersicht über alle eingenommenen Medikamente zu geben.
Auf was sollte man vor der Einnahme von Spedra achten?
Folgende Punkte sollten vor der Einnahme von Spedra mit der behandelnden Arztpraxis besprochen werden:
- Herzprobleme
- Veränderungen des Penis, wie zum Beispiel eine Peyronie-Krankheit oder eine Sklerose der Schwellkörper
- Blutgerinnungsstörungen oder ein aktives Magengeschwür.
Spedra darf nicht eingenommen werden: besondere Hinweise
Spedra ist nicht für jeden geeignet. Spedra darf z. B. nicht eingenommen werden von Personen unter 18 Jahren [2] sowie von Frauen, da das Arzneimittel ausschliesslich für die männliche erektile Dysfunktion zugelassen ist.
Spedra nicht einnehmen sollten ausserdem Personen mit:
- einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung innerhalb der letzten sechs Monate,
- anhaltend niedrigem Blutdruck (unter 90/50 mmHg) oder hohem Blutdruck (über 170/100 mmHg),
- instabiler Angina pectoris oder Herzinsuffizienz ab NYHA-Stadium II,
- schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz,
- bekannten erblichen Netzhauterkrankungen oder einem früheren Sehverlust durch eine sogenannte nicht arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie.
Ein plötzlicher Seh- oder Hörverlust wurde bei der Einnahme von Spedra berichtet und erfordert eine sofortige ärztliche Abklärung. Treten solche Beschwerden auf, sollte die Einnahme von Spedra beendet und unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden.
Was sind die möglichen Nebenwirkungen von Spedra?
Bevor man sich für die Anwendung von Spedra entscheidet, lohnt sich ein Blick auf die möglichen Spedra-Nebenwirkungen. Häufige Nebenwirkungen von Spedra sind z. B. Kopfschmerzen, Gesichtsrötung und eine verstopfte Nase.
Die meisten Nebenwirkungen waren vorübergehend und von leichter bis mässiger Ausprägung. [4]
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Schwere Nebenwirkungen – Einnahme sofort beenden und Arzt kontaktieren |
Priapismus (länger als 4 Stunden anhaltende, schmerzende Erektion), verschwommenes Sehen, plötzlicher Verlust des Sehvermögens auf einem oder beiden Augen, plötzlicher Hörverlust, teils begleitet von Schwindel oder Ohrgeräuschen |
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Häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten) |
Kopfschmerzen, Hitzegefühl und Gesichtsrötung, verstopfte Nase |
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Gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) |
Schwindelgefühl, Schläfrigkeit oder Müdigkeit, Sinussekretstauung, Rückenschmerzen, Hitzewallungen, Atemlosigkeit bei Anstrengung, Veränderungen des Herzschlags, beschleunigter Herzschlag, bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlags in der Brust (Palpitationen), Verdauungsstörungen, Übelkeit, verschwommenes Sehen, erhöhte Leberenzyme |
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Selten (bis zu 1 von 1.000 Behandelten) |
Grippe, grippeähnliche Symptome, verstopfte oder laufende Nase, Heuschnupfen, Verstopfung der Nase, der Nebenhöhlen oder der oberen Luftwege, die Luft in die Lunge leiten, Gicht, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit), vorzeitiger Samenerguss, Fremdheitsgefühl, Gefühl der Ruhelosigkeit, Brustschmerzen, schwere Brustschmerzen, schneller Herzschlag, hoher Blutdruck, Mundtrockenheit, Magenschmerzen oder Sodbrennen, Schmerzen oder Beschwerden im Unterbauch, Durchfall, Ausschlag, Schmerzen im unteren Rücken oder im Bereich des seitlichen unteren Brustkorbs, Muskelschmerzen, Muskelspasmen, häufiger Harndrang, Penisstörungen, spontane Erektionen ohne sexuelle Stimulation, Juckreiz im Genitalbereich, anhaltendes Gefühl der Schwäche oder Müdigkeit, Schwellungen an den Füßen oder Knöcheln, erhöhter Blutdruck, rosafarbener oder roter Urin, Blut im Urin, abnormale zusätzliche Herzgeräusche, ein abnormales Ergebnis bei einem Bluttest zur Kontrolle der Prostata („PSA“), ein abnormales Bluttestergebnis für Bilirubin, einen Stoff, der beim normalen Abbau der roten Blutkörperchen entsteht, ein abnormales Bluttestergebnis für Kreatinin, einen Stoff, der mit dem Urin ausgeschieden wird und ein Maß für die Nierenfunktion darstellt, Gewichtszunahme, Fieber, Nasenbluten |
Bei Priapismus, plötzlichem Sehverlust oder Hörverlust ist immer umgehend ärztliche Hilfe erforderlich, egal, wie lange die letzte Einnahme zurückliegt.
Spedra-Erfahrungen
Anwenderinnen und Anwender, die online über ihre Spedra-Erfahrungen berichten, heben häufig den schnellen Wirkungseintritt und die insgesamt gute Verträglichkeit hervor. Im direkten Vergleich mit älteren Wirkstoffen wird Avanafil in solchen Berichten teils als milder in den Nebenwirkungen wahrgenommen:
Spedra wirkt viel schneller als Cialis oder Viagra – scheint auch weniger Nebenwirkungen zu verursachen, jedenfalls bei mir!“
Nicht bei allen Männern zeigt Spedra jedoch den gewünschten Effekt. Bleibt die Wirkung trotz korrekter Anwendung aus, ist eine erneute ärztliche Abklärung sinnvoll, unter anderem um andere Ursachen der erektilen Dysfunktion auszuschliessen oder eine andere Dosierung beziehungsweise einen anderen Wirkstoff zu prüfen.
