Sexualität

Plötzliche Erektionsstörung: Ursachen, Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten

Wenn Erektionsprobleme plötzlich auftreten, können körperliche ebenso wie psychische Faktoren dahinterstecken. Erfahren Sie, welche Auslöser infrage kommen, was die Situation verschlimmern kann und welche Behandlungsmöglichkeiten bei einer plötzlichen Erektionsstörung helfen können.

Tristan Auer, deutscher Autor für medizinische Inhalte

Autor Tristan Auer

Geprüft von Dr.med. Walter Brinker

Veröffentlicht am:

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Ein Arzt, der einen Mann untersucht

Plötzliche Erektionsstörung oder erektile Dysfunktion: Wo liegt der Unterschied?

Gestern ging es noch, heute bleibt die Erektion aus. Eine plötzliche Erektionsstörung erwischt viele Männer völlig unvorbereitet, ist aber selten ein Dauerzustand. Oft lässt sich der Grund klar benennen: Druck im Job, Angst vor dem nächsten Versagen, ein neues Medikament oder eine Woche mit zu wenig Schlaf. Und was einen klaren Grund hat, lässt sich meist auch gezielt angehen.

Im Volksmund ist dann schnell von Impotenz die Rede. Ärzte und Ärztinnen sprechen aber erst von einer erektilen Dysfunktion (ED), wenn ein Mann über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten wiederholt nicht in der Lage ist, eine ausreichende Erektion für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. [1]

Eine chronische Erektionsstörung entsteht meist schleichend und wird mit steigendem Alter häufiger, weil Blutgefäße, Nerven oder Hormone über Jahre Schaden nehmen. Die plötzliche Erektionsstörung folgt einem anderen Muster:

Plötzliche Erektionsstörung

Chronische erektile Dysfunktion

Beginnt von heute auf morgen

Entwickelt sich über Monate oder Jahre

Tritt oft nur in bestimmten Situationen auf

Zeigt sich in fast jeder Situation

Meist psychische Gründe oder Medikamente

Meist Gefäß-, Nerven- oder Hormonprobleme

Verschwindet oft, sobald die Belastung endet

Bessert sich selten ohne Behandlung

Welche Signale auf psychische oder körperliche Ursachen hindeuten

Ob eher der Kopf oder eher der Körper streikt, können Sie oft selbst grob einschätzen. Der verlässlichste Hinweis sind Erektionen, die ganz ohne Ihr Zutun entstehen: im Schlaf und beim Aufwachen. Bleiben diese Morgenerektionen erhalten, spricht das meist für eine psychisch bedingte Störung [1].

Psychische Ursachen sind wahrscheinlicher, wenn:

  • die Probleme von einem Tag auf den anderen begonnen haben,
  • Morgenerektionen und Selbstbefriedigung weiterhin funktionieren,
  • die Erektion nur mit einer bestimmten Person oder in bestimmten Situationen ausbleibt,
  • kurz zuvor ein belastendes Ereignis stattgefunden hat.

Körperliche Ursachen sind wahrscheinlicher, wenn:

  • die Beschwerden schleichend begonnen haben und stetig zunehmen,
  • auch nachts und morgens kaum noch Erektionen auftreten,
  • die Symptome in jeder Situation gleich stark sind,
  • Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt sind,
  • kurz vorher ein neues Medikament, eine Operation oder eine Verletzung im Beckenbereich hinzukam.

Beide Formen schließen sich übrigens nicht aus. Selbst bei einer klar körperlichen Ursache kommt oft Versagensangst hinzu, die das Problem weiter verstärkt [1].

Psychische Ursachen: Wenn der Kopf die Erektion ausbremst

 Ein Mann, der frustriert dasitzt  

Tritt eine Erektionsstörung schlagartig auf, stecken häufiger seelische als körperliche Faktoren dahinter. Drei davon begegnen Fachleuten in der Praxis besonders oft.

