Viagra für Männer – Die wichtigsten Infos auf einen Blick!

Viagra für Männer  Die Entstehungsgeschichte – Viagra die Zufallserfindung 

Viagra wurde Anfang der Neunzigerjahre vom US-amerikanischen Konzern Pfizer als Herzmedikament entwickelt. Primär sollte es zur Senkung des Blutdrucks beitragen, stattdessen trug es mehr zur Umleitung des Blutes bei. Naja, nicht so ganz, zumindest funktioniert Viagra für Männer medizinisch nicht ganz genauso, aber darauf gehen wir später noch ein. 

Bei einer der ersten klinischen Studien, bei der Männer Viagra kosten durften, kam es zu einigen Unregelmäßigkeiten, die den Forschern erst ziemlich spät auffielen. Denn als die Experimente gerade eingestellt werden sollten, wollten einige der teilnehmenden Männer Viagra weiter einnehmen. Erst nach vielen Nachfragen der Forscher gaben die Teilnehmer langsam zu, warum sie so begeistert von der Wirkung von Viagra waren. 

Es ermöglichte ihnen ein erfüllteres Sexualleben.

Viagra erobert den Markt im Sturm

Erforscht und entwickelt im Jahr 1993 kommt Viagra im Jahr 1998 auf den Markt und ist sofort ein einschlagender Erfolg. Männer auf der ganzen Welt kaufen Viagra seitdem millionenfach. Im Jahr 2018, zum 20-jährigen Jubiläum des Erektionsmedikaments wurden mehr als 3 Milliarden Tabletten Viagra verkauft. [1]

Die Geschichte von Viagra Tabletten für Männer ist aber nicht nur eine medizinische Erfolgsgeschichte, sondern auch eine der Öffentlichkeitsarbeit. Natürlich wäre kein Medikament zu einem solchen Kassenschlager geworden, ohne eine gute Marketingstrategie. Viagra erreichte für Männer mit Erektionsstörungen aber noch viel mehr: Ein zuvor stigmatisiertes Problem wurde endlich zu einem Gesprächsthema.

Viagra gleich Viagra?

Viagra ist ein Medikament der Familie der PDE-5-Hemmer. Heute sind eine Reihe anderer Medikamente bei Erektionsstörungen auf dem Markt, die mit den gleichen Wirkmechanismen arbeiten und ähnliche Wirkungen erzielen. Inzwischen sind auch Generika von Viagra auf dem Markt, die sogar den gleichen Wirkstoff enthalten und deutlich billiger als Viagra zu kaufen sind. 

Generika enthalten genau dieselben Inhaltsstoffe wie Viagra. Sie sind daher genau so sicher und natürlich offiziell zugelassen. Das ist daher möglich, da der Patentschutz für Medikamente nach einigen Jahren abläuft. So können andere Firmen die gleichen Produkte deutlich billiger produzieren, da sie nicht für die Entwicklungskosten aufkommen müssen.

Ist Viagra rezeptfrei erhältlich?

Generika oder Viagra rezeptfrei zu kaufen, ist in beiden Fällen nicht möglich. Für diese Medikamente gilt eine Verschreibungspflicht. Nur für Männer in Großbritannien gibt es Viagra rezeptfrei. [2]

So funktioniert Viagra

Wie alle Medikamente der Gruppe der PDE-5-Hemmer, baut Viagra auf einem relativ simplen Wirkmechanismus auf. Dieser funktioniert so: 

Im Penis des Mannes befinden sich Schwellkörper mit vielen Blutgefässen mit glattem Muskelgewebe. Wenn diese angespannt sind, sind die Adern zu eng, als dass genügend Blut für eine Erektion einfließen könnte. Um also eine Erektion zu bekommen, müssen sich die Schwellkörpergefässe entspannen. Dieser Entspannungsprozess wird von einem Stoff gesteuert, der durch das Enzym PDE-5 (Phosphodiesterase 5) abgebaut und so reguliert wird. [3]

An dieser Stelle setzt Viagra für Männer an. Es hemmt die Synthese von PDE-5 und sorgt so dafür, dass die Stoffe, die für die Entspannung der Schwellkörper zuständig sind, ungehindert ihre Arbeit machen können. Das senkt auch den Blutdruck. Daher ist Viagra unter anderem auch für seine ursprüngliche vorgesehene Nutzung zugelassen: Der Behandlung des Lungenhochdrucks. Aber sind wir mal ehrlich, wer denkt schon an eine arterielle Lungenembolie, wenn er Viagra hört? [4]

Wofür braucht Mann Viagra?

