Eine harte Erektion ist keine Frage des Alters allein. Sie hängt von vielen Faktoren ab. So spielt zum Beispiel die Durchblutung im Penis eine wichtige Rolle. Genauso wichtig sind Hormone, die Psyche und der Lebensstil. Schon einige Veränderungen des Lebensstils können die Erektionsfähigkeit bei manchen Männern verbessern. Mehr Bewegung, eine gesunde Ernährung oder gezieltes Beckenbodentraining wirken sich oft positiv aus. Auch Stressabbau kann helfen. Manchmal steckt jedoch eine Erkrankung hinter den Beschwerden. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, behandelbare Ursachen zu erkennen und gezielt zu behandeln.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Erektion entsteht und welche Faktoren sie beeinflussen. Außerdem zeigen wir Ihnen, was Sie tun können, um die Erektionshärte auf natürliche oder medizinische Weise zu verbessern.
Wie entsteht eine Erektion? Die Physiologie einfach erklärt
Damit eine Erektion entsteht und der Penis steif wird, müssen mehrere Vorgänge perfekt zusammenspielen. Das Gehirn, die Nerven, die Blutgefässe, die Hormone und die Muskulatur arbeiten dabei eng zusammen. [1]
Schon ein erotischer Gedanke oder eine körperliche Berührung kann ausreichen. Das Gehirn sendet Signale an die Nerven im Penis. Diese lösen verschiedene Reaktionen aus. Die Blutgefässe erweitern sich und mehr Blut fließt in die Schwellkörper. Durch den verstärkten Bluteinstrom und den gleichzeitig verminderten Blutabfluss steigt der Druck in den Schwellkörpern und der Penis wird steifer. Zudem verhindern bestimmte Muskeln, dass das Blut sofort wieder abfliesst. Kommt es an einer Stelle zu einer Störung, kann die Erektion schwächer ausfallen oder gar nicht entstehen.
Der Blutfluss in den Schwellkörper als Grundlage
Die beiden Schwellkörper bestehen aus erektilem Gewebe mit zahlreichen Bluträumen, die sich bei sexueller Erregung mit Blut füllen. Im entspannten Zustand enthalten sie nur wenig Blut. Bei sexueller Erregung öffnen sich die Arterien. Dadurch gelangt deutlich mehr Blut in die Schwellkörper. So werden die Schwellkörper gefüllt und vergrössern ihr Volumen.
Gleichzeitig werden die Venen zusammengedrückt. Dadurch bleibt das Blut im Penis. Erst wenn die Erregung nachlässt, öffnen sich die Venen wieder und das Blut fließt zurück. Schon kleine Durchblutungsstörungen können diesen Ablauf beeinträchtigen. Deshalb gehören Gefässerkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Erektionsstörungen. Zur besseren Übersicht:
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Voraussetzung |
Bedeutung für die Erektion |
|---|---|
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gute Durchblutung |
bringt ausreichend Blut in die Schwellkörper |
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gesunde Arterien |
ermöglichen eine schnelle Gefässerweiterung |
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funktionierende Venen |
halten das Blut während der Erektion im Penis |
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intakte Nerven |
übertragen die Erregung vom Gehirn zum Penis |
Die Tabelle zeigt deutlich, wie viele Faktoren gleichzeitig funktionieren müssen. Ist einer dieser Bereiche beeinträchtigt, kann sich die Erektionshärte verschlechtern. Deshalb sollte immer die gesamte Ursache betrachtet werden.
Die Rolle von Stickstoffmonoxid (NO) für die Gefässerweiterung
Stickstoffmonoxid, kurz NO, ist ein körpereigener Botenstoff. Er übernimmt bei der Erektion eine zentrale Aufgabe. [2] Sobald sexuelle Erregung entsteht, setzen die Nervenzellen Stickstoffmonoxid frei. Dieser Stoff entspannt die Muskulatur in den Blutgefässen. Dadurch erweitern sich die Arterien und mehr Blut gelangt in die Schwellkörper.
Eine beeinträchtigte NO-Signalübertragung kann die Gefäßerweiterung und damit die Erektion stören. Die Gefässe öffnen sich nicht weit genug und der Blutfluss reicht oft nicht aus. Deshalb setzen viele Medikamente gegen Erektionsstörungen genau an diesem Prozess an. PDE-5-Hemmer verstärken die Wirkung des durch Stickstoffmonoxid ausgelösten cGMP-Signalwegs, indem sie dessen Abbau hemmen.
