Die wichtigsten Fakten über männliche Sexualhormone
Männliche Sexualhormone, auch Androgene oder männliche Geschlechtshormone genannt, sind für den männlichen Körper sehr wichtig. Diese Hormone sind nicht nur für die sexuelle Entwicklung und Funktion verantwortlich, sondern beeinflussen auch viele andere Aspekte der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens eines Mannes.
Im Allgemeinen bezieht sich der Begriff "männliche Sexualhormone" auf eine Gruppe von Hormonen, die in den männlichen Hoden produziert werden und eine Vielzahl von Funktionen haben.
Hauptsächlich sind die Androgene für die Entwicklung männlicher Merkmale während der Pubertät zuständig. Sie sind verantwortlich für den Bartwuchs, die männliche Körperbehaarung, die Entwicklung der Muskulatur und der Körpergröße sowie die Vertiefung der Stimme. Auch im Erwachsenenalter sind die Sexualhormone des Mannes von entscheidender Bedeutung, da sie die Libido, die Stimmung, die Energie und die allgemeine körperliche Gesundheit beeinflussen.
Darüber hinaus haben diese männlichen Geschlechtshormone noch viele andere Funktionen. Sie helfen beispielsweise dabei, die Knochen gesund zu halten, die Fettverteilung im Körper zu regulieren und rote Blutkörperchen zu produzieren. Wichtig: Diese "männlichen" Hormone sind auch in kleineren Mengen im weiblichen Körper vorhanden.
Welche männlichen Geschlechtshormone gibt es?

Testosteron ist vielleicht das bekannteste Geschlechtshormon des Mannes, aber es ist nicht das einzige. Andere Androgene, wie Dihydrotestosteron (DHT), Dehydroepiandrosteron (DHEA), Androstendion und Androsteron, sind ebenfalls wichtig für die Gesundheit und Funktion des männlichen Körpers. Neben den Androgenen beeinflussen weitere Hormone die männliche Sexual- und Fortpflanzungsfunktion:
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Hormon |
Hauptbildungsort |
Wichtigste Funktion |
|---|---|---|
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Testosteron |
Hoden (Leydig-Zellen) |
Libido, Muskel- und Knochenmasse, Unterstützung der Spermienproduktion |
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Dihydrotestosteron (DHT) |
Entsteht aus Testosteron, u. a. in Haut, Haarfollikeln und Prostata |
Entwicklung der äußeren männlichen Geschlechtsorgane, Bart- und Körperbehaarung, Prostataentwicklung |
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Östradiol |
Vor allem durch Umwandlung von Testosteron mittels Aromatase, u. a. im Fettgewebe |
Knochengesundheit, Körperzusammensetzung, sexuelle Funktion |
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Prolaktin |
Hypophyse |
Beeinflusst die hormonelle Regulation der Hoden; erhöhte Werte können LH und Testosteron senken |
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LH (luteinisierendes Hormon) |
Hypophyse |
Stimuliert die Leydig-Zellen der Hoden zur Testosteronproduktion |
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FSH (follikelstimulierendes Hormon) |
Hypophyse |
Wirkt auf die Sertoli-Zellen und unterstützt die Spermienbildung |
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DHEA |
Vor allem Nebennieren |
Vorläufer für Androgene und Östrogene |
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Androstendion |
Nebennieren und Hoden |
Vorläufer für Testosteron und Östrogene; schwache androgene Wirkung |
Testosteron
Testosteron ist ein Steroidhormon, das hauptsächlich in den Hoden produziert wird und in geringerem Maße auch in den Nebennieren. Bei Frauen wird es in den Eierstöcken und Nebennieren produziert, allerdings in viel kleineren Mengen. Testosteron ist ein essenzieller Bestandteil der männlichen Physiologie und trägt zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei.
