Wie oft ältere Männer von vorzeitigem Samenerguss betroffen sind
Insgesamt geht man davon aus, dass etwa jeder vierte Mann irgendwann im Leben von einer vorzeitigen Ejakulation betroffen ist, damit zählt die Störung zu den häufigsten Themen der Männergesundheit überhaupt. Eine US-Studie aus dem Jahr 2006 befragte fast 1.500 Männer im Alter von 57 bis 85 Jahren zu ihrem Sexualleben: In jeder Altersgruppe gaben zwischen 20 und 30 Prozent an, unter vorzeitigem Samenerguss zu leiden [1].
Auch deutsche Forscher fanden bei einer Befragung von über 11.000 Männern deutliche Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren, sozialem Druck und den Beschwerden [2]. Die Dunkelziffer dürfte bei älteren Männern sogar höher liegen als in jüngeren Jahren, denn wer schon lange in einer Partnerschaft lebt, spricht seltener offen über Symptome vorzeitiger Ejakulation, aus Scham oder weil man annimmt, das gehöre eben zum Älterwerden dazu.
Wie sich der Ejakulationsreflex mit zunehmendem Alter verändert
Der Körper verändert sich mit den Jahren, und das betrifft eben auch die Sexualfunktion. Viele Männer brauchen im höheren Lebensalter mehr direkte Stimulation, um eine Erektion aufzubauen, die Erregungsphase verlängert sich also spürbar, auch wenn keine eigentlichen Potenzprobleme im Sinne einer Erektionsstörung vorliegen.
Paradoxerweise berichten trotzdem manche Männer, dass sie schneller zum Höhepunkt kommen als früher. Ein Grund dafür: Wer eine nachlassende Erektion während des Sex spürt, steigert oft unbewusst die Stimulationsintensität, um sie zu erhalten, was den Samenerguss zusätzlich beschleunigen kann.
Auf neurobiologischer Ebene spielt zudem das serotonerge System eine zentrale Rolle: Veränderungen der serotonergen Signalübertragung können die Ejakulationskontrolle beeinflussen, wobei der Zusammenhang komplexer ist als ein einfacher Zusammenhang zwischen einem einzelnen „Serotoninspiegel“ und vorzeitiger Ejakulation [3].
Genau diese feine Wahrnehmung der eigenen Erregungsstufen vor dem sogenannten Point of no Return kann Bestandteil verhaltenstherapeutischer Ansätze sein, mit denen sich die Ejakulationskontrolle verbessern lässt.
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Alle Produkte ansehenErektile Dysfunktion als häufiger Auslöser im höheren Lebensalter
Zwischen erektiler Dysfunktion und erworbenem vorzeitigem Samenerguss besteht ein Zusammenhang, der bei der Abklärung berücksichtigt werden sollte. Mediziner unterscheiden zwischen der lebenslangen, angeborenen Form der Ejaculatio praecox und der erworbenen (sekundären) Form. Nach Definition der International Society of Sexual Medicine ejakulieren Männer mit lebenslanger Ejaculatio praecox fast immer bereits innerhalb der ersten Minute nach der Penetration. Bei der erworbenen Form liegt dagegen typischerweise eine klinisch relevante Verkürzung der Ejakulationslatenz vor, häufig auf etwa drei Minuten oder weniger, verbunden mit fehlender Kontrolle und persönlichem Leidensdruck [10].
Der Mechanismus hinter der erworbenen Form ist psychologisch nachvollziehbar: Wer Angst hat, die Erektion während des Geschlechtsverkehrs zu verlieren, kann ejakulieren, bevor die Erektion tatsächlich nachlässt, um den Sex überhaupt „erfolgreich“ abzuschließen. Diese sexuelle Leistungsangst kann die Ejakulationslatenz zusätzlich verkürzen und das subjektive Kontrollgefühl mindern [3].
Wird nur der vorzeitige Samenerguss behandelt, die zugrunde liegende Erektionsstörung aber übersehen, kann der Erfolg ausbleiben. Eine urologische Abklärung beider Funktionsstörungen gemeinsam ist deshalb auf jeden Fall sinnvoll, sobald das Problem neu auftritt.
Körperliche Ursachen von vorzeitigem Samenerguss, die im Alter zunehmen
Mit steigendem Alter treten mehrere körperliche Erkrankungen häufiger auf, die als Auslöser einer erworbenen Ejaculatio praecox infrage kommen. Eine gründliche Abklärung der Ursachen des vorzeitigen Samenergusses lohnt sich deshalb gerade bei Männern jenseits der 50.