Warum die Beckenboden- bzw. Potenzmuskulatur das Blut „hält"
Nicht nur die Blutgefässe sind wichtig. Vor allem die Beckenbodenmuskulatur – insbesondere Musculus bulbospongiosus und Musculus ischiocavernosus – trägt dazu bei, den venösen Blutabfluss zu begrenzen. Im Alltag wird dieser Bereich häufig vereinfachend als „PC-Muskel“ bezeichnet. Die Beckenbodenmuskulatur kann durch ihre Kontraktion den venösen Blutabfluss aus dem Penis begrenzen und damit zur Erektionshärte beitragen. Ist diese Muskulatur geschwächt, kann das Blut schneller abfliessen. Als Folge kann sie daher zu einer weniger festen oder weniger stabilen Erektion beitragen. Die wichtigsten Aufgaben des Beckenbodens im Überblick:
- Er unterstützt den Blutstau in den Schwellkörpern.
- Er verbessert die Stabilität der Erektion.
- Er spielt eine wichtige Rolle beim Samenerguss.
- Er kann gezielt trainiert werden.
Viele Männer wissen gar nicht, dass sich diese Muskeln ähnlich wie Bauch- oder Rückenmuskeln stärken lassen. Regelmässige Training über mehrere Wochen ist wichtig, damit sich ein möglicher Effekt entwickeln kann.
Warum lässt die Härte der Erektion nach? Häufige Ursachen

Eine Erektion verändert sich im Laufe des Lebens. Das ist ganz normal, kann aber auch Frustration auslösen. Bleiben schwache Erektionen jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen, sollte die Ursache genauer untersucht werden. Oft sind mehrere Faktoren gleichzeitig daran beteiligt. Nicht immer steckt eine Krankheit dahinter. Auch Stress, Schlafmangel oder ungesunde Gewohnheiten können die Potenz bei Menschen beeinflussen.
Für eine stabile Erektion sind neben einer guten Durchblutung auch ausreichende Stimulation und sexuelle Erregung wichtig. Kommt es nur gelegentlich während des Geschlechtsverkehrs zu Schwierigkeiten, ist das in den meisten Fällen noch kein Grund zur Sorge. Halten die Beschwerden länger an, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Körperliche Ursachen: Durchblutung, Gefässe, Testosteron
Damit der Penis beim Sex ausreichend hart wird, muss genügend Blut in die Schwellkörper fliessen. Zudem müssen die Blutgefäße ausreichend auf die Signale zur Gefäßerweiterung reagieren und die Nerven diese Signale zuverlässig weiterleiten. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Gefässerkrankungen. Aber auch jüngere Männer können betroffen sein. Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte wirken sich häufig negativ auf die Durchblutung aus. Diese Erkrankungen können die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen und zu einer weniger harten oder weniger stabilen Erektion beitragen. Die häufigsten körperlichen Ursachen im Überblick:
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Ursache |
So wirkt sie sich aus |
|---|---|
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Arteriosklerose |
Verengte Blutgefässe erschweren den Blutfluss in die Schwellkörper |
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Diabetes mellitus |
Kann Blutgefässe und Nerven schädigen. |
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Bluthochdruck |
andauernde Belastung der Gefäßwände sowie Durchblutungsstörungen |
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Hormonstörungen |
Ein ausgeprägter Testosteronmangel kann die Libido und Potenz beeinträchtigen |
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Nebenwirkungen von Medikamenten |
Einige Blutdruckmittel oder Antidepressiva können die Erektionsfähigkeit beeinflussen. |
Nicht jeder Mann mit einer dieser Erkrankungen entwickelt Erektionsprobleme. Das Risiko steigt jedoch, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Deshalb sollte eine anhaltend schwächere Erektion ärztlich abgeklärt werden.
Psychische Ursachen: Stress, Leistungsdruck, Versagensangst
Nicht jede Ursache ist körperlicher Natur. Psychische Faktoren spielen während der Erektion eine ebenso wichtige Rolle. Das Gehirn ist der Ausgangspunkt jeder sexuellen Erregung. Ist der Kopf ständig mit Sorgen beschäftigt, fällt es dem Körper schwer, darauf zu reagieren.