Produktion und Regulierung des Geschlechtshormons Testosteron
Die Produktion von Testosteron wird durch eine Reihe von Faktoren reguliert. Der wichtigste davon ist das luteinisierende Hormon (LH), das von der Hypophyse im Gehirn freigesetzt wird. LH signalisiert den Leydig-Zellen in den Hoden, Testosteron zu produzieren und freizusetzen. Der Hormonspiegel im Körper unterliegt einem Regelkreis, so dass bei hohem Testosteronspiegel weniger LH freigesetzt wird und umgekehrt. Dieser Regelkreis hilft dabei, den Testosteronspiegel relativ konstant zu halten. [1] Wer seinen Spiegel auf natürlichem Weg unterstützen möchte, findet in unserem Artikel zu Testosteron auf natürliche Weise erhöhen konkrete Ansatzpunkte.
Die Rolle von Testosteron bei der sexuellen Entwicklung und Fortpflanzung
Testosteron ist entscheidend für die männliche Entwicklung und Fortpflanzung. Während der Pubertät führt ein Anstieg des Testosteronspiegels zur Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale wie Gesichts- und Körperbehaarung, tieferer Stimme und größerer Muskel- und Knochenmasse. Testosteron fördert auch die Produktion von Spermien, was für die Fortpflanzungsfähigkeit eines Mannes entscheidend ist. [1]
Auswirkungen von Testosteron auf physische Eigenschaften
Testosteron hat signifikante Auswirkungen auf die physischen Eigenschaften eines Mannes. Es fördert das Wachstum von Muskeln und Knochen und beeinflusst die Verteilung von Körperfett. Männer mit hohem Testosteronspiegel haben in der Regel eine stärkere Muskelmasse und weniger Körperfett. [1]
Auswirkungen von Testosteron auf Stimmung, Verhalten und Kognition
Testosteron beeinflusst nicht nur die physischen Eigenschaften, sondern auch die Stimmung, das Verhalten und die kognitive Funktion. Ein angemessener Testosteronspiegel kann zur Verbesserung der Stimmung, der Energie, der Konzentration und des allgemeinen Wohlbefindens beitragen. Auf der anderen Seite können niedrige Testosteronspiegel zu Symptomen wie Müdigkeit, Depressionen, Reizbarkeit und verringertem Interesse an sexueller Aktivität führen. [1]
Wie ändern sich die Testosteronspiegel im Laufe des Tages?
Der Testosteronspiegel eines Mannes ändert sich im Laufe des Tages und ist in der Regel morgens am höchsten, was als männlicher Hormonzyklus bezeichnet wird. Der Spiegel kann durch eine Vielzahl von Faktoren, einschließlich Stress, Schlafmangel und körperlicher Aktivität, beeinflusst werden. Der Testosteronspiegel nimmt im Laufe der Lebenszeit eines Mannes natürlich ab, was zu den Symptomen eines niedrigen Testosteronspiegels führen kann.
Dihydrotestosteron (DHT)
Dihydrotestosteron (DHT) ist ein weiteres wichtiges männliches Sexualhormon, das aus Testosteron synthetisiert wird. Obwohl DHT in geringeren Mengen im Körper vorhanden ist als Testosteron, ist es potenter und bindet stärker an Androgenrezeptoren, was es besonders wirksam macht. Es hat also eine besonders starke androgene Wirkung. [2]
Umwandlung von Testosteron zu DHT
Die Umwandlung von Testosteron zu DHT findet hauptsächlich in den Haut- und Haarfollikelzellen, der Prostata und den Hoden statt. Dieser Prozess wird durch das Enzym 5-Alpha-Reduktase katalysiert. Es ist wichtig zu beachten, dass etwa 5-10% des Testosterons, das im männlichen Körper produziert wird, in DHT umgewandelt wird. [2]
Rolle von DHT in der männlichen sexuellen Entwicklung und sekundären Geschlechtsmerkmalen
DHT spielt eine zentrale Rolle in der männlichen sexuellen Entwicklung, insbesondere bei der Bildung der männlichen Geschlechtsorgane im Uterus. Während der Pubertät fördert DHT die Entwicklung von sekundären Geschlechtsmerkmalen wie Bartwuchs, Stimmtiefe und Körperbehaarung.
