Was nächtliche Erektionen über Ihre Gesundheit sagen!

Warum die Morgenlatte so wichtig ist!

Männer sollten jeden Morgen mit einer Erektion aufwachen. Ein Mann bei guter Gesundheit, sollte jeden Morgen eine Erektion bekommen. Tatsächlich sind nächtliche Erektionen – oder schlafbezogene und morgendliche Erektionen – so normal, dass ihre Abwesenheit ein wichtiger Frühindikator für gesundheitliche Probleme sein kann.

Die Abwesenheit der berühmten Morgenlatte kann auf verschiedene gesundheitliche Probleme hinweisen, beispielsweise einen geringen Testosteronspiegel, Probleme mit dem Blutfluss oder -druck oder andere teilweise schwerwiegende gesundheitliche Probleme.

Morgendliche Erektionen im Laufe der Geschichte

Nächtliche Erektionen gehören zum Mann sein und das schon ab jungen Jahren. Ärzte haben Erektionen bei Föten während der Ultraschalluntersuchung festgestellt und sogar kleine Jungen erleben Erektionen während ihrer gesamten Kindheit, lange bevor die Pubertät einsetzt. Der Penis ist ein wichtiges und sensibles Organ. Die Tatsache, dass dieser nachts (und jeden Morgen) anschwillt, ist nichts Neues.

Tatsächlich veröffentlichten Forscher, die alte medizinische Texte und wissenschaftliche Daten sowie theologische Aufzeichnungen untersuchten, ihre Ergebnisse zur Geschichte nächtlicher Erektionen in einem Artikel mit dem Titel „schlafbezogene Erektionen im Laufe der Zeitalter“ (Original: „sleep-related erections throughout the ages“). Die Autoren stellten fest, dass die Fähigkeit, während des Schlafes eine Erektion zu erreichen, ein „verlässlicher Indikator für die Männlichkeit“ war und, dass bemerkten, dass eine erektile Dysfunktion einen Scheidungsgrund darstellte.

Laut kirchlichen Aufzeichnungen wurde tatsächlich ein Begutachter an das Bett eines beschuldigten Mannes gestellt, um auf die nächtliche Erektion zu warten. Bereits 1920 bemerkte Wilhelm Stekel, Freuds Zeitgenosse und in vielerlei Hinsicht sein Gleichgestellter, dass eine morgendliche Erektion (auch bekannt als die letzte schlafbezogene Erektion der Nacht) ein „natürliches Phänomen bei gesunden Männern vom Säuglingsalter bis zum Alter“darstellt. [1] [2

Warum bekommen Männer eigentlich in der Nacht eine Erektion?

Während es nicht an Beweisen für die Existenz von morgendlichen und nächtlichen Erektionen mangelt, sind die genauen Gründe für nächtliche Erektionen weiterhin nicht einwandfrei bewiesen.Während es nicht an Beweisen für die Existenz von morgendlichen und nächtlichen Erektionen mangelt, sind die genauen Gründe für nächtliche Erektionen weiterhin nicht einwandfrei bewiesen.

Fakten zur nächtlichen Erektion

Männer verbringen in der Regel etwa 25 % der Nacht mit einer Erektion.

Männer haben normalerweise fünf nächtliche Erektionen während eines achtstündigen Schlafzyklus, wobei jede Erektion etwa 25 Minuten dauert. Das ist ungefähr eine Erektion alle 90 Minuten. Es dauerte nicht lange, bis die Forscher feststellten, dass dieses Muster einem anderen 90-Minuten-Zyklus, der während des Schlafes auftritt – genauer gesagt dem REM-Schlaf - auffällig ähnlich war. [3

Erektionen und REM Schlaf

Im Jahr 1965 bestätigten die Forscher die Beziehung zwischen REM-Schlaf und nächtlichen Erektionen oder der Traumphase des Schlafs, was zu mehreren Jahrzehnten dauernden Spekulationen darüber führte, was wirklich während des REM-Schlafs auftritt, das Erektionen hervorrief. Im Wesentlichen verfallen Männer ungefähr eine Stunde nach dem Einschlafen in den REM-Schlaf. Jede REM-Schlaf-Episode entspricht einer Erektion von 20 bis 25 Minuten. [3