Vor allem haben Erektionsstörungen bei jungen Männern häufig psychische Ursachen (körperliche Ursachen sollten jedoch ebenfalls abgeklärt werden). Leistungsdruck, Beziehungsprobleme oder die Angst zu versagen können dazu führen, dass die Erektion ausbleibt oder nicht lange anhält. Oft entsteht daraus ein Kreislauf. Eine schlechte Erfahrung führt zu Unsicherheit. Beim nächsten Mal steigt die Anspannung und genau diese verhindert erneut eine stabile Erektion.
Lebensstilfaktoren: Rauchen, Alkohol, Schlafmangel, Übergewicht
Der Lebensstil hat einen grösseren Einfluss auf die Potenz, als viele Männer vermuten. Ungesunde Gewohnheiten wirken sich oft schleichend auf die Blutgefässe, den Hormonhaushalt und die körperliche Leistungsfähigkeit aus. Sehr häufig entstehen auch Potenzprobleme durch Rauchen. Gefäßveränderungen können lange unbemerkt bleiben und sich unter anderem durch Erektionsprobleme bemerkbar machen. Vor allem Übergewicht als Ursache von Erektionsproblemen wird häufig unterschätzt. Achten Sie deshalb besonders auf folgende Faktoren:
- Rauchen schädigt die Blutgefässe und verschlechtert die Durchblutung.
- Regelmässiger Alkoholkonsum kann Nerven und Hormonhaushalt beeinträchtigen.
- Schlafmangel senkt die Regeneration und kann sich auf den Testosteronhaushalt auswirken.
- Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Potenzprobleme.
- Bewegungsmangel erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann die Gefässfunktion beeinträchtigen
Wer seinen Lebensstil Schritt für Schritt verbessert, profitiert oft auch im Schlafzimmer. Das ersetzt zwar keine medizinische Behandlung, kann die Wirkung anderer Massnahmen oder von Potenzmitteln jedoch sinnvoll unterstützen.
Beckenbodentraining für eine härtere Erektion

Viele Männer denken bei einer schwächeren Erektion zuerst an Medikamente. Dabei wird ein wichtiger Muskelbereich oft übersehen. Beckenbodentraining kann zum Beispiel dazu beitragen, dass das Blut länger in den Schwellkörpern bleibt. Ist diese Muskulatur gut trainiert, kann sie die Erektionshärte unterstützen. Das Training lässt sich einfach in den Alltag integrieren und benötigt meist nur wenige Minuten pro Tag.
Den PC-Muskel (Potenzmuskel) finden und spüren
Der PC-Muskel verläuft zwischen Schambein und Steissbein. Er unterstützt den Beckenboden und spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Urinflusses und der Erektion. Am leichtesten finden Sie ihn, indem Sie beim Wasserlassen den Urinstrahl kurz unterbrechen. Diese Methode dient nur zum Erkennen des Muskels und sollte nicht regelmässig als Übung durchgeführt werden. [3]
Einfache Übungen für härtere Erektionen
Ein kräftiger Beckenboden entsteht nicht über Nacht. Entscheidend ist ein regelmässiges Training und die richtige Technik. Bereits wenige Minuten täglich können ausreichen, um die Muskulatur gezielt zu stärken. Folgende Übungen haben sich bewährt:
- Anspannen und halten: Spannen Sie den Beckenboden an, als wollten Sie den Urin anhalten. Halten Sie die Spannung fünf bis zehn Sekunden. Danach entspannen Sie den Muskel bewusst.
- Kurze Kontraktionen: Spannen Sie den Beckenboden für eine Sekunde kräftig an und lösen Sie die Spannung sofort wieder. Wiederholen Sie die Übung zehn- bis fünfzehnmal hintereinander.
- Brücke: Legen Sie sich auf den Rücken und stellen Sie die Füsse auf. Heben Sie das Becken langsam an und spannen Sie gleichzeitig den Beckenboden an. Halten Sie die Position einige Sekunden und senken Sie das Becken anschliessend wieder ab.
- Training im Alltag: Aktivieren Sie den Beckenboden beim Gehen, Treppensteigen oder während des Sitzens am Schreibtisch. So wird das Training schnell zur Gewohnheit.
Wichtig ist, ruhig weiterzuatmen und Bauch, Gesäss sowie Oberschenkel möglichst locker zu lassen. Nur so arbeitet der Beckenboden gezielt und wird langfristig kräftiger.
Wie lange dauert es, bis sich Ergebnisse zeigen?