Stress: Das Nervensystem schaltet auf Alarm

Eine Erektion braucht Entspannung. Nur wenn der für Ruhe zuständige Teil des vegetativen Nervensystems (Parasympathikus) die Oberhand hat, weiten sich die Arterien im Penis und Blut strömt in die Schwellkörper. Stress aktiviert das Gegenprogramm: Adrenalin und Noradrenalin verengen die Gefäße, der Körper stellt sich auf Kampf oder Flucht ein. Für Sex ist in diesem Modus schlicht kein Platz.

Hält die Belastung wochenlang an, kommt ein zweiter Effekt mit spürbaren Auswirkungen hinzu. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie hemmt eine dauerhaft aktive Stressachse die Bildung von Testosteron, was die Lust deutlich dämpfen kann [2]. Wer seit Monaten unter Hochdruck arbeitet, kämpft also oft an zwei Fronten gleichzeitig.

Versagensangst und Angststörungen

Ein einziger Aussetzer reicht manchmal, um einen Teufelskreis zu starten. Beim nächsten Mal beobachtet sich der Mann selbst, statt den Moment zu genießen. Genau diese Anspannung blockiert die Erektion, und die Angst vor dem dritten Versuch wächst weiter. Experten und Expertinnen sprechen von Versagens- oder Erwartungsangst.

Auch diagnostizierte Angststörungen hängen eng mit Erektionsproblemen zusammen. Eine systematische Übersichtsarbeit fand bei Männern mit posttraumatischer Belastungsstörung, Zwangsstörung, Panikstörung oder sozialer Phobie eine mittlere Häufigkeit der erektilen Dysfunktion von 20 Prozent, meist in leichter bis mittlerer Ausprägung [3]. Weil die Mechanik im Körper dabei intakt bleibt, spricht eine psychisch bedingte Erektionsstörung meist gut auf Therapie an.

Depressionen

Depressionen rauben Antrieb, Freude und oft auch die Lust. Der Zusammenhang läuft in beide Richtungen. Eine Metaanalyse mit 49 Publikationen ergab, dass Depressionen das Risiko einer erektilen Dysfunktion um knapp 40 Prozent erhöhen [4]. Umgekehrt schlagen anhaltende Erektionsprobleme vielen Betroffenen aufs Gemüt. Erschwerend kommt hinzu, dass ausgerechnet manche Antidepressiva die Erektion zusätzlich schwächen können.

Körperliche Ursachen einer plötzlichen Erektionsstörung

Körperlich bedingte Erektionsstörungen kündigen sich meist langsam an. Manche Erkrankungen schlagen aber tatsächlich über Nacht zu, andere wirken lange im Verborgenen, bis die Erektion eines Tages spürbar nachlässt.

Schädigung von Nerven und Nervenbahnen

Ohne intakte Nervenbahnen kommt das Signal der Erregung nicht im Penis an. Eine Schädigung kann durch Unfälle, Bandscheibenvorfälle, Operationen im Becken wie eine Prostataentfernung oder durch Erkrankungen des zentralen Nervensystems entstehen. Multiple Sklerose ist ein gutes Beispiel: Laut einer Metaanalyse mit über 3.300 Patienten hat etwa jeder zweite Mann mit Multipler Sklerose eine erektile Dysfunktion [5].

Auch anhaltender Druck kann Nerven und Gefäße vorübergehend lahmlegen. Bei manchen Männern führen lange Radtouren zu Taubheit im Genitalbereich und einer schwachen Erektion, weil der Sattel Nerven und Arterien im Damm zusammenpresst [6]. Meist erholt sich die Funktion nach einer Pause. Ein Sattel mit Aussparung und eine aufrechtere Sitzposition beugen vor.

Diabetes mellitus: doppelter Angriff auf Gefäße und Nerven

Diabetes mellitus schädigt mit der Zeit sowohl die feinen Blutgefäße als auch die Nervenbahnen. Wie häufig die Folgen sind, zeigt eine Metaanalyse aus 145 Studien: Von den Männern mit Diabetes hat mehr als die Hälfte (52,5 Prozent) Erektionsstörungen, bei Typ-2-Diabetes sind es sogar rund zwei Drittel [7]. Tückisch daran: Viele Patienten wissen noch gar nichts von ihrem Diabetes, wenn die ersten Erektionsprobleme auftreten. Blutzucker und Langzeitzucker (HbA1c) gehören deshalb zu jeder Abklärung.