Der Zusammenhang zwischen diesem Sexualhormon und Haarausfall und Prostatagesundheit
Es besteht ein Zusammenhang zwischen DHT und bestimmten gesundheitlichen Problemen wie Haarausfall und Prostatagesundheit. Ein übermäßiges DHT-Niveau kann zu Haarausfall führen, insbesondere wenn eine genetische Veranlagung für androgenetische Alopezie (männlicher Haarausfall) vorliegt. Bei der Prostatagesundheit wird DHT mit gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) und möglicherweise auch mit Prostatakrebs in Verbindung gebracht. Daher ist es wichtig, den DHT-Spiegel im Auge zu behalten und sicherzustellen, dass er im gesunden Bereich bleibt. [3]
Östrogen (Östradiol) beim Mann
Östrogen gilt gemeinhin als "weibliches" Hormon, ist aber auch beim Mann unverzichtbar. Die wichtigste Form ist Östradiol, das beim Mann größtenteils durch die Umwandlung von Testosteron mithilfe des Enzyms Aromatase entsteht – vor allem im Fettgewebe. Ein kleiner Teil wird auch direkt in den Hoden gebildet.
Beim Mann unterstützt Östradiol unter anderem die Knochendichte, den Fettstoffwechsel und die Libido. Sowohl ein Überschuss als auch ein Mangel können Probleme verursachen: Ist der Östrogenspiegel im Verhältnis zum Testosteron zu hoch, etwa durch starkes Übergewicht, kann dies zu Gynäkomastie (vergrößertem Brustgewebe) führen. [4] Ein zu niedriger Östrogenspiegel wird dagegen mit einer verminderten Knochendichte und Gelenkbeschwerden in Verbindung gebracht. Anders als bei einem Testosteronmangel ist eine Östrogen-Ersatztherapie beim Mann nur in sehr seltenen Ausnahmefällen sinnvoll, meist steht die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache im Vordergrund.
Prolaktin
Prolaktin wird in der Hypophyse gebildet und ist vor allem für seine Rolle bei der Milchbildung nach der Geburt bekannt – beim Mann hat es jedoch physiologisch eine deutlich untergeordnete, aber nicht zu vernachlässigende Funktion.
Ein dauerhaft erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) kann beim Mann die Ausschüttung von LH und damit die Testosteronproduktion unterdrücken. Betroffene berichten häufig über verminderte Libido, Erektionsstörungen und in manchen Fällen auch Unfruchtbarkeit. [5] Ursachen können unter anderem gutartige Hypophysentumore (Prolaktinome) oder bestimmte Medikamente, etwa manche Antidepressiva oder Antipsychotika, sein. Da Hyperprolaktinämie eine seltene, aber gut behandelbare Ursache sexueller Funktionsstörungen ist, wird bei anhaltenden Beschwerden trotz normalem Testosteronspiegel häufig zusätzlich der Prolaktinspiegel bestimmt.
Weitere weniger bekannte männliche Sexualhormone
Neben Testosteron, DHT, Östrogen und Prolaktin gibt es noch andere wichtige männliche Sexualhormone, die in kleineren Mengen produziert werden, aber dennoch eine Rolle in der männlichen Physiologie spielen.
DHEA und Androstendion
Dehydroepiandrosteron (DHEA) wird überwiegend in den Nebennieren gebildet. Es dient ebenso wie Androstendion als Vorstufe, aus der der Körper unter anderem Androgene und Östrogene bilden kann. Die DHEA-Spiegel erreichen im jungen Erwachsenenalter ihre höchsten Werte und nehmen anschließend mit zunehmendem Alter ab.