Der Muskel braucht Zeit, um stärker zu werden. Erste Verbesserungen können nach mehreren Wochen regelmässigen Trainings auftreten. Entscheidend sind eine korrekte Ausführung und regelmässiges Training. Die Studien untersuchten die Wirkung meist über mehrere Monate. Wer den Beckenboden dauerhaft trainiert, kann die Muskulatur langfristig stärken und die Erektionsfähigkeit unterstützen.
Ernährung und Nährstoffe, die die Erektion unterstützen
Eine ausgewogene Ernährung kann die Erektionsfähigkeit positiv beeinflussen. Sie ersetzt keine Behandlung, unterstützt aber die Gesundheit der Blutgefässe. Auch werden Herz Kreislauf Erkrankungen verhindert. Da eine gute Durchblutung die Grundlage jeder Erektion ist, spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Einzelne Lebensmittel wirken jedoch nicht wie ein Wundermittel. Entscheidend ist das gesamte Ernährungsverhalten.
L-Arginin, L-Citrullin und weitere Nährstoffe
L-Arginin und L-Citrullin sind Aminosäuren, die an der Bildung von Stickstoffmonoxid beteiligt sind. Dieser Botenstoff erweitert die Blutgefässe und unterstützt den Blutfluss in die Schwellkörper. L-Citrullin wird im Körper zunächst in L-Arginin umgewandelt und kann dessen Spiegel erhöhen.
Auch weitere Nährstoffe sind für die Gefässgesundheit wichtig:
- L-Arginin: ist an der Bildung von Stickstoffmonoxid beteiligt, das für die Gefäßweitstellung wichtig ist.
- L-Citrullin: wird im Körper in L-Arginin umgewandelt und kann dadurch den L-Arginin-Spiegel erhöhen.
- Zink: Trägt zu einem normalen Testosteronspiegel im Blut bei.
- Vitamin D: Ein Mangel wird bei Männern mit Erektionsproblemen häufiger beobachtet. Ein Zusammenhang bedeutet jedoch nicht, dass Vitamin-D-Präparate Erektionsstörungen behandeln.
- Omega-3-Fettsäuren: unterstützen die Herz- und Gefässgesundheit.
Nahrungsergänzungsmittel können eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Ohne nachgewiesenen Mangel oder eine andere medizinische Indikation ist ein zusätzlicher Nutzen für die Erektionsfähigkeit nicht sicher belegt.
Ernährung und durchblutungsfördernde Lebensmittel
Nicht einzelne Lebensmittel entscheiden über die Potenz, sondern die Ernährung insgesamt. Empfehlenswert ist eine abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Fetten. Sie unterstützt die Blutgefässe und kann das Risiko für Durchblutungsstörungen senken. Besonders empfehlenswert sind:
- grünes Blattgemüse wie Spinat oder Rucola
- rote Bete
- Beeren
- Tomaten
- Nüsse und Samen
- fettreicher Seefisch
- Olivenöl
- Hülsenfrüchte
Eine mediterrane Ernährung wird mit einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung gebracht und kann auch bei Erektionsstörungen günstig sein [4].
Nahrungsergänzungsmittel im Realitäts-Check (Ginkgo, Ginseng, Sägepalme)
Viele Präparate versprechen eine bessere Potenz. Die wissenschaftliche Lage ist jedoch unterschiedlich. Einige Pflanzenstoffe werden seit Jahren untersucht, eindeutige Belege fehlen jedoch häufig.
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Nahrungsergänzung |
Aktuelle Studienlage |
|---|---|
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Ginkgo |
Kein eindeutiger Nachweis einer Verbesserung der Erektionsfähigkeit. |
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Ginseng |
Einige Studien zeigen positive Effekte, die Datenlage ist jedoch von begrenzter Qualität und reicht nicht für eine gesicherte Wirksamkeit aus. |
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Sägepalme |
Wird vor allem bei Prostatabeschwerden eingesetzt. Ein gesicherter Nutzen für die Potenz ist bisher nicht belegt. |
Wer Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, sollte auf seriöse Hersteller achten und die Präparate nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung ansehen. Bestehen länger anhaltende Erektionsprobleme, ist eine ärztliche Abklärung immer sinnvoll.
