Elektrostimulation beim Mann nutzt gezielte elektrische Impulse, um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken, die Durchblutung im Penis zu fördern und so Erektionsstörungen zu behandeln sowie die Potenz zu verbessern.
Die Methode wird medizinisch und privat eingesetzt und ist vor allem für Männer mit Erektionsstörungen, für Männer nach Prostataoperationen und für alle relevant, die eine medikamentenfreie Therapieoption zur Unterstützung der männlichen Sexualfunktion suchen, etwa als Ergänzung oder Alternative zu Medikamenten wie Sildenafil (Viagra).
Wie lassen sich der Penis stimulieren, die Beckenmuskulatur stärken und so Erektionsstörungen behandeln? Welche Geräte kommen für die elektrische Stimulation des Penis in Frage und was sollte beim Kauf beachtet werden? Der Artikel zeigt, wie Elektrostimulation wirkt, wo sie bei ED und nach Prostataoperationen eingesetzt wird, wie sie sich von anderen Behandlungsmethoden wie Sildenafil (Viagra) unterscheidet und worauf es bei Sicherheit, Nebenwirkungen und möglichen Gegenanzeigen ankommt. Außerdem geht es um TENS- und EMS-Geräte, die mögliche Kostenübernahme durch Krankenkassen sowie darum, wo man Elektrostimulatoren kaufen kann.
Was sind die wichtigsten Arten der E-Stimulation?
Die zwei bekanntesten Formen der Elektrostimulationstherapie sind TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) und EMS (elektrische Muskelstimulation).
TENS wird vor allem zur Schmerzlinderung eingesetzt – schwache elektrische Impulse reizen dabei gezielt Nervenfasern, um die Schmerzwahrnehmung zu reduzieren.
EMS hingegen zielt auf die Muskelaktivierung ab: Durch elektrische Impulse werden Muskeln kontrolliert stimuliert, was in der Physiotherapie, im Reha-Bereich oder auch im Sport zur Kräftigung und Regeneration genutzt wird. [5]
Anwendungsmöglichkeiten der elektrischen Stimulation und Elektrosex
1. Medizinische Nutzung in der Orthopädie
Im Bereich der Orthopädie werden TENS und EMS schon lange eingesetzt, um Schmerzen zu behandeln oder den Muskelaufbau zu verbessern.
2. Elektrostimulation in der Sexualität
Eine Elektromassage kann die Durchblutung im Penis fördern, die Erektionsfähigkeit steigern und durch ihren sinnlichen Effekt das sexuelle Empfinden intensivieren.
Im Bereich der individuellen Vorlieben wie z. B. bei Sexualpraktiken mit Fesselung, Disziplinierung, Beherrschung und Unterwerfung (BDSM) wird die E-Stimulation, auch E-Stim genannt, als gezielte Form der Stimulation eingesetzt, um neue Sinnesreize zu erleben. Sie hat sich seit den 1980er-Jahren vor allem in den USA als eigene Gerätekategorie entwickelt und unterscheidet sich von medizinischen TENS-/EMS-Geräten; der Zusammenhang zwischen elektrischen Reizen, persönlichen Vorlieben und sexuellem Erleben ist dabei individuell.
3. Therapeutischer Einsatz bei Erektionsstörungen
Medizinisch gesehen hat die Elektrostimulationstherapie aber auch einen hohen Stellenwert. Sie wird eingesetzt, um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken, was besonders für Männer wichtig ist, die Erektionsprobleme haben. Die Elektrostimulation des Beckenbodens unterstützt dabei die Muskelfunktion, vor allem, wenn sie mit Beckenbodentraining und Biofeedback kombiniert wird. [1]
Elektrostimulationstherapie zur Behandlung von Erektionsstörungen

Die Elektrostimulation des Beckenbodens beim Mann [2] und die direkte Stimulation des Penis [3] zeigen vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung der erektilen Dysfunktion.