Spedra vs. andere PDE-5-Hemmer
Neben Avanafil sind in der Schweiz drei weitere Wirkstoffe aus derselben Arzneimittelgruppe gebräuchlich. Alle Spedra-Alternativen wirken über denselben Mechanismus, unterscheiden sich aber in Wirkungseintritt und Wirkungsdauer:
- Sildenafil (z. B. Viagra): Wirkeintritt nach ca. 30–60 Minuten, Wirkdauer etwa 4–6 Stunden.
- Tadalafil (z. B. Cialis): deutlich längere Wirkdauer von bis zu 36 Stunden, auch als tägliche Dauermedikation verfügbar (Cialis Daily).
- Vardenafil (z. B. Levitra): Ähnliche Wirkung wie Sildenafil, aber manchmal besser verträglich bei Vorerkrankungen. Es kann eine Alternative sein, wenn andere PDE-5-Hemmer nicht ausreichend wirken oder nicht gut vertragen werden.
Ob Spedra besser ist als beispielsweise Viagra, lässt sich pauschal nicht beantworten. Avanafil punktet mit dem schnelleren Wirkungseintritt und wird in Erfahrungsberichten häufig als milder in den Nebenwirkungen beschrieben. Sildenafil ist dagegen länger im Markt etabliert und bei vielen Ärzten die erste Wahl für einen Einstieg.
Zeigt Spedra keine ausreichende Wirkung oder wird der Wirkstoff schlecht vertragen, kommt als Alternative meist der Wechsel zu einem der oben genannten Medikamente infrage, in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin. Aber auch eine Anpassung der Dosierung oder eine ergänzende Abklärung möglicher körperlicher oder psychischer Ursachen der erektilen Dysfunktion kann eine sinnvolle Alternative zur reinen Medikation sein.
Häufige Anwendungsfehler und Tipps zur optimalen Einnahme
Auch bei einem gut untersuchten Arzneimittel wie Spedra schleichen sich in der Anwendung immer wieder dieselben Fehler ein:
- Einnahme ohne sexuelle Stimulation: Spedra erzeugt keine Erektion von selbst. Bleibt die sexuelle Erregung aus, bleibt auch die Wirkung aus.
- Zu kurzer zeitlicher Abstand zur letzten Mahlzeit: Eine üppige, fettreiche Mahlzeit kurz vor der Einnahme verzögert den Wirkungseintritt spürbar.
- Kombination mit Alkohol oder Grapefruitsaft: Beides kann die Wirkung und Verträglichkeit negativ beeinflussen.
- Mehrfache Einnahme innerhalb von 24 Stunden: Auch wenn die erste Tablette keine ausreichende Wirkung zeigt, sollte keine zweite Dosis am selben Tag nachgenommen werden.
- Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen erektile Dysfunktion: Spedra darf nicht gleichzeitig mit anderen PDE-5-Hemmern wie z. B. Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil eingenommen werden.
- Ungeduld bei der ersten Anwendung: Wirkt Spedra beim ersten Versuch nicht wie erwartet, lohnt sich in der Regel ein zweiter Versuch an einem anderen Tag, bevor direkt Dosis oder Präparat gewechselt werden.
Wie ist Spedra zu lagern?
Spedra sollte unbedingt ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Besondere Lagerungsbedingungen wie Kühlung sind aber nicht erforderlich, die Tabletten werden am besten einfach nur trocken und bei Raumtemperatur im Originalblister gelagert. Nach Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfallsdatums sollte Spedra nicht mehr eingenommen werden.
Spedra kaufen ohne Rezept: Ist das in der Schweiz möglich?
In der Schweiz ist für Spedra, wie bei anderen Potenzmitteln, eine ärztliche Verschreibung erforderlich. Spedra rezeptfrei zu kaufen ist in der Schweiz rechtlich nicht möglich, weder online noch in einer stationären Apotheke. Diese Regelung dient der Patientensicherheit, um Nebenwirkungen und Medikamentenmissbrauch vorzubeugen. Angebote, die Spedra ohne Rezept versprechen, sollten mit Vorsicht betrachtet werden, dahinter stehen häufig nicht zugelassene oder gefälschte Präparate.

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[1] Europäische Kommission, Gemeinschaftsregister für Arzneimittel: Fachinformation Spedra (Avanafil), EPAR. https://ec.europa.eu/health/documents/community-register/2018/20180423140555/anx_140555_de.pdf
[2] Arzneimittelkompendium der Schweiz (compendium.ch): Fachinformation Spedra Tabl. https://compendium.ch/de/product/1312566-spedra-tabl-100-mg
[3] Hellstrom, W. J. G., Kaminetsky, J., Belkoff, L. H., Goldstein, I., Tursi, J. P., Uy, J., Peterson, C. A., Bowden, C. H., & Day, W. W. (2015). Efficacy of avanafil 15 minutes after dosing in men with erectile dysfunction: A randomized, double-blind, placebo-controlled study. Journal of Urology, 194(2), 485–492. doi: 10.1016/j.juro.2014.12.101
[4] Zhao C, Kim SW, Yang DY, et al. Efficacy and safety of avanafil for treating erectile dysfunction: results of a multicentre, randomized, double-blind, placebo-controlled trial. BJU Int. 2012;110(11):1801-1806.
doi: 10.1111/j.1464-410X.2012.11095.x[5] Kumar M, Pathade AD, Gupta SV, et al. Efficacy and safety of avanafil as compared with sildenafil in the treatment of erectile dysfunction: A randomized, double blind, multicenter clinical trial. Int J Urol. 2022;29(4):351-359. doi: 10.1111/iju.14785