Was tun bei Erektionsstörungen?

Was tun bei Erektionsstörungen? Erektile Dysfunktion behandeln.

Wenn dem Mann auffällt, dass seine Erektionen langsam verschwinden, sie entweder nicht mehr lang genug anhalten bleiben oder gar nicht erst entstehen, fällt der Verdacht häufig auf eine erektile Dysfunktion. Es stellte sich die Frage: „Was kann ich gegen eine Erektionsstörung tun?“.


 

 Wie erkenne ich eine Erektionsstörung?

Natürlich muss ein Mann wissen wie er eine Erektionsstörung erkennt, bevor er entscheiden kann was er dagegen unternehmen will. Von einer Erektionsstörung wird gesprochen, wenn ein Mann über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten hinweg in mehr als zwei Drittel der Fälle, in denen er einer erotischen Stimulation ausgesetzt ist, unfähig ist, eine geschlechtsverkehrstaugliche Erektion zu bekommen oder zu halten. (Quelle)

Die Gründe für die Erektionsstörung herausfinden

Der beste und einfachste Weg die Ursachen einer Erektionsstörung herauszufinden, ist einen hierfür spezialisierten Arzt, meistens einen Urologen, aufzusuchen. Eine fachärztliche Abklärung der Erektionsstörungen ist dringend zu empfehlen, da die Gründe für Erektionsstörungen mannigfaltig sein können und häufig Vorboten relevanter anderer Erkrankungen sind.

Eine der häufigsten Ursachen für Erektionsstörungen sind Gefäßerkrankungen, beziehungsweise Durchblutungsstörungen. Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen sind häufige Auslöser für diese Durchblutungsstörungen und gleichzeitig Risikofaktoren für Schlaganfälle oder koronare Herzkrankheiten. Dementsprechend kann die erektile Dysfunktion ein Frühwarnzeichen für schwere Gesundheitsprobleme sein. Die Frage was bei Erektionsstörungen zu tun ist, ist daher primär einfach mit: „Geh zum Arzt“, zu beantworten.

Testosteronmangel und Nebenwirkungen anderer Medikamente sind ebenfalls häufige Auslöser für eine erektile Dysfunktion. Nervenleiden gehört dabei eher zu den weniger häufige Ursachen. Auch hier gilt, dass das Aufsuchen eines Arztes bei Erektionsproblemen, die beste Wahl ist (Quelle).

Medizinisch Erektionsstörungen behandeln

Es gibt eine Vielzahl von medizinischen Behandlungen der erektilen Dysfunktion. Um sich einer solchen zu unterziehen, ist die vorherige genaue Diagnose von einem Arzt unerlässlich um die für den Patienten individuell beste Behandlung zu erhalten.

Häufig wird der Urologe zunächst an andere Fachärzte überweisen, um zum Beispiel eine schwere Gefäßkrankheit, Stoffwechselerkrankungen oder einen behandlungsbedürftigen Hypertonus auszuschließen, die zu einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder anderen kardiovaskulären Notfällen führen können. Erst dann beginnt die gezielte medizinische Behandlung der Erektionsprobleme.

Medikamente gegen Erektionsstörungen

Die bekannteste und am weitesten verbreitete Behandlung der erektilen Dysfunktion ist eine medikamentöse Therapie mit Tabletten. Mittlerweile gibt es vier verschiedene zugelassene Wirkstoffe, die als PDE-5 Inhibitoren alle ungefähr gleich wirken. Die Hauptunterschiede liegen in der Dauer der Wirkung und der Wartezeit bis zum Wirkbeginn. Abgesehen davon haben die verschiedenen Tabletten unterschiedliche Kontraindikationen und Nebenwirkungen. Deshalb sollte die Auswahl von einem Facharzt getroffen werden.