Erektile Dysfunktion (ED) bezeichnet die anhaltende Unfähigkeit, eine ausreichende Erektion für befriedigenden Geschlechtsverkehr zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Medizinisch gesehen ist die ED oft ein Symptom, das durch verschiedene Ursachen ausgelöst wird. Darunter fallen Gefäßerkrankungen (z. B. Bluthochdruck), Nervenschäden (z. B. nach Prostataoperationen), hormonelle Störungen (z. B. Testosteronmangel) oder psychologische Faktoren wie Stress. Die ED tritt häufiger mit dem Alter auf, kann aber auch jüngere Männer betreffen. [4]
Je nach Ursache kann die Elektrostimulationstherapie eine Behandlungsoption sein – allein oder in Kombination mit Medikamenten wie Sildenafil (Viagra) oder Tadalafil.
Funktionsweise der Elektrostimulationstherapie bei ED
Elektrostimulatoren geben schwache elektrische Impulse ab, wobei diese elektrischen Reize über Elektroden auf den Körper übertragen werden. Diese Impulse, oft als „Reizstrom" bezeichnet, werden über Elektroden auf die Haut übertragen. Von dort gelangen sie in tiefere Gewebeschichten wie den Nerven und Muskeln.
Beide Techniken (TENS und EMS) können kombiniert werden, um die Beckenboden-Elektrotherapie für Männer zu optimieren und ihre Wirkung auf Nerven und Muskeln gezielt zu unterstützen.
Der Beckenboden des Mannes
Der Beckenboden (eine Gruppe von Muskeln und Bindegewebe im unteren Becken) stützt wichtige Organe und spielt eine zentrale Rolle bei der Erektion, da er die Durchblutung im Penis fördert. Dabei reagieren auch an der Erektion beteiligte Muskelzellen auf Reize der Beckenbodenmuskulatur. Ist der Beckenboden geschwächt, können die Erektionen leiden. [6] Die Elektrostimulation des Beckenbodens beim Mann kann die Kraft und Spannung des Beckenbodens verbessern, was positiven Einfluss auf die Erektionsfunktion sowie die Stärke und Kontrolle über die Erektion haben kann. [7]
Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse mit Daten von über 3.500 Männern nach Prostataoperation zeigte, dass Beckenbodentraining allein sowie in Kombination mit Elektrostimulation oder Biofeedback signifikant wirksamer war als keine Behandlung bei der Behandlung von Harninkontinenz nach der Operation. [8]
Die direkte Stimulation des Penis zur Verbesserung der Erektion
Die Elektrostimulation des Penis selbst ist eine weitere Anwendungsmöglichkeit. Reizstrom am Penis wird durch Elektroden am Penisschaft oder nahe der Eichel angewendet. Diese Impulse fördern die Durchblutung, was die Schwellkörper aktiviert und die Empfindsamkeit erhöht, ohne dass ein operativer Eingriff nötig ist. Die genaue Anwendung hängt dabei auch von der Lage der Ursache der Erektionsstörung ab. [9]
Etwa 80 % der Teilnehmer gaben in einer Studie nach sechs Wochen an, dass die Elektrostimulation des Penis stärkere und längere Erektionen ermöglichte. [10]
Elektrostimulation des Beckenbodens hilft nach Prostataoperationen
Nach einer Prostataentfernung haben viele Männer Schwierigkeiten mit der Erektion, da Nerven und Muskeln im Beckenbereich geschädigt sein können. Die Beckenboden-Elektrotherapie hilft Männern dabei, diese Muskeln gezielt zu trainieren, und unterstützt so ein passives Muskeltraining. Durch elektrische Stimulation werden die Nerven angeregt, was die Regeneration dieser Nerven zusätzlich unterstützt.
In einer Studie konnte die Elektrostimulation des Beckenbodens die Erektionsfähigkeit nach Prostataoperationen deutlich verbessern. [2]
Elektrostimulationstherapie im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden der ED
Zur Behandlung der ED gibt es mehrere Ansätze.