Medikamente mit Nebenwirkungen auf die Potenz

Beginnen die Probleme wenige Tage oder Wochen nach einem neuen Präparat oder einer Dosiserhöhung, liegt der Verdacht auf eine Medikamentenwirkung nahe. Besonders häufig betroffen sind Antidepressiva aus der Gruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Sie können Verlangen, Erektion und Orgasmus dämpfen. In seltenen Fällen halten die sexuellen Beschwerden sogar nach dem Absetzen an. Fachleute sprechen dann von einer Post-SSRI-Sexualstörung (PSSD) [8].

Setzen Sie verordnete Medikamente trotzdem nie eigenmächtig ab. Oft lässt sich die Dosis anpassen oder auf einen Wirkstoff mit weniger sexuellen Nebenwirkungen wechseln.

Durchblutungsstörungen: die Erektion als Frühwarnsystem

Die Arterien im Penis messen nur ein bis zwei Millimeter im Durchmesser, die Herzkranzgefäße drei bis vier. Lagern sich Plaques ab oder arbeitet die Gefäßinnenwand (Endothel) schlechter, zeigt sich das bei vielen Männern deshalb zuerst im Schlafzimmer. Nach der sogenannten Arteriengrößen-Hypothese gehen Erektionsprobleme Herzbeschwerden oft um mehrere Jahre voraus [9]. Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Rauchen und Diabetes beschleunigen diesen Prozess.

Auch wenn die Erektionsstörung in solchen Fällen subjektiv plötzlich auftritt, haben sich die Gefäßveränderungen meist über Jahre aufgebaut. Das macht sie zu einem wertvollen Warnsignal für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das niemand übergehen sollte.

Hormonelle Störungen

Ein Testosteronmangel zeigt sich selten nur im Bett. Typische Begleiter sind Antriebslosigkeit, Libidoverlust, Müdigkeit und nachlassende Muskelkraft. Auch Schilddrüsen-Erkrankungen oder ein erhöhter Prolaktinspiegel können die Erektion schwächen [1]. Solche hormonellen Ursachen entwickeln sich meist schleichend, ein Bluttest bringt aber schnell Klarheit.

Alkohol, Nikotin und Drogen

Ein Glas Wein entspannt, drei Gläser betäuben. Alkohol dämpft das Nervensystem und damit genau die Signale, die eine Erektion in Gang setzen. Nikotin verengt die Gefäße schon nach wenigen Zügen. Auch Cannabis und Kokain stehen mit Potenzproblemen in Verbindung [1]. Wer dauerhaft viel trinkt oder raucht, erhöht zudem sein Risiko für Gefäßschäden, Lebererkrankungen und einen gestörten Hormonhaushalt.

Häufige Auslöser für plötzliche Erektionsprobleme im Alltag

Nicht immer stecken Krankheiten dahinter. Oft genügt eine Lebensphase, die Kopf und Körper an ihre Grenzen bringt, wie diese typischen Situationen zeigen:

  • Streit mit dem Partner oder der Partnerin: Unausgesprochener Ärger landet oft im Schlafzimmer. Wer innerlich auf Abstand ist, reagiert körperlich selten mit Erregung.
  • Neue Beziehung: Aufregung, der Wunsch zu beeindrucken und fehlende Vertrautheit erzeugen genau die Anspannung, die eine Erektion verhindert.
  • Kinderwunsch: Sex nach Kalender und Eisprung-App macht aus Lust eine Pflicht. Der Leistungsdruck an den fruchtbaren Tagen kann die Erektion regelrecht blockieren.
  • Arbeitsstress: Dauerhafter Zeitdruck hält das Stresssystem aktiv, auch abends im Bett.
  • Finanzielle Sorgen: Wer nachts über Rechnungen grübelt, findet selten in einen entspannten Moment.
  • Prüfungen: Abschlussprüfungen, Bewerbungsgespräche oder wichtige Präsentationen lösen gerade bei Männern jüngeren Alters oft kurze Aussetzer aus.
  • Trauer: Der Verlust eines nahestehenden Menschen dämpft Lebensfreude und Verlangen häufig für Wochen oder Monate.
  • Schlafmangel: Ein Großteil des Testosterons entsteht im Schlaf. In einer Studie sank der Testosteronspiegel bei jungen, gesunden Männern schon nach einer Woche mit fünf Stunden Schlaf pro Nacht um 10 bis 15 Prozent [10].
  • Jetlag und Schichtarbeit: Ein verschobener Tag-Nacht-Rhythmus bringt Hormonausschüttung und Erholung durcheinander.

