Mehr Fakten über Erektionsprobleme und wie man sie löst

Mehr Fakten über Erektionsprobleme für Männer

Was sind Erektionsprobleme und was löst sie aus und auf?   

Eins nach dem anderen, bevor wir uns anschauen, was wirklich bei Erektionsproblemen hilft, sollten wir besprechen, was sie auslöst. 

Eine erektile Dysfunktion kann viele Gründe haben. Stress sowohl auf der Arbeit als auch in der Beziehung, psychische Probleme aller Art, aber auch biologische Ursachen, wie Durchblutungsstörungen, Diabetes oder eine ungesunde Ernährung, aber auch Nebenwirkungen von Medikamenten oder exzessives Rauchen und Trinken können sie begünstigen oder hervorrufen. All diese Faktoren für sich alleine oder in Kombination können zu Erektionsstörungen führen. Doch sind alle Erektionsprobleme immer auch eine erektile Dysfunktion?

Nein. Eine erektile Dysfunktion wird erst dann diagnostiziert, wenn das Problem in mehr als zwei Drittel der Fälle über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten auftritt. Erst, wenn eine erektile Dysfunktion als solche von einem Arzt diagnostizier wurde, kann sie effektiv behandelt werden.[1]

Was tun bei Erektionsproblemen?

Zunächst einmal, was man bei Erektionsproblemen nicht tun sollte: Keine Panik, keine Scham, kein Zögern.

Für eine erektile Dysfunktion muss sich niemand schämen. Erektile Dysfunktion ist keineswegs selten, einige Statistiken gehen sogar davon aus, dass in Deutschland vier bis sechs Millionen Männer betroffen sind. Das ist ungefähr jeder zehnte unter den 40 – 49-jährigen und bereits jeder Dritte der 60 – 69-jährigen.[3

Der erste Schritt zur Behandlung von Erektionsproblemen ist ein Arztbesuch. Dieser hat allerdings noch andere Vorteile. Da erektile Dysfunktionen häufig durch Durchblutungsprobleme ausgelöst werden können und diese Durchblutungsprobleme sich nicht selten zu ernsthaften Krankheiten entwickeln, gilt die erektile Dysfunktion zu Recht als Frühwarnzeichen für genau diese ernsthaften Krankheiten.

Was ist bei einem Arztbesuch wegen Erektionsproblemen zu erwarten?

Ein Mann berät sich mit einem Arzt über Erektionsprobleme

Bei einem Arztbesuch wegen einer ED werden als erstes einige Fragen zur klinischen Historie des Betroffenen gestellt, etwa zu seinen Krankheiten oder Medikamenten. Dann sollte evaluiert werden, ob die Erektionsstörung aus biologischen Gründen auftreten. Das wird häufig mit einfachen Schlaftests getan. wenn ein Mann nächtliche und morgendliche Erektionen bekommt, ist die grundlegende biologische Fähigkeit zu Erektionen vorhanden. [1] In solchen Fällen ist meistens eine Psychotherapie die beste Wahl, zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Zur Unterstützung kann aber durchaus auch eine medikamentöse Therapie ergänzt durchgeführt werden. Im Fall einer rein körperlich bedingten erektilen Dysfunktion, wird vor allem eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen.

Obwohl die medikamentöse Therapie sehr erfolgreich sein kann, muss auch diese Behandlung strikt überwacht werden. Die Betroffenen müssen dafür Sorge tragen, dass die Pillen immer in der richtigen Dosierung und zum richtigen Zeitpunkt eingenommen werden. Eine Überschreitung der Dosis kann mitunter schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Medikamentöse Behandlung von Erektionsproblemen: PDE-5-Hemmer

Wenn schwere psychische Gründe für die erektile Dysfunktion ausgeschlossen werden können, wird meist direkt mit der Behandlung der Erektionsstörung begonnen. Bei der herkömmlichen Behandlung der erektilen Dysfunktion werden meist Medikamente verschrieben, die aus der Familie der PDE-5-Hemmer kommen. Zu diesen zählt auch das weltweit bekannte Viagra, aber auch die PDE-5-Hemmer Cialis oder Levitra. Mit einem ärztlichen Rezept kann man dieser Potenzmittel in jeder Apothekenfiliale kaufen. Gleichzeitig ist es aber auch möglich, den Komfort der Online-Bestellung von Arzneimitteln über eine zertifizierte Online-Apotheke (z. B. Apomeds Apotheke) zu nutzen.

Medikamente beheben Erektionsstörungen allerdings nur punktuell. Erektionsprobleme grundsätzlich zu lösen, ist häufig nicht möglich und langwierig. Viele Betroffene müssen sich mit einer dauerhaften symptomatischen Therapie abfinden. Hilfreiche Massnahmen die Betroffene trotzdem ergreifen sollten, sind eine Umstellung der Ernährung und ihres Lebensstils. Für Männer, deren Erektionsstörungen biologische Ursachen haben, wird häufig auch eine Psychotherapie empfohlen, da erektile Impotenz alle Lebensbereiche tangiert. 

Die große Stärke der medikamentösen Behandlung ist für Erektionsprobleme, dass diese den Leidensdruck schnell und einfach lindern kann. Sie können aber auch als langfristige Behandlung eingesetzt werden. Cialis beispielsweise gibt es in einer kleinen Dosis zur täglichen Einnahme. Doch wie funktionieren diese „Wundermittel“? 