DHEA ist an verschiedenen Funktionen beteiligt, zum Beispiel bei der Immunfunktion, der Knochenstärke, der Stimmung und der Konzentration.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine DHEA-Einnahme altersbedingte Beschwerden verhindert oder die körperliche, beziehungsweise geistige Leistungsfähigkeit allgemein verbessert.
LH und FSH
Das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH) werden in der Hypophyse gebildet und steuern wichtige Funktionen der Hoden. LH regt die Leydig-Zellen zur Produktion von Testosteron an. FSH wirkt vor allem auf die Sertoli-Zellen und unterstützt gemeinsam mit Testosteron die Bildung und Reifung der Spermien.
Auch bei der Abklärung eines möglichen Testosteronmangels sind LH und FSH wichtige Indikatoren. Ihre Blutwerte können dabei helfen zu unterscheiden, ob die Ursache eher in den Hoden selbst oder in der übergeordneten hormonellen Regulation durch Hypophyse und Hypothalamus liegt.
6 wichtige Faktoren, die den Hormonspiegel der Männer beeinflussen
Es gibt verschiedene Faktoren, die den Androgenspiegel beim Mann beeinflussen können, dazu gehören Alter, Lebensstil, Umweltfaktoren, medizinische Zustände und Krankheiten sowie Medikamente und Hormontherapie.
1. Alter
Das Alter ist ein wichtiger Faktor, der die Hormonspiegel der Männer stark beeinflussen kann. Im Allgemeinen nimmt der Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter ab. Dieser natürliche Rückgang beginnt oft schon in den 30er Jahren und kann zu Symptomen wie einer verringerten Libido, Erektionsproblemen im Alter, Muskelmasseverlust, Müdigkeit und Stimmungsänderungen führen. [6]
2. Lebensstil und Umweltfaktoren
Auch Lebensstil und Umweltfaktoren können von großer Bedeutung sein. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und ausreichender Schlaf können dazu beitragen, gesunde Androgenspiegel zu fördern. Dagegen können Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Stress den Hormonspiegel negativ beeinflussen. Umweltgifte, wie bestimmte Pestizide und Chemikalien, können ebenfalls die Hormonproduktion beeinträchtigen.
3. Medizinische Zustände und Krankheiten
Verschiedene medizinische Zustände und Krankheiten können den Hormonspiegel beim Mann beeinflussen. Zum Beispiel können Hypogonadismus, eine Bedingung, bei der die Gonaden nicht genug Geschlechtshormone für den Mann produzieren, sowie bestimmte Stoffwechselstörungen und chronische Krankheiten wie Diabetes und HIV, den Hormonspiegel beeinträchtigen.
4. Medikamente und Hormontherapie
Einige Medikamente, darunter bestimmte Antidepressiva, Blutdruckmedikamente und Chemotherapeutika, können den Hormonspiegel eines Mannes ebenfalls stören. Hormontherapien, zum Beispiel eine Testosteronersatztherapie, können ebenfalls den Hormonspiegel beeinflussen.
5. Genetik
Die Genetik kann auch den Hormonspiegel beim Mann beeinflussen. Bestimmte genetische Bedingungen, wie das Klinefelter-Syndrom, können zu niedrigen Testosteronspiegeln führen.
6. Psychologische Faktoren
Psychologische Faktoren, einschließlich Stress und psychische Gesundheitszustände wie Depressionen sind aus endokrinologischer Sicht nicht zu vernachlässigen. Chronischer Stress kann die Hormonproduktion beeinträchtigen und zu einem Ungleichgewicht führen. [7]
Was sind die Konsequenzen eines unausgeglichenen Sexualhormonspiegels?