Viagra für Männer

Erektionsstörungen, oder wie sie klinisch bezeichnet werden, eine erektile Dysfunktion, sind ein erstzunehmendes gesundheitliches Problem. Obwohl Viagra häufig als       Lifestyle-Medikament eingestuft wird (unter anderem von den Krankenkassen), haben Männer mit Erektionsstörungen, die mit Viagra behandelt werden können, häufig mit starken Einschränkungen im alltäglichen Leben zu kämpfen. 

Einer erektilen Dysfunktion können viele Ursachen zugrunde liegen. Nicht selten handelt es sich hier um Durchblutungsstörungen. Diese können, sofern sie unentdeckt und unbehandelt bleiben, schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Herzinfarkte sind nur eine der möglichen Folgen. 

Diese Probleme werden allerdings nicht mit Viagra behandelt. Viagra behandelt einzig das Symptom der Erektionsprobleme. Was für Betroffene aber auch genau das sein dürfte, was sie behandelt haben möchten.

Wie verbreitet sind Erektionsstörungen?

Sehr, ist die einfache Antwort. Obwohl die Krankheit extrem vom Alter abhängig ist, ist immer noch eine extrem hohe Zahl von Männern betroffen. Im Alter von 40 sind es ungefähr 22 %, während ab dem Alter von 70 die Prävalenz auf fast 50 % ansteigt. [5]

Wie kann man Viagra kaufen?

Viagra ist in Deutschland nur auf Rezept erhältlich. Mit einem Rezept allerdings können Männer Viagra kaufen, in jeder Apotheke und im Internet bei lizensierten Onlineapotheken. 

Ein solches Rezept bekommt man von einem Arzt. Dieser Arztbesuch, so sehr sich Männer auch dafür schämen mögen, ist nicht nur notwendig, um Viagra kaufen zu können, sondern kann, wie oben beschrieben, auch zur Entdeckung anderer potentiell lebensbedrohlicher Krankheiten führen. Insofern kann ein solcher Arztbesuch lebensrettend sein und ist jedem Mann, der an Erektionsstörungen leidet, dringend zu empfehlen.

Wie hoch ist der Preis für Viagra

Die Kosten für Viagra belaufen sich ungefähr auf 75 € für eine Packung von 4 Tabletten Viagra 50 mg. Männer, die Viagra kaufen, müssen sich also schon überlegen, ob die Vorteile den Preis von Viagra aufwiegen. Obwohl es, wie bereits erwähnt, auch andere Präparate und außerdem billigere Generika ebenfalls zu kaufen gibt.

Quellen

[1] Kurier.at, Ingrid Teufl, 27.03.2018, „20 Jahre Viagra: Wie es zur Erfolgsgeschichte kam“; https://kurier.at/wissen/gesundheit/20-jahre-viagra-wie-es-zur-erfolgsgeschichte-kam/400011666 

[2] Ärzte Zeitung, 30.11.2017, „Viagra erstmals rezeptfrei“; https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Viagra-erstmals-rezeptfrei-298000.html 

[3]Apotheken Umschau, Dr. Annika Röcker, 05.01.2022, „Erektionsstörungen: Was Medikamente leisten“; https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/erektionsstoerungen-was-medikamente-leisten-843025.html 

[4] Deutsche Apothekerzeitung, DAZ24/05, 12.06.2005, „Sildenafil zur Behandlung des Lungenhochdrucks zugelassen“; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2005/daz-24-2005/uid-14094 

[5] Boston University School of Medicine, sexual medicine, Epidemiology of ED; https://www.bumc.bu.edu/sexualmedicine/physicianinformation/epidemiology-of-ed/


Medizinisch geprüft von:

 Dr. Marcus Horstmann, geboren in Hannover, studierte Medizin in Berlin und absolvierte anschließend die Facharztausbildung für Urologie und Allgemeinchirurgie. Durch seine Tätigkeit als Abteilungsleiter in verschiedenen Krankenhäusern sammelte er 17 Jahre lang viel Erfahrung. Seine urologisch-chirurgischen Fähigkeiten schließen unter anderem Roboterchirurgie, Begradigung von Penisabweichungen oder die Implantation künstlicher Schließmuskel mit ein. 



Aktualisiert am 26.12.2022