Levitra oder Viagra? Was sind die Unterschiede?

Levitra oder Viagra? Was sind die Unterschiede?

Um die Risiken und Vorteile, von Levitra (Wirkstoff: Vardenafil)  und Viagra (Wirkstoff: Sildenafil) abzuwägen, müssen wir die zwei ED-Medikamente (ED= Erektile Dysfunktion) miteinander vergleichen. Dazu schauen wir uns die Nebenwirkungen, Wirkungsdauer, Gegenanzeigen und Wirkungsweisen genauer an.

Die wichtigsten Fakten und Unterschiede zu Viagra und Levitra:

Levitra und Viagra sind in etwa gleich effektiv. Etwa 75 % der Patienten berichten, bei Einnahme der jeweils mittleren Dosierungen (Viagra 50mg, Levitra 10mg), von einer zufriedenstellenden Erektion und einer Wirkungsdauer von 5 bis 6 Stunden beider ED- Medikamente. [I] [II] [III]

Auch wenn sehr selten bei beiden Medikamenten, kann es bei Viagra nach Einnahme öfter als bei Levitra zu einer Farbsehveränderung kommen. Diese Nebenwirkung ist bei Viagra unter „häufig“ gelistet und bei Levitra unter „gelegentlich“, was in etwa einem von zehn und einem von hundert Fällen entspricht. [IV] [V]

Der Verzehr von besonders fetthaltiger Nahrung vor der Einnahme kann sowohl bei Viagra als auch bei Levitra eine Verzögerung oder sogar eine Abmilderung der Wirkung hervorrufen. [VI]

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Vergleich: Wirkungseintritt Levitra vs. Viagra

Der Wirkungseintritt erfolgt bei beiden Medikamenten ungefähr in der gleichen Zeit. Im Mittel tritt die Wirkung beider Medikamente nach ca. einer Stunde ein. Dies sind Durchschnittswerte, die je nach den individuellen Umständen des Patienten unterschiedlich sein können. [III]

Vergleich: Wirkungsdauer

Die Ansprechraten von Levitra und Viagra lagen in grossen Patientengruppen mit verschiedenen Ausprägungen und Gründen einer erektilen Dysfunktion für die mittleren Dosierungen mit Viagra 50mg und Levitra 10mg bei 74 % und 76 %. Im Mittel kann von einer Erfolgsquote beider Medikamente, eine Geschlechtsverkehrtaugliche Erektion zu entwickeln , von 75 % ausgegangen werden. 

Die Halbwertszeit der Medikamente liegt für Viagra bei drei bis fünf Stunden und für Levitra bei vier bis fünf Stunden. Innerhalb dieser Zeit ist in den meisten Fällen von einer Wirksamkeit der Medikamente auszugehen. [I] [II] [III]

 

Vergleich: Nebenwirkungen

Für beide Medikamente sind sehr ähnliche Nebenwirkungen beschrieben. Der wichtigste Unterschied ist , dass Viagra eine minimal niedrigere Selektivität zwischen PDE-5 und PDE-6 als Levitra aufweist. Das ist insofern relevant, da PDE-6 in der Retina (Netzhaut) für die Phototransduktion verantwortlich ist. Das bedeutet, dass Veränderungen im Farbsehen bei der Einnahme von Viagra wahrscheinlicher sind als bei der Einnahme von Levitra. [III]

Viagra ist jedoch das Medikament gegen Erektionsstörungen, das bereits am längsten auf dem Markt ist und deshalb auch am besten erforscht ist. Es wurde in einigen Ländern bereits eine rezeptfreie Version von Viagra 50 mg auf den Markt gebracht, das unter dem Namen Viagra Connect in Apotheken erhältlich ist. Weitere häufige Nebenwirkungen der Medikamente sind Magenverstimmung, Durchfall, Erröten, verstopfte Nase, Kopfschmerzen und Blutdruckveränderungen. Wobei Kopfschmerzen bei beiden Medikamenten die häufigsten Nebenwirkungen sind. [VII] [I] [II]

Vergleich: Nahrungsaufnahme vor Einnahme

Sowohl Levitra als auch Viagra benötigen ein gewisses Grad an Planung, um die Einnahme erfolgreich mit dem geplanten Geschlechtsverkehr abzustimmen. Sollte jedoch ein Abendessen eingeplant sein, ist Levitra eventuell die bessere Wahl. Obwohl auch bei Levitra gilt: Ist das Essen sehr fetthaltig, kann es länger dauern bis die Wirkung des Medikamentes eintritt. [VI]

Welches ED-Medikament ist das Richtige: Viagra oder Levitra?

Die Wahl eines ED-Medikaments sollte immer in Absprache mit dem behandelnden medizinischem Fachpersonal getroffen werden. Niemals alleine! 

Die Suche nach dem richtigen ED-Medikament kann teilweise länger dauern und benötigt nicht selten einiges an Ausprobieren. Nebenwirkungen sind keine Seltenheit, weswegen entweder die Dosis angepasst oder das Medikament gewechselt werden muss. Diese Entscheidungen können allerdings nur in Absprache mit dem behandelnden Fachpersonal getroffen werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind ebenfalls möglich. Daher ist es unabdinglich, bevor irgendein ED-Medikament verschrieben wird, die gesamte medizinische Historie des Patienten zu kennen. 

Besonders blutdrucksenkende Mittel können in Verbindung mit PDE-5-Hemmern gefährliche Auswirkungen haben. Nitrate, Nitrite und Nitroglyzerin in Verbindung mit PDE-5-Hemmern, sowie Viagra und Levitra, sind strengstens kontraindiziert und sollten auf keinen Fall gemeinsam eingenommen werden.

Der wichtigste Teil der Behandlung von erektiler Dysfunktion ist keineswegs nur die Einnahme eines Medikaments, die Auswahl dieses ist deutlich wichtiger. Diese Auswahl wird in einem Gespräch mit urologischen Fachpersonal getroffen, weswegen eine seriöse und ausgiebige Beratung besonders wichtig ist. 

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Quellen:

[I] Ema Europe, Viagra product information, https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/viagra-epar-product-information_en.pdf 

[II] Ema Europe, Levitra product information, https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/levitra-epar-product-information_en.pdf 

[III] Deutsche Apothekerzeitung, DAZ 50/2014, „Besser als Viagra und Co.?“; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-50-2014/besser-als-viagra-und-co 

[IV] Gelbe Liste, Wirkstoffe, Sildenafil; https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Sildenafil_27420 

[V] Gelbe Liste, Levitra, Beipackzettel; https://www.gelbe-liste.de/produkte/Levitra-20-mg-Filmtabletten_366358

[VI] Deutsche Apotherkerzeitung, DAZ 4/2004, „Interview: Das wirksamste Arzneimittel bei erektiler Dysfunktion“; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2004/daz-4-2004/uid-11315 

[VII] Deutsche Apothekerzeitung, Benjamin Rohrer, 29.11.2017, „Viagra ohne Rezept in Apotheken“; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/11/29/viagra-ohne-rezept-in-apotheken 


Medizinisch geprüft von:

Dr. Marcus Horstmann, geboren in Hannover, studierte Medizin in Berlin und absolvierte anschließend die Facharztausbildung für Urologie und Allgemeinchirurgie. Durch seine Tätigkeit als Abteilungsleiter in verschiedenen Krankenhäusern sammelte er 17 Jahre lang viel Erfahrung. Seine urologisch-chirurgischen Fähigkeiten schließen unter anderem Roboterchirurgie, Begradigung von Penisabweichungen oder die Implantation künstlicher Schließmuskel mit ein. 



Letzte Aktualisierung 18.10.2022



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