Häufigere Prostataentzündungen
Ejakulationsstörungen können infolge von Prostataentzündungen auftreten. Sie gehören zu den anerkannten körperlichen Ursachen eines erworbenen vorzeitigen Samenergusses [3]. Begleitsymptome wie Schmerzen beim Wasserlassen, im Beckenbereich oder beim Samenerguss selbst sollten ärztlich abgeklärt werden, bevor eine Behandlung beginnt.
Gutartige Prostatavergrößerung und Eingriffe an der Prostata
Ein benignes Prostatasyndrom mit Beschwerden der unteren Harnwege zählt bei erworbener Ejaculatio praecox zu den differenzialdiagnostisch relevanten Faktoren, insbesondere bei zusätzlichem häufigem Harndrang oder abgeschwächtem Harnstrahl [3]. Auch Eingriffe an der Prostata können Erektion und Ejakulation und andere Aspekte der Sexualfunktion verändern und sollten bei der Abklärung neu aufgetretener sexueller Beschwerden berücksichtigt werden.
Nachlassender Testosteronspiegel und hormonelle Veränderungen
Es gibt Hinweise darauf, dass der Testosteronspiegel die Ejakulationskontrolle beeinflusst. Sinkt er im Alter ab, kann sich das auf verschiedene Weise auf das Sexualleben auswirken, wobei die genauen Mechanismen bei Testosteronmangel wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt sind.
Schilddrüsenfunktionsstörungen
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) gilt als reversible endokrine Ursache einer erworbenen Ejaculatio praecox. Ärzte achten dabei besonders auf Begleitsymptome wie Herzrasen, Zittern, ungewollten Gewichtsverlust oder Wärmeunverträglichkeit [3]. Wird die Schilddrüsenerkrankung behandelt, kann sich auch der Samenerguss bessern.
Diabetesbedingte Nervenschäden
Diabetes mellitus kann über Jahre hinweg Nervenschäden verursachen, die auch die sexuelle Funktion beeinträchtigen. Diabetesbedingte Neuropathien sind insbesondere mit Erektionsstörungen und anderen Ejakulationsstörungen verbunden. Ein direkter Zusammenhang zwischen diabetischer Nervenschädigung und vorzeitiger Ejakulation ist dagegen weniger eindeutig belegt und sollte daher nicht als gesicherte direkte Ursache dargestellt werden.
Medikamente und ihre möglichen Nebenwirkungen auf die Ejakulation
Wer im Alter mehrere Medikamente gleichzeitig einnimmt, sollte auch an deren Einfluss auf die Sexualfunktion denken. Zwei Wirkstoffgruppen sind hier besonders relevant.
Wirkstoffe gegen Bluthochdruck
Bestimmte Blutdrucksenker können die sexuelle Funktion beeinträchtigen, auch wenn die genauen Auswirkungen je nach Wirkstoffklasse unterschiedlich ausfallen. Wer nach dem Beginn einer neuen blutdrucksenkenden Therapie eine Veränderung seines Sexuallebens bemerkt, sollte das mit dem behandelnden Arzt besprechen, statt die Medikation eigenmächtig abzusetzen.
Präparate gegen eine vergrößerte Prostata
Alphablocker wie Tamsulosin, die bei benigner Prostatahyperplasie eingesetzt werden, wirken auf Alpha-1-Rezeptoren, die auch im Bereich der für die Ejakulation wichtigen Strukturen vorkommen. Das führt bei selektiven Alphablockern wie Tamsulosin vergleichsweise häufig zu Ejakulationsstörungen. Dazu gehören eine retrograde Ejakulation sowie eine deutlich verminderte Ejakulatmenge, bei der das Ejakulat teilweise oder vollständig nicht nach außen abgegeben wird [4].
Psychische und partnerschaftliche Einflüsse im höheren Alter
Nicht jede Ursache einer Ejakulationsstörung ist körperlich. Gerade im Alter kommen psychische und partnerschaftliche Faktoren dazu.
Nach einer längeren Beziehungspause, etwa nach einer Trennung oder dem Tod des Partners, kann ein neuer Sexualpartner erheblichen Leistungsdruck erzeugen. Wer über Jahre hinweg keinen Sex hatte, ist naturgemäß nervöser und reagiert entsprechend sensibler auf Reize. Auch frühere negative Erfahrungen können Versagensängste auslösen, die sich bei jedem neuen sexuellen Kontakt wiederholen.