Ein Ungleichgewicht im Hormonspiegel des Mannes, wie zum Beispiel ein Testosteronmangel, kann eine Vielzahl von Symptomen und gesundheitlichen Problemen verursachen. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome nicht ausschließlich auf ein Hormonungleichgewicht zurückzuführen sein müssen und dass eine umfassende medizinische Untersuchung erforderlich ist, um die genaue Ursache zu bestimmen. Einige der möglichen Auswirkungen von unausgeglichenen männlichen Hormonspiegeln sind:
Verminderung oder Verlust von Körperhaaren
Ein niedriger Testosteronspiegel kann zu einem Rückgang oder Verlust von Körper- und Gesichtsbehaarung führen. Dies kann auch die Kopfhaare betreffen und bei manchen Männern zu dünner werdendem Haar oder Kahlheit führen.
Erektile Dysfunktion (ED)
Erektile Dysfunktion, auch bekannt als Impotenz, ist ein weiteres mögliches Symptom eines Hormonungleichgewichts. Verschiedene Faktoren, darunter auch ein Testosteronmangel, können eine erektile Dysfunktion verursachen. [8]
Gynäkomastie (vergrößertes Brustgewebe)
Gynäkomastie, die Vergrößerung des Brustgewebes bei Männern, kann ebenfalls ein Anzeichen für ein Hormonungleichgewicht sein. Dies kann auftreten, wenn der Östrogenspiegel im Körper relativ zum Testosteronspiegel zu hoch ist. [4]
Unfruchtbarkeit
Störungen der hormonellen Regulation von Hoden und Hypophyse können die Spermienproduktion und damit die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Eine Testosterontherapie ist jedoch keine Behandlung zur Steigerung der männlichen Fruchtbarkeit: Von außen zugeführtes Testosteron kann die körpereigene Spermienproduktion unterdrücken.
Verlust des Interesses an Sex (Libido)
Eine Abnahme des sexuellen Verlangens oder des Interesses an der Sexualität kann ebenfalls ein Symptom für ein Ungleichgewicht im Hormonspiegel des Mannes sein. Während es normal ist, dass das sexuelle Verlangen mit der Zeit variiert, kann ein anhaltender Libidoverlust auf ein mögliches hormonelles Problem hinweisen. Indirekt könnte dies auch die sexuelle Leistungsfähigkeit und die sexuelle Zufriedenheit der Partnerin/des Partners beeinträchtigen.
Verlust der Muskelmasse
Ein Rückgang der Muskelmasse ist ein weiteres mögliches Anzeichen für einen niedrigen Hormonspiegel beim Mann. Testosteron spielt eine entscheidende Rolle beim Aufbau und Erhalt der Muskelmasse, und niedrige Spiegel können zu einem Verlust von Muskelstärke und -größe führen.
Wann ist ein Hormontest beim Mann sinnvoll?
Eine routinemäßige Bestimmung des Testosteronspiegels im Rahmen einer allgemeinen Vorsorgeuntersuchung bei Männern ohne Beschwerden wird nicht allgemein empfohlen. Ein Hormontest kann jedoch sinnvoll sein, wenn Symptome oder Erkrankungen auf einen möglichen Testosteronmangel beziehungsweise eine andere hormonelle Störung hinweisen.
Besteht der Verdacht auf einen Testosteronmangel, wird zunächst das Gesamttestosteron im Blut bestimmt. Da der Wert im Tagesverlauf schwankt, sollte die Messung morgens erfolgen. Ein auffällig niedriger Wert muss in der Regel durch eine zweite Messung bestätigt werden, bevor ein Testosteronmangel diagnostiziert wird.
Je nach Befund können weitere Werte wie LH und FSH bestimmt werden, um zwischen einer Störung der Hoden und einer Störung der übergeordneten hormonellen Regulation zu unterscheiden. Prolaktin oder andere Laborwerte werden abhängig von den Beschwerden und dem klinischen Verdacht ergänzt.