Mentale Faktoren: Entspannung statt Leistungsdruck

Die Psyche hat einen großen Einfluss auf die Erektionsfähigkeit. Schon Stress im Alltag kann dazu führen, dass die Erregung nachlässt oder die Erektion nicht lange anhält. Deshalb gehören psychische Belastungen zu den häufigen Ursachen einer erektilen Dysfunktion.
Wie Stress und Versagensangst die Erektion blockieren
Viele Männer machen sich nach einer schwächeren Erektion Sorgen, dass es wieder passiert. Dadurch entsteht Druck. Die Gedanken kreisen nur noch um die eigene Leistung statt um die Sexualität. Genau dieser Druck kann die Erektion erneut beeinträchtigen.
Techniken zur Entspannung vor und während des Sex
Beim Sex geht es nicht um eine perfekte Performance. Nehmen Sie sich Zeit und konzentrieren Sie sich auf Berührungen statt auf die Erektion. Ruhiges Atmen und eine entspannte Atmosphäre können dabei helfen, Anspannung und Leistungsdruck zu reduzieren. Oft verbessert sich die Erektion schon, wenn die Anspannung nachlässt.
Hilfsmittel für längere und härtere Erektionen
Reichen Bewegung, Beckenbodentraining oder Veränderungen im Alltag nicht aus, können Hilfsmittel sinnvoll sein. Sie verbessern die Durchblutung im Penis nicht dauerhaft, helfen aber vielen Männern dabei, eine härtere oder länger anhaltende Erektion zu erreichen. Entscheidend ist, sie richtig anzuwenden.
Penisringe: Funktion und richtige Anwendung
Ein Penisring sitzt an der Peniswurzel. Er verlangsamt den Blutabfluss aus den Schwellkörpern. Dadurch bleibt mehr Blut im Penis und die Erektion kann länger erhalten bleiben. Er hilft vor allem dabei, eine bereits erreichte Erektion länger aufrechtzuerhalten. Besonders Männer, die ihre Erektion schnell verlieren, profitieren häufig davon. [5]
Vor der Anwendung sollten Sie Folgendes beachten:
- Passende Grösse: Der Ring sollte fest sitzen, aber nicht einschneiden.
- Maximal 30 Minuten tragen: Eine längere Tragedauer kann die Durchblutung beeinträchtigen.
- Bei Schmerzen sofort entfernen: Taubheitsgefühle oder eine Verfärbung des Penis sind Warnzeichen.
- Mit Gleitmittel anlegen: Das erleichtert das Anlegen und verhindert Hautreizungen.
Ein Penisring ersetzt keine Behandlung der Ursache. Er kann die Erektion jedoch unterstützen, wenn der Blutabfluss zu früh einsetzt.
Penispumpen: Wie sie wirken und was sie leisten können
Eine Penispumpe erzeugt einen Unterdruck um den Penis und kann dadurch eine Erektion ermöglichen. Dadurch wird Blut in die Schwellkörper gezogen und der Penis richtet sich auf. Für viele Männer ist das eine einfache Möglichkeit, eine Erektion ohne Medikamente zu erreichen.
Nach dem Pumpen wird häufig ein Penisring verwendet, damit das Blut in den Schwellkörpern bleibt. Wichtig ist, den Unterdruck langsam aufzubauen. Zu starkes Pumpen kann Schmerzen oder kleine Blutergüsse verursachen.
Medikamente bei anhaltenden Erektionsproblemen
Treten Erektionsprobleme wiederholt oder anhaltend auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Je nach Ursache und Befund können Medikamente wie PDE-5-Hemmer eingesetzt werden, die die für die Erektion erforderliche Gefäßerweiterung unterstützen. Sie wirken jedoch nur bei sexueller Erregung. Wer eine erektile Dysfunktion behandeln möchte, sollte Medikamente nicht wahllos einnehmen. Bei seriösen Anbietern können Sie verschreibungspflichtiges Sildenafil online bestellen, nachdem eine ärztliche Prüfung erfolgt ist.
PDE-5-Hemmer (Viagra, Cialis & Co.): Wirkweise

PDE-5-Hemmer unterstützen die natürliche Erektion, indem sie den Blutfluss in den Schwellkörpern verbessern. Eine sexuelle Erregung bleibt trotzdem notwendig. Neben Sildenafil gehört auch Tadalafil als PDE-5-Hemmer zu den häufig eingesetzten Wirkstoffen. Tadalafil zur täglichen Einnahme kann für Männer geeignet sein, die mehr Spontanität wünschen.