PDE-5-Hemmer bauen alle auf demselben, einfachen Wirkmechanismus auf, dieser funktioniert wie folgt: 

Indem sie den Abbau der Botenstoffe hemmen, machen PDE-5-Hemmer eine Erektion wahrscheinlicher. Hierdurch steigt ihre Konzentration, was eine Entspannung der Schwellkörper und somit eine Erektion begünstigt.[4]

Was kann man gegen ED tun, ohne Medikamente zu nehmen?

Wer Probleme hat, Erektionen zu bekommen oder aufrechtzuhalten, kann bereits lange bevor ein wirkliches medizinisches Problem diagnostiziert wird, einiges für sich tun. Auch die Männer, bei denen bereits die Diagnose einer klinisch relevanten Erektionsstörung gestellt wurde, können medikamentenfreie Schritte ergreifen, um ihre Erektionsprobleme zu lösen. 

Damit meinen wir allerdings nicht sogenannte „natürliche Potenzmittel“. Sie werden häufig in Drogeriemärkten oder im Internet verkauft, können im schlimmsten Fall gefährlich sein und sind im besten Fall einfach unwirksam, genauso wie  Nahrungsergänzungsmittel zur Steigerung der Potenz. Hier sind ein Paar wertvolle Tipps für Sie:

Ausgewogene und gesunde Ernährung

Eine Gesunde Ernährung, Verzicht auf Tabak- und Alkoholkonsum und Sport sind die besten Wege, Erektionsprobleme natürlich zu beheben und nachhaltig zu verhindern. Natürlich lassen sich damit nicht alle Möglichkeiten ausschließen. Es ist immer noch möglich, aufgrund von psychischen Belastung oder biologischen Gründen, Erektionsstörungen zu entwickeln.[2]

Neues ausprobieren

Die Antwort lautet: Neues ausprobieren und üben. Man kann eine neue Technik üben, die lockerer ist und für mehr Blutfluss und Empfindlichkeit im Penis sorgt. Sport und Bewegung (z.B. Beckenschaukel) fördern die Durchblutung. Dadurch erhalten Sie bessere Erektionen. Üben lohnt sich auch aus einem anderen Grund: Es fühlt sich gut an, wenn man weiß, was man tun kann, um die Erektion zu beeinflussen. Dadurch wird man viel selbstbewusster beim Sex.

Für eine stressfreie Umgebung sorgen

Fällt Ihnen etwas ein, was Sie stresst? Das kann zum Beispiel ein hohes Arbeitspensum sein oder die Erwartung an sich selbst, „liefern“ zu müssen. Wenn man ständig unter Stress steht, wirkt sich dies auch auf Penis aus. Wie kann man sich entspannen? Man braucht ein wenig Entspannung und Lockerheit, damit Blut in den Penis fließen kann.

Wenn Sie Ihr Leben alleine nicht stressfreier gestalten können, wäre die Konsultation eines Beraters ein kluger Schachzug.

Fazit

Eine erektile Dysfunktion ist ein ernstzunehmendes Symptom. Nicht nur, da sie Einschränkungen in allen Lebensbereichen mit schweren psychologischen Folgen hervorrufen kann, sondern auch weil sie als Frühwarnzeichen anderer schwerer Erkrankungen gilt.

Es gibt effektive Mittel, Erektionsprobleme zu beheben, aber es gibt keine Wundermittel. Potenzmittel für Männer sind nur einen Behandlungsansatz von vielen. In den meisten Fällen wird eine interdisziplinäre Behandlung mit Veränderung des Lebensstils notwendig, um Erektionsstörungen erfolgreich zu behandeln.

Quellen

[1] Apotheken Umschau, Dr. Irmela Manus, 11.11.2019, „Erektile Dysfunktion: Ursachen und Behandlung“; https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-maennlichen-geschlechtsorgane/erektile-dysfunktion-ursachen-und-behandlung-737345.html 

[2] International Journal of impotence research, M. Braun et al., 01.12.2000, “Epidemiology of erectile dysfunction: results of the “Cologne Male Survey”; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11416833/  

[3] NDR, Die Ernährungs-Docs, 05.10.2020, “Mit der richtigen Ernährung die Potenz steigern“; https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Potenzstoerung,potenz132.html 

[4] Pharmacy and Therapeutics, Sharon A. Huang et al., 01.07.2013, “Phophodiesterase-5 (PDE5) Inhibitors In the Management of Erectile Dysfunction”; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3776492/


Medizinisch geprüft von:

 Dr. Marcus Horstmann, geboren in Hannover, studierte Medizin in Berlin und absolvierte anschließend die Facharztausbildung für Urologie und Allgemeinchirurgie. Durch seine Tätigkeit als Abteilungsleiter in verschiedenen Krankenhäusern sammelte er 17 Jahre lang viel Erfahrung. Seine urologisch-chirurgischen Fähigkeiten schließen unter anderem Roboterchirurgie, Begradigung von Penisabweichungen oder die Implantation künstlicher Schließmuskel mit ein. 



Aktualisiert am 09.01.2023