Solche Aussetzer verschwinden meist, sobald die Belastung nachlässt. Halten sie länger an oder kommen weitere Beschwerden hinzu, ist ein Blick von außen sinnvoll.

Plötzliche Erektionsstörung: Wann zum Arzt oder zur Ärztin?

 Ein Mann, der sich von einem Arzt behandeln lässt  

Ein einzelner Aussetzer ist kein Grund zur Sorge. Bestehen die Schwierigkeiten aber länger als ein paar Wochen oder kehren sie immer wieder, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis, spezialisiert sind Urologinnen und Urologen. Das Wort Impotenz fällt dort übrigens kaum noch, und Gespräche über Potenzprobleme gehören für sie zum Praxisalltag.

Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie, wenn die Erektionsstörung mit einem dieser Warnzeichen zusammenfällt:

  • Brustschmerzen, Atemnot oder Druckgefühl in der Brust
  • Taubheit im Genital-, Damm- oder Gesäßbereich zusammen mit neuen Blasen- oder Darmproblemen
  • Lähmungen, Sehstörungen oder Sprachprobleme
  • starke Schmerzen nach einer Verletzung am Penis, am Rücken oder im Becken

Beim Termin erwarten Sie in der Regel ein Gespräch, eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme. Typisch sind Blutzucker, HbA1c, Blutfette, der morgendliche Testosteronwert und eine Blutdruckmessung. Diese Werte liefern oft wichtige Hinweise auf Erkrankungen wie Diabetes, die sonst noch jahrelang unentdeckt geblieben wären. Bringen Sie am besten eine Liste aller Medikamente mit und notieren Sie vorab, seit wann die Symptome bestehen und ob Morgenerektionen noch auftreten. Auf dieser Grundlage bespricht Ihr Arzt oder Ihre Ärztin passende Behandlungsmöglichkeiten.

Behandlungsmöglichkeiten bei plötzlicher Erektionsstörung

Welche Behandlungsmöglichkeiten passen, hängt von der Ursache ab. Bei seelischen Ursachen setzt die Therapie am Kopf an, bei körperlichen an den zugrunde liegenden Erkrankungen, und oft wirkt eine Kombination am besten.

Psychotherapie und Sexualtherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hilft, den Kreislauf aus Erwartungsangst und Selbstbeobachtung zu durchbrechen. Betroffene lernen, Katastrophengedanken zu erkennen, die Aufmerksamkeit auf Berührung statt auf Leistung zu lenken und Nähe ohne Erfolgsdruck neu zu erleben. In einer Pilotstudie mit jungen Männern mit psychisch bedingter Erektionsstörung wirkte eine kognitive Sexualtherapie ähnlich gut wie 50 mg Sildenafil und senkte die Angst sogar stärker [11]. In einer späteren randomisierten Studie derselben Forschungsgruppe erzielte die Kombination aus Sildenafil und Therapie die besten Ergebnisse [12].

Steckt ein Beziehungskonflikt hinter den Problemen, bringt eine Paar- oder Sexualtherapie beide Seiten an einen Tisch. Oft entlastet schon das offene Gespräch.

Entspannungstechniken und Selbsthilfegruppen

Progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Yoga oder Achtsamkeitstraining helfen, das Stresssystem gezielt herunterzufahren. Sie ersetzen keine Therapie, sind aber ein guter Einstieg und kosten nichts außer ein paar Minuten am Tag.

