Wann ist es Zeit für Potenzpillen?

Zeit für Potenzpillen  Was ist eine erektile Dysfunktion? 

Eine erektile Dysfunktion ist eine ernstzunehmende Krankheit, obwohl sie in der Öffentlichkeit immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Wie weit die Krankheit ganz genau verbreitet ist, lässt sich schwer sagen, aber einige Zahlen gehen von einer maximalen Prävalenz in bestimmten Bevölkerungsgruppen von bis zu 76,5 % der Männer aus. Dabei sind diese Zahlen sehr vom Alter abhängig, da die Wahrscheinlichkeit, eine erektile Dysfunktion zu entwickeln, mit zunehmendem Alter stark ansteigt. [1]

Besonders wichtig für Betroffene ist zu wissen, dass eine erektile Dysfunktion häufig mit kardiovaskulären Krankheiten einhergeht. Die erektile Dysfunktion spielt bei diesen Gefäßerkrankungen des Herzens eine wichtige Rolle, da die erektile Dysfunktion in den meisten Fällen deutliche früher als die schwere Erkrankung auftritt. Insofern wird die ED schon lange als „Frühwarnzeichen“ bzw. klinischer Marker für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen angesehen [2]

Auch wenn eine erektile Dysfunktion für manche Männer kein schwerwiegendes Problem erscheinen mag, kann bei Erektionsproblemen tatsächlich eine sehr ernste gesundheitliche Situation vorliegen.

Allerdings sind nicht alle Erektionsprobleme gleich eine erektile Dysfunktion. Diese wird erst diagnostiziert, wenn ein Mann bei mehr als zwei Drittel der Versuche über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten hinweg keine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion bekommen oder aufrechterhalten kann. [3]

Welche Gründe kann es für eine erektile Dysfunktion geben?

Eine erektile Dysfunktion kann viele Gründe haben. Obwohl die biologischen natürlich die besorgniserregendsten sind, kann es auch andere Gründe geben. Früher    wurde sogar davon ausgegangen, dass diese anderen Gründe, die psychologischen, die einzig möglichen seien. Inzwischen ist die Wissenschaft zwar von diesem Gedanken abgekommen, nichtsdestotrotz können psychologischen Faktoren immer noch eine große Rolle spielen. 

Einige Beispiele für Auslöser einer erektilen Dysfunktion sind: 

Nur sehr selten kann ein einzelner Grund identifiziert werden, der mit Sicherheit für die Erektionsstörungen verantwortlich ist. Meistens ist eine Mischung verschiedener Gründe verantwortlich. Daher folgen auch die meisten Behandlungen einem kombinierten und symptomatischen Vorgehen.

Sind Potenzpillen die einzige Behandlung einer erektilen Dysfunktion?

Zeit für Potenzpillen

Nein, neben Potenzpillen gibt es in Deutschland noch eine Reihe anderer legaler Behandlungen von erektiler Dysfunktion. Daher werden auch die wenigsten Ärzte sofort dazu raten, Potenzpillen zu kaufen. Als erster Schritt in der Behandlung steht meistens eine Untersuchung durch verschiedene Spezialisten an. Nicht nur Urologen, auch Psychologen und Kardiologen werden unter Umständen eingeschaltet.

Trotzdem werden in den meisten Fällen schlussendlich Rezepte für Potenzpillen ausgestellt. Das liegt schlicht daran, dass PDE-5-Hemmer (Viagra und Co.) meist die am schnellsten, erfolgreisten und angenehmsten anzuwendende Therapie sind. So wird erst einmal das Problem behandelt und der Leidensdruck gemindert und dann nach den Ursachen geforscht.

Kann ich in Deutschland Potenzpillen ohne Rezept kaufen?

Legal Potenzpillen ohne Rezept zu kaufen, geht in Deutschland nicht.  Um Potenzpillen in Deutschland zu kaufen, muss vorher ein Rezept ausgestellt werden. Dieses Rezept kann dann bei jeder Apotheke eingelöst werden. Allerdings übernehmen die Krankenkassen die Kosten für diese Behandlung nicht.

Welche Potenzpillen gibt es und wie nehme ich sie ein?