In langjährigen Beziehungen wiederum verändert sich häufig die Kommunikation über Sexualität. Paare sprechen seltener offen über ihre Wünsche und Frustrationen, was ein bestehendes Problem eher verfestigt als löst. Leistungsdruck kann auch zu Streitigkeiten in der Partnerschaft führen. Die Folge ist oft ein Teufelskreis: Der vorzeitige männliche Orgasmus führt zu Frustration bei beiden Partnern, die Intimität wird gemieden, um peinliche Situationen zu umgehen, und die sexuelle Zufriedenheit sinkt irgendwann auf beiden Seiten.
Behandlung des vorzeitigen Samenergusses im Alter
Die gute Nachricht: Auch im höheren Alter stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, mit denen sich die Beschwerden bei vielen Männern verbessern lassen.
Örtlich betäubende Cremes wie EMLA als Behandlungsmöglichkeiten
Cremes auf Basis der Lokalanästhetika Lidocain und Prilocain, etwa die EMLA Creme, setzen die Sensibilität der Eichel herab, indem sie die Weiterleitung von Nervenreizen an der behandelten Stelle blockieren. Dadurch lässt sich der Samenerguss verzögern. Eine zu starke lokale Betäubung kann allerdings das Empfinden deutlich vermindern und in manchen Fällen auch die Erektion beeinträchtigen.
Angewendet wird die Creme vor dem Geschlechtsverkehr, wobei die überschüssige Menge vor der Penetration entfernt werden sollte, damit sich die betäubende Wirkung nicht auf die Partnerin oder den Partner überträgt. Wie wirksam Lokalanästhetika dieser Art sein können, zeigt eine randomisierte Studie mit 40 Männern: Bei einer 5%igen Lidocain-Prilocain-Creme verlängerte sich die Zeit bis zur Ejakulation bei einer Einwirkzeit von 20 Minuten auf durchschnittlich 6,71 Minuten. Bei längerer Einwirkzeit von 30 oder 45 Minuten kam es dagegen häufiger zu Erektionsverlusten infolge der stärkeren Taubheit [5]. Eine europäische Phase-III-Studie mit 300 Männern untersuchte dagegen einen vergleichbaren Lidocain-Prilocain-Spray: Bei den Anwendern verlängerte sich die geometrische mittlere Zeit bis zum Orgasmus von 0,6 auf 3,8 Minuten, also etwa um das Sechsfache [6].
Als ergänzende Option werden in einzelnen Studien auch Hyaluronsäure-Injektionen in die Eichel (Glans-Augmentation) untersucht. Aktuelle Leitlinien von AUA, EAU und ISSM stufen diese Methode jedoch als experimentell und derzeit nicht empfohlen ein. Unter anderem bestehen Bedenken hinsichtlich möglicher Komplikationen und im Extremfall einer dauerhaften Beeinträchtigung der sexuellen Funktion. Eine Anwendung sollte daher außerhalb klinischer Studien nicht als etablierte Behandlung der vorzeitigen Ejakulation dargestellt werden.
Gerade für Männer, die bereits Dauermedikamente einnehmen, kann eine örtlich wirkende Creme interessant sein, weil sie nur lokal angewendet wird und nicht die gleichen systemischen Wirkungen wie eine orale Behandlung hat.
Dapoxetin (Priligy) als medikamentöse Therapie bei vorzeitigem Samenerguss
Priligy-Tabletten enthalten den Wirkstoff Dapoxetin, einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, der eigens zur Bedarfstherapie der Ejaculatio praecox entwickelt wurde. Anders als klassische SSRI zur Behandlung von Depressionen wird Dapoxetin schnell aufgenommen und ebenso relativ schnell wieder ausgeschieden, weshalb es sich für die Einnahme ein bis drei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eignet und die Ejakulationslatenz verlängern kann [7].
Zugelassen ist Priligy für erwachsene Männer zwischen 18 und 64 Jahren [7]. Für Männer ab 65 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit laut Fachinformation nicht nachgewiesen. Eine Anwendung in dieser Altersgruppe sollte daher nicht als reguläre zugelassene Behandlung dargestellt werden und erfordert eine individuelle ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Urologen.
Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit. Priligy darf zudem nicht bei bestimmten Herzerkrankungen sowie nicht gemeinsam mit MAO-Hemmern eingenommen werden, weshalb eine ärztliche Kontrolle vor Therapiebeginn erforderlich ist.