- PDE-5-Hemmer wie Sildenafil oder Tadalafil (Cialis) sind Medikamente, die die Blutgefäße im Penis entspannen, wodurch der Blutfluss steigt. Sie wirken meist innerhalb von ca. 30 Minuten. [11]
- Die SKAT-Therapie (Schwellkörper-Autoinjektionstherapie) verwendet Medikamente, die direkt in den Penis gespritzt werden, um sofort eine Erektion auszulösen. Sie ist effektiv, aber viele Männer schrecken vor einer Spritze in den Penis zurück. [12]
- Mechanische Hilfsmittel bei Erektionsstörungen, wie Vakuumpumpen, erzeugen durch Unterdruck eine Erektion. [13]
Die Elektrostimulationstherapie hebt sich davon ab, da sie schonend ist und bei ihr keine Medikamente benötigt werden – anders als bei Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) oder der SKAT-Therapie.
Weiterhin lassen sich im Unterschied zu den anderen Methoden, die nur die Symptome lindern, die Ursachen der ED, wie schwache Muskeln oder Nervenschäden, behandeln. Die Elektrostimulation des Penis und des Beckenbodens kann langfristig die Funktion verbessern, erfordert aber Geduld, da Ergebnisse oft erst nach mehreren Wochen spürbar werden.
Sie kann aber auch gut in Kombination mit den anderen Methoden zum Einsatz kommen. Auf diese Weise ist es möglich, ED zu behandeln – ganzheitlicher und mit langfristig besseren Erektionen.
Ist die E-Stimulation wissenschaftlich abgesichert?
Ja.
Selbst Männer, bei denen PDE-5-Hemmer wie Sildenafil (Viagra) nicht wirkten, konnte durch eine E-Stimulation des Beckenbodens die Erektionsfähigkeit verbessert werden. [14] Dennoch sind weitere Studien nötig, um die Langzeiteffekte zu bestätigen.
Die Elektrostimulationstherapie ist sicher, wenn sie korrekt angewendet wird. [1]
Bei einer ED sollte eine elektrische Stimulation ärztlich überwacht werden!
Die Elektrostimulation des Penis oder des Beckenbodens sollte immer mit einem Arzt oder einer Ärztin abgestimmt werden und im medizinischen Rahmen erfolgen. Der Spezialist kann dann je nach Ursache der ED entscheiden, ob eine Elektrostimulation infrage kommt, gegebenenfalls auch in Kombination mit Sildenafil (Viagra) oder anderen Medikamenten. Anfänger sollten erste Anwendungen nur nach ärztlicher Einweisung oder Anleitung durchführen. Zudem klärt der Arzt oder die Ärztin, ob individuelle Kontraindikationen dagegensprechen, welche sensiblen Punkte der Anwendung zu beachten sind und ob die Behandlung nicht nur Symptome lindern, sondern je nach Befund auch auf eine nachhaltige Besserung möglicher Ursachen abzielen kann. Besonders effektiv ist die Elektrostimulation des Beckenbodens beim Mann in Kombination mit Beckenbodentraining und Biofeedback.
Der Spezialist kann daher auch empfehlen, diese verschiedenen Behandlungstechniken von einem Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin anleiten und begleiten zu lassen. [8] Idealerweise ist dies eine Fachperson für Männergesundheit oder Urologie, die die Erfolgsaussichten individuell einschätzen kann. Oft kann der Facharzt auf spezialisierte Physiotherapeuten oder Physiotherapeutinnen verweisen, die Erfahrung mit dieser doch sehr intimen Behandlung haben.
Elektrostimulatoren und ihre Funktionsweise

Die Anwendung eines Elektrostimulators dauert meist 20 bis 30 Minuten täglich. Für die Behandlung der ED wird eine Dauer von drei bis sechs Monaten empfohlen, um spürbare Ergebnisse zu erzielen. Die Geräte sind klein, kompakt und einfach in der Bedienung, wodurch sie für den Heimgebrauch geeignet sind.
Elektrische Stimulation durch TENS-Geräte
TENS-Geräte senden schwache Impulse, die Nerven anregen. Die Nerven können dann auch die Muskelkontraktion steigern.