Bekannte Originalpräparate für die Behandlung von Erektionsstörungen sind:

In den allermeisten Fällen führt die medikamentöse Behandlung bereits zu Erfolgen, weswegen die Entdeckung von Viagra (Sildenafil) als wesentlicher Durchbruch bei der Behandlung von Erektionsstörungen gilt. Früher verließen sich Ärzte und Patienten auf andere Lösungen, die nicht nur weniger elegant, sondern auch häufig weniger erfolgsversprechend waren. In einigen Fällen werden diese Behandlungen weiterhin angewendet.

Die Schwellkörper-Injektionstherapie (SKAT)

Bevor PDE-5-Hemmer auf den Markt kamen, war das Injizieren von Wirkstoffen direkt in den Penis eine der wenigen Behandlungen der erektilen Dysfunktion. Heutzutage wird diese Behandlung immer noch angewendet, wenn z. B. die orale Medikamenteneinnahme mit PDE-5-Hemmern erfolglos bleibt.

Bei der Schwellkörper-Injektionstherapie spritzt sich der Patient kurz vor dem Geschlechtsverkehr den Wirkstoff direkt in den Penis. Diese Behandlung war und ist bei den Betroffenen nicht besonders beliebt. Obwohl sie nicht schmerzhaft sein soll, ist davon auszugehen, dass Patienten eine Injektion mithilfe einer Nadel in den Penis als nicht besonders angenehm empfinden. Daher gibt es zwei weitere Behandlungen für die erektile Dysfunktion.

Vakuumpumpe: Erektionsprobleme mechanisch behandeln

In den USA deutlich beliebter als in Deutschland: Die Vakuumpumpe, welche das Blut mechanisch in den Penis pumpt. Nach der Vakuumbehandlung wird ein Ring über das Ende des Schafts gezogen, damit das Blut im Glied bleibt. Diese Art der Behandlung führt zwar ziemlich zuverlässig zu einer Erektion, diese ist aber nicht immer besonders stabil und reicht manchmal nicht für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr aus.

Viele Männer empfinden die Vakuumbehandlung als unangenehm, da hierbei der Penis oft weniger sensibel ist und sich wie „eingeschlafen“ anfühlt.  Besonders in Deutschland ist die Vakuumpumpe nicht besonders weit verbreitet. Eine weitere Behandlung für Erektionsstörungen funktioniert auch mechanisch, in dem ein Implantat operativ in den Penis eingebracht wird.

Die operative Behandlung der erektilen Dysfunktion: Schwellkörper-Implantate

Bei der operativen Behandlung der erektilen Dysfunktion werden Schwellkörperimplantate in den Penis eingesetzt. Hierbei gibt es zwei Varianten: Die erste Variante sind rigide Penisimplantate, die für eine dauerhafte Erektion sorgen. Heutzutage wird in den allermeisten Fällen allerdings die zweite Variante, hydraulische „aufpumpbare“ Implantate, gewählt.

Hydraulischen Implantate werden in die Schwellkörper operiert und eine Pumpe in den Bereich des Hodensacks eingesetzt. Die Implantate sind mit Schläuchen mit der Pumpe verbunden, die mit einer sterilen Flüssigkeit gefüllt ist. Wenn der Patient eine Erektion bewirken will, betätigt er die Pumpe und pumpt die Flüssigkeit in die Implantate, die zu einer Erektion führt.

Erektionsstörungen selbst behandeln: Lebensstil verändern

Gründe für eine erektile Dysfunktion sind häufig lebensstilassoziiert. Als erster Schritt im Kampf gegen die erektile Dysfunktion werden häufig Lebensstiländerungen empfohlen. Risikofaktoren, die Erektionsstörungen auslösen oder verschlimmern können, sind:

Welche Ernährung die Erektionsfähigkeit verbessern kann:

In Zusammenarbeit mit einem Arzt können Patienten einen erektionsfördernden Ernährungsplan erstellen, da es eindeutige Ernährungsfaktoren gibt, die die Durchblutung (und damit die Erektionsfähigkeit) behindern oder fördern können. Anthozyane und L-Arginin, die sich in blau-rotem Gemüse und in Hülsenfrüchten, Nüssen und Fleisch finden, können sich zum Beispiel erektionsfördernd auswirken. (Quelle)

Wie Sport die Erektionsfähigkeit verbessert:

Ausdauertraining und Intervalltraining fördern die Durchblutung und können den Testosteronspiegel anheben. Beide sind grundlegend wichtig für eine zufriedenstellende Erektion. Joggen, Schwimmen oder Seilspringen etwa sind gezielte Ausdauereinheiten, die sich positiv auf die Durchblutung und den Blutdruck auswirken. Auf diese Art kann die Erektionsfähigkeit gefördert werden, sofern diese Art der „Behandlung“ von einem Arzt als unbedenklich eingeschätzt wird. (Quelle)

Wie Tabak- und Alkoholkonsum die Erektion beeinträchtigen:

Alkohol und Tabak haben eine ganze Reihe von gesundheitlich negativen Auswirkungen auf den Körper. Vor allem Rauchen führt zu Gefäßverengungen, die den Blutfluss im Penis beeinträchtigen können. Alkohol schädigt die Nervenbahnen und den Hormonhaushalt (Quelle 1 und Quelle 2)

Warum Stress und psychische Belastung schlecht für die Erektion sind

Geringes Selbstbewusstsein, Stress, Depressionen und Versagensängste sind ebenfalls Risikofaktoren für eine erektile Dysfunktion. Lange Zeit ging man davon aus, dass dies die einzigen Gründe für Erektionsstörungen seien. Das ist inzwischen zwar widerlegt, trotzdem können negative psychische Faktoren alleine oder zusätzlich zu körperlichen Leiden, die Fähigkeit zur Erektion erheblich beeinträchtigen. In diesen Fällen hilft häufig, neben einem medikamentösen, ein psychotherapeutischer Ansatz. (Quelle)

Zusammenfassung: Drei Schritte zur Behandlung von Erektionsstörungen

Die drei ersten Schritte bei der Behandlung von Erektionsstörungen, die jeder Mann beachten sollte, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Einen Facharzt aufsuchen: Das Problem muss erkannt, untersucht und eine schwere Erkrankung ausgeschlossen werden.
  2. Lebensstilanpassung: In ärztlicher Absprache sollte geprüft werden mit welchen Lebensstiländerungen das Problem möglicherweise behoben werden kann.
  3. Individuelle gezielte Therapie der erektilen Dysfunktion und relevanter Grunderkrankungen

 

 Zum Abschluss ein Zitat von Dr. Tobias Pottek , Chefarzt der Urologie des Vivantes Klinikum am Urban in Berlin (stand 2022), über Männer die nach einem Herzinfarkt von vorherigen Erektionsstörungen berichteten:

„Wenn Sie aufgepasst hätten, hätten Sie vielleicht keinen Herzinfarkt gekriegt.“

Die erektile Dysfunktion ist daher ein ernstzunehmendes Symptom, das mit einem Arzt besprochen werden sollte. (Zitiert nach YT-Asklepios Kliniken)


Medizinisch geprüft von:

Dr. Marcus Horstmann, geboren in Hannover, studierte Medizin in Berlin und absolvierte anschließend die Facharztausbildung für Urologie und Allgemeinchirurgie. Durch seine Tätigkeit als Abteilungsleiter in verschiedenen Krankenhäusern sammelte er 17 Jahre lang viel Erfahrung. Seine urologisch-chirurgischen Fähigkeiten schließen unter anderem Roboterchirurgie, Begradigung von Penisabweichungen oder die Implantation künstlicher Schließmuskel mit ein. Er hat sich mit Health & Go zusammengetan, um dazu beizutragen Lifestyle-Gesundheit für                       Männer überall zugänglicher zu machen.