In Selbsthilfegruppen zum Thema Impotenz treffen Betroffene auf Männer mit denselben Sorgen. Allein die Erfahrung, nicht der Einzige zu sein, nimmt vielen einen Teil von Scham und Leistungsdruck.

PDE-5-Hemmer: Potenzmittel mit Brückenfunktion

PDE-5-Hemmer sind die bekannteste medikamentöse Hilfe bei Erektionsstörungen. Sie blockieren das Enzym Phosphodiesterase-5, das im Schwellkörper den Botenstoff cGMP abbaut. Dadurch bleiben die Gefäße im Penis länger geweitet und Blut strömt leichter ein. Eine wichtige Einschränkung: Ohne sexuelle Erregung passiert nichts, denn die Tablette verstärkt nur ein Signal, das Ihr Körper selbst aussenden muss [1].

Bei einer plötzlichen Erektionsstörung können diese Medikamente eine Brücke bauen. Ein paar gelungene Erlebnisse durchbrechen oft die Versagensangst, sodass sie bei manchen Männern später nur noch gelegentlich oder gar nicht mehr nötig sind. 

Ein allgemein bestes Potenzmittel gibt es dabei nicht. Die verfügbaren PDE-5-Hemmer unterscheiden sich vor allem darin, wie schnell und wie lange sie wirken:

Wirkstoff

Wirkungseintritt und Wirkungsdauer

Sildenafil (Viagra)

nach 30-60 Min., hält 4-6 Std. an

Tadalafil (Cialis)

nach 30-60 Min., hält bis zu 36 Std. an

Vardenafil (Levitra)

nach 25-60 Min., hält 4-6 Std. an

Avanafil (Spedra)

nach 15-30 Min., hält 4-6 Std. an

Sildenafil, der Wirkstoff aus Viagra, eignet sich gut für planbare Momente. Wer diese Medikamente kaufen möchte, braucht in Deutschland und in der Schweiz ein ärztliches Rezept. 

Tadalafil wirkt dagegen bis zu 36 Stunden und nimmt damit den Zeitdruck aus dem Liebesleben, was gerade bei Versagensangst entlastet. Sie können das Original Cialis kaufen oder den Wirkstoff nach ärztlicher Prüfung als Tadalafil online beziehen. 

Vardenafil ist eine weitere Option, zum Beispiel wenn ein anderer Wirkstoff schlecht vertragen wird.

Vorsicht bei Herzmedikamenten: PDE-5-Hemmer dürfen nicht mit Nitraten wie Nitrospray kombiniert werden, weil der Blutdruck sonst gefährlich absinken kann [1]. Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen prüft der Arzt oder die Ärztin deshalb vorab, ob die Einnahme sicher ist.

Lebensstil anpassen

Bei rein psychisch bedingten Aussetzern wirkt ein gesünderer Alltag vor allem über den Stressabbau, bei Gefäßproblemen setzt er direkt an der Ursache an. Wer die Potenz ohne Medikamente steigern möchte, beginnt am besten mit diesen Stellschrauben:

  • Ausdauertraining: Eine systematische Übersichtsarbeit empfiehlt bei gefäßbedingter erektiler Dysfunktion 40 Minuten moderates bis intensives Ausdauertraining, viermal pro Woche über sechs Monate [13]. Bewegung verbessert die Gefäßfunktion und damit, wie gut Blut in den Schwellkörper gelangt.
  • Rauchstopp: Nikotin verengt die Gefäße, ein Rauchstopp nimmt ihnen diesen Dauerreiz.
  • Weniger Alkohol: Mehrere alkoholfreie Tage pro Woche entlasten Leber, Hormone und Gefäße.
  • Ausreichend Schlaf: Sieben bis neun Stunden pro Nacht unterstützen Regeneration und Stressabbau.
  • Gesundes Gewicht: Bauchfett bringt den Hormonhaushalt durcheinander und fördert Diabetes und Bluthochdruck.