Männer haben normalerweise fünf Erektionen während eines achtstündigen Schlafzyklus. Interessant ist, dass jede nächtliche Erektion im Verlauf der Nacht länger anhält - genau wie sich die REM-Phasen verlängern. Der Rem-Schlaf-Phasen und nächtliche Erektionen sind also eng miteinander verbunden. Trotz dieser starken Korrelation und der Tatsache, dass Männer fast 25 % ihres Schlafzyklus mit einer Erektion verbringen, weiss man immer noch nicht genau, warum Männer mit einer Erektion aufwachen, aber es gibt einige Theorien. [4

Theorien zu nächtlichen Erektionen

Eine führende Theorie besagt, dass die Noradrenalinproduktion während des REM-Schlafs verlangsamt wird. Dies ist die Chemikalie, die hauptsächlich dafür verantwortlich ist, den Penis entspannt zu halten. Grundsätzlich wird der Teil des Gehirns, der den Noradrenalinspiegel aufrechterhält, während des REM-Schlafs gesenkt. Dadurch können die testosteronbedingten Erregungsmechanismen leichter auftreten, was zu einer Erektion führt. Allerdings fand eine Studie auch heraus, dass Testosteron möglicherweise keinen großen Einfluss auf das Auftreten von nächtlichen Erektionen hat. [5

Eine andere Theorie besagt, dass der Körper während des REM-Schlafs mehr Stickstoffmonoxid produziert. Stickstoffmonoxid ist dafür verantwortlich, dass sich die Blutgefäße des Penis entspannen, sodass das gesamte zusätzliche Blut, das benötigt wird, um eine Erektion in den Penis zu bringen, freigesetzt wird. [6

Das Fazit ist, dass niemand wirklich weiß, welche Rolle der REM-Schlaf bei der nächtlichen Erektion spielt.

Warum die Morgenlatte so wichtig ist

Was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass Männer normalerweise jede Nacht ungefähr fünf Erektionen bekommen, jede in einem Abstand von ungefähr 90 Minuten. Diese Erektionen treten während des REM-Schlafs auf, und während des gesamten Lebens beginnt ein gesunder Mann jeden Tag mit einer Erektion.

Verschiedene Dinge müssen einwandfrei funktionieren, damit eine starke Erektion auftritt. Bei Bedarf müssen Hormone freigesetzt werden und die Arterienwände sich erweitern, um Blut in den Penis einströmen zu lassen und das Nervensystem muss Signale zuverlässig übertragen. Dabei kann vieles schief gehen. Das heißt auch, dass Schwierigkeiten damit, eine Erektionen zu bekommen, ein Anzeichen für andere weiterreichende gesundheitliche Probleme sein kann.

Die Blutgefäße des Penis sind besonders klein im Vergleich zu anderen Bereichen des Körpers. Das bedeutet, dass viele andere grundlegende Probleme zuerst in Form von Erektionsstörungen auftreten. Erektionsstörungen können auf einen hohen Cholesterinspiegel, Stress, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Depressionen, Schlafstörungen, Herzerkrankungen, Hormonprobleme, Nebenwirkungen von Medikamenten, Folgen ungesunder Lebensgewohnheiten oder emotionale Probleme hinweisen. [3] [7

Was erektile Dysfunktion über Ihre Gesundheit aussagen

Verschiedene Studien haben bereits belegt, dass das Risiko, eine koronare Herzkrankheit zu erleiden, bei Männern mit Erektionsstörungen deutlich höher ist als bei Männern ohne. Da das Risiko, an einer Erektionsstörung zu leiden, mit steigendem Alter zunimmt, wird der Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und ED mit steigendem Alter geringer. Für junge Männer dagegen ist eine erektile Dysfunktion ein deutlich wahrscheinlicheres Anzeichen für eine Herzkrankheit als bei älteren Männern. [8

Erektionsstörungen können also ein Frühwarnzeichen sein, nicht nur für Herzkrankheiten, sondern auch für andere Erkrankungen. Daher gilt, so komisch es auch klingen mag, wer mehr auf die Stärke und Häufigkeit seiner Morgenlatte achtet, kann früher zu einer potenziell lebensrettenden vorbeugenden Behandlung gehen. Denn: Erektionsstörungen betreffen Männer jeden Alters.