Sie werden mit Klebeelektroden genutzt, die am Penis oder im Beckenbereich platziert werden. Leitfähiges Gel als funktionales Gleitmittel verbessert dabei die Effektivität der Elektrostimulation. Manche mischen dem Gel etwas Kochsalz bei, um die Leitfähigkeit zu erhöhen, zumal der Körper wegen seines Wasseranteils Strom gut leitet. Diese Elektromassage fördert die Durchblutung und erhöht die Empfindlichkeit, was die Erektion unterstützt. Die Intensität ist einstellbar, um die Anwendung schmerzfrei zu halten. [1]
Elektrische Stimulation durch EMS-Geräte
EMS-Geräte aktivieren die Muskeln direkt, indem sie Kontraktionen auslösen. Daher sind sie besonders beliebt in der Rehabilitation nach Operationen oder im Sport. Sie werden oft verwendet, um Kraftübungen effizienter zu machen. [15]
Für die Elektrostimulation des Beckenbodens beim Mann werden oft spezielle Sonden verwendet, die rektal eingeführt werden, um dort die Muskeln direkt zu erreichen.
Kombinierte Geräte
Moderne Elektrostimulatoren bieten oft sowohl TENS- als auch EMS-Funktionen. Sie ermöglichen eine flexible Anwendung, um sowohl Nerven als auch Muskeln anzusprechen. Einige Geräte haben auch Biofeedback, das die Muskelaktivität misst und dem Nutzer zeigt, wie stark er die Muskeln anspannt. Dies verbessert zusätzlich die Effektivität der Beckenboden-Elektrotherapie für Männer.
Sicherheit und Risiken der E-Stimulation
Die elektrische Stimulation ist bei korrekter Anwendung sicher. Dennoch gibt es wichtige Vorsichtsmaßnahmen. Strom sollte dabei niemals durch die Brust fließen. Mit der Intensität des Reizstroms am Penis oder Beckenboden sollte niedrig begonnen und sie mit kontrollierten Stromstärken, um Schmerzen und Hautreizungen zu vermeiden, nur langsam gesteigert werden. Elektroden müssen sauber und richtig platziert sein, um die besten Ergebnisse zu erzielen; sichere Wege der Anwendung helfen zusätzlich, typische Gefahren und mögliche Verletzungen bei falscher Handhabung zu vermeiden.
Für wen ist die Elektrostimulationstherapie nicht geeignet?
Männer mit Herzschrittmachern sollten die Elektrostimulation des Penis oder des Beckenbodens meiden, da die Impulse den Herzschrittmacher stören können. Auch bei Herzrhythmusstörungen, Epilepsie oder kürzlich durchgeführten Operationen im Beckenbereich ist Vorsicht geboten. [15] Eine Ärztin oder ein Arzt sollten diese Risiken vorab abklären.
Nebenwirkungen von Elektrostimulatoren
Nebenwirkungen sind selten. Gelegentlich treten beim Einsatz eines Elektrostimulators Hautreizungen oder ein leichtes Kribbeln auf, das als unangenehm empfunden werden kann. Es kann auch zu einem Druckgefühl im Becken kommen. Es ist wichtig, mit niedrigen Reizen zu beginnen, um den Körper langsam an die Stimulation durch Strom zu gewöhnen. Mehr ist hier nicht immer besser.
Wenn dauerhaft Probleme auftreten, sollte die Anwendung mit einem Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin abgestimmt werden.
Bezahlt die Krankenkasse den Elektrostimulator?
Ja. Die Kosten für Elektrostimulatoren zur Behandlung von Erektionsstörungen können von gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin die medizinische Notwendigkeit, etwa nach einer Prostataoperation, ausführlich begründet und ein Antrag mit Kostenvoranschlag eingereicht wird. Ein einfaches Rezept reicht meist für eine Rückerstattung der Kosten nicht aus, um das Gerät direkt in der Apotheke abzuholen. Da die Methode nicht als Standardtherapie gilt, prüfen die Krankenkassen jeden Einzelfall. [5]
Bei privaten Krankenversicherungen hängt die Kostenübernahme vom Vertrag ab. Ein Anruf bei der Krankenkasse klärt oft schnell, ob Geräte zur E-Stimulation im Vertragsumfang enthalten sind.