Verhaltenstechniken zur besseren Ejakulationskontrolle
Verschiedene verhaltenstherapeutische und körperbezogene Übungen können bei manchen Männer dazu beitragen, die Ejakulationskontrolle zu verbessern. Die Evidenz ist allerdings insgesamt weniger einheitlich als für die etablierten medikamentösen Therapien [3].
Start-Stopp-Methode
Die Stopp-Start-Technik hilft, die Kontrolle zu trainieren. Dabei wird die sexuelle Stimulation kurz vor dem Punkt des unausweichlichen Samenergusses vollständig unterbrochen, bis das Erregungsgefühl wieder abklingt. Wiederholt man diesen Vorgang mehrfach während einer sexuellen Aktivität, kann dies helfen, die eigenen Erregungsstufen präziser wahrzunehmen.
Squeeze-Technik
Bei der Squeeze-Technik übt entweder der Mann selbst oder der Sexualpartner kurz vor dem Höhepunkt festen Druck auf die Eichel aus, meist am Übergang zum Penisschaft. Dieser Druck reduziert die Erregung kurzfristig und verschafft mehr Zeit, bevor die Stimulation fortgesetzt wird.
Beckenbodentraining als langfristige Unterstützung
Beckenbodentraining kann dem Kontrollverlust über die Ejakulation entgegenwirken. Die Beckenbodenmuskulatur ist an der Ejakulation beteiligt, und Studien haben gezeigt, dass gezieltes Beckenbodentraining bei Männern mit vorzeitiger Ejakulation die Ejakulationslatenz verbessern kann [8]. Die Evidenz ist allerdings noch begrenzter als bei den etablierten medikamentösen Behandlungen.
Geräte wie Emsella® bieten ein intensives Beckenbodentraining in 30-minütigen Sitzungen an. Wer lieber auf eigene Faust trainieren möchte, findet online viele passende Übungen zum Beckenbodentraining für Männer, mit denen sich die Ejakulationskontrolle im Alltag trainieren lässt und die zusätzlich helfen können, länger im Bett durchzuhalten.
Psychotherapeutische und paartherapeutische Unterstützung
Liegen dem vorzeitigen Samenerguss überwiegend psychische oder partnerschaftliche Faktoren zugrunde, kann eine Sexualtherapie bzw. Verhaltenstherapie eine sinnvolle Ergänzung der Behandlung sein. Die aktuelle Leitlinie bewertet die Evidenz für psychologische und verhaltenstherapeutische Verfahren allerdings als schwach und uneinheitlich; bei erworbener PE können sie insbesondere in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung eingesetzt werden [3].
Häufig arbeiten Sexualtherapeuten dabei mit beiden Partnern gemeinsam, um Kommunikationsmuster zu verändern und den Leistungsdruck aus dem Sexualleben zu nehmen. Gerade bei älteren Paaren, die sich seit Jahrzehnten kennen, kann schon die offene Aussprache über frühere Frustration einen wichtigen Unterschied machen.
Häufige Fragen zum Thema vorzeitige Ejakulation
Rund um vorzeitigen Samenerguss im höheren Lebensalter gibt es einige Fragen, die besonders häufig auftauchen
Wie lange dauert im Durchschnitt der Geschlechtsverkehr?
Eine mehrsprachige Studie mit 500 Paaren aus fünf Ländern maß die sogenannte intravaginale Ejakulationslatenzzeit (IELT) und kam auf einen Median von 5,4 Minuten [9]. Dabei zeigte sich ein klarer Alterstrend: Männer zwischen 18 und 30 Jahren kamen im Schnitt auf einen Median von 6,5 Minuten, Männer über 51 Jahre auf 4,3 Minuten [9]. Bei der lebenslangen Form des vorzeitigen Samenergusses erfolgt die Ejakulation typischerweise innerhalb von etwa einer Minute nach der Penetration; bei der erworbenen Form liegt häufig eine klinisch relevante Verkürzung der Latenzzeit auf etwa drei Minuten oder weniger vor [10].
In welchem Alter lässt die Potenz nach?
Es gibt kein festes Alter, ab dem die Potenz nachlässt. Erektionsfähigkeit und Ejakulationskontrolle verändern sich schrittweise über Jahrzehnte und hängen stark von individuellen Faktoren wie Gefäßgesundheit, Hormonstatus, Medikamenteneinnahme und psychischer Verfassung ab. Ein vorzeitiger Samenerguss kann grundsätzlich in jedem Lebensalter neu auftreten.