Häufige diagnostische Tests
Zum Testen der männlichen Sexualhormone werden in der Regel Bluttests verwendet. Diese Tests messen den Hormonspiegel im Blut. Es kann auch hilfreich sein, andere männliche Hormone zu testen, die die Hormonproduktion beeinflussen, wie das luteinisierende Hormon (LH), das follikelstimulierende Hormon (FSH) und – bei entsprechendem Verdacht – Prolaktin. Darüber hinaus können Ärzte/Ärztinnen auch Tests zur Beurteilung der Funktion der Hypophyse und der Nebennieren durchführen, die eine Rolle bei der Hormonproduktion spielen.
Normale Bereiche und Variationen des Hormonspiegels bei Männern
Die normalen Bereiche für männliche Sexualhormone können variieren, abhängig von der spezifischen Methode, die das Labor zur Messung der Hormone verwendet, sowie von individuellen Faktoren wie Alter und Gesundheitszustand. Im Allgemeinen liegt der normale Bereich für Gesamttestosteron für erwachsene Männer zwischen 300 und 1.000 ng/dL, obwohl dieser Bereich je nach Labor variieren kann.
Häufigkeit des Testens und Überwachens
Die Häufigkeit des Testens und Überwachens der Hormonspiegel kann je nach individuellen Gesundheitsbedürfnissen variieren. Männer, die Symptome eines möglichen Hormonungleichgewichts aufweisen, benötigen möglicherweise häufigere Tests. Männer, die eine Hormontherapie erhalten, benötigen regelmäßige Tests, um sicherzustellen, dass die Therapie effektiv ist und keine Nebenwirkungen verursacht.
Darüber hinaus können einige Männer aufgrund von Risikofaktoren wie fortgeschrittenem Alter, bestimmten medizinischen Zuständen oder einer Familiengeschichte von hormonbezogenen Erkrankungen regelmäßige Hormontests benötigen.
Fazit: Testosteron, DHT & Co. sind im richtigen Maße unerlässlich
Testosteron und andere Androgene sind für die sexuelle Entwicklung, die Libido, die Muskel- und Knochenmasse sowie die Fortpflanzungsfunktion des Mannes von großer Bedeutung. Gleichzeitig wirken weitere Hormone wie Östradiol, LH, FSH und Prolaktin an der hormonellen Regulation mit.
Hormone schwanken natürlicherweise und verändern sich unter anderem mit dem Alter. Ein einzelner Laborwert sagt deshalb wenig darüber aus, ob tatsächlich eine hormonelle Erkrankung vorliegt. Bestehen Beschwerden wie anhaltender Libidoverlust, verminderte Körperbehaarung oder andere Hinweise auf einen Testosteronmangel, kann eine gezielte ärztliche Untersuchung sinnvoll sein. Die Diagnose stützt sich dabei sowohl auf die Beschwerden als auch auf wiederholt gemessene, auffällig niedrige Testosteronwerte.
Häufig gestellte Fragen
Wo entstehen die männlichen Sexualhormone?
Der wichtigste Bildungsort der männlichen Sexualhormone, insbesondere des Testosterons, ist die Leydig-Zelle, die sich in den Hoden befindet. Diese Zellen sind für die Produktion und Freisetzung von Testosteron in Reaktion auf Signale von der Hypophyse, einer Drüse im Gehirn, verantwortlich. Andere Hormone, wie zum Beispiel DHEA, werden in den Nebennieren produziert, die sich oberhalb der Nieren befinden. Daher ist der Bildungsort der männlichen Sexualhormone hauptsächlich die Hoden und die Nebennieren.
Gibt es überhaupt einen männlichen Hormonzyklus?
Ja, es gibt tatsächlich einen "männlichen Zyklus", obwohl er nicht so ausgeprägt ist wie der weibliche Menstruationszyklus. Beim männlichen Zyklus, auch als Hormonzyklus der Männer bekannt, erleben Männer tägliche Schwankungen ihrer Hormonspiegel, insbesondere des Testosterons.