Kaufkriterien und Bezugsquellen für Elektrostimulatoren

Elektrostimulatoren sind in Apotheken, medizinischen Fachgeschäften oder Online-Shops erhältlich. Beim Kauf sollte man auf geprüfte Qualität achten. Seriöse Geräte entsprechen medizinischen Standards und bieten klare Anleitungen. Modelle mit variablen Programmen und einstellbarer Intensität sind ideal für die Elektrostimulation des Penis oder des Beckenbodens; dazu gibt es eine große Auswahl an Geräten, Elektroden und Aufsätzen, und manche mobilen Modelle werden über Akkus betrieben.
Wird die Anschaffung des Gerätes von der Krankenkasse übernommen, besteht in der Regel keine Wahlmöglichkeit. Es werden nur ganz bestimmte Geräte oder Hersteller unterstützt.
Für die Beckenboden-Elektrotherapie sind für Männer zusätzlich spezielle Sonden nötig, die rektal eingeführt werden. Für die Elektromassage des Penis sind Klebeelektroden ausreichend, nur die Größe muss stimmen; je nach Anwendung kommen dabei unterschiedliche Varianten von Elektroden infrage. Spezielle Geräte werden auch für Liebhaber erotischer E-Stimulation angeboten; dieses Marktsegment stammt ursprünglich vor allem aus den USA und ist nicht mit medizinischen TENS-/EMS-Geräten gleichzusetzen. Bei gemeinsamer Nutzung mit einem Partner sollten solche Geräte nur mit klarer Absprache und passender Anleitung verwendet werden. Eine Suche in Kundenrezensionen kann hilfreich sein, um herauszufinden, ob andere Männer bereits mit bestimmten Geräten zur Behandlung des Penis oder des Beckenbodens erfolgreich waren.
Häufige Fragen
Kann Reizstromtherapie Erektionsstörungen behandeln?
Ja. Studien zur Elektrostimulation des Beckenbodens und des Penis zeigen, dass sich die Erektionsfähigkeit dadurch verbessern kann – besonders in Kombination mit Beckenbodentraining und Biofeedback sowie nach Prostataoperationen. [1, 2, 3] Wie schnell und wie stark die Wirkung eintritt, hängt von der Ursache der Erektionsstörung ab; eine ärztliche Abklärung vorab ist daher sinnvoll.
Kann man Elektrostimulation mit Sildenafil (Viagra) kombinieren?
In der Regel ja, unter ärztlicher Begleitung. Elektrostimulation und PDE-5-Hemmer wie Sildenafil (Viagra) oder Tadalafil (Cialis) wirken über unterschiedliche Mechanismen – die Elektrostimulation zielt auf Muskel- und Nervenfunktion, PDE-5-Hemmer auf die Gefäßerweiterung im Penis [11] – und können sich daher ergänzen. Ob eine Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, sollte immer ein Arzt oder eine Ärztin entscheiden, insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen oder anderen Medikamenten.
Kann man die Prostata elektrisch stimulieren?
Ja, elektrische Stimulation der Prostata existiert als eigenes Anwendungsfeld, etwa mit rektal eingeführten Sonden, medizinisch unter anderem im Rahmen der Elektroejakulation in der Fertilitätsmedizin genutzt. Das ist etwas anderes als die in diesem Artikel beschriebene Elektrostimulation des Beckenbodens und des Penis zur Behandlung von Erektionsstörungen. Wer eine private Anwendung erwägt, sollte sich vorab ärztlich oder therapeutisch beraten lassen, insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen.
Medizinische vs. erotische E-Stimulation: Wo liegt der Unterschied?
Medizinische TENS-/EMS-Geräte sind auf einen therapeutischen Zweck ausgelegt – etwa die Behandlung von Erektionsstörungen – und werden idealerweise nach ärztlicher Anleitung eingesetzt. Erotische E-Stim-Geräte verfolgen dagegen primär das Ziel, neue Sinnesreize zu erzeugen, und sind nicht für medizinische Zwecke zertifiziert. Für die Behandlung einer Erektionsstörung sind daher medizinische Geräte die richtige Wahl.
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[15] Unter Strom: So funktioniert elektrische Muskelstimulation. AOK. 22.06.2022. https://www.aok.de/pk/magazin/sport/workout/ist-ems-training-wirklich-effektiv