Die Einnahme aller Arten der Potenzpillen ist ziemlich einfach. Hier gibt es wenig zu beachten, außer, dass bei den meisten Pillen, der Geschlechtsverkehr ein wenig vorher geplant werden muss. Auch der Alkohol sollte nicht in rauen Mengen genossen werden, denn das kann die Wirkung der Pillen ganz abgesehen von der Qualität des Erlebnisses beeinträchtigen. 

Nun aber zu der Frage welche Potenzpillen in Deutschland verfügbar sind. Die vier großen Namen der Potenzpillen in Deutschland sind:

Viagra ist eindeutig am besten als die blaue Potenzpille bekannt. Cialis liegt im Bekanntheitsgrad wahrscheinlich direkt dahinter. Wir haben uns in einem Artikel mit den Unterschieden zwischen Viagra und Cialis auseinandergesetzt. Levitra ist die jüngste Ergänzung in der Familie der PDE-5-Hemmer, das in Deutschland zugelassen ist. Auch mit den Unterschieden zwischen Levitra und Viagra haben wir uns im Detail beschäftigt.

Wie wirken PDE-5-Hemmer und sind sie sicher?

Wenn wir von Potenzpillen reden, dann sprechen wir in der Regel von PDE-5-Hemmern. Diese sind bisher die einzigen Pillen auf dem Markt, die erwiesenermaßen sicher und effektiv gegen erektile Dysfunktion helfen können. Obwohl sie sich in ein paar Details, so wie etwa dem Wirkungseintritt und der Wirkungsdauer unterscheiden, bauen sie alle auf dem gleiche Wirkmechanismus auf. 

Der Wirkmechanismus der PDE-5-Hemmer funktioniert in etwa so: 

Im Penis befinden sich Schwellkörper, die im angespannten Zustand verhindern, dass genug Blut in den Penis einfließt, um diesen anschwellen zu lassen. Wenn der Mann eine sexuelle Stimulation erfährt, werden Botenstoffe ausgesandt, die dafür sorgen, dass sich die Schwellkörper entspannen. Diese Botenstoffe werden von dem Enzym PDE-5 (Phosphodiesterase-5) abgebaut und kontrolliert. Die Potenzpillen wirken also so, dass die Produktion dieses PDE-5s gehemmt wird. Auf diese Weise sind die Botenstoffe in höherer Konzentration vorhanden und eine Erektion wird wahrscheinlicher. 

Diese Potenzpillen haben langwierige Sicherheitsverwahrung hinter sich und wurden ausgiebig getestet. In diesen Testverfahren wurde nicht nur festgestellt, dass sie bei einer klinisch signifikanten Mehrheit der Patienten wirksam sind, sondern dass sie auch sicher in der Anwendung sind. [4]

Bisher sind dieser Art von Potenzpillen weiterhin die effektivste und einfachste Methode, Erektionsstörungen zu behandeln.

Quellen

[1] BJU Int., Anna Kessler et al., 02.07.2019, „The global prevalence of erectile dysfunction: a review”; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31267639/ 

[2] Acta Cardiologica, Camelia Cristina Diaconu et al., 06.04.2019, “The erectile dysfunction as a marker of cardiovascular disease: a review”; https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00015385.2019.1590498?scroll=top&needAccess=true&role=tab  

[3] Apotheken Umschau, Dr. Irmela Manus, 11.11.2019, „Erektile Dysfunktion: Ursachen und Behandlung“; https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-maennlichen-geschlechtsorgane/erektile-dysfunktion-ursachen-und-behandlung-737345.html 

[4] Apotheken Umschau, Dr. Annika Röcker, 05.01.2022, „Erektionsstörungen: Was Medikamente leisten können“; https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/erektionsstoerungen-was-medikamente-leisten-843025.html


Medizinisch geprüft von:

 Dr. Marcus Horstmann, geboren in Hannover, studierte Medizin in Berlin und absolvierte anschließend die Facharztausbildung für Urologie und Allgemeinchirurgie. Durch seine Tätigkeit als Abteilungsleiter in verschiedenen Krankenhäusern sammelte er 17 Jahre lang viel Erfahrung. Seine urologisch-chirurgischen Fähigkeiten schließen unter anderem Roboterchirurgie, Begradigung von Penisabweichungen oder die Implantation künstlicher Schließmuskel mit ein. 



Aktualisiert am 26.12.2022