Im Gegensatz zum monatlichen Hormonzyklus bei Frauen, bei dem die Hormonspiegel über einen Zeitraum von etwa 28 Tagen schwanken, ist der Hormonzyklus der Männer täglich. Studien haben gezeigt, dass der Testosteronspiegel bei Männern morgens am höchsten ist und im Laufe des Tages allmählich abnimmt, mit dem niedrigsten Punkt in den Abendstunden. Einige Untersuchungen deuten zudem auf saisonale Schwankungen hin, mit tendenziell niedrigeren Werten in den Sommermonaten.
Gibt es "männliche Wechseljahre"?
Das Konzept der "männlichen Wechseljahre" wird Andropause genannt. Es handelt sich um ein Thema, das in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit erregt hat. Anders als die Menopause bei Frauen, die durch einen deutlichen Rückgang der Östrogenproduktion und das Ende der Fruchtbarkeit gekennzeichnet ist, erleben Männer keine solch klare biologische Veränderung. Stattdessen erfahren sie eine allmähliche Abnahme des Testosteronspiegels, die oft mit dem Alter einhergeht.
Einige Männer können Symptome wie Müdigkeit, Depressionen, Schlafstörungen, Gedächtnisprobleme, verringertes sexuelles Verlangen oder erektile Dysfunktion erfahren, die mit diesem Rückgang des Testosteronspiegels in Verbindung gebracht werden können. Diese Symptome können auch durch andere gesundheitliche Probleme verursacht oder verschlimmert werden, einschließlich Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen.
Welche Rolle spielt Östrogen beim Mann?
Östrogen (vor allem Östradiol) entsteht beim Mann größtenteils durch Umwandlung von Testosteron und unterstützt unter anderem die Knochendichte und den Fettstoffwechsel. Ein Ungleichgewicht – zu hoch oder zu niedrig – kann zu Beschwerden wie Gynäkomastie oder verminderter Knochendichte führen.
Kann ein erhöhter Prolaktinspiegel Erektionsstörungen verursachen?
Ja, wenn auch selten. Ein dauerhaft erhöhter Prolaktinspiegel kann die Testosteronproduktion unterdrücken und dadurch Libidoverlust und Erektionsstörungen verursachen. Bei anhaltenden Beschwerden trotz normalem Testosteron wird deshalb manchmal zusätzlich der Prolaktinwert bestimmt.
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[1] Nassar GN, Leslie SW. Physiology, Testosterone. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2023 Jan.
[2] Swerdloff RS, Dudley RE, Page ST, Wang C, Salameh WA. Dihydrotestosterone: Biochemistry, Physiology, and Clinical Implications of Elevated Blood Levels. Endocr Rev. 2017;38(3):220-254. doi:10.1210/er.2016-1067.
[3] Carson C 3rd, Rittmaster R. The role of dihydrotestosterone in benign prostatic hyperplasia. Urology. 2003;61(4 Suppl 1):2-7. doi:10.1016/s0090-4295(03)00045-1.
[4] Sansone A, Romanelli F, Sansone M, Lenzi A, Di Luigi L. Gynecomastia and hormones. Endocrine. 2017;55(1):37-44. doi:10.1007/s12020-016-0975-9.
[5] Zeitlin SI, Rajfer J. Hyperprolactinemia and erectile dysfunction. Rev Urol. 2000;2(1):39-42.
[6] Elmlinger MW, Dengler T, Weinstock C, Kuehnel W. Endocrine alterations in the aging male. Clin Chem Lab Med. 2003;41(7):934-941. doi:10.1515/CCLM.2003.142.
[7] Xiong X, Wu Q, Zhang L, et al. Chronic stress inhibits testosterone synthesis in Leydig cells through mitochondrial damage via Atp5a1. J Cell Mol Med. 2022;26(2):354-363. doi:10.1111/jcmm.17085.
[8] Barkin J. Erectile dysfunction and hypogonadism (low testosterone). Can J Urol. 2011;18 Suppl:2-7. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21501544/.