Bedarfsweise Einnahme vs. tägliche „Potenzkur"
Manche Medikamente werden nur vor dem Sex eingenommen, andere täglich in niedriger Dosierung. Welche Variante besser geeignet ist, hängt von den Beschwerden und den persönlichen Bedürfnissen ab. Auch Vardenafil wird bei Erektionsstörungen eingesetzt und wirkt ähnlich wie andere PDE-5-Hemmer.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich mehr Blut in den Schwellkörper?
Eine gute Durchblutung lässt sich durch regelmässige Bewegung, eine gesunde Ernährung und den Verzicht auf Rauchen fördern. Auch eine trainierte Beckenbodenmuskulatur kann dazu beitragen, dass das Blut besser in den Schwellkörpern gehalten wird. Ist dies der Fall, ist es einfacher eine Erektion zu bekommen.
Kann ein hoher Cholesterin-Wert Erektionsprobleme verursachen?
Ja, das ist möglich. Ein dauerhaft erhöhter Cholesterin-Wert kann Ablagerungen in den Blutgefässen fördern. Dadurch gelangt weniger Blut in die Schwellkörper, was eine Erektion erschweren kann. Wer seine Cholesterinwerte im Blick behält und bei Bedarf behandelt, unterstützt auch die Gesundheit der Blutgefässe.
Haben PDE-5-Hemmer viele Nebenwirkungen?
PDE-5-Hemmer werden meist gut vertragen. Möglich sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen oder eine verstopfte Nase. Treten Beschwerden auf, kann ein Arzt prüfen, ob eine Alternative besser geeignet ist.
Helfen Hausmittel wirklich oder nur Medikamente?
Hausmittel können einen gesunden Lebensstil unterstützen, ersetzen Medikamente aber nicht. Bei einer Steigerung der Erektionsfähigkeit helfen sie meist nur dann, wenn keine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt.
Ist es normal, dass die Erektion mit dem Alter nachlässt?
Ja, mit zunehmendem Alter kann die Erektionshärte etwas nachlassen. Der Grund sind häufig Veränderungen der Blutgefässe oder andere gesundheitliche Faktoren. Trotzdem sollte eine deutliche Verschlechterung ärztlich abgeklärt werden.
Wann ist eine schwächere Erektion ein Anzeichen für erektile Dysfunktion?
Eine einzelne schwächere Erektion ist meist kein Anlass zur Sorge. Treten die Probleme wiederholt oder anhaltend auf und beeinträchtigen sie die sexuelle Aktivität oder das Wohlbefinden, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Was ist Priapismus?
Priapismus ist eine anhaltende Erektion, die nicht von selbst abklingt und meist nicht durch sexuelle Stimulation verursacht wird. Eine schmerzhafte Erektion, die länger als vier Stunden anhält, ist ein medizinischer Notfall., da sonst bleibende Schäden entstehen können. In diesem Fall sollten Sie keine Zeit verlieren und sofort ärztliche Hilfe suchen.
Warum haben junge Männer Erektionsprobleme?
Auch junge Männer können Erektionsprobleme entwickeln. Häufig spielen Stress, Leistungsdruck oder psychische Dinge eine Rolle. Daneben können Erkrankungen des Nervensystems oder hormonelle Veränderungen die Ursache sein.
-
[1] MSD Manual. Fortpflanzungsfunktion des Mannes. MSD Manual – Ausgabe für Patienten (MSD Manuals). https://www.msdmanuals.com/de/heim/gesundheitsprobleme-von-m%C3%A4nnern/fortpflanzungssystem-des-mannes/fortpflanzungsfunktion-des-mannes
[2] Mathers MJ, Brandt AS, von Rundstedt F, Roth S, Sommer F, Klotz T. Stickstoffmonooxid (NO)- und Arginin-Stoffwechsel und deren Bedeutung in der Männergesundheit. Aktuelle Urologie. 2009;40(4):235–241. doi:10.1055/s-0028-1098910. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0028-1098910
[3] Norddeutscher Rundfunk (NDR). (2024, 11. Juni). Beckenbodentraining: Wirksame Übungen für zu Hause. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Beckenbodentraining-Wirksame-Uebungen-fuer-zu-Hause,beckenbodentraining102.html
[4] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/
[5] AWMF. S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie von Erektionsstörungen. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/043-059