Operation als letzte Option

Bei einer Penisprothese setzen Chirurgen und Chirurginnen biegsame oder aufpumpbare Zylinder in den Penis ein. Beim aufpumpbaren Modell füllt eine kleine Pumpe im Hodensack die Zylinder bei Bedarf mit Flüssigkeit. Der Eingriff ist nicht umkehrbar, weil das natürliche Schwellkörpergewebe dabei verloren geht. Für eine plötzliche Erektionsstörung kommt er praktisch nie infrage, sondern nur bei schwerer, dauerhafter erektiler Dysfunktion, wenn weniger invasive Optionen wie Tabletten, Injektionen und Vakuumpumpe versagt haben [1].

Fazit

Eine plötzliche Erektionsstörung ist eher eine Nachricht Ihres Körpers als ein Urteil über Ihre Männlichkeit. Wer sie ernst nimmt und früh gegensteuert, verhindert, dass aus einem Aussetzer ein Dauerproblem wird.

Häufig gestellte Fragen

Zum Abschluss finden Sie hier Antworten auf Fragen, die Betroffene besonders häufig stellen.

Kann eine plötzliche Erektionsstörung von selbst verschwinden?

Ja, bei psychischen oder situativen Ursachen passiert das häufig. Lässt der Stress nach, endet die Prüfungsphase oder normalisiert sich der Schlaf, kehrt die Erektion oft ohne Behandlung zurück. Anders sieht es aus, wenn körperliche Erkrankungen wie Diabetes oder Gefäßschäden dahinterstecken. Sie bessern sich selten von allein und gehören in ärztliche Hände.

Was sollten Sie tun, wenn die Erektion plötzlich ausbleibt?

Zuerst: Ruhe bewahren. Ein einzelner Aussetzer kommt bei fast jedem Mann irgendwann vor und sagt wenig über Ihre Gesundheit aus. Diese ersten Schritte helfen:

  • Achten Sie in den nächsten Tagen auf Morgenerektionen.
  • Prüfen Sie, ob Sie kürzlich ein neues Medikament begonnen haben.
  • Verzichten Sie vorübergehend auf Alkohol und schlafen Sie ausreichend.
  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, statt das Thema zu meiden.
  • Bleiben die Probleme über mehrere Wochen bestehen, sollte ein Arzt oder eine Ärztin die Ursachen abklären.

Können Erektionsprobleme nach einer COVID-Erkrankung auftreten?

Ja, dafür gibt es Hinweise. In einer italienischen Studie hatten 28 Prozent der Männer nach einer COVID-19-Infektion eine erektile Dysfunktion, verglichen mit gut 9 Prozent in einer Vergleichsgruppe ohne Infektion. Der Zusammenhang blieb unabhängig von Alter, Gewicht und psychischer Verfassung bestehen [14]. Die Studie war allerdings klein. Als wahrscheinlichste Erklärung gilt eine Schädigung der Gefäßinnenwand, die das Virus auslösen kann. Hinzu kommen Erschöpfung und seelische Belastung nach der Erkrankung. Halten die Symptome Wochen nach der Genesung an, sind Urologen und Urologinnen die richtige Anlaufstelle.

Welche Medikamente können plötzlich Erektionsstörungen verursachen?

Neben Antidepressiva stehen vor allem diese Wirkstoffgruppen mit Erektionsstörungen in Verbindung [1]:

  • Blutdrucksenker wie Betablocker (vor allem ältere, nicht-selektive Vertreter) und Thiaziddiuretika; Kalziumantagonisten zeigen dagegen kaum einen negativen Einfluss auf die Erektionsfähigkeit
  • Entwässerungsmittel wie Thiazide und Spironolacton
  • Antipsychotika, etwa Risperidon
  • Hormonpräparate wie Cyproteronacetat oder 5-Alpha-Reduktasehemmer (zum Beispiel Finasterid)
  • Magenmittel aus der Gruppe der H2-Blocker

Nicht jeder Mann reagiert darauf mit Potenzproblemen. Treten sie auf, lohnt sich ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin, denn für einige dieser Medikamente gibt es Alternativen mit geringerem Risiko.

Sind Erektionsstörungen bei jüngeren Männern ungewöhnlich?