Kann Priligy auch nach dem 60. Lebensjahr verschrieben werden?
Ja, die Zulassung von Priligy gilt bis zum 64. Lebensjahr, also auch über 60 hinaus [7]. Für Männer ab 65 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit laut Fachinformation nicht nachgewiesen. Die Anwendung sollte daher individuell ärztlich beurteilt werden.
Wie schnell wirkt EMLA Creme vor dem Geschlechtsverkehr?
Lokalanästhetika auf Basis von Lidocain und Prilocain benötigen eine gewisse Einwirkzeit, die vom jeweiligen Präparat und der konkreten Anwendung abhängt. Studien zu Lidocain-Prilocain-Cremes bei vorzeitiger Ejakulation haben unterschiedliche Einwirkzeiten untersucht, darunter etwa 20, 30 und 45 Minuten [5].
Dürfen EMLA und Priligy gleichzeitig angewendet werden?
Eine Kombination aus örtlich betäubender Creme und Dapoxetin ist grundsätzlich denkbar, da beide Wirkstoffe an unterschiedlichen Stellen ansetzen. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, sollte jedoch immer mit einem Arzt besprochen werden, insbesondere weil beide Präparate unterschiedliche Anwendungszeitpunkte vor dem Geschlechtsverkehr haben und individuelle Vorerkrankungen die Behandlung beeinflussen können.
Wie unterscheidet man vorzeitigen Samenerguss von einer erektilen Dysfunktion?
Beim vorzeitigen Samenerguss funktioniert die Erektion in der Regel problemlos, der Samenerguss erfolgt jedoch deutlich früher als gewünscht. Bei der erektilen Dysfunktion hingegen gelingt es nicht, eine Erektion aufzubauen oder über die gewünschte Dauer aufrechtzuerhalten. Beide sexuelle Funktionsstörungen können gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig beeinflussen, weshalb eine urologische Untersuchung beide Funktionsstörungen berücksichtigen sollte.
Braucht man Rezept für Emla Cream ode Dapoxetin?
EMLA-Creme ist in Deutschland apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig, kann also ohne Rezept in der Apotheke erworben werden. Dapoxetin-Präparate wie Priligy sind hingegen verschreibungspflichtig und dürfen nur nach ärztlicher Verordnung abgegeben werden.
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[1] Fath, R.: Ejaculatio praecox: Stiefkind in der urologischen Praxis. Ärzte Zeitung.
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/erektile-dysfunktion/article/826231/prekaeres-problem-ejaculatio-praecox-stiefkind-urologischen-praxis.html[2] Sexualstörung: Wenig Sport und sozialer Druck können vorzeitigen Samenerguss fördern. Deutsches Ärzteblatt, 23.10.2017.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/81750/Sexualstoerung-Wenig-Sport-und-sozialer-Druck-koennen-vorzeitigen-Samenerguss-foerdern[3] European Association of Urology (EAU): Disorders of Ejaculation – EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health.
https://uroweb.org/guidelines/sexual-and-reproductive-health-2022/chapter/disorders-of-ejaculation[4] Ejakulationsstörungen bei der Therapie von Prostatabeschwerden. Ars Medici Dossier V/2017.
Artikel bei Tellmed / Ars Medici (PDF)[5] Atikeler, M. K. et al.: Optimum usage of prilocaine-lidocaine cream in premature ejaculation.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12472618/[6] Dinsmore, W. W. et al.: PSD502 improves ejaculatory latency, control and sexual satisfaction when applied topically 5 min before intercourse in men with premature ejaculation: results of a phase III, multicentre, double-blind, placebo-controlled study. BJU International.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19245438/[7] BERLIN-CHEMIE MENARINI: Priligy® – Fachinformation.
https://www.medical-hub.berlin-chemie.de/sites/g/files/fugoka451/files/products/documents/153038_priligy_fi-0721.pdf[8] Pastore, A. L. et al.: A prospective randomized study to compare pelvic floor rehabilitation and dapoxetine for treatment of lifelong premature ejaculation.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22320846/[9] Waldinger, M. D. et al.: A multinational population survey of intravaginal ejaculation latency time.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16422843/[10] Serefoglu, E. C. et al.: An evidence-based unified definition of lifelong and acquired premature ejaculation: report of the second International Society for Sexual Medicine Ad Hoc Committee for the definition of premature ejaculation.Sexual Medicine.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25356301/