Erektionsstörungen sind nicht nur für ältere Männer ein Problem. Eine zunehmende Anzahl junger Männer erkrankt jedes Jahr an erektiler Dysfunktion. Eine Studie aus dem Jahr 2014 identifizierte, dass in etwa 15 – 72 % der Erektionsstörungen bei Männern unter 40 organische Ursachen haben. Früher ging man davon aus, dass Erektionsstörungen bei jungen Männern vor allem psychologische Ursachen haben. Das ist inzwischen widerlegt, was bedeutet, dass besonders junge Männer bei Erektionsstörungen ärztliche Beratung aufsuchen sollten, um mögliche schwerwiegende Krankheiten frühzeitig erkennen und behandeln zu können. [9

Fazit

Nächtliche Erektionen sind vor allem ein Indikator dafür, ob Erektionsstörungen organische Ursachen haben oder nicht. Das liegt daran, dass  bei psychischen Ursachen, die nächtlichen und morgendlichen Erektionen weiterhin funktionieren. Anhand der morgendlichen und nächtlichen Erektionen lassen sich also Hinweise für organische Ursachen einer Erektionsstörungen feststellen. Organische Ursachen für Erektionsstörungen wiederum sind häufig Frühwarnzeichen für schwerwiegenden Erkrankungen. Das bedeutet, dass morgendliche Erektionen also ziemlich wichtig für die allgemeine Gesundheit sind. Der Verlust dieser bekannten morgendlichen Erektion könnte das erste Anzeichen eines signifikanten Problems darstellen. Wer häufig ohne Morgenlatte aufwacht, sollte also einen Arzt aufsuchen!

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Quellen

[1] The Journal of Sexual Medicine, Mels F. van Driel, Jul. 2014, “Sleep-related erections throughout the ages”; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24774994/

[2] Journal of Ultrasound Medicine, D. M. Sherer et al., Jun. 1990, “In-utero fetal penile erection”; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2192091/

[3] Newcastle.edu, Hippocampus, Dr. Diego Diez Alvarez, 22.10.2020, “Why men wake up with erections”; https://www.newcastle.edu.au/hippocampus/story/2020/male-erections

[4] Department of Psychiatry, University of Florida College of Medicine, Ismet Karacan et al., 1972, “Some characteristics of nocturnal penile tumescence during puberty”; https://www.nature.com/articles/pr197242.pdf?origin=ppub

[5] Clinical Trial, Psychoneuroendocrinology, C. Carani et al., 1995, “The effects of testosterone replacement on nocturnal penile tumescence and rigidity and erectile response to visual erotic stimuli in hypogonadal men”; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8848520/

[6] Journal of Advanced Research, Samir M. Elhanbly et al., 12.06.2018, “Nocturnal penile erections: A retrospective study of the role of RigiScan in predicting the response to sildenafil in erectile dysfunction patients”; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6090085/

[7] Apothekenumschau, Dr. Irmela Manus, 11.11.2019, „Erektile Dysfunktion: Ursachen und Behandlung“; https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-maennlichen-geschlechtsorgane/erektile-dysfunktion-ursachen-und-behandlung-737345.html

[8] May Clinic Proceedings, Brant A. Inman et al., Feb. 2009, “A population-based, longitudinal study of erectile dysfunction and future coronary artery disease”; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19181643/

[9] Review, Urologia Internationalis, Wesley Ludwig et al., 2014, “Organic causes of erectile dysfunction in men under 40”; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24281298/

Medizinisch geprüft von:

Dr. Marcus Horstmann, geboren in Hannover, studierte Medizin in Berlin und absolvierte anschließend die Facharztausbildung für Urologie und Allgemeinchirurgie. Durch seine Tätigkeit als Abteilungsleiter in verschiedenen Krankenhäusern sammelte er 17 Jahre lang viel Erfahrung. Seine urologisch-chirurgischen Fähigkeiten schließen unter anderem Roboterchirurgie, Begradigung von Penisabweichungen oder die Implantation künstlicher Schließmuskel mit ein. 


Aktualisiert am 20.10.2022

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