Seltener als im höheren Alter, aber keineswegs ungewöhnlich. In einer italienischen Studie war jeder vierte Mann, der wegen einer neu aufgetretenen erektilen Dysfunktion erstmals ärztliche Hilfe suchte, jünger als 40 Jahre. Fast die Hälfte dieser jungen Patienten hatte eine schwere Form [15]. 

Auch bei ihnen sollten körperliche Ursachen deshalb nicht vorschnell ausgeschlossen werden, selbst wenn Stress als Erklärung naheliegt.

    1. Salonia A et al. EAU Guidelines on Male Sexual and Reproductive Health: 2025 Update. Eur Urol. 2025. doi:10.1016/j.eururo.2025.03.009

    2. Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie. Dauer-Stress gefährdet Hormongleichgewicht: Erholung oft langwierig. endokrinologie.net. September 2018.

    3. Velurajah R, Brunckhorst O, Waqar M, McMullen I, Ahmed K. Erectile dysfunction in patients with anxiety disorders: a systematic review. Int J Impot Res. 2022;34(2):177-186. doi:10.1038/s41443-020-00405-4

    4. Liu Q, Zhang Y, Wang J, et al. Erectile dysfunction and depression: a systematic review and meta-analysis. J Sex Med. 2018;15(8):1073-1082. doi:10.1016/j.jsxm.2018.05.016

    5. Shaygannejad V, Mirmosayyeb O, Vaheb S, Nehzat N, Ghajarzadeh M. The prevalence of sexual dysfunction and erectile dysfunction in men with multiple sclerosis: a systematic review and meta-analysis. Neurologia (Engl Ed). 2025;40(1):22-31. doi:10.1016/j.nrleng.2022.08.002

    6. Sommer F, Goldstein I, Korda JB. Bicycle riding and erectile dysfunction: a review. J Sex Med. 2010;7(7):2346-2358. doi:10.1111/j.1743-6109.2009.01664.x

    7. Kouidrat Y, Pizzol D, Cosco T, et al. High prevalence of erectile dysfunction in diabetes: a systematic review and meta-analysis of 145 studies. Diabet Med. 2017;34(9):1185-1192. doi:10.1111/dme.13403

    8. Reisman Y. Post-SSRI sexual dysfunction. BMJ. 2020;368:m754. doi:10.1136/bmj.m754

    9. Montorsi P, Ravagnani PM, Galli S, et al. The artery size hypothesis: a macrovascular link between erectile dysfunction and coronary artery disease. Am J Cardiol. 2005;96(12B):19M-23M. doi:10.1016/j.amjcard.2005.07.006

    10. Leproult R, Van Cauter E. Effect of 1 week of sleep restriction on testosterone levels in young healthy men. JAMA. 2011;305(21):2173-2174. doi:10.1001/jama.2011.710

    11. Bilal A, Abbasi NUH. Cognitive behavioral sex therapy: an emerging treatment option for nonorganic erectile dysfunction in young men: a feasibility pilot study. Sex Med. 2020;8(3):396-407. doi:10.1016/j.esxm.2020.05.005

    12. Bilal A, Abbasi NUH. Randomized placebo controlled trial of sildenafil citrate, cognitive behavior sex therapy and integrated treatment in men diagnosed with non organic erectile dysfunction. Sex Med. 2022;10(1):100464. doi:10.1016/j.esxm.2021.100464

    13. Gerbild H, Larsen CM, Graugaard C, Areskoug Josefsson K. Physical activity to improve erectile function: a systematic review of intervention studies. Sex Med. 2018;6(2):75-89. doi:10.1016/j.esxm.2018.02.001

    14. Sansone A, Mollaioli D, Ciocca G, et al. "Mask up to keep it up": preliminary evidence of the association between erectile dysfunction and COVID-19. Andrology. 2021;9(4):1053-1059. doi:10.1111/andr.13003

    15. Capogrosso P, Colicchia M, Ventimiglia E, et al. One patient out of four with newly diagnosed erectile dysfunction is a young man: worrisome picture from the everyday clinical practice. J Sex Med. 2013;10(7):1833-1841. doi:10.1111